Mantlach bei Velburg (amtlich: Mantlach b.Velburg), bis 1926 Mantlach, ist ein Gemeindeteil der Stadt Velburg im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern und eine Gemarkung. Mantlach war der Hauptort der früheren gleichnamigen Gemeinde.
Geographie Lage Das Dorf liegt im Oberpfälzer Jura der Südlichen Frankenalb auf ca. 528 m über NHN 2 km westlich des Tales der Schwarzen Laber und 1 km nördlich des Lupenbaches. Mantlach ist zu erreichen über eine Verbindungsstraße von der Staatsstraße 2220 her und über eine Gemeindeverbindungsstraße von Finsterweiling her.
Gemarkung Die Gemarkung Mantlach b.Velburg hat eine Fläche von 7,963 km² und ist in 609 Flurstücke aufgeteilt. In der Gemarkung liegen die Gemeindeteile Mantlach, Rammersberg und Vogelbrunn.
Ortsnamendeutung Der Ortsname wird im Zusammenhang mit dem althochdeutschen Wort „mantala“ für „Föhre“ gesehen, bedeutet also Ansiedelung am Föhrengehölz.Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 38 (1923), S. 55
Geschichte Bei Mantlach wurden bronzezeitliche Grabhügel festgestellt.
Mantlach gehört zu den frühen Ausbausiedlungen auf fränkischem Königsland. Vermutlich ist mit dem 1004 erwähnten Ort „Mantalahi“ das heutige Mantlach bei Velburg gemeint, den das Kloster Alte Kapelle zu Regensburg durch König Heinrich II. erhielt.Jehle, S. 6, 24 Um 1231/37 besaß das Amt Velburg zwei Lehen in Mantlach, um 1285 auch die Vogtei.Jehle, S. 236 Um 1300 besaß das Katharinenspital des Stiftes St. Johann zu Regensburg ein Gut in Mantlach.Jehle, S. 241 Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand Mantlach im Amt Velburg aus 12 Anwesen, nämlich 3 Ganzhöfen, 1 Halbhof, 7 Viertelhöfen, 1 „Gütl“ sowie dem gemeindlichen Hirtenhaus.Jehle, S. 484
Im neuen Königreich Bayern (1806) wurden zunächst Steuerdistrikte aus jeweils mehreren Orten gebildet. Mantlach gehörte mit dem Kirchdorf Rammersberg und dem Weiler Vogelbrunn zum Steuerdistrikt Mantlach im Landgericht Parsberg (dem späteren Landkreis Parsberg).Jehle, S. 534 Mit dem zweiten Gemeindeedikt von 1818 wurde dieser Steuerdistrikt zur Ruralgemeinde.Jehle, S. 543, 553 Hierbei blieb es bis zur Gebietsreform in Bayern, als die Gemeinde am 1. Januar 1972 in die Stadt Velburg eingemeindet wurde. Seitdem ist Mantlach b. Velburg, wie die offizielle Ortsbezeichnung lautet, ein amtlich benannter Ortsteil von Velburg.Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799-1980. München 1983, S. 547
Die Kinder gingen spätestens seit dem 19. Jahrhundert 3 km weit in das Pfarrdorf Oberweiling zur Schule, wo der Lehrer um 1835 zugleich Mesner und Organist, später Chorregent und Organist war. 1908 wurde dort ein neues Schulhaus errichtet und das alte verkauft. Um 1938 unterrichteten zwei „weltliche Lehrer“.Popp, S. 126Buchner II, S. 297, 300 1969 wurde Mantlach in den Volksschulsprengel Velburg eingegliedert.
Einwohner- und Gebäudezahl des Ortes Mantlach b. Velburg 1836: 69 Einwohner, 13 Häuser,Popp, S. 126 1861: 71 Einwohner, 25 Gebäude, 1 Kirche, 1871: 65 Einwohner, 34 Gebäude, im Jahr 1873 mit einem Großviehbestand von 4 Pferden und 80 Stück Rindvieh, 1900: 88 Einwohner, 12 Wohngebäude, 1925: 83 Einwohner, 13 Wohngebäude, 1938: 88 Einwohner (Katholiken),Buchner II, S. 298 1950: 88 Einwohner, 13 Wohngebäude, 1961: 61 Einwohner, 12 Wohngebäude, 1987: 67 Einwohner, 12 Wohnhäuser, 12 Wohnungen. Heute sind für 16 Anwesen Hausnummern vergeben.
Einwohner- und Gebäudezahl der Gemeinde Mantlach 1840: 213 Einwohner, 1861: 203 Einwohner, 74 Gebäude, 1871: 210 Einwohner, 38 Wohngebäude, 87 Gebäude, 1900: 231 Einwohner, 36 Wohngebäude, 1925: 219 Einwohner, 35 Wohngebäude, 1950: 234 Einwohner, 38 Wohngebäude. 1961: 195 Einwohner, 39 Wohngebäude. mini|Die Kapelle Mantlachs Kirchliche Verhältnisse Mantlach gehört zur katholischen Pfarrei Oberweiling im Pfarrverband Velburg des Bistums Eichstätt. Diese war unter Pfalz-Neuburg 1548 bis 1620 reformatorisch; den jeweiligen Glaubenswechsel mussten auch die Untertanen in Mantlach vollziehen.Buchner II, S. 294 1734 wurde am Weg nach Buch eine Kapelle errichtet. Als 1777 ein Bauer von Mantlach ein Schauerkreuz ohne Erlaubnis des Pfarrers errichtete, ließ dieser es entfernen; die Beschwerde des Bauern bei der Diözese Eichstätt wurde abgewiesen. 1794 errichtete die Gemeinde ein Schauerkreuz. 1804 befahl der Landesfürst, die Kapelle der Gemeinde niederzulegen; sie wurde 1850 neu erbaut, mit Dachreiter mit „1 Glöcklein“ versehen und 1863 benediziert; sie erhielt die Zelebrationsgenehmigung.Buchner II, S. 296 f., 300Graf, S. 107–109
Baudenkmäler Die Ortskapelle und das Haus Nr. 5, ein Wohnstallhaus aus dem 18./19. Jahrhundert, gelten als Baudenkmäler.Sixtus Lampl und Otto Braasch: Denkmäler in Bayern, Band III: Oberpfalz. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Geländedenkmäler, München: R. Oldenbourg Verlag, 1986, S. 163
Naturdenkmäler Die in der Flur nordwestlich von Mantlach gelegene 17 × 10 m große Doline ist als Geotop Nr. 373R001 im Umweltatlas Bayern verzeichnet.Doline nordwestlich von Mantlach im Umweltatlas Bayern
Literatur
L[eonhard] Graf: Helfenberg. Die Burg und Herrschaft am Faden der Geschichte der Oberpfalz. [Lengenfeld] 1875
Th. D. Popp (Hrsg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836
Weblinks
Ortschronik, ins Netz gestellt von der Freiwilligen Feuerwehr Mantlach
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Velburg Kategorie:Ort im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ersterwähnung 1004 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz