Tristan Walker (* 16. Mai 1991 in Calgary) ist ein ehemaliger kanadischer Rennrodler. Gemeinsam mit seinem Doppelpartner Justin Snith bildete er eines der erfolgreichsten internationalen Rodel-Doppelsitzer der 2010er Jahre und das bislang beste kanadische Rodel-Doppel der 2000er Jahre.
Tristan Walker wuchs in der kanadischen Wintersport-Hochburg Calgary auf. Im Alter von zehn Jahren wurde er von seinen Eltern zu drei Sportarten in diesem Bereich angemeldet: Skispringen, Biathlon und Rennrodeln. Da es die schnellste der drei Sportarten war, blieb Walker beim Rodeln. Er lebt in Cochrane und trainiert in Calgary. Seit einem Trainingscamp des kanadischen Rodelverbandes im Jahr 2004 bildet er als Pilot und Obermann ein Rodeldoppel mit Justin Snith.
Juniorensport Zunächst war Walker im Einsitzer unterwegs. 2007 trat er bei den Juniorenweltmeisterschaften in Cesana Pariol seinen ersten internationalen Meisterschaften und wurde als noch sehr junger Starter bei einem Sieg von Felix Loch 26. Im Jahr darauf in Park City wurde er im Einzel bei einem Sieg von Wolfgang Kindl 16. Im Doppel mit Snith belegte er bei einem Sieg von Toni Eggert und Marcel Oster den fünften Platz. Im Mannschaftswettbewerb kam er zweimal zum Einsatz, sowohl im Einsitzer als auch mit Snith im Doppelsitzer. Gemeinsam mit Arianne Jones wurden sie Siebte. Den endgültigen Durchbruch als Doppel schafften Walker/Snith bei den Juniorenweltmeisterschaften 2008 in Nagano. Im Einzel verbesserte er sich erneut und wurde bei einem Sieg Julian von Schleinitz’ 12., im Doppel wurden sie hinter Nico Walther und Nico Grünneker sowie Daniel Rothamel und Chris Rohmeiß Dritte und gewannen damit die Bronzemedaille. Mit Stefan Rath und Arianne Jones wurden sie zudem Fünfte im Mannschaftswettbewerb.
Leistungsbereich Aufstieg in die Weltklasse: von den ersten zu den zweiten Olympischen Spielen Zur Saison 2009/10 erfolgte der Wechsel in den Leistungsbereich. Von nun an fuhr Walker nur noch im Doppel mit Partner Snith und nicht mehr im Einsitzer. Ihr Debüt gaben sie auf ihrer Heimbahn in Calgary und fuhren sogleich auf einen achtbaren 13. Platz. Nach einem kleinen Rückschritt mit Rang 17 in Igls wurde das Doppel auf der schweren Bahn in Altenberg erneut 13. Nach zwei 15. Platzen am Königssee und in Oberhof nahm das sehr junge Doppel – beide waren noch 18 Jahre alt – in ihrer kanadischen Heimat in Vancouver an ihren ersten Olympischen Spielen teil. Wie in den letzten Rennen zuvor im Weltcup wurden sie auch hier 15. Es sollte ihr mit Abstand schwächstes Ergebnis bei Olympischen Spielen bleiben. In der Weltcup-Gesamtwertung ihrer ersten Saison bei den Männern wurden Walker/Snith 21.
Die nacholympische Saison brachte den Durchbruch in die erweiterte Weltspitze. Nach einem elften Platz zum Saisonauftakt und damit dem knappen Verpassen der ersten Top-Ten-Platzierung folgten weitere Ergebnisse im Bereich der Ränge elf bis 17 bei den Rennen in Winterberg (15), Calgary (11), Park City (14), Königssee (17) und Oberhof (14). In Oberhof qualifizierte sie sich auch für ihren ersten Staffelwettbewerb im Weltcup und wurden mit Alex Gough und Samuel Edney Siebte. In Altenberg fuhren sie erstmals als Zehntplatzierte unter die besten Zehn. Bei ihren ersten Weltmeisterschaften 2011 in Cesana verbesserten sie ihr bestes internationales Ergebnis auf einen achten Platz. In der separaten U-23-Wertung gewannen sie hinter den Italienern Patrick Rastner und Ludwig Rieder die Silbermedaille. Zum Saisonende wurden sie zudem Elfte in Paramonowo und 14. im Doppel sowie Achte im Team in Sigulda. In der Doppelsitzer-Gesamtwertung des Weltcups in der Saison 2010/11 wurden sie mit 272 Punkten 12.
Die Saison 2011/12 begann für Walker/Snith mit einem neunten Platz im Doppelrennen in Igls. Im anschließenden Staffelrennen gewannen sie gemeinsam mit Alex Gough und Samuel Edney erstmals mit einer kanadischen Mannschaft in diesem Wettbewerb. Auch das nächste Staffelrennen nach einem zehnten Rang im Doppelrennen von Whistler beendeten Walker/Snith, Edney und Gough hinter der deutschen Staffel bestehend aus Christian Weise, Ronny Pietrasik, Felix Loch und Natalie Geisenberger als Zweitplatzierte auf dem Podium. Auf der Heimbahn in Calgary verbesserten sie ihre Bestleistung in einem Weltcup-Doppelrennen auf den sechsten Rang. Die Rennen in Calgary waren zugleich die Amerika-Pazifikmeisterschaften, in deren Rahmen Walker/Snith hinter den US-Amerikanern Matt Mortensen und Preston Griffall die Silbermedaille gewannen. Weitere einstellige Platzierungen folgten am Königssee als Achte im Doppel und Sechste mit der Staffel. Rückschläge folgten mit Platz 18 in Oberhof und 15 in Winterberg; in Oberhof erreichten sie aber mit dem kanadischen Team als Viertplatzierte fast erneut das Podium. Bei den Weltmeisterschaften 2012 in Altenberg fuhren Walker/Snith im Doppel auf den 13. Platz. In der gesonderten U-23-WM-Wertung gewannen sie hinter dem russischen Doppel Alexander Denissjew und Wladislaw Antonow erneut die Silbermedaille. Mit Gough und Edney gewannen sie zudem im Staffelrennen die Bronzemedaille. Danach wurden sie 15 des Doppelrennens und Fünfte des Staffelrennens in Sigulda und Neunte zum Saisonfinale in Paramonowo. Mit 281 Punkten wurden sie Zehnte der Weltcup-Gesamtwertung.
Die Saison 2012/13 brachte den endgültigen Durchbruch in die Weltspitze, in all ihren Rennen erreichten Walker/Snith einstellige Platzierungen. Zum Auftakt der Saison in Igls wurden sie zunächst Siebte und erreichten mit Gough und Edney als Zweitplatzierte hinter der deutschen Staffel erneut das Podium. Es folgten vier Rennwochenenden in Deutschland. Zuerst wurden sie Siebte am Königssee, anschließend Sechste in Altenberg und erneut am Königssee sowie Neunte in Winterberg. Bei den Weltmeisterschaften 2013 in Whistler verpassten sie als Viertplatzierte knapp ihre erste internationale Einzelmedaille bei den Männern. Dennoch gewannen sie den Titel in der eigenständigen U-23-Wertung. Im Staffelrennen gewannen sie hinter der deutschen Mannschaft einmal mehr in der Zusammensetzung Gough, Edney und Walker/Snith die Silbermedaille. Es folgten die Weltcup-Rennen in Lake Placid, bei denen Walker/Snith sowohl im Doppel als auch im Staffelrennen Vierte wurden. Es waren zugleich die Amerika-Pazifikmeisterschaften 2012, in deren Rahmen sie den Titel gewannen. Beim Saisonfinale, dem vorolympischen Testrennen in Sotschi, verpassten sie erneut als Viertplatzierte den erstmaligen Sprung auf das Weltcup-Podium, das sie jedoch als Drittplatzierte des Staffelrennens erreichten. Mit 351 Punkten wurden sie Achte der Weltcup-Gesamtwertung.
Walker und Snith starteten schwach in die olympische Saison 2013/14. In Lillehammer fuhren sie nur auf den 19. Platz. Auch in Igls verpassten sie als 12. eine einstellige Platzierung, wurden aber mit Gough und Edney Staffel-Zweite hinter den Deutschen. Wieder besser lief es mit Platz fünf in Winterberg. Auf ihrer Heimbahn in Calgary verpassten sie einmal mehr als Viertplatzierte den erstmaligen Sprung auf das Podest in einem Einzelrennen, schafften mit der Staffel jedoch erneut einen zweiten Platz. Es waren zudem die Amerika-Pazifikmeisterschaften 2013, in deren Rahmen die beiden Kanadier erneut den Titel gewannen. In Park City wurden sie Doppel-Achte und Staffel-Vierte. Es folgten drei Rennwochenenden im Januar 2014 in Deutschland. Am Königssee schafften es Walker und Snith als erstes Rodeldoppel Kanadas, im Weltcup als Drittplatzierte eine Podiumsplatzierung zu erreichen. Im Staffelrennen schafften sie es mit Gough und Edney erneut als Zweitplatzierte auf das Podium. In Oberhof, Altenberg und Sigulda folgten achte Ränge in den Doppelrennen, in Altenberg wurden sie zudem erneut Zweite mit der kanadischen Staffel. Mit 407 Punkten belegten sie den siebten Platz der Gesamtweltcup-Wertung. Danach starteten sie in Sotschi bei ihren zweiten Olympischen Winterspielen. Nach dem ersten Durchgang lagen sie aussichtsreich auf dem vierten Platz. Nach einem turbulenten zweiten Lauf, in dem sie jedoch nur die sechstbeste Laufzeit erreicht hatten, lagen wie 0,05 Sekunden hinter dem lettischen Doppel Andris und Juris Šics weiterhin auf dem vierten Platz und hatten eine Medaille verpasst. Auch im erstmals ausgetragenen Staffelrennen verpassten sie – erneut gegen die lettische Mannschaft – mit ihren langjährigen Staffel-Kollegen Edney und Gough als Viertplatzierte eine Medaille.
