mini|alt=Ambrose Tomlinson. SChwarz-Weiß-Porträt eines älteren weißen Herren mit Brille.|Ambrose Tomlinson Ambrose Jessup (A.J.) Tomlinson (* 22. September 1865, Westfield, Indiana; † 2. Oktober 1943, Cleveland, Tennessee) war ein amerikanischer Geistlicher und der erste Bischof der Church of God of Prophecy. Er entstammte der Religious Society of Friends (Quaker) und hatte sich 1903 der Holiness Church in Camp Creek angeschlossen. Mit seinem Tatendrang, seiner Vision und seinen organisatorischen Fähigkeiten wurde er im selben Jahr als der erste General Overseer der Church of God in Cleveland, Tennessee gewählt. Er diente als der erste Präsident des Lee College der Kirche (später Lee University, 1918–1922). 1923 wurde Tomlinson abgesetzt, was zu einer Spaltung in der Kirche führte. Anhänger von Tomlinson gründeten daraufhin die Church of God of Prophecy.Harold D. Hunter: A.J. Tomlinson’s Journey Toward Racial Reconciliation. Church of God History and Heritage. faculty.leeu.edu.Under the fiery Ambrose Jessup Tomlinson of Cleveland, Tenn., the Church of God of A. J. Tomlinson seceded from the Church of God in 1923, now claims a million communicants in 23 countries. Outsiders know its excitable members as „holy rollers“. It „emphasizes salvation, sanctification, baptism of the Holy Spirit, and healing by faith if you have it. Otherwise call a doctor.“ Time magazine. 13. Mai 1940.Samuel S. Hill: Encyclopedia of Religion in the South. Mercer University Press. 2005. ISBN 0-86554-758-0 books.google.com

Leben Jugend Ambrose Jessup Tomlinson wurde in eine prominente Quaker-Familie aus Westfield, Indiana, geboren. Seine Großeltern, Robert und Lydia Tomlinson, verließen die Society of Friends 1843 wegen ihrer klaren Haltung zur Abschaffung der Sklaverei und schlossen sich einer separatistischen Gruppe der Society of Friends an, die klar gegen die Sklaverei auftrat. Ein Jahr später, 1844, wurden seine Eltern, Milton und Delilah (Hiatt) Tomlinson, von der Society of Friends ausgeschlossen, weil sie ihre Ehe nicht von der Gruppierung hatten bestätigen lassen und weil sie den Kirchenbesuch vernachlässigten. Milton und Delilah besuchten daraufhin nie mehr regulär die Quaker-Services und erzogen dementsprechend ihre Kinder nicht zu regelmäßigem Kirchenbesuch.R. G. Robins: A.J. Tomlinson: Plainfolk Modernist. Oxford University Press 2004: S. 73.A.J. Tomlinson: Answering the Call of God. White Wing Publishing House, Cleveland, TN c. 1913: S. 3.

Milton Tomlinson war, zusammen mit seinem Bruder Noah, ein erfolgreicher Geschäftsmann in einer Reihe verschiedener Unternehmen in der Landwirtschaft, im Straßen- und Brückenbau und mit Sägemühlen. Milton Tomlinson war auch aktiv in der Republikanischen Partei.

A. J. Tomlinson war der einzige Sohn der Familie. Er hatte acht Schwestern, von denen drei bereits im Kindesalter starben,Biographical Publishing Co. Portrait and Biographical Record of Madison and Hamilton Counties, Indiana. archive.org. Chicago 1893: S. 594 sowie eine Halbschwester, Abigail, aus der ersten Ehe seines Vaters. (Miltons erste Frau, Hannah, war bei der Geburt von Abigail gestorben.) Fünf seiner Schwestern waren älter als Ambrose. Er sah als Kind zu ihnen auf.Lillie Dugar: A. J. Tomlinson. White Wing Publishing House, Cleveland, TN 1964: S. 688.A. J. Tomlinson: White Wing Messenger. White Wing Publishing House 29. November 1941.

Ambrose wurde mit signifikantem Untergewicht geboren und war so klein, dass er als Kleinkind auf einem Kissen transportiert wurde.R. G. Robins: A. J. Tomlinson: Plainfolk Modernist. Oxford University Press 2004: S. 77. Von seiner Mutter wird berichtet, sie sei so besorgt gewesen und habe so große Sorge um seine Pflege gehabt, dass sie gebetet habe: „Wenn dieses Kind niemals etwas Bedeutendes werden wird, dann lass es sterben. Er bereitet nur Sorgen. Wenn DU eine besondere Aufgabe für ihn vorhast, dann heile ihn und lass ihn leben.“„If this child is never going to amount to anything let him die. He is such a care. If Thou hast something special for him to do, heal him up and let him live.“ Lillie Dugar: A. J. Tomlinson. White Wing Publishing House, Cleveland, TN 1964: S. 18. Tomlinson überlebte, war aber nie groß oder so körperlich robust wie sein Vater. 1880 erlitt er einen Cholera-Anfall. Die Krankheit forderte ein Jahr später das Leben seiner Schwester Emily. Ambroses eigene Krankheit war so schwer, dass er ein Drittel des Schuljahres verpasste. Dennoch machte Tomlinson als Kind gerne Sport und er war insbesondere bei Rennen recht erfolgreich. Aber er war auch in geistiger Hinsicht begabt und wurde von seinem Vater zu Hause ermutigt zu schreiben.R. G. Robins: A.J. Tomlinson: Plainfolk Modernist. Oxford University Press 2004: S. 78–79.

Er schloss seine Grammar School im Alter von siebzehn ab und ging unmittelbar an die lokale Quaker Academy, die Union High School in Westfield, Indiana, in einer Stadt, die bekannt war für ihre religiöse und rassische Durchmischung. In seinem ersten Jahr an der Union High School, im Winter 1882–1883, veranstaltete der Quaker-Evangelist William Wooton ein längeres Meeting in einer Kirche vor Ort, bei dem etwa 100 von Tomlinsons Klassenkameraden sich bekehrten. Tomlinson, der eine tiefe Überzeugung verspürte, erlebte jedoch keine Bekehrung.R. G. Robins: A. J. Tomlinson: Plainfolk Modernist. Oxford University Press 2004: S. 79–84.A. J. Tomlinson: Answering the Call of God. White Wing Publishing House, Cleveland, TN c. 1913: S. 3.

Als Teenager begann Tomlinson, sich in der Republican Party politisch zu engagieren. 1892, im Alter von 27 Jahren, kandidierte er nochmals erfolglos als County Auditor (Bezirksprüfer) für die Populist Party, eine Bewegung, deren Ideale eng mit der Heiligungsbewegung verbunden war. Nach der erfolglosen Kandidatur ließ er seine politischen Ambitionen vollends hinter sich.

Als Teenager war Tomlinson auch in der Literary Society vor Ort aktiv und spielte kurzzeitig in einer Theatergruppe neben der Arbeit auf dem elterlichen Hof. Im Alter von 23 Jahren, 1889, heiratete Tomlinson Mary Jane Taylor, eine junge Frau aus der Quaker-Bewegung und Mitglied des Walnut Ridge Monthly Meeting.R.G. Robins: A.J. Tomlinson: Plainfolk Modernist. Oxford University Press 2004: S. 84–87, 106.

Bekehrung Im Alter von zwölf Jahren, zwei Jahre nach dem Tod seiner beiden Großeltern väterlicherseits,R. G. Robins: A.J. Tomlinson: Plainfolk Modernist. Oxford University Press 2004: S. 78. hatte er sein erstes religiöses Erlebnis, wie er es in seiner kurzen Autobiographie Answering The Call Of God beschreibt:

Kurz nach seiner Heirat im Jahr 1889 erlebte Tomlinson Erlösung, nachdem während eines schweren Gewitters ein Blitz in sein Haus einschlug. Die Episode wird ebenfalls in der Autobiografie erzählt:

Theologische Einflüsse Nach seiner Bekehrung engagierte sich Tomlinson in dem Chester Preparative Meeting der lokalen Versammlung der Society of Friends, die von seinem Großvater Robert gegründet worden war. Viele prominente Evangelisten der Heiligungsbewegungs-Quäker wie Seth Cook Rees und Theologen wie Dougan Clark, Jr. kamen zu Besuch. Es traten auch Erweckungsprediger wie Charles Stalker und offen mit Methodisten in Verbindung stehende Quäker (wie Nathan und Esther Frame) auf. Dementsprechend erhielt Tomlinson seine frühesten religiösen Einflüsse von den Heilslehren der evangelischen Quäker, unter anderem Joseph John Gurney. Die Quäker der Heiligungsbewegung übernahmen emotionales Predigen, religiöse Ekstase, vollständige Heiligung, aggressive Evangelisation und die wesleyanische Doktrin der „Christlichen Vollkommenheit“ (Christian Perfection) und in der praktischen Umsetzung auch Zeltversammlungen und erweiterte Erweckungsveranstaltungen (extended revivals) der Methodisten; Techniken, die Tomlinson später selbst in seinem Dienst anwenden würde.R. G. Robins: A.J. Tomlinson: Plainfolk Modernist. Oxford University Press 2004: S. 86–94. Im späten 19. Jahrhundert praktizierten die „Holiness Quakers“ im Gegensatz zu den meisten anderen „Holiness Sects“ der Zeit jedoch keine Wassertaufe.R.G. Robins: A.J. Tomlinson: Plainfolk Modernist. Oxford University Press 2004: S. 97.

Das nahegelegene Indianapolis in Indiana brachte zu der Zeit ebenfalls mehrere bekannte Evangelisten hervor, darunter Thomas Nelson, bevor dieser nach Pennsylvania zog und die Free Methodist Church begründete. Später kam Tomlinson in seinem Dienst direkt mit Nelson in Kontakt, aber der Einfluss von Nelson begann möglicherweise schon in den 1890ern.R.G. Robins: A.J. Tomlinson: Plainfolk Modernist. Oxford University Press 2004: S. 118.

Weitere starke Einflüsse kamen von dem methodistischen Buch-Colporteur J. B. Mitchell, der sich bei dem presbyterianischen Revivalisten Charles Grandison Finney bekehrt hatte. Mitchell wirkte als Tutor für Tomlinson und nahm ihn mit auf Ausflüge, um religiöse Literatur zu verbreiten, die von der American Bible Society bereitgestellt wurde. Sie zogen ab dem Sommer 1894 vor allem durch die verarmten Gebiete der südlichen Appalachen, unter anderem nach Culberson, North Carolina, wo sie 1899 auch eine christliche Schule und ein Waisenhaus gründeten, nach Camp Creek, wo Tomlinson erstmals auf R. G. Spurling und W. F. Bryant, die Gründer der Holiness Church at Camp Creek traf, mit denen er 1903 zusammenarbeitete.R.G. Robins: A.J. Tomlinson: Plainfolk Modernist. Oxford University Press 2004: S. 15, 117, 127, 168.

Am 3. Dezember 1896 erhielt Tomlinson die offizielle Autorisierung des Quaker Westfield Monthly Meeting zu einer ausgedehnten Missionstour. Von Sommer bis Herbst 1897 besuchte er eine Reihe von Missions- und Bibeltraining-Einrichtungen in achtzehn Bundesstaaten. Der prägendste Besuch war der Besuch von Frank Sandfords Holy Ghost and Us-Bible School in Durham, Maine, wo er am 30. Oktober 1897 im Androscoggin River getauft wurde – ein offenkundiges Abrücken von den Lehren der Quaker.R. G. Robins: A. J. Tomlinson: Plainfolk Modernist. Oxford University Press 2004: S. 119–120.

Während dieser Zeit verließen zahlreiche prominente Evangelisten der Heiligungsbewegung (u. a. Martin Wells Knapp, Frank Rees) ihre angestammten Denominationen zugunsten von unabhängigen Unternehmungen. Frank Sandfords Shiloh Movement war typisch für eine solche unabhängige Holiness Church und Sandford drängte seine Anhänger, ihre angestammten Denominationen zu verlassen, so wie Sandford selbst die Free Will Baptist verlassen hatte, wo er ordiniert worden war und als Pastor gedient hatte. Sandfords Ermahnungen hatten einen direkten Einfluss auf Tomlinsons Entscheidung, der sich im Mai 1898 offiziell aus der Society of Friends entfernte (nur wenige Wochen nachdem seine Frau Mary Jane sich unter Berufung auf die Frage der Wassertaufe ebenfalls entfernt hatte). Tomlinson betrachtete Sandfords Bewegung kurzzeitig als seine geistige Heimat. Die Bibelschule von Sandford diente zunächst inoffiziell als Dachorganisation der christlichen Schule und des Waisenhauses von Tomlinson und Mitchell in Culberson, North Carolina, aber darüber hinaus diente sie als Modell in Bezug auf die Heiligkeitslehre, auf gemeinschaftliche Lebensformen und eine unbestrittene hierarchische Führung von oben nach unten, und auf Vertrauen im „Glauben“ in Bezug auf Finanzen, materielle Versorgung und Heilung.R. G. Robins: A.J. Tomlinson: Plainfolk Modernist. Oxford University Press 2004: S. 119–123, 130–131.Shirley Nelson: Fair, Clear, and Terrible: The Story of Shiloh, Maine. Wipf and Stock, Eugene, Oregon 2009.

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