San Diego (Aussprache [], [sanˈdjeɣo]) ist die zweitgrößte Stadt im US-Bundesstaat Kalifornien und die achtgrößte der Vereinigten Staaten. Die Stadt hatte laut der letzten Schätzung im Jahr 2025 1.406.106 Einwohner und liegt im Südwesten von Kalifornien nahe der Grenze zu Mexiko. San Diego ist Sitz der Countyverwaltung des San Diego County und stellt eine principal city der Metropolitan Statistical Area (MSA) San Diego–Chula Vista–Carlsbad dar, die mit dem County deckungsgleich ist.
Wegen des angenehmen Klimas wird San Diego von seinen Bewohnern als „America’s Finest City“ bezeichnet. Die Wellen des Pazifiks eignen sich insbesondere zum Wellenreiten.
Die Stadt hat sich in den letzten Jahren zu einem der bedeutendsten Zentren der Telekommunikations- und Biotechindustrie entwickelt.
Geographie Lage mini|Satellitenaufnahme San Diego liegt an einem künstlichen Hafenbecken an der Südspitze Kaliforniens, etwa zweieinhalb Autostunden südlich von Los Angeles und etwa eine halbe Stunde nördlich von Tijuana, Mexiko. Im Westen wird die Stadt vom Pazifischen Ozean begrenzt. Im Osten bilden Berge sowie der Anza-Borrego-Wüstenpark eine natürliche Grenze. San Diego wird durch die Stadt Chula Vista in zwei Teile geteilt. Den höchsten Punkt im Stadtgebiet bildet der Cowles Mountain () im Mission Trails Regional Park; weitere Erhebungen sind der Black Mountain mit und Mount Soledad mit . Das Stadtgebiet dehnt sich immer weiter ins Landesinnere aus. Im Süden reicht es bis zur mexikanischen Grenze. Durch die Stadt fließt der San Diego River.
Klima mini|300px|Klimadiagramm von San Diego
Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 17,3 °C, die durchschnittliche monatliche Niederschlagsmenge bei 24 mm. Die Winter sind generell mild mit einer Durchschnittstemperatur von 14 °C.
Geschichte Das Gebiet des heutigen San Diego wurde lange Zeit von den Kumeyaay-Indianern bewohnt. Am 28. September 1542 ging der in spanischen Diensten stehende Portugiese Juan Rodríguez Cabrillo als erster Europäer an Land. Er erklärte seine Entdeckung zum Besitz der Spanischen Krone und nannte sie San Miguel. Kalifornien gehörte administrativ zum Vizekönigreich Neuspanien.
Der nächste Spanier, der die Region besuchte, war Sebastián Vizcaíno. Im Auftrag Spaniens segelte er die Westküste entlang, um diese zu kartografieren. Im November 1602, am Festtag zu Ehren von San Diego de Alcalá, erreichte er San Miguel und gab dem Ort seinen heutigen Namen, San Diego.
Erst 1769 errichtete Gaspar de Portolá einen Militärposten und der Franziskaner Junípero Serra die erste Mission, die Mission San Diego de Alcalá. Wegen dauernder Probleme mit der Wasserversorgung und dem schlechten Ackerboden verlegte der Priester Luis Jayme 1774 die Mission um rund zehn Kilometer, bald darauf folgten die ersten Siedler. 1775 konnten sich die Spanier erfolgreich gegen eine indigene Revolte durchsetzen. In der Folge dieser Ereignisse wurden Luis Jayme und zwei weitere Personen getötet. 1776 kehrte Junípero Serra zurück und organisierte den Wiederaufbau der Mission. 1797 war San Diego de Alcalá die größte Mission in Kalifornien mit über 1400 frisch Bekehrten (Neophyten).
1821 wurde Mexiko unabhängig von Spanien. Das Vizekönigreich Neuspanien, Alta California und somit auch San Diego gingen in den Nationalstaat Mexiko über. 1834 wurde San Diego zur Stadt erklärt und die ersten Wahlen fanden statt. Juan Maria Osuna gewann die Bürgermeisterwahl gegen Pio Pico und wurde erster Bürgermeister. 1838 verlor San Diego nach einem drastischen Bevölkerungsrückgang seinen Stadtstatus wieder.
Infolge des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges fiel San Diego 1850 an die Vereinigten Staaten und wurde zur Stadt und zum Sitz des San Diego County erklärt. Der erste US-amerikanische Bürgermeister wurde Joshua Bean.
1869 lösten lokale Goldfunde einen Boom aus. In dessen Folge wurde San Diego 1885 an das nationale Eisenbahnnetz angeschlossen. Ende der 1880er Jahre ebbte der Goldrausch ab; die Bevölkerung San Diegos fiel von 40.000 auf 16.000 Einwohner.
1915/16 beherbergte San Diego die Panama-California Exposition.
Im Jahr 1917 brachte der Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg zahlreiche Militäreinrichtungen nach San Diego.
1927 überführte Charles Lindbergh die in San Diego gebaute Spirit of St. Louis vom später nach ihm benannten Flugfeld in Rekordzeit an die Ostküste zum Roosevelt Field in New York, dem Ausgangspunkt seines legendären Transatlantikflugs. In San Diego begann sich zur gleichen Zeit die Flugzeugindustrie zu etablieren.
Nach dem Angriff auf Pearl Harbor verlegte die United States Navy 1941 das Hauptquartier ihrer Pazifikflotte zurück nach San Diego. Seit dem Zweiten Weltkrieg prägte das Militär das Stadtbild San Diegos und löste einen Wirtschaftsboom aus. Bis heute ist es der wichtigste Arbeitgeber in der Region.
Am 25. September 1978 stieß eine Boeing 727 der Pacific Southwest Airlines mit einem Sportflugzeug vom Typ Cessna 172 zusammen. Beim Absturz des Pacific-Southwest-Airlines-Fluges 182 sterben insgesamt 144 Menschen.
Am 29. Januar 1979 erschoss die 16-jährige Brenda Ann Spencer vor der Grover Cleveland Elementary School zwei Menschen und verletzte neun weitere.
1981 nahm mit der San Diego Trolley das erste moderne Stadtbahnsystem der Vereinigten Staaten seinen Betrieb auf.
Am 18. Juli 1984 fand im Stadtteil San Ysidro einer der schlimmsten Amokläufe der US-Geschichte statt: Der 41-jährige James Oliver Huberty betrat eine McDonald’s-Filiale, erschoss 21 Menschen und verletzte 19 weitere, ehe er von der Polizei erschossen wurde.
Nach dem Ende des Kalten Krieges nahm die Präsenz des Militärs erheblich ab, seitdem lebte in San Diego die Biotech- und die Telekommunikationsindustrie auf. Der Asteroid des inneren Hauptgürtels (3043) San Diego ist nach der Stadt benannt.
mini|Karte von Südkalifornien mit San Diego und Los Angeles
Bevölkerung Einwohnerentwicklung San Diego wächst rasant. Die Bevölkerung der Stadt hat sich von 1950 bis 2010 fast vervierfacht, von 1980 bis 2010 stieg die Einwohnerzahl um fast 50 Prozent: JahrEinwohner¹1950334.3871960573.2241970696.7691980875.55319901.110.54920001.222.92020101.301.62120201.386.9322021 1.381.611 ¹ 1950–2020: Volkszählungsergebnisse des US Census Bureau
Demografie Die Bevölkerung bestand laut dem Zensus von 2010 zu 45,1 Prozent aus Weißen und zu 6,7 Prozent aus Afroamerikanern; 15,9 Prozent waren asiatischer Herkunft. 28,8 Prozent der Bevölkerung waren Hispanics. Der Median des Einkommens je Haushalt lag 2015 bei 66.116 US-Dollar. 15,4 Prozent der Bevölkerung lebten unterhalb der Armutsgrenze.
Religion In der Stadt hat das römisch-katholische Bistum San Diego seinen Sitz. Als Bischofskirche fungiert die St. Joseph Cathedral. Nach den Zahlen des Pew Research Center aus dem Jahr 2023/2024 bezeichneten sich 53 % der erwachsenen Bevölkerung der Metropolitanregion San Diego als Christen, davon waren 21 % Katholiken, 16 % Evangelikale und 8 % Mainline Protestanten. 3 % gehörten zu den Mormonen, 2 % waren jüdischen Glaubens, 6 % Atheisten, 9 % Agnostiker und 25 % machten keine Angabe.People in the San Diego metro area, Religious Landscape Study, Website Pew Research Center (2025, amerikanisches Englisch, abgerufen am 1. Dezember 2025) Der Anteil der Christen in Kalifornien hat von 71 % im Jahr 2007 auf etwa 55 % im Jahr 2024 abgenommen, die nicht zu einer Religion Zugehörigen haben im gleichen Zeitraum von 21 % auf 33 % zugenommen.Kate Murphy, Carly Mallenbaum: San Diego is shifting away from Christianity, Website axios.com (11. April 2025, amerikanisches Englisch, abgerufen am 1. Dezember 2025)
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Neben den Streitkräften sind die Telekommunikations- und die Biotechnologieindustrie die wichtigsten Industriezweige; San Diego gehört zu den drei bedeutendsten Biotechnologiezentren der USA. Auch die Erneuerbaren Energien schaffen hier immer mehr Arbeitsplätze.
