mini|Alexander Günsberg (2016) Alexander Günsberg (geboren am 12. Januar 1952 in Mailand) ist ein österreichisch-schweizerischer Schriftsteller, Verleger und Schach-Promotor.

Leben Alexander Günsberg wuchs in Mailand, Wien und Zürich auf. Sein Vater Max Günsberg (1920–1976) floh vor der nationalsozialistischen Verfolgung nach Hitlers Einmarsch in Österreich 1938 (Anschluss Österreichs) aus Wien in die Schweiz und war einer der vom St. Galler Polizeihauptmann Paul Grüninger geretteten Wiener Juden. Die Mutter Ilona Netzer (1919–2003) kam 1937 aus Ungarn als Au-Pair-Mädchen in die Schweiz. Sie ignorierte 1938 den Ausweisungsbefehl und lebte illegal in Zürich. 1940 erhielt sie Flüchtlingsstatus in der Schweiz.Zur Flüchtlingspolitik in der Schweiz, vgl.: Schweiz im Zweiten Weltkrieg Günsbergs Großmutter väterlicherseits wurde mit ihren Töchtern Hertha (16) und Rita (11) 1941 im Wald bei Maly-Trostinez von der SS erschossen. Von den vierzig Mitgliedern der Familie der Mutter wurden dreiunddreißig 1944 in Auschwitz ermordet.

Alexander Günsberg erlangte die Hochschulreife (MaturaMaturität auf sfbi.admin.ch) 1971 in Zürich. Er studierte Geschichte, Germanistik und Psychologie an den Universitäten von Zürich und Basel.

Von 1968 bis 1970 war er Chefredakteur des Darkenu Chadasch, der Monatszeitschrift des jüdischen Jugendbundes Bne Akiwa in Zürich. 1974 gewann er den Literaturpreis für Kurzgeschichten des Kantons Baselland. Seine Erzählung Aufstieg wurde im Band Ausgezeichnete Geschichten veröffentlicht.Titelangabe, siehe: WorldCat, Website Für die Jüdische Rundschau Makkabi1941 wurde die Zeitschrift des Jüdischen Turn- und Sportverbandes Makkabi gegründet, diese benannte sich 1974 in Jüdische Rundschau Makkabi um. 2001 ging die Zeitschrift in das Organ tacheles auf. schrieb er politische und literarische Beiträge (u. a. So nicht, Herr Augstein und das Gedicht Du Volk der Juden)

Von 1976 bis 1981 war er ein bekannter Schmuckgroßhändler in Österreich. Ab 1981 war er als Immobilienpromotor in der Schweiz und in den USA tätig.Seine geschäftlichen Tätigkeiten schildert Günsberg in seinen autobiographisch gehaltenen Berichten aus seinem Leben. tredition, Website

Seit 2016 wandte er sich wieder der Tätigkeit als Autor und Journalist zu und schrieb unter anderem für die Weltwoche und die Neue Zürcher Zeitung. Seine Bücher wurden in mehreren Sprachen publiziert. Die bekanntesten sind die Sammlung authentischer Berichte aus dem Holocaust Was die Väter erzählten, das autobiographische Buch Wiener Geschäfte und die Romane Die Akte Eisenstadt, Tanz der Vexiere und Mischa Turow.

2020 gründete Günsberg den ABER Literatur- und Geschichtsverlag in Wilen bei Zürich. Verlegt werden sollen Romane, Bücher zu geschichtlichen Themen und Biographien. Geplant ist für 2020 die Veröffentlichung der von Günsberg herausgegebenen und von Alexander PavlenkoAlexander Pavlenko, Website und Astrid SaalmannAstrid Saalmann ist Illustratorin und Künstlerin. Astrid Saalmann bei Hentrich Hentrich, Astrid Saalmann Illustrations, Website illustrierten Kunst-Kassette Die Welt der Juden in 3 Bänden.Der Verlag wird auf seiner Internetseite vorgestellt. Aber Verlag, Website

Alexander Günsberg war von 1989 bis 1992 Vizepräsident der Basler Schachgesellschaft und veranstaltete das Simultanmatch Karpov gegen 1000 im Hotel Hilton in Basel, bei dem der damalige Schach-Weltmeister Anatoli Jewgenjewitsch Karpow erstmals nach der Auflösung der Sowjetunion an einer Großveranstaltung im westlichen Ausland auftrat. 1996 gründete er den Schachclub Club d'échecs de Crans-Montana in Crans-Montana, dessen Präsident er von 1996 bis 2003 war. 2016 gründete Günsberg zusammen mit dem langjährigen Präsidenten des Walliser Schachbundes und späterem Vizepräsidenten der Stadt Sierre den Schach- und Kunstclub Cercle d’échecs et d’art valaisan, dessen Präsident er seit Gründung ist.Der Schach- und Kunstclub wird auf der Internetseite aufgeführt. Er hat zahlreiche Schachturniere organisiert, u. a. einundzwanzig Mal die Walliser Amateur-Schachmeisterschaft und drei Internationale Open von Crans-MontanaWeitere Angaben zu den Schachturnieren finden sich auf der Internetseite des Schweizer Schachbundes, bei denen auch bekannte Großmeister mitspielten (u. a. Toni Miles, Wolodymyr Tukmakow, Thomas Luther). Er war Kapitän mehrerer Schachmannschaften, die in der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft, der Schweizer Gruppenmeisterschaft und der Walliser Mannschaftsmeisterschaft spielten. Zu seinen Spielern zählten u. a. die Großmeister Vadim Milov (die Nr. 1 der Schweiz), Yannick Pelletier, Igor Khenkin, Christian Bauer und Spyridon Skembris. 2015 wurde eine Schachpartie gegen ihn bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung der Kasparov-Foundation in Genf, an der auch Garri Kimowitsch Kasparow auftrat, für 3000 Euro versteigert.

Alexander Günsberg war 5 Mal verheiratet. Heute lebt er mit seiner Frau Natalya in Wilen bei Zürich und in der Nähe von Crans-Montana in den Walliser Bergen. Er ist Vater von sechs Kindern, die zwischen 1976 und 2012 geboren wurden. Eine seiner Töchter ist die Zürcher Psychotherapeutin Vivi Blum, die an diversen Hochschulinstituten zum Thema ADHS lehrt.

2020 stiftete Alexander Günsberg den ABER Literaturpreis. Der Preis soll an Autoren vergeben werden, die sich in ihren Schriften um die Erinnerung des Holocaust verdient machen. Der Wettbewerb 2020 ist für Kurzgeschichten zum Thema 'aber' ausgeschrieben. JurorenSämtliche Juroren sind auf der Internetseite des Verlages aufgelistet. , Website sind u. a. Edita KochEdita Koch ist eine Verlegerin und Bundesverdienstkreuzträgerein. Sie gibt die Zeitschrift Exil heraus. vgl.: Frankfurter Rundschau, "Das Exil ist in mir", 27. Juli 2016, Roman Grinberg, Gerhard Haase-Hindenberg, Slobodan Despot, Myriam Halberstam.Myriam Halberstam ist Schriftstellerin und Leiterin des Ariella Verlags, Website

Veröffentlichungen Ein offener Brief an den russischen Außenminister Sergej Lawrow, Artikel in der Weltwoche vom 4. Mai 2022 Erinnerung ist Pflicht: Warum der Missbrauch des Holocaust ein Verbrechen ist. Artikel in der Weltwoche vom 11. Juli 2022 Zwei Missverständnisse über das Judentum, die zum Antisemitismus führen. Artikel in der NZZ vom 12. August 2024 Aufstieg, Literaturpreis für Kurzgeschichten des Kantons Baselland 1974, veröffentlicht im Band Ausgezeichnete Geschichten, LÜDIN Verlag Basel, 1975 Geschichten über Liebe, Krieg und Schach, Kurzgeschichten, Verlag Tredition, 2016, ISBN 978-3-7345-4659-4.

Jüdische Erzählungen, mit Illustrationen von Alexander Pavlenko und einem Nachwort von Myriam Halberstam. Aber Verlag, Wilen, 2021. ISBN 978-3-907299-02-9 Jüdische Liebesgeschichten, mit Illustrationen von Astrid Saalmann und einem Nachwort von Edita Koch. Aber Verlag, Wilen, 2021, ISBN 978-3-907299-03-6 Jüdische Feiertagsgeschichten, mit Illustrationen von Astrid Saalmann, einem Glossar der jiddischen Sprache und einem Nachwort von Prof. Werner Abel. Aber Verlag, Wilen, 2021, ISBN 978-3-907299-04-3

Einheit 18, Roman. Aber Verlag, Wilen, L'Affaire Eisenstadt, Roman, französisch, übersetzt von Charles-Henri Combe, Aber Verlag, Wilen, ISBN 978-3-907299-20-3 Das Ende der Schachnovelle, 21 Schachgeschichten, Aber Verlag, Wilen, 2022. ISBN 978-3-907299-05-0

Weblinks

Offizielle Website Urs Heinz Aerni: Schreiben wie ein Großmeister, in: literaturblatt.ch, Rezension mit Interview vom 12. Juli 2019

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