Aicha war ein Ortsteil der Gemeinde Unterödenhart im ehemaligen Landkreis Parsberg im Bereich des heutigen Truppenübungsplatzes Hohenfels.
Geographische Lage Die Einöde lag im oberpfälzischen Jura der Südlichen Frankenalb auf der linken Talhöhe des Forellenbachs etwa 660 m südöstlich von Pöllnricht auf ca. 440 m über NHN.
Geschichte Aicha erscheint 1460 im Salbuch der Herrschaft Hohenfels.Wilhelm Volkert: Gerichtsverhältnisse im Pflegamt Hohenfels vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 100 (1959), S. 155 Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand Aicha unverändert aus einem Anwesen von der Größe eines Achtelhofes.Jehle, S. 489
Im Königreich Bayern wurde um 1810 der Steuerdistrikt Unterödenhart gebildet und 1811 zum Landgericht Parsberg gegeben. Diesem gehörten die Dörfer bzw. Einöden Unterödenhart, Aicha, Butzenhof, Machendorf, Oberödenhart, Pöllnricht und Sichendorf an.Jehle, S. 536 Mit dem zweiten bayerischen Gemeindeedikt von 1818 entstand daraus die Ruralgemeinde Unterödenhart,Jehle, S. 545 zu der 1884 noch die Einöde Mehlhaube hinzukam.Jehle, S. 555
Als 1938 ein Wehrmachtübungsplatz in der Oberpfalz errichtet wurde, musste die Gemeinde Unterödenhart abgesiedelt werden und ging 1944 offiziell im Heeresgutsbezirk Hohenfels auf.Jehle, S. 518Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980. München 1983, S. 547 1950 war zwar der Einödhof abgebrochen, aber der Name „Aicha“ in der neuen Gemeinde Nainhof-Hohenfels noch nicht amtlich aufgehoben.
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde das Gebiet des „alten“ Truppenübungsplatzes am 1. Oktober 1970 zum Markt Hohenfels gegeben.
Einwohner- und Gebäudezahlen 1838: 4 Einwohner (1 Haus)Joseph Lipp (Bearbeiter): Matrikel des Bisthums Regensburg. Regensburg 1838, S. 294 1867: 6 Einwohner (3 Gebäude)Joseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 798 1871 5 Einwohner (2 Gebäude; Großviehbestand 1873: 4 Pferde, 5 Stück Rindvieh) 1900: 3 Einwohner (1 Wohngebäude) 1925: 4 Einwohner (1 Wohngebäude)
Kirchliche Verhältnisse Aicha gehörte zur katholischen Pfarrei St. Ulrich zu Hohenfels im Bistum Regensburg.Jehle, S. 287
Literatur Manfred Jehle: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 51: Parsberg, München 1981
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Hohenfels, Oberpfalz) Kategorie:Wüstung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ersterwähnung 1460