Astrid Lindgrens Kurzgeschichten beschreibt die Kurzgeschichten der schwedischen Schriftstellerin Astrid Lindgren. Die deutschen Übersetzungen stammen unter anderem von Anna-Liese Kornitzky, Holger Wolandt, Karl Kurt Peters, Senta Kapoun, Margot Franke, Silke von Hacht, Thyra Dohrenburg und Torborg Doehler. Illustriert wurden die Kurzgeschichten unter anderem von Ingrid Vang Nyman, Ilon Wikland, Pija Lindenbaum, Hans Arnold, Harald Wiberg, Lars Klinting, Marika Delin, Svend Otto S. und Marit Törnqvist.
Astrid Lindgren veröffentlichte viele Kurzgeschichten in Sammelwerken, wie Im Wald sind keine Räuber, Sammelaugust und andere Kinder oder Klingt meine Linde. Hinzu kommen Erzählungen, wie Der Drache mit den roten Augen, Allerliebste Schwester oder Nils Karlsson-Däumling, die als Bilderbuch herausgebracht wurden. Weitere Kurzgeschichten sind ausschließlich in Zeitungen, Zeitschriften oder Anthologien anderer Autoren erschienen. Ein paar dieser Werke, wie Mamas kleine Nickon (Mammas lilla Nickon) oder Heiligabend in Lilltorpet (Julafton i Lilltorpet) wurden ins Deutsche übersetzt. Andere, wie Maja bekommt einen Verlobten (Maja får en fästman) wurden teilweise übersetzt und ausführlich in Astrid Lindgren Biografien behandelt. Weitere, wie Anders wurden nicht übersetzt und es sind wenige Informationen über diese Werke in deutscher Sprache verfügbar.
In diesem Artikel werden insbesondere die Kurzgeschichten ausführlicher behandelt, die keine eigene Wikipediaseite haben. Die anderen Kurzgeschichten werden kurz beschrieben. Mehr Informationen sind auf den jeweiligen Wikipediaseiten der Kurzgeschichten zu finden.
Kapitel aus Romanen, wie Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga usw. werden hier nicht aufgeführt, auch wenn diese in einigen Büchern als einzelne Kurzgeschichte abgedruckt wurden oder als Bilderbuch erschienen sind. Hier werden nur komplett neue Geschichten, die nicht aus den Romanen stammen, aufgeführt, wie beispielsweise Guck mal, Madita, es schneit.
Die Liste ist nicht vollständig und wird stetig erweitert.
Geschichte Astrid Lindgren verfasste ihre ersten Kurzgeschichten bereits in ihrer Schulzeit. Für ihren ersten Job bei der Vimmerby Tidning schrieb sie jedoch hauptsächlich Kurzberichte. Ihre Kurzgeschichten wurden erstmals in den 1930er und 1940er Jahren in Zeitschriften und Zeitungen veröffentlicht. Sie schrieb unter anderem für Landsbygdens jul, ein Weihnachtsmagazin oder Damernas Värld, eine Frauenzeitschrift. Andere Geschichten schrieb sie für Anthologien. So bat ihre Freundin Elsa Olenius sie beispielsweise eine Geschichte für ihre Anthologie Rosen från bilen: noveller för ungdom beizusteuern und Astrid Lindgren schrieb Mamas kleine Nickon (schwedisch: Mammas lilla Nickon, 1955).
Während Astrid Lindgren in späteren Jahren fast ausschließlich Geschichten für Kinder schrieb, waren einige ihrer ersten Kurzgeschichten an Erwachsene gerichtet. Lindgren erklärte später in Interviews, dass sie nicht mehr für Erwachsene schreiben wollen würde. Mit Kindern habe sie die beste Leserschaft, die sie sich wünschen könnte. Kinder hätten viel Fantasie und den gleichen Humor wie Lindgren.Hier is... Adriaan van Dis (auch Van Dis in de IJsbreker): Folge vom 21. Mai 1989.
Mit Nein, ich will noch nicht ins Bett! (schwedisch: Jag vill inte gå och lägga mig!) veröffentlichte sie 1947 erstmals eine Kurzgeschichte als Bilderbuch. Illustriert wurde diese von Brigitta Nordenskjöld. Es folgten viele weitere Bilderbücher. Bis heute werden immer wieder Kurzgeschichten von Astrid Lindgren neu illustriert und neu herausgebracht. Die allermeisten Bilderbücher, die in Schweden veröffentlicht wurden, sind auch in Deutschland als Bilderbuch erschienen. Einige der wenigen Ausnahmen sind Peter und Petra (schwedisch: Peter och Petra, 2007), sowie Junker Nils von Eka (schwedisch: Junker Nils av Eka, 2007).
1949 brachte Lindgren ihr erstes Kurzgeschichtenbuch Im Wald sind keine Räuber (schwedisch: Nils Karlsson-Pyssling) heraus. Darauf folgten Sammelaugust und andere Kinder (schwedisch: Kajsa Kavat, 1950) und Klingt meine Linde (schwedisch: Sunnanäng, 1959). Später wurden die Geschichten aus diesen Büchern erneut in anderen Kurzgeschichtenbüchern abgedruckt. Einige dieser Geschichten wurden zudem als Bilderbuch veröffentlicht.
Doch Astrid Lindgren schrieb ihre Kurzgeschichten nicht nur für kommerzielle Zeitschriften, Zeitungen und Bücher. Im Dezember 1953 erhielt sie einen Brief von zwei dreizehnjährigen Lesern ihrer Bücher. Die beiden Jungen wollten eine Zeitschrift mit dem Titel Maskrerade draken (deutsch: Der maskierte Drache) erstellen und baten Astrid Lindgren, eine Geschichte beizusteuern. Astrid Lindgren schrieb Der Drache mit den roten Augen (schwedisch: Draken med de röda ögonen) und schickte diese Geschichte den Jungen. Erst 1985 wurde die Geschichte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht, als Bilderbuch, illustriert von Ilon Wikland.
Zumeist möchte Lindgren mit ihren Geschichten keine politischen, erzieherischen, gesellschaftskritischen oder moralischen Aussagen treffen. Es gibt jedoch mindestens zwei Ausnahmen.
Die Geschichte Fröken Nettel vill inte skriva böcker schrieb Lindgren 1971 für die Sällskapet Nya Idun. Fröken Nettel vill inte skriva böcker wurde 1971 bei einer Sitzung vorgetragen und setzt sich kritisch mit der ständigen Suche nach neuen Autorennamen und neuen Buchtiteln, sowie mit dem kürzeren Leben der Bücher auseinander.
Mit der Kurzgeschichte Pomperipossa in Monismanien (schwedisch: Pomperipossa i Monismanien, 1976) schrieb Astrid Lindgren ein satirisches Märchen über die Steuerpolitik der damaligen Regierung für die schwedische Boulevardzeitung Expressen. Das Märchen hat dazu beigetragen, dass die Sozialdemokraten die Wahl zum Schwedischen Reichstag im Jahr 1976 verloren, zum ersten Mal seit 40 Jahren an der Macht.
Ihre letzte Kurzgeschichte schrieb Astrid Lindgren im Jahr 1993. In Ein Weihnachten in Småland vor langer Zeit (schwedisch: En jul i Småland för länge sen) erinnert sich Astrid Lindgren an ein Weihnachtserlebnis aus dem Jahr 1913. Die Geschichte erschien in der Anthologie Weihnachten, als ich klein war (schwedisch: En jul när jag var liten).
Kurzgeschichten aus Zeitschriften und Zeitungen Heiligabend in Lilltorpet (Julafton i Lilltorpet) Heiligabend in Lilltorpet (Julafton i Lilltorpet) ist eine Geschichte von Astrid Lindgren.
Handlung Es ist Heiligabend. Katrina liegt im Sterben. Ihr Ehemann ist bereits vor zwei Jahren gestorben. Daher kümmert sich, die 13-jährige Anna-Märta um ihre jüngeren Geschwister, während der zehnjährige Sven mit einem Schlitten durch den Schnee in die Stadt fährt, um einen Arzt zu holen. Als Sven nachmittags zurückkehrt, bringt er keinen Arzt mit. Der Schlitten ist stecken geblieben. Doch für Katarina ist es eh zu spät. Sie kann Anna-Märta noch das Versprechen abringen, sich um ihre Geschwister zu kümmern, dann stirbt sie. Anna-Märta erklärt ihren Geschwistern, dass ihre Mutter im Himmel bei ihrem Vater ist. Dann bereitet sie alles für Heiligabend vor, um ihren Geschwistern trotz alledem ein fröhliches Weihnachtsfest zu ermöglichen. Die Kinder holen den Tannenbaum, zünden Kerzen an und essen Milchreis. Ihre Mama wird gemeinsam mit den Engeln um den Weihnachtsbaum tanzen, glauben die Kinder. Sie stellen sich vor wie gut diese es im Himmel haben wird. Dann singen sie Oh du fröhliche. Erst als alle ihre Geschwister schlafen, beginnt Anna-Märta leise zu weinen. Sie ist erst 13 Jahre alt, aber trotzdem eine kleine Heldin.
Hintergrund Heiligabend in Lilltorpet wurde 1936 erstmals in der Zeitschrift Landsbygdens jul veröffentlicht. Illustriert wurde die Geschichte von Robert Kverrstad. 2013 erschien die Geschichte in dem Buch Jultomtens underbara bildradio och andra berättelser, 1933–1947, herausgegeben von Lena Törnqvist. Auf Deutsch ist die Geschichte 2015 in dem Buch Weihnachten bei den Elchen: die schönsten Wintergeschichten aus Skandinavien von Holger Wolandt erschienen. 2021 erschien sie erneut in dem Buch Nordlicht und Sternenzauber. 24 skandinavische Adventsgeschichten zum Aufschneiden.
Rezeption Michael Mittelhaus findet die „traurig, aber dennoch schön“. Auch Jens Andersen lobt die „furchtbar traurige“ Geschichte. Die Erzählerin ziehe in dem „sentimentalen, sozialrealistischen“ Märchen „sämtliche Register“. Es sei das erste Mal, dass Astrid Lindgren in ihren frühen Geschichten einen „erwachsenen, auktorialen Erzähler“ zeige, der sich „dabei dennoch interessiert und solidarisch mit dem Kind beschäftigt und in einzelnen Sätzen nicht nur mitfühlend ist, sondern auch mitwissend“ reagiere. Es gebe keine „aufgeklebte“ Moral und keinerlei Schuldzuweisungen. Die Leser müssten kein schlechtes Gewissen haben, seien aber dazu eingeladen, Mitgefühl mit dem Kind zu haben, welches „allzu früh und brutal erwachsen wird und bis zum letzten Punkt die volle Aufmerksamkeit der Erzählerin bekommt.“ Vivi Edström meint, dass Astrid Lindgren sich in ihrer Geschichte vom traurigen zum leicht komischen bewege. Dennoch schaffe sie es nicht, das Gleichgewicht zwischen Emotion und Realismus zu halten.Vivi Edström (2020): Astrid Lindgren och sagans makt. Lindhardt og Ringhof
Ich darf tun, was ich will, sagte der Prinz (Jag får göra vad jag vill, sa prinsen) Ich darf tun, was ich will, sagte der Prinz, auch Ich mache, was mir gefällt (Jag får göra vad jag vill, sa prinsen) ist eine Geschichte von Astrid Lindgren. Handlung