Baumühle ist ein Gemeindeteil des Marktes Hohenfels im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern. Baumühle liegt in der Gemarkung Markstetten.

Geographische Lage Die Einöde liegt im oberpfälzischen Jura der Südlichen Frankenalb von Hohenfels aus etwa 2 km flussabwärts rechts des Forellenbaches, der in östlicher Richtung der Vils zufließt, auf ca. . Die Mühle liegt nördlich an der im Tal verlaufenden Staatsstraße 2234.

Geschichte Die Mühle Baumgarten, die spätere Baumühle, unterstand gemäß einem Vertrag über den Grenzverlauf zwischen Alter und Junger Pfalz von 1542 hochgerichtlich dem kurpfälzischen Pflegamt Hohenfels, niedergerichtlich Pfalz-Neuburg.Wilhelm Volkert: Gerichtsverhältnisse im Pflegamt Hohenfels vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. In: Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg 100 (1959), S. 168 f. Im Kartenwerk von Christoph Vogel von ca. 1600 ist das Anwesen ebenfalls als „Baumgarthen/Beumgerthenm[ühle]“ verzeichnet.Günter Frank und Georg Paulus: Die pfalz-neuburgische Landesaufnahme unter Pfalzgraf Philipp Ludwig (Regensburger Beiträge zur Heimatforschung, 6). Kollersried 2016, S. 488, 4954 Im 18. Jahrhundert gehörte die Baumühle mit Markstetten zur Hofmark Markstetten mit Landsassenpflicht zu Neuburg.Volkert, S. 169 Am Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand die Baumühle (auch Baammühl) nach wie vor aus einem Anwesen.Jehle, S. 511

Im Königreich Bayern wurde um 1810 der Steuerdistrikt Markstetten gebildet und 1814 zum Landgericht Parsberg (später Landkreis Parsberg) gegeben. Zu diesem gehörten die drei Dörfer Markstetten, Affenricht und Haasla, der Weiler Kleinmittersdorf sowie die Einöden Fuchsmühle, Ammelacker, Ammelhof, Höfla, Friesmühle, Baumühle, Blechmühle, Lauf, Schönheim und Unterwahrberg.Jehle, S. 534

Mit dem zweiten Gemeindeedikt von 1818 entstand die Ruralgemeinde Markstetten, der wiederum die Baumühle angehörte.Jehle, S. 553 Diese Gemeinde wurde zum 1. Mai 1978 nach Hohenfels eingemeindet. Seitdem ist die Einöde Baumühle ein Gemeindeteil von Hohenfels.

Nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges wurde die Mühle unter Wiederverwendung von Balken von 1648 neu errichtet. 1922 wurde das oberschlächtige Wasserrad durch eine Turbine ersetzt. 1925 brannte die Mühle ab und wurde wiederum neu errichtet. Sie bestand aus einer Mahlmühle und einem Sägewerk. Der Mahlbetrieb wurde 1957 stillgelegt.Kurt Romstöck (Text) und Alfons Dürr (Zeichnungen): Die Mühlen im Landkreis Neumarkt i. d. Opf. . Neumarkt i. d. Opf. 2004, S. 119 Das Sägewerk ist noch in Betrieb.

Gebäude- und Einwohnerzahl: 1830: 1 Familie, 1 HausKarl Friedrich Hohn: Der Regenkreis des Königreichs Bayern, geographisch und statistisch beschrieben, Stuttgart und Tübingen: Cotta, 1830, S. 78 1838: 11 „Seelen“, 1 HausJoseph Lipf (Bearbeiter): Matrikel des Bisthums Regensburg. Regensburg 1838. S. 294 1861: 10 Einwohner, 4 GebäudeJoseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 796 1871: 11 Einwohner, 3 Gebäude; Großviehbestand 1873: 2 Pferde, 7 Stück Rindvieh 1900: 7 Einwohner, 1Wohngebäude 1925: 8 Einwohner, 1Wohngebäude 1950: 9 Einwohner, 1 Wohngebäude 1987: 7 Einwohner, 1 Wohnhaus, 1 Wohnung Auch heute ist nur eine Hausnummer vergeben.

Kirchliche Verhältnisse Die Einöde gehörte seit jeher zur katholischen Pfarrei St. Ulrich in Hohenfels im Bistum Regensburg.Frank/Paulus, S. 503Jehle, S. 288 Dorthin gingen die Kinder auch zur Schule.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Hohenfels, Oberpfalz) Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz