400px|mini|Berner Stadtteile und statistische Bezirke (zum Vergrössern klicken) Die Gemeinde Bern ist in sechs Stadtteile geteilt, die wiederum in insgesamt 32 statistische Bezirke unterteilt sind.Administrative Einteilung Stadt Bern Geoinformation der Stadt Bern vom 8. Februar 2018 auf opendata.swiss Feinere bernweit einheitliche Unterteilungen sind die im Jahr 2011 gemeinsam mit den Quartierkommissionen festgelegten 114 gebräuchlichen Quartiere (die Bern vollständig und überschneidungsfrei abdecken), sowie die weniger genutzten 792 Kleinquartiere.

Als Quartier bezeichnet werden umgangssprachlich in Bern auch die statistischen Bezirke und sogar die Stadtteile.

Darüber hinaus haben einige Stadtteil- oder Quartiervertretungen noch eigene Einteilungen innerhalb ihres Gebietes, die sich mehr oder weniger an die bernweite Einteilung anlehnen oder spezifisch sind, wobei es keine Hinweise auf Konflikte oder Angleichungsbedarf gibt.

Quartiere Bedeutung der Quartiere in der Schweiz allgemein Der Schweizerische Städteverband sieht in für die Quartierentwicklung die Wohnungspolitik von Bedeutung. Wohnen höre aber nicht an der Haus- oder Wohnungstüre auf, die Wohn- und Lebensqualität hänge auch von der Umgebung im Quartier ab. Die Quartierentwicklung leiste einen wichtigen Beitrag zur sozialen Durchmischung oder dem gesellschaftlichen Zusammenhalt. Im Auftrag des Bundes wird ein «Netzwerk Lebendige Quartiere» als Informations- und Austauschplattform zur Quartierentwicklung unterhalten. Erfahrungsaustausch und neue Erkenntnisse zu vermitteln sowie auf verschiedenen Veranstaltungen zu diskutieren sind dort Schwerpunkte.

Für die Suche nach Lösungen, die einem sozialen Zusammenhalt unter den Bedingungen einer zunehmenden Alterung der Gesellschaft, des Bevölkerungswachstums, sich verändernden Gewohnheiten und der Verdichtung der Siedlungen gewährleisten, werden Quartiere als ideal angesehen. Sie sind weniger komplex als die gesamte Stadt – stellen dennoch eine vernetzte Einheit dar. Unter dem Stichwort «Nachhaltige Entwicklung» werden diese Fragen auch diskutiert. Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der UNO umzusetzen hat sich 2015 der Bundesrat verpflichtet. Anfang 2016 wurde die «Strategie Nachhaltige Entwicklung 2016 bis 2019» dazu verabschiedet. Mit einer nachhaltigen Entwicklung in allen Quartieren würde ein substanzieller Beitrag zur Erreichung der nationalen und weltweiten Ziele geleistet.Birgit Wehrli-Schindler et al.: Nachhaltige Entwicklung und Lebensqualität im Quartier Hrsg.: Bundesamt für Raumentwicklung ARE Bern 2016

Quartiere in Bern Üblicherweise sind Quartiere eine Einteilung unabhängig vom Gebiet eines Stadtteils oder Stadtbezirks. In Bern werden vom Stadtteil bis zum Kleinquartier alle bernweit geltenden Einteilungen auch als Quartier bezeichnet bzw. sind umgangssprachlich nur als Quartier bekannt. Über die bernweite Einteilung hinaus haben einzelne Quartiervereinigungen noch eigene Systematiken und Benennungen, die mehr oder weniger mit der bernweiten Systematik übereinstimmen. Namensgleichheit bedeutet nicht immer geografische Entsprechung, wie für das geografisch gleiche Gebiet auch unterschiedliche Namen verwendet werden können.

In einer Analyse «Bausteine für die Stadtregion Bern 2030» wird damit gerechnet, dass weitere Fusionen in der Stadtregion Bern erfolgen. Der Erhalt lokaler Traditionen und Identitäten sowie der Bürgernähe, kann z. B. mittels verbesserter Quartierpolitik erreicht werden. Sie bilden dabei keine weitere Verwaltungsstufe. Die bessere Berücksichtigung kann u. a. durch regelmässige Untersuchungen zur Quartierversorgung und die Stärkung der Quartierkommissionen erfolgen. Stadtteilkonferenzen können dazu genutzt werden, wichtige soziale Themen zu bestimmen und Entwicklungen in den Quartieren früh zu erkennen und darauf zu reagieren. Schlussbericht im Auftrag des Vereins Bern NEU gründen vom 29. Juli 2014