Konsolidierung: von den zweiten zu den dritten Spielen mini|Walker/Snith beim Weltcuprennen im Februar 2015 in Altenberg Die Saison 2014/15 begann wie die Vorsaison mit einem schwachen 19. Platz, dieses Mal in Igls. Schon in Lake Placid wurden mit einem neunten Platz im Doppel und Rang vier mit Kimberley McRae und Mitchel Malyk im Staffelrennen wieder bessere Platzierungen erreicht. Die Rennen waren zugleich die Amerika-Pazifikmeisterschaften 2014, in deren Rahmen Walker und Snith hinter Matthew Mortensen und Jayson Terdiman die Silbermedaille gewannen. Noch besser wurden die Ergebnisse auf der Heimbahn in Calgary, wo sie zunächst im Doppelrennen ihre zweite Podiumsplatzierung erreichten und danach im erstmals ausgetragenen Sprintrennen Vierte wurden. Am Königssee folgte auf einen neunten Platz im Doppelrennen wieder eine Podiumsplatzierung im Doppelrennen, nun wieder mit Edney und Gough. Im Januar 2015 verletzte Snith sich. Zunächst glaubte er, es sei nur eine Stauchung, doch stellte sich die Verletzung als Knöchelbruch heraus. Dennoch verzichtete er bis März auf eine Operation und das Doppel trat weiter an. In Oberhof fuhren sie mit Rang 20 auf die schlechteste Platzierung seit Jahren, wurden danach aber mit der Staffel Kanadas wieder Vierte. In Lillehammer wurden schafften sie wieder die Sprung auf einen einstelligen Platz im Doppelrennen und wurden Siebte, im Staffelrennen erneut Vierte. Es folgten die Weltmeisterschaften 2015 in Sigulda. In Lettland verpassten Walker/Snith als Elfte die Top-Ten-Platzierungen, gewannen aber mit an der Seite von Edney und Gough mit Bronze ihre dritte WM-Medaille. Ihre letzten Saisonrennen bestritten sie in Altenberg und wurden Sechste des Doppel- und Fünfte des Sprint-Doppelrennens. Zum Saisonfinale in Sotschi traten sie nicht mehr an. Mit 402 Punkten waren sie Neunte des Weltcup-Gesamtwertung.
mini|links|Snith & Walker bei der Siegerehrung in Oberhof 2016 Noch vor dem Saisonstart, im Oktober 2015, riss Snith sich ein Band, beide starteten dennoch in die Saison. Der Auftakt zur Saison 2015/16 verlief dennoch besser als in den Vorjahren. In Igls starteten sie mit einem sechsten Rang in die Saison und wurden Staffel-Fünfte. Dafür folgte in Lake Placid ein Leistungseinbruch, Walker/Snith erreichten nur den 14. Platz im Doppelrennen, wurden aber mit Kimberley McRae und Mitchel Malyk Staffel-Vierte. Auch in Park City erreichten sie als 15. des Doppelrennens gerade so das Sprintrennen der besten 15 und wurden dort Zehnte. Wieder besser wurden die Resultate er auf der Heimbahn in Calgary mit Platz fünf im Doppel und acht im Sprintrennen. Es waren zugleich die Amerika-Pazifikmeisterschaften 2015, in deren Rahmen Walker und Snith ihren dritten Titel gewannen. Sigulda brachte mit Platz 18 im Doppel und fünf mit der Staffel keinen Aufwärtstrend. Dieser setzte erst bei den letzten Weltcuprennen vor den Weltmeisterschaften in Oberhof ein, wo die beiden Kanadier sowohl im Doppel als auch im Sprint als Vierte nur knapp das Podest verpassten. Die Weltmeisterschaften am Königssee begannen mit einem siebten Sprintrang, worauf ein achter Platz im Doppelrennen folgte. Im Staffelrennen gewannen sie an der Seite von Alex Gough und Mitchel Malyk mit Bronze ihre vierte WM-Medaille. Zum Saisonfinale in Winterberg wurden sie nochmals Achte im Sprintrennen und gewannen an der Seite von Arianne Jones und Michel Malyk ihr zweites Weltcup-Staffelrennen. In der Gesamtwertung des Sprintweltcups belegten sie den achten, mit 449 Punkten im Gesamtweltcup den zehnten Platz.