Der Aufstieg San Diegos zu einem der wichtigsten Zentren der Telekommunikation ist eng mit Qualcomm verbunden. Die 1985 von Irwin Jacobs gegründete Firma hat ihren Hauptsitz in San Diego und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass San Diego zur weltweiten „CDMA-Hauptstadt“ wurde.
Die Ryan-Flugzeugwerke, die Charles Lindberghs Flugzeug Spirit of St. Louis gebaut haben, gehören heute als Ryan Aeronautical Center zum Konzern Northrop Grumman (NGC). Sie haben die typischen Hallen am Flughafen der Stadt verlassen und sind nach Rancho Bernardo, einem nördlichen Stadtteil, gezogen. Das Werk hat noch vor der Übernahme durch NGC das unbemannte Flugzeug Global Hawk entwickelt und gebaut.
Das Chemieunternehmen WD-40 Company und das Pharmazieunternehmen Amylin Pharmaceuticals haben ihren Sitz in San Diego. Ebenso ist die Quidel Corporation, ein Hersteller von Diagnostika, die im Mai 2020 durch die Food and Drug Administration (FDA) die erste Notfallgenehmigung für einen COVID-19-Antigentest erteilt bekam, dort ansässig.
Ferner sind in San Diego mehrere Schiffswerften beheimatet.
Die Zahl der Beschäftigten lag in der Region San Diego 2003 bei 1.481.400, die Arbeitslosenquote bei 4,3 % (Kalifornien 6,7 %). Die meisten Arbeitnehmer verzeichnet 2004 der Dienstleistungssektor mit 509.500, gefolgt vom Staat mit 206.600, dem Einzelhandel mit 137.000 und der verarbeitenden Industrie mit 103.900 Angestellten.
Die Metropolregion von San Diego erbrachte 2016 eine Wirtschaftsleistung von 215,3 Milliarden US-Dollar und belegte damit Platz 17 unter den Großräumen der USA.
Bildung San Diego verfügt über mehrere Hochschulen, wobei die University of California, San Diego (UCSD) als die bekannteste gilt. Daneben existieren die San Diego State University (SDSU) sowie die katholische University of San Diego (USD).
Polizei mini|Streifenwagen des San Diego Police Department Das San Diego Police Department (SDPD) ist die Polizeibehörde von San Diego, diese verfügt über 2781 Mitarbeiter und 840 freiwillige Helfer.https://www.theblueline.com/archive/sandiego.html Das jährliche Budget beträgt 277 Mio. $ Das SDPD verwaltet einen Bereich, in dem etwa 1,4 Millionen Menschen leben.
Militär mini|Downtown San Diego mit dem Marine-Flugplatz im Vordergrund mini|Grenzsicherung zwischen San Diego (links) und Tijuana (rechts)
Die Naval Base Coronado in der Bucht vor San Diego ist neben Norfolk, Virginia, die größte Marinebasis der USA. Sie ist Heimathafen des Flugzeugträgers Ronald Reagan, mehrerer amphibischer Angriffsschiffe und anderer Kriegsschiffe der Pazifik-Flotte der US Navy.
Zur Marinebasis gehört auch die Naval Air Station North Island, die Heimat einer großen Anzahl von Flugzeugen der Navy und sie ist Sitz des United States Naval Special Warfare Command, dem Führungszentrum der Spezialeinheit Navy Seals. Von 1925 bis 1997 befand sich im Norden der Bucht das Naval Training Center San Diego.
Auf der Naval Submarine Base sind mehrere Atom-U-Boote stationiert.
Das Marine Corps unterhält unter anderem den Stützpunkt Miramar, der bis Mitte der 1990er Jahre als Naval Air Station Miramar das berühmte Ausbildungsprogramm Top Gun beheimatete.
Am 11. Mai 1962 wurde im Rahmen einer Testserie eine Atomwaffe mit dem Codenamen Swordfish in nur 740 km Entfernung von San Diego unter der Wasseroberfläche gezündet.
Der Marinekomplex der Naval Base San Diego befindet sich ebenfalls in San Diego.
Verkehr Straßenverkehr mini|Die Interstate 5 mini|Die Coronado-Brücke
Für mehr als 80 % der Einwohner San Diegos ist das Auto das wichtigste Verkehrsmittel. Dadurch gibt es ein sehr umfangreiches Schnellstraßen- und Autobahn-Netz. Die wichtigste Autobahn ist die Interstate 5. Sie beginnt an der mexikanischen Grenze, verläuft dann durch San Diego, Los Angeles, Sacramento, Seattle und endet schließlich an der kanadischen Grenze.
Weitere bedeutende Autobahnen und Schnellstraßen:
Interstate 5 Interstate 8 Interstate 15 Interstate 805 State Route 52 State Route 54 State Route 56 State Route 67 State Route 76 State Route 78