Ernst Wilhelm Joachim Bruchmüller (* 17. Juni 1872 in Genninsch Warthebruch; † 1. März 1935 in Plauen) war ein deutscher Journalist und Kultur- und Studentenhistoriker.
Leben von Wilhelm Bruchmüller Wilhelm Bruchmüller wurde als Sohn des Pfarrers Johann Wilhelm Bruchmüller im neumärkischen Genninsch Warthebruch geboren. Im Alter von zwei Jahren kam er nach Tammendorf. Er besuchte die Gymnasien in Guben (1884–1890) und Stralsund (1890–1892). Im Anschluss studierte er von 1892 bis 1897 Geschichte, Volkswirtschaft und Deutsche Literatur an den Universitäten Greifswald und Leipzig. Während seines Studiums in Leipzig wurde er 1894 Mitglied der Burschenschaft Roter Löwe. Dort wurde er mit einer Arbeit über den sächsischen Kobaltbergbau zum Dr. phil. promoviert. Wie er im Lebenslauf am Schluss seiner Dissertation bekennt, kam die Anregung zu diesem Thema von Karl Lamprecht, der von wesentlichem Einfluss auf ihn gewesen war.
Dass bei seinen ersten Veröffentlichungen häufig der Verlagsort Crossen erscheint, rührt wohl auch aus der Tatsache her, dass er ab 1893 Korrespondent des Crossener Wochenblattes war. Außerdem war er seit 1895 Redakteur der Leipziger Volkszeitung. Seinen Lebensunterhalt verdiente er Überwiegend als Journalist. Nach seiner Promotion arbeitete er kurzzeitig in dem von Heinrich Sohnrey begründeten Ausschuß für Wohlfahrtspflege auf dem Lande. Im Oktober 1898 wurde er Volontär im Stadtarchiv Köln, bevor er 1900 zum Schriftleiter der Sächsischen Zeitung in Leipzig berufen wurde. Nachdem die Zeitung Ende 1918 verkauft worden war, war Bruchmüller als freier Schriftsteller tätig und brachte Beiträge in der Kreuzzeitung, Dem Reichsboten, der Teutschen Tageszeitung, der Täglichen Rundschau, der Deutschen Zeitung sowie in weiteren konservativen Blättern. In den Wirren nach dem Ersten Weltkrieg übernahm Bruchmüller nach dem Schulterschluss von Reichswehr und SPD am 18. August 1919 die Leitung der Pressestelle im Stab des Befehlshabers Leipzig und ab Dezember 1919 die Leitung der Pressestelle des Militärbefehlshabers für Westsachsen und der Brigade XIX. Von 1920 bis zu seinem Tod war er in Plauen im Vogtländischen Anzeiger und Tageblatts gewissermaßen als der Hauptartikelschreiber tätig. 1920 wurde er Vorsitzender des Bezirksvereins Vogtland im Landesverband der Sächsischen Presse, 1933 Leiter des Bezirksverbandes Westsachsen im Reichsverband der Deutschen Presse.
Bei seinen studentenhistorischen Arbeiten hat die Universität Leipzig einen zentralen Platz, wenngleich er sich nicht auf diese Hochschule beschränkte. Seine studentenhistorischen Arbeiten sind auch heute noch von Bedeutung. So schrieb er auch u. a. über Geschichten im Märkischen oder auch über westrheinische Geschichte. Bruchmüller wies der Societas SorabicaDie Landsmannschaft Sorabia-Westfalen Münster sieht sich in der Rechtsnachfolge der Wendischen Predigergesellschaft., die die älteste Studentenverbindung überhaupt ist, ihren landsmannschaftlichen Charakter nach.Reiner Haas: Societas Lusatorum Sorabica: Geschichte der Lausitzer Prediger-Gesellschaft, Norderstedt 2016. S. 209.
Bruchmüller heiratete 1901 Martha Kohtz; gemeinsam hatten sie einen Sohn.
Werke (Auswahl) Die Folgen der Reformation und des 30-jährigen Krieges für die ländliche Verfassung und die Lage des Bauernstandes im östlichen Deutschland, besonders im östlichen Brandenburg und Pommern. Crossen 1897. Der Kobaltbergbau und die Blaufarbenwerke in Sachsen bis zum Jahre 1653. (Dissertation Universität Leipzig) Crossen 1897. [Digital https://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/96216/1/0/] Der Leipziger Student 1409–1909. (Reprint der Originalausgabe zum 500. Universitätsjubiläum), eingeleitet von Holger Boedeker und Monika Schellenberg, Verlag Boedeker & Schellenberg, Langenhagen 2009.Außer einer Kurzbiographie enthält die Einleitung eine Bibliographie der Werke Bruchmüllers ohne allerdings annähernd vollständig zu sein. Beiträge zur Geschichte der Universitäten Leipzig und Wittenberg. Leipzig 1898. Erinnerungen an Rügen und die Ostsee. Greifswald 1899. Märkische Lieder. Crossen 1903. Zur Wirtschaftsgeschichte eines rheinischen Klosters im XV. Jahrhundert. In: Westdeutsche Zeitschrift für Geschichte und Kunst 18 (1899), S. 266–308. Kleine Chronik der Universität Leipzig von 1409–1914. Leipzig 1914. Die älteste bestehende Studentenverbindung im 18. Jahrhundert [Sorabia Leipzig]. (Akademische Rundschau 1917) Das deutsