Friedrich Wambsganß, oft genannt Fritz Wambsganß (* 25. Juni 1886 in Rehau, Oberfranken; † 12. Januar 1979 in Rodalben), war ein deutscher Lehrer, NS-Politiker und evangelischer Synodalpräsident.

Leben und Wirken Er war der Sohn des Zollbeamten Valentin Wambsganß, besuchte die Lateinschule in Grünstadt200-Jahrfeier des Progymnasiums Grünstadt, Liste der noch lebenden Schüler, Riedel Verlag, Grünstadt, 1929, S. 35. und wurde 1908 Volksschullehrer. Als Kriegsfreiwilliger nahm Friedrich Wambsganß von 1914 bis 1918 am Ersten Weltkrieg teil und erhielt das Eiserne Kreuz 1. Klasse. 1918 kam er als Lehrer nach Kaiserslautern. Hier trat Wambsganß zum 19. November 1925 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 23.796),Bundesarchiv R 9361-III/569783 gründete die Ortsgruppe der Partei und avancierte im selben Jahr zum ersten Gauleiter des Parteigaues Rheinpfalz, in welchem Amt ihn Josef Bürckel 1926 ablöste.

Friedrich Wambsganß wurde Schulrat, Gau-Chef des Kampfbundes für deutsche Kultur und 1933 in die Landessynode der Evangelischen Kirche der Pfalz gewählt; 1934 zu ihrem Präsidenten. Er setzte sich nachhaltig für ihre Gleichschaltung ein und überführte die bis dahin selbstständige Landeskirche in die Deutsche Evangelische Kirche unter Reichsbischof Ludwig Müller.

1934 wurde er SA-Standartenführer, 1937 SA-Oberführer und Regierungsdirektor in Saarbrücken, Abteilung Kultus und Schulwesen, dabei auch zuständig für den saarpfälzischen Teil der Pfälzischen Landeskirche.Das Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland: Seine Geschichte und seine Bestände: Herausgegeben aus Anlass des 150-Jährigen Bestehens, 2003, ISBN 3-930250-46-2, S. 136; Ausschnittscan Er leitete die Abteilung Erziehung des nunmehrigen Gaues Westmark, später auch in der Zivilverwaltung für Lothringen,Hans-Christian Harten, Uwe Neirich, Matthias Schwerendt: Rassenhygiene als Erziehungsideologie des Dritten Reichs: Bio-bibliographisches Handbuch. Oldenbourg Verlag, 2009, ISBN 3-05-004841-7, S. 486; Digitalansicht und war seit 1931 Gauwalter des NS-Lehrerbundes. 1943 erreichte er das Amt eines Leitenden Regierungsdirektors. Er war Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP und hatte die Parteimitgliedsnummer 23796.

Dem Pfälzischen Landesbischof Ludwig Diehl antwortete Wambsganß auf eine Anfrage folgendermaßen:

Nach Kriegsende erfolgte von 1945 bis 1948 eine Internierung in Idar-Oberstein und Landau. Im Zuge der Entnazifizierung folgte 1949 die gerichtliche Einstufung als NS-„Minderbelasteter“ und 1950 die Aufhebung des Urteils sowie völlige Einstellung des Verfahrens. Am 31. Dezember 1950 trat Friedrich Wambsganß mit vollen Beamtenbezügen in den Ruhestand und verstarb 1979 in Rodalben.

Sein Bruder war der linksorientierte protestantische Pfarrer Georg Valentin Wambsganß (1879–1942).

Literatur Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte, Band 25, 1999, Selbstverlag der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz, S. 557, Ausschnittscan Hans-Christian Harten, Uwe Neirich, Matthias Schwerendt: Rassenhygiene als Erziehungsideologie des Dritten Reichs: Bio-bibliographisches Handbuch. Oldenbourg Verlag, 2009, ISBN 3-05-004841-7, S. 220, 221 u. 486; Digitalansicht

Weblinks

Friedrich Wambsganß in der Rheinland-Pfälzischen Personendatenbank Abbildung Fritz Wambsganß, oben links (vergrößerbar)

Einzelnachweise

Kategorie:Gauleiter (NSDAP) Kategorie:KfdK-Mitglied Kategorie:SA-Mitglied Kategorie:Person (deutsche Besetzung Frankreichs 1940–1945) Kategorie:Beamter (Bayern) Kategorie:Person (Evangelische Kirche der Pfalz) Kategorie:Präses, Präsident oder Moderator einer Synode Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP Kategorie:Person des Antisemitismus Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1886 Kategorie:Gestorben 1979 Kategorie:Mann Kategorie:Leitender Regierungsdirektor