miniatur|300px|Waldau, gesehen von der Talbrücke Schleuse der A73 miniatur|300px|Blick vom Merbelsroder Wachberg () auf die Talsperre Ratscher bei Schleusingen

Nahetal-Waldau war eine Gemeinde im Landkreis Hildburghausen im fränkisch geprägten Süden von Thüringen, die 2018 in die Stadt Schleusingen eingemeindet wurde.

Geografie mini|Lage der ehemaligen Gemeinde im Landkreis Hildburghausen Geografische Lage Im Gemeindegebiet lebten 2974 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2017) auf einer Fläche von 33,11 km². Die Gemeinde Nahetal-Waldau lag im Naturpark Thüringer Wald. Die Ortsteile Waldau und Oberrod liegen im Tal der Schleuse und die Ortsteile Schleusingerneundorf und Hinternah liegen im Tal der Nahe.

Der Ortsteil Oberrod liegt unmittelbar an der von der Schleuse gespeisten Talsperre Ratscher.

Gemeindegliederung Ortsteile der Gemeinde waren:§ 3 der Hinternah Oberrod Schleusingerneundorf Silbach Waldau

Geschichte Die Einheitsgemeinde wurde am 1. August 1996 im Rahmen der Gemeindegebietsreform gebildet.Thüringer Verordnung über die Auflösung und Zusammenlegung der Gemeinden Nahetal und Waldau vom 9. Juli 1996 (GVBl S. 139) Am 6. Juli 2018 wurde sie in die Stadt Schleusingen eingegliedert.Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt Nr.7 2018 vom 5. Juli 2018, aufgerufen am 6. Juli 2018

Industriegeschichte

Von 1925 bis 1992 existierte in Waldau eine Glashütte. Der spätere VEB Glaswerk Waldau (1989: 500 Mitarbeiter) stellte bis 1990 unter anderem einen großen Teil der Verpackungsgläser für die Kindernahrungsindustrie in der DDR her. Durch die geringe Produktivität und dem Niedergang der Absatzkooperation mit ostdeutschen Kunden wurde das Glaswerk im März 1992 stillgelegt. Mitte der 1990er Jahre wurde der große Kernbereich des Glaswerks abgerissen. Dabei mussten die umweltrelevanten Stoffe, die bei der Herstellung von Glas zum Einsatz kamen, durch ein umfassendes Sanierungsprogramm aus dem belasteten Material (insgesamt 12.000 Tonnen) entfernt werden. Einige Gebäude und Lagerhallen konnten später einer Nachnutzung durch Gewerbetreibende zugeführt werden.

Politik Ehemaliger Gemeinderat

Der Gemeinderat von Nahetal-Waldau bestand aus 16 Mitgliedern:Kommunalwahlergebnisse vom 25. Mai 2014 SPD 9 Sitze Freie Wählergemeinschaft Waldau (FWGW) 3 Sitze CDU 3 Sitze Die Linke 1 Sitz Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014

Ehemaliger Bürgermeister Thomas Franz (SPD) wurde am 14. September 2014 mit 93,5 Prozent der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von sechs Jahren zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 14. September 2014

Ortsteilbürgermeister Mit der Eingemeindung nach Schleusingen (6. Juli 2018) wurde Thomas Franz (SPD) Ortsteilbürgermeister des Ortsteils Nahetal-Waldau.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Spätgotische evangelische Kirche in Hinternah, mit einer Kreuzigungsgruppe aus der Fränkischen Schnitzschule der Riemenschneiderzeit von 1614 Evangelische Kirche in Waldau, mit mittelalterlichen Fresken im Altarraum Köhlerei im Ortsteil Schleusingerneundorf, eine in Betrieb bestehende Köhlerei, die besichtigt werden kann St.-Wolfgang-Kapelle im Ortsteil Oberrod, restaurierter Turm einer 1491 erstmals erwähnten und vermutlich im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Kirche

Literatur Heidi Moczarski, Hans-Jürgen Salier: Kleine Landkreis-Chronik Hildburghausen. Verlag Frankenschwelle, Landratsamt Hildburghausen, 1997, ISBN 3-86180-066-7 Autorenkollektiv: 150 Jahre Glaswerk Schleusingen. Thüringer Behälterglas GmbH Schleusingen, 2003 Henrik Pache: Mikrobiologische Sanierung von 12.000 t mit MKW belastetem Material im Trockenrotte-Verfahren (Altlasten-Spektrum). Berlin, Bielefeld, München: Schmidt, 1996

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Hildburghausen) Kategorie:Gemeindegründung 1996 Kategorie:Gemeindeauflösung 2018 Kategorie:Schleusingen