mini|hochkant|Friedrich Bogislav von Schwerin.In: Hans Müller: Die Königliche Akademie der Künste zu Berlin 1696 bis 1896. Erster Teil, Verlag von Rich. Bong, Berlin 1896, S. 47. Friedrich Bogislav von Schwerin, auch Friedrich Bogislaw von Schwerin, (* 30. August 1674 in Berlin; † 1. Oktober 1747 ebd.) war ein preußischer Staats- und Kriegsminister.
Leben Herkunft und Familie Friedrich Bogislav von Schwerin war Angehöriger des Adelsgeschlechts von Schwerin und Erbe des 1684 von seinem Vater, dem Kämmerer und Oberstallmeister des Großen Kurfürsten, Henning Bernd von Schwerin (1631–1704), erworbenen Rittergut Märkisch Wilmersdorf, mit dem jener 1701 von Friedrich I. erblich belehnt wurde. Seine Mutter war Catharina Elisabeth, geborene von Schmeling, Tochter des pommerschen Landrats Joachim Henning von Schmeling (1604–1657). mini|hochkant|Allianzwappen v. Schwerin u. v. Kanitz. Dorfkirche Märkisch Wilmersdorf. Er vermählte sich 1714 mit Helene Dorothea Freiin von Kanitz (1688–1760), einer Tochter der Maria Gottliebe geb. Schach von Wittenau (1659–1736) und ihres Mannes, des preußischen Generalmajors Christoph Albrecht von Kanitz (1653–1711). Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor, darunter: Friedrich Albert von Schwerin (1717–1789), preußischer Generalmajor, Oberstallmeister und Geheimer Etatsminister, ⚭I. 1762 in Bohrau Henriette Wilhelmine Juliane Gräfin von Logau (1738–1781), ⚭II. 1783 Friedrike Sophie Elisabeth Freiin von Maltzan (1740–1814) Maria Anna von Schwerin (1720–1754) ⚭ 1748 in Charlottenburg Robert Scipio von Lentulus (1714–1787), preußischer Generalleutnant Gneomar Conrad Bogislav von Schwerin (1721–1769) ⚭ 1748 in Berlin Ilsabe Sophie Dorothea von Bredow (1722–1788), Hofdame der Mutter Friedrichs des Großen, Sophie Dorothea von Preußen
Der bekannte Dendrologe Fritz Graf von Schwerin und Gutsnachfolger zu Wendisch Wilmersdorf ist sein Ururenkel.
Werdegang Schwerin wurde 1728 preußischer Oberstallmeister, ein Amt das vor ihm bereits sein Vater und nach ihm sein Sohn ausfüllte, mit dem Rang eines Etatsministers. Seit 1739 war er Geheimer Etatsrat und zugleich erster Kammerherr. Am 12. Juni 1740 wurde er Ritter des Schwarzen Adlerordens. Er war auch Protektor der Akademie der Wissenschaften.Siehe Literatur: Christian August Ludwig Klaproth, Immanuel Karl Wilhelm Cosmar: Der Königl. Preußische und Churfürstl. Brandenburgische Wirklich Geheime Staats-Rath an Seinem zweihundertjährigen Stiftungstage den 5ten Januar 1805. Berlin 1805, S. 419, Nr. 188. Johann Nepomuk von Schaffgotsch (1713–1775) wurde im November 1747 sein Nachfolger als Minister und Oberstallmeister. mini|hochkant|Inschrift Dorfkirche Märkisch Wilmersdorf. Auf seinem Erbgut Wendisch Wilmersdorf ließ Schwerin zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein neues, repräsentatives dreiflügeliges Gutshaus in U-Form mit Walmdächern errichten. 1746 ließ er auch die Kirche umbauen und einen rechteckigen Gruftanbau in der Breite des Kirchenschiffs an der Ostseite der Kirche errichten. Eine Tafel über dem Eingang zur Gruft trägt eine in preziösem Latein verfasste Inschrift, die auf Deutsch besagt: Friedrich Bogislaw von Schwerin, Oberstallmeister des preußischen Königs, Erster Kämmerer desselben Königs, Amtshauptmann zu Neu-Stettin, Erster Gesandter zur Wahl des römischen Kaisers Karl VII., Ritter des Schwarzen Adlerordens, und seine Gattin Helene Dorothea von Caniz haben dieses Grabmonument für sich und ihre Familie errichten lassen im Jahr des Herrn 1746. Im Giebelfeld des Gruft-Anbaues ist ein Allianzwappen der Eheleute v. Schwerin/v. Kanitz angebracht.
Literatur Christian August Ludwig Klaproth, Immanuel Karl Wilhelm Cosmar: Der Königl. Preußische und Churfürstl. Brandenburgische Wirklich Geheime Staats-Rath an Seinem zweihundertjährigen Stiftungstage den 5ten Januar 1805. Matzdorff, Berlin 1805, S. 419, Nr. 188. Edouard-Marie Oettinger: Moniteur des Dates. Biographisch-genealogisch-historisches Welt-Register. 6 Theile in einem Band, Ludwig Denicke, Leipzig 1869, S. 46. L. Gollmert, Wilhelm Graf von Schwerin, Leonhard Graf von Schwerin: Allgemeine Geschichte des Geschlechts von Schwerin. Mit: Nachfahren Hauslinie Wilmersdorf. Wilhelm Gronau, Berlin 1878, S. 150. L. Gollmert, Leonhard Graf von Schwerin: Biographische Nachrichten über das Geschlechts von Schwerin. Wilhelm Gronau, Berlin 1878, Tafel XIV., S. 260., S. 261. Rudolf Graf von Stillfried-Rattonitz: Die Ritter des Königlich Preußischen Hohen Ordens vom Schwarzen Adler und ihre Wappen (1701–1880). W. Moeser, Berlin 18. Januar 1884, S. 9, Nr. 124, u. Wappen 124. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1905. Jahrgang 6, Justus Perthes, Gotha, S. 738–739. Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. In: Historische Kommission zu Berlin [Hrsg.]: Einzelveröffentlichungen. Band 85, K. G. Saur, München 2009, ISBN 978-3-598-23229-9, S. 938.
Quellen (Auszug) Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (GStA-PK): I Rep. 96 B, Nr. 34; II Gen. dep. Tit. V Kalliope-Verbund: Handschriften Staatsbibliothek zu Berlin
Weblinks
Archivportal-D: Friedrich Bogislav von Schwerin Portrait-Index.de: Bildnis von Friedrich Bogislaus von Schwerin, Johann Martin Bernigeroth Zvab: Tripota Univ. Trier.de/Künstler Porträt von Michael Rößler (1705–1777) u. J. M. Diehl (tätig 1742–1748)
Einzelnachweise
Kategorie:Landesminister (Preußen) Kategorie:Amtshauptmann (Pommern) Kategorie:Kammerherr (Preußen) Kategorie:Geheimrat Kategorie:Ritter des Schwarzen Adlerordens Friedrich Bogislav Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1674 Kategorie:Gestorben 1747 Kategorie:Mann