mini|Das Pariser Hôtel Ritz mini|Hotel Llao Llao in Bariloche (Argentinien) mini|Porto Carras auf der Chalkidiki. Die Hotelanlage aus mehreren Einzelhotels wurde in den 1960er Jahren von Walter Gropius entworfen. mini|Hotel Kämp, ein historisches 5-Sterne-Grand-Hotel im Zentrum von Helsinki, Finnland

Ein Hotel ist ein Beherbergungs- und Verpflegungsbetrieb für Gäste gegen Bezahlung. Es ist ein touristisches, dem Hotel- und Gaststättengewerbe zuzuordnendes Unternehmen. Für die Branche gilt der Begriff Hotelgewerbe.

Wortherkunft Das um 1800 als Hotel entlehnte für ‚Gaststätte‘ stammt aus mittelfranzösisch hostel, altfranzösisch (h)ostel (vergleiche auch ) und dieses wiederum aus ‚Gästezimmer; (mittellateinisch) Herberge‘ (vergleiche das Wort Hospital). Das lateinische Wort ist wiederum abgeleitet von , woraus, über altfranzösisch oste, stammt.Ursula Hermann: Knaurs etymologisches Lexikon, 1983, S. 200 Mit für das Hôtel particulier bezeichneten sich im Frankreich des 17. Jahrhunderts die Stadthäuser des Adels. In der vorrevolutionären Zeit war das Stadtpalais des Grundherren das Verwaltungsgebäude seiner Besitzungen. Der Name geht im Französischen auf öffentliche Gebäude als Hôtel de ville (das „Rathaus“ im Deutschen) über. Die herrschaftlich-repräsentative Ausstattung der Stadtpalais entspricht der späteren Umwidmung auf Gästehäuser mit gehobenem Anspruch. Das Wort Hotel fand von Frankreich aus seinen Gebrauch in vielen Sprachen.

Abgrenzung Vom Hotelgewerbe im eigenen Sinne sind alle Einrichtungen der Hotellerie zu unterscheiden, die analoge Dienstleistungen anbieten, jedoch eines der zentralen Leistungsangebote eines Hotels anders gewichten. Dazu zählen insbesondere:Einteilung Österreichische Betriebsstatistik, Statistik Austria Pension: eine Rezeption ist nicht durchgehend besetzt und oft besteht ein privater Rahmen, ähnlich einem Privatquartier Gasthof: Verpflegungsbetrieb mit Übernachtungsmöglichkeit Wohnheim: für spezifische Personengruppen (Lehrlings-, Ledigen-, Studentenwohnheim, Seniorenunterkunft), oft besteht kein weiterer Service Ferienwohnungen; sie gehören im weitergehenden Sinne ebenfalls zur Branche

Das Hotel steht insbesondere dem Gasthof nahe.

Arten von Hotelunternehmungen mini|hochkant=2.5|Abgrenzung von Hotelunternehmungen In der Hotellerie können Privat- und Konzernhotellerie unterschieden werden. Privathotels sind rechtlich und wirtschaftlich selbständige Einzelhotels, in der Konzernhotellerie werden rechtlich unselbständige Hotels einer Kette von einem Konzern geführt. Privathotels ohne Kooperationen zählen zur Individualhotellerie. Gelegentlich schließen sich Privathotels Hotelkooperationen an, in der sämtliche beteiligten Hotels versuchen, den eigenen Nutzen zu steigern.

Darüber hinaus existieren Privathotels, die im Rahmen eines Franchisevertrages und des korrespondierenden einheitlichen Markenauftritts zu einer Hotelkette gehören. Sie bleiben dabei im Gegensatz zu Konzernbetrieben stets rechtlich und wirtschaftlich selbstständig. Sie müssen im Rahmen der vertikalen Integration den meist strengen Richtlinien des Franchisegebers Folge leisten. Markenhotellerie erscheint immer in Form von Hotelkonzernen oder -kooperationen.

Privathotels werden von den Eigentümern oder von Managern geleitet.

Eine Abgrenzung innerhalb der Privathotellerie ist schwierig, da jedes Privathotel seine eigenen Besonderheiten hat. Sie unterscheiden sich Betriebsgröße, Standard, Angebotsalternativen, Ausstattung und Betriebsführung. Im Hinblick auf den Standort bestehen Unterschiede zwischen der privaten Stadt- und der privaten Land- oder Ferienhotellerie. Stadthotels sind meist managergeführt und werden in erster Linie als Übernachtungs- oder Tagungsmöglichkeit genutzt, typisch ist die kurze Aufenthaltsdauer. Private Land- oder Ferienhotels sind meist inhabergeführt und unterscheiden sich untereinander durch themenbezogene Serviceangebote. Zielgruppen sind dabei erholungs-, ruhe- oder sportinteressierte Gäste, die Buchungszahlen schwanken je nach Standort in der Jahreszeit.

mini|Das Hotel Les Trois Rois in Basel als eines der ältesten Hotels der Schweiz

Geschichte des Hotelwesens Das erste so bezeichnete Hotel der Welt eröffnete am 25. Januar 1774 als „Grand Hotel“ der Londoner Perückenmacher und Friseur David Low im Stadtteil Covent Garden in der King Street No. 43. Im Gegensatz zu den zuvor vorherrschenden Herbergen wartete jedes von Lows Zimmern mit Daunendecken, Wärmeofen und einem hölzernen Zuber für ein warmes Bad auf. Bis dahin gab es nur möblierte Zimmer oder mehr auf Verköstigung ausgerichtete Gastwirtschaften.

Seine Bedeutung erlangte das Hotel im Laufe des 19. Jahrhunderts, besonders in der Belle Epoque, wo im gründerzeitlichen Bauboom in ganz Europa sowohl in den Städten Repräsentativbauten im bürgerlich-unternehmerischen Umfeld entstanden als auch im Kurwesen, wo die großen, in oft entlegenen Gegenden errichteten monumentalen Berg- und Kurhotels von schlossartigem Charakter enorme gesellschaftliche Bedeutung gewannen.Das Berghotel. Das Hotel als Bautyp und seine Entwicklung zum Berghotel in Südtirol, in: Bettina Schlorhaufer: Berghotels 1890–1930. Südtirol, Nordtirol und Trentino : Bauten und Projekte von Musch & Lun und Otto Schmid. Birkhäuser, Basel 2021, Band 1, S. 166–267. ISBN 978-3-0356-2269-0. Dabei nahm die Bettenzahl beständig zu; Rekordhalter war lange das 1927 in Chicago eröffnete „Stevens“.Hasso Spode: Eine kurze Geschichte des Hotels. In: Voyage. Jahrbuch für Reise- & Tourismusforschung (Thema: „Hotel“), Bd. 9(2011). ISBN 3-86331-064-0 Ausgehend von den USA entstanden vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg Hotelketten, bei denen zum Teil Hunderte von weltweit verteilten Hotels unter einer gemeinsamen Hauptverwaltung stehen.

Die Geschichte des Hotelwesens wurde von der Geschichte des Tourismus (siehe z. B. Tourismus in Deutschland, Tourismus in Österreich, Tourismus in der Schweiz) geprägt. Der Tourismus (Geschichte des Reisens) wurde wiederum von der Entwicklung der Verkehrsmittel, speziell der Geschichte der Eisenbahn und der Geschichte des Automobils beeinflusst. Für die Neuzeit sind im europäischen Raum die Sozialgesetzgebung (Urlaub), der zunehmende Wohlstand vieler Bürger seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und das Bevölkerungswachstum von Einfluss (dazu Demografie Deutschlands, Demografie Österreichs, Demografie der Schweiz).

Ausstattung eines Hotels Sterne Benennung Tourist Standard Komfort First class De Luxe Die weitaus verbreitetste Hotelklassifikation ist der Hotelstern. Dieser wird national unterschiedlich gehandhabt, in Europa sind ein bis fünf Sterne üblich. Bewirbt sich ein deutsches Hotel bei der Dehoga um einen Hotelstern, so wird zwischen den fünf verschiedenen Klassifizierungsstufen unterschieden, der Zusatz „Superior“ ist jeweils möglich. Diese Stufen werden durch Zimmerausstattung und Service sowie zusätzlichen Angeboten des Hotels unterschieden. Ein Hotel verfügt mindestens über einen Empfang (Rezeption) und Zimmer zur Beherbergung mit Bett, Schrank, Tisch und Waschgelegenheit sowie einer Gastronomie, die mindestens ein Frühstück anbietet.

Größere Hotels haben einen Empfangs- und Aufenthaltsbereich (Lobby), mindestens ein Restaurant, eine Bar und, je nach Kategorie, Fitnessbereich mit oder ohne Schwimmbad, Garage und andere Einrichtungen. Auch die Ausstattung der Zimmer variiert. Oft sind Duschen, gelegentlich Badewannen anzutreffen. Weitere Ausstattungsmerkmale können ein Fernseher, Internetanschluss und Minibar sein. mini|Hotel Concorde in Lara, Türkei

Hotels verfügen im Gegensatz zu Pensionen in der Regel über eine Rezeption, bei Hotels der De-Luxe-Kategorie (5 Sterne) muss die Rezeption rund um die Uhr besetzt sein. Neuere Hotelformen verschmelzen zur Kostenreduktion die Rezeption mit der Hotelbar, und/oder setzen vermehrt auf Check-in Stationen, die weitgehend ohne Personal auskommen. Dieser Trend verbreitet sich zunehmend auch im höherpreisigen Segment bis zu vier Sternen. Es gibt Hotels in verschiedenen Preis- und Komfortklassen – je nach Land in eigenen Klassifizierungen für eine bestimmte Rubrik nach Hotelsternen kategorisiert. Einen weltweit einheitlichen Kriterienkatalog gibt es nicht. Grundsätzlich sind Ein-Sterne-Hotels sehr einfach ausgestattet, Fünf-Sterne-Hotels dagegen sind äußerst luxuriös, wobei sich die Bewertungsmaßstäbe von Land zu Land unterscheiden. In Deutschland orientieren sich die Sterne an verschiedenen Leistungs- und Ausstattungs- und Qualitätsmerkmalen, die der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) festlegt. Kein offizielles Klassifizierungssystem enthält eine Kategorie mit sechs oder mehr Sternen, 5 Sterne, ggfs. mit dem Zusatz „plus“ oder „superior“, sind das allseits anerkannte Maximum. Dennoch finden sich zu Marketingzwecken gelegentlich Unternehmen, die mit sechs oder gar sieben Sternen werben.

Das an der Bettenzahl gemessene größte Hotel in Deutschland ist das Estrel in Berlin mit 1125 Zimmern, das größte weltweit ist das First World Hotel in Malaysia mit 7351 Zimmern. Die als luxuriösesten Hotels der Welt genannten Hotels sind das Burj al Arab in Dubai und das Emirates Palace Hotel in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate.

Das älteste Hotel Deutschlands ist das Pilgrimhaus in Soest, gegründet 1304. Das älteste Japans ist das Ryokan Nishiyama Onsen Keiunkan, gegründet 705, und das zweitälteste das Hōshi, gegründet 718.

Historisch verfügten bestimmte Hotels über Einrichtungen wie eine Hotelpost.

Hoteltypologie mini|Langer Hotelflur im Bellagio am Las Vegas Strip mini|Hotelwerbung um 1900 (Australien) mini|hochkant|Schlafkabine in Osaka Die Hotellerie deckt unterschiedliche Gästeansprüche ab. Hotels lassen sich neben Qualität und Umfang des Angebots (also nach Hotelsternen gegliedert) ebenso nach verschiedenen anderen Kriterien klassifizieren.

Verpflegung, Service und Spezialleistungen Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal unter Hotels ist die Verpflegung. All Inclusive schließt neben Mahlzeiten häufig alkoholische und alkoholfreien Getränke mit ein. Vollpension umfasst als Leistung Übernachtung, Frühstück, Mittag- und Abendessen. Halbpension bietet neben dem Frühstück nur eine weitere Mahlzeit. Hotels, die nur Frühstück anbieten, werden als Hotel garni bezeichnet. Nach dem Aufenthaltszweck lässt sich eine andere Unterscheidung finden Kur- und Wellness-Hotels (Spa), Ferien- und Sporthotels sowie Business-, Kongress- und Seminarhotels (). Eine Sonderform stellen die Resorts dar. Hotel-Casinos versuchen, Spieler anzuziehen, das größte der Welt ist das Venetian in Macau. Mobile Hotels siehe: Hotelbus

Zielgruppen Nach Zielgruppe unterschieden gibt es Kinder-, Radfahrer- und Nichtraucherhotels. Pilgerhotels (Herbergen) Frauenhotels sind exklusiv für Frauen Wellness-Hotels Pflegehotels sind ein barrierefreies Urlaubsangebot für pflegebedürftige oder mobilitätseingeschränkte Menschen und ihre Angehörigen oder Pflegepartner. Nach der Reiseform unterscheidet man Hotels für individuell reisende Gäste, Hotels für Gruppenreisende und Busreisehotels sowie Hotels für Geschäfts-, Tagungs- und Messereisende (MICE-Sektor).

Art der Wohneinheiten Ein wichtiges Unterscheidungskriterium ist die Größe und Ausstattung der Wohneinheiten. Suiten-Hotels sind besonders in Nordamerika verbreitet, wie die Hilton-Marke Embassy Suites und Apartment-Hotels wie die Marriott-Marke Residence Inn.