Bernweite Stadtgliederungen Bernweit existieren vier Untergliederungen mit unterschiedlichem Auflösungsgrad. Die ersten beiden davon sind administrative Gliederungen:

Stadtteile Die sechs Stadtteile – Stadtteil I bis Stadtteil VI – bilden die grobste Unterteilung von Bern. Sie gliedern die Stadt in den Kern Innere Stadt und vier diesen Kern umschliessende Stadtteile (Länggasse-Felsenau, Mattenhof-Weissenbühl, Kirchenfeld-Schosshalde und Breitenrain-Lorraine). Im Westen liegt der flächenmässig grösste und bevölkerungsreichste Stadtteil Bümpliz-Oberbottigen ohne Grenze an die Innere Stadt. Die letzte Änderung an den Stadtteilen trat Anfang 2001 in Kraft. Der statistische Bezirk Beundenfeld kam vom Stadtteil V in den Stadtteil IV. Die Gemeinde- bzw. BFS-Nummer von Bern ist 351, die Stadtteile tragen keine eigenen Nummern.

Im «Reglement über die politischen Rechte (RPR)» werden diese als Quartiere bezeichnet und je eine anerkannte Quartierorganisation als Verein kann die Interessen der Quartierbevölkerung vertreten, Stellung zu politischen Entscheiden nehmen und die Bevölkerung über Vorhaben und Aktivitäten der städtischen Behörden informieren. In Quartieren ohne diese Quartierorganisation führen Gemeinderat und Verwaltung Gespräche in der Regel nur gemeinsam mit allen interessierten Kreisen.

Statistische Bezirke Die 32 statistischen Bezirke bestehen in dieser Form seit 1960 und sind Basis vieler Auswertungen für die Stadtverwaltung. Sie decken die Stadt vollständig und ohne Überschneidungen ab.Stadtteile und Statistische Bezirke Kleinräumige Daten der Stadt Bern auf bern.ch Die Statistischen Bezirke tragen «BFS-Codes» fortlaufend von 351001 bis 351032 (die ersten 3 Ziffern ist Gemeindenummer von Bern). Das Bundesamt für Statistik verwendet für sein Projekt «City Statistics» (früher Urban Audit) eine Liste von «statistischen Quartieren» für ihr Monitoring, die mit den statistischen Bezirken identisch ist.Quartierliste 2017 Dokument be-b-00.03-8qgl-17 des BfS vom 14. Dezember 2017 auf bfs.admin.chCity Statistics (Urban Audit) auf bfs.admin.ch

Siehe unten: Übersicht aller Stadtteile und statistischen Bezirke

Gebräuchliche Quartiere Die 114 gebräuchlichen Quartiere wurden in Zusammenarbeit mit den QuartierkommissionenQuartierorganisation und Quartierkommissionen auf bern.ch der Stadt Bern 2011 gebildet, um neben die offizielle administrative Gebietseinteilung eine Gliederung zu stellen, welche die Stadt Bern aus der Sicht der Quartierarbeitenden und Anwohnenden abbildet (Lebensweltperspektive). Es wurde bemängelt, dass eine Raumeinteilung fehlt, die weder zu gross (Nivellierung von Unterschieden) noch zu klein oder zerstückelt ist. Quartiere sollen als Einheiten wahrgenommen werden und in sich relativ homogen sein (ähnliche Bevölkerungsstruktur). Sie orientieren sich an der Lebenswelt der Quartierbewohner und werden insbesondere von den Quartierarbeitenden als Einheit gesehen. Sie bestehen aus mehreren Kleinquartieren und gehen z. T. über die Grenzen eines statistischen Bezirks hinaus, Stadtteilgrenzen werden aber nicht überschritten.Die Raumgliederungen der Stadt Bern: Kleinquartiere und Gebräuchliche Quartiere. Statistikdienste der Stadt Bern Kurzbericht Mai 2011 auf bern.chMonitoring Sozialräumliche Stadtentwicklung Statistik Stadt Bern Kurzbericht März 2012 Vor allem für die Verfolgung der demografischen Entwicklungen und Prognosen wird dies als eine taugliche Ebene angesehen. Sie sind in Berichten dreistellig nummeriert, die erste Ziffer entspricht der Nummer des Stadtteils, die nächsten beiden sind eine fortlaufende Nummer, in jedem Stadtteil bei "01" beginnend.

In den einzelnen Stadtteilen differenziert man dabei unterschiedlich stark. Während es in Kirchenfeld-Schosshalde 37 Quartiere sind, hat das bevölkerungsreichere und flächenmässig grössere Mattenhof-Weissenbühl nur 15, Breitenrain-Lorraine mit der doppelten Einwohnerzahl sogar nur 11. Dabei gibt es Fälle, wo das gebräuchliche Quartier und der statistische Bezirk identisch sind (z. B. Altenberg), wo sie gleich benannt werden, aber nicht identisch sind (z. B. Holligen) oder sie identisch sind, aber unterschiedlich benannt werden (z. B. Weissenstein und Hardegg/Weissenstein). Das Quartier kann in mehreren statistischen Bezirken liegen (z. B. Riedern) oder ein gebräuchliches Quartier kann aus mehreren statistischen Bezirken bestehen (z. B. Obere Altstadt). Länggasse als gebräuchliches Quartier liegt gleich in vier statistischen Bezirken. Einer davon trägt zudem selbst den Namen Länggasse und beinhaltet neben dem Anteil des Länggassquartiers noch drei weitere gebräuchliche Quartiere. Dies trägt nicht selten zu Unschärfen bei, was bei alleiniger Namensnennung gemeint ist.

Siehe unten: Übersicht aller statistischen Bezirke und gebräuchlichen Quartiere

Kleinquartiere Die 792 Kleinquartiere sind die ebenfalls 2011 überarbeiteten kleinsten Einheiten. Sie dienen als «Puzzlestücke», mit denen sich lückenlos alle Einteilungen herstellen lassen. Bei der Überarbeitung in den Jahren 2009/2010 wurde diese Einteilung verfeinert. Aus Datenschutzgründen werden statistische Daten auf dieser Stufe allerdings nicht publiziert.

Weitere lokale Quartiere innerhalb einzelner Stadtteile Es gibt weitere als Quartier bezeichnete Wohnviertel unterschiedlicher Grösse, die nicht immer Bezug auf die bernweit vorhandene Einteilung nehmen. Beispiele sind das Nordquartier des Leists Bern-Nord oder das Südquartier des Leists Bümpliz.Südquartier Leist Bümpliz Leist ist in Bern eine Bezeichnung für Quartierverein und deren Interessengebiete können ein oder mehrere Quartiere, Kleinquartiere oder sogar nur Gassen umfassen. Einige sind im Verband der Quartier- und Gassenleiste der Stadt Bern und Umgebung (VQGL) organisiert.Verband der Quartier- und Gassenleiste Bern mit einer Übersicht Auch die Vereinigung Berner Gemeinwesensarbeit (VBG) vereint Trägervereine von Quartierzentren sowie ehrenamtlich geführter Quartiertreffs. An verschiedenen Standorten leisten Fachpersonen Quartierarbeit.Vereinigung Berner Gemeinwesensarbeit Webseite Die VBG baut bernweit ein Angebot Nachbarschaft Bern auf. Es will Menschen, die Unterstützung im Alltag brauchen und solche, die es leisten können, zusammenbringen. Ab Dezember 2020 umfasst es die Stadtteile 1 bis 5. Dabei wird mit der Direktion für Bildung, Soziales und Sport der Stadt Bern und verschiedenen lokalen Organisationen zusammengearbeitet.Nachbarschaft Bern Webseite In seinem «Sozialwegweiser» gibt die Stadt Bern ebenfalls eine Übersicht über Quartiere (Quartierorganisationen, Quartierzentren und andere Einrichtungen).

Anerkannte Quartierorganisationen der Stadtteile können Einfluss auf politische Entscheide zu ihrem Stadtteil («Quartier») nehmen, sie werden dazu von der Stadt subventioniert. Sie arbeiten auf Delegiertenbasis, Mitglied können alle Organisationen mit quartierspezifischer Zielsetzung (insbesondere Leisten und Quartiervereine) sowie Parteien werden. Die Rechte sind im «Reglement über die politischen Rechte (RPR)» geregelt. Mit Ausnahme der Innenstadt gibt es diese Vertretungen mit Stand Oktober 2020 in allen Stadtteilen.

Teilweise benutzen sie eigene lokale Einteilungen ihrer Quartiere bzw. diejenigen der beteiligten Quartiervereinigungen. Die Quartierkommission Länggasse Engehalbinsel (QLE) ist dies für den Stadtteil II. Im Quartierguide wird auf die sechs statistischen Bezirke hingewiesen, ansonsten nur zwischen Länggasse und Engehalbinsel unterschieden.Quartierguide Stadtteil IIQuartierkommission Längssasse Engehalbinsel «Quartiermitwirkung Stadtteil 3» (QM3) ist für den Stadtteil 3 die anerkannte Vertretung. Die dort unterschiedenen Quartiere Holligen, Weissenstein, Mattenhof, Monbijou, Weissenbühl entsprechen namentlich statistische Bezirken, Sandrain-Marzili bezieht sich auf den statistischen Bezirk Sandrain.QM3 als Zusammenschluss eines ganzen Stadtteils