Großbissendorf ist ein Gemeindeteil des Marktes Hohenfels in Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern und eine Gemarkung. Großbissendorf war eine Gemeinde im Landkreis Parsberg.
Geographie Lage Das Kirchdorf liegt im oberpfälzischen Jura der Südlichen Frankenalb etwa 3 km nordwestlich von Hohenfels auf ca. . Nordwestlich stößt das Dorf an den Truppenübungsplatz Hohenfels an. Südwestlich erhebt sich der Eichelberg auf , südöstlich der Steinberg auf .
Durch den Ort führt die Staatsstraße 2234. Im Ort zweigt in südlicher Richtung die Kreisstraße NM 34 ab. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt ansteigend nach Effersdorf ().
Gemarkung Die Gemarkung Großbissendorf hat eine Fläche von 9,440 km² und ist in 975 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9682,38 m² haben. In der Gemarkung liegen die Gemeindeteile Effersdorf, Fichten, Großbissendorf, Haarziegelhütte, Harrhof, Kleinbissendorf, Loch, Pillmannsricht und Stallhof.
Geschichte 1986 wurde hier ein Depotfund von 386 keltischen Goldmünzen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. gemacht, die monetären Kontakte zwischen Bayern und Böhmen spiegeln.Der Münzfund auf bavarikon.de
Der Burgstall Hirschstein liegt ca. 1,7 bis 1,8 km nordnordwestlich.Sixtus Lampl und Otto Braasch: Denkmäler in Bayern, Band III: Oberpfalz. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Geländedenkmäler, München: R. Oldenbourg Verlag, 1986, S. 150
Die älteste Erwähnung Großbissendorf dürfte diejenige aus dem Jahr 1268 sein.Jehle, S. 66 Um 1400/10 erscheint im Zinsbuch der Herrschaft Hohenfels die Mühle zu „Pissendorf“ (= Ansiedelung des Bisso).Jehle, S. 298 Im Lehenbuch des Bayernherzogs Otto aus der Mitte des 15. Jahrhunderts erscheinen Lehen in Großbissendorf im Gericht Hohenfels. Um 1494 bestand das Dorf aus 13 Anwesen (6 Höfe, 7 Sölden), die nach Hohenfels zinsten.Wilhelm Volkert: Gerichtsverhältnisse im Pflegamt Hohenfels vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 100 (1959), S. 155 f. 1567 sind dies drei Höfe, 6 Güter, 1 Pachtanwesen und das Hirtenhaus.Jehle, S. 298 Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand Großbissendorf aus 20 Anwesen unter der hohen Gerichtsbarkeit des oberpfälzischen Amtes Hohenfels, darunter als die größten vier Halbhöfe; fünf Anwesen waren Lehen des Amtes.Jehle, S. 489
Im Königreich Bayern wurde um 1810 der Steuerdistrikt Großbissendorf im Landgericht Parsberg (später Landkreis Parsberg) gebildet. Zu diesem gehörten die zwei Dörfer Großbissendorf und Großmittersdorf sowie die Einöden Albertshof, Effersdorf, Harras, Nainhof und Oedenthurn.Jehle, S. 532
Mit dem zweiten bayerischen Gemeindeedikt von 1818 entstanden daraus die Ruralgemeinden Großbissendorf und Großmittersdorf. Großbissendorf umfasste die zehn Orte Großbissendorf, Effersdorf, Fichten, Harras, Harrhof, Kleinbissendorf, Loch, Oedenthurn, Pillmannsricht und Stallhof. Die Gemeinde Großmittersdorf hatte nur die drei Orte Großmittersdorf, Albertshof und Nainhof.Jehle, S. 542
1830 wurden beide Gemeinden vereinigt.Jehle, S. 550 Spätestens 1867 kamen noch die Orte Haarziegelhütte und Haidlberg/Heidelberg hinzu, so dass die Gemeinde nunmehr 15 Orte hatte. Davon schieden bei der Anlage des Heeresgutsbezirks ab 1938 und durch die Bildung der Gemeinde Nainhof-Hohenfels im Jahr 1949 die fünf Orte Großmittersdorf (heute Wüstung), Albertshof (heute US-Kaserne), Haidlberg (heute Wüstung), Harras (heute Wüstung) und Nainhof (heute US-Kaserne) aus.Volkert, S. 173Jehle, S. 518 f. Oedenthurn war am 1. Januar 1946 in die Gemeinde Hörmannsdorf umgewidmet worden.Jehle, S. 551 Die Restgemeinde Großbissendorf mit nunmehr neun Gemeindeteilen wurde zum 1. Mai 1978 nach Hohenfels eingemeindet. Seitdem ist das Dorf Großbissendorf ein Gemeindeteil von Hohenfels.
Gebäude- und Einwohnerzahl des Ortes Großbissendorf im Jahr 1838: 115 „Seelen“, 21 HäuserJoseph Lipf (Bearbeiter): Matrikel des Bisthums Regensburg. Regensburg 1838. S. 294 1861: 132 Einwohner, 41 Gebäude, SchuleJoseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 795 1871: 136 Einwohner, 66 Gebäude, an Großviehbestand 1873 6 Pferde, 128 Stück Rindvieh 1900: 135 Einwohner, 26 Wohngebäude 1925: 177 Einwohner, 27 Wohngebäude, katholische Schule 1950: 145 Einwohner, 22 Wohngebäude, katholische Schule 1970: 185 Einwohner 1987: 219 Einwohner, 67 Wohngebäude, 84 Wohnungen
Die Gemeinde Großbissendorf von 1945 ha (Stand 1900) umfasste 1861: 326 Einwohner, 113 Gebäude (15 Orte) 1871: 329 Einwohner (Katholiken), 166 Gebäude, 49 Wohngebäude (15 Orte) 1900: 332 Einwohner (Katholiken), 54 Wohngebäude (15 Orte) 1925: 359 Einwohner (Katholiken), 49 Wohngebäude (15 Orte) 1950: 233 Einwohner, 33 Wohngebäude (9 Orte)
Die Kinder der Gemeinde gingen im 19./20. Jahrhundert in die katholische Schule nach Großbissendorf bzw. Hohenfels. Nur die Kinder vom Gemeindeteil Oedenthurn gingen in die katholische Schule nach Hörmannsdorf.
Kirchliche Verhältnisse Alle Gemeindeteile gehörten um 1813/1838/1900 zur katholischen Pfarrei Hohenfels im Bistum Regensburg – mit der Ausnahme des Ortes Oedenthurn, der im Sprengel Pfarrei Hörmannsdorf lag. Jehle, S. 288 In Großbissendorf findet man die Nebenkirche St. Leonhard. Die Protestanten sämtlicher Gemeindeteile gehörten um 1925 zur evangelisch-lutherischen Pfarrei Neumarkt i. d. Opf.
Vereine Freiwillige Feuerwehr Großbissendorf Obst – und Gartenbauverein Großbissendorf
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Hohenfels, Oberpfalz) Kategorie:Ersterwähnung 1268 Kategorie:Ort im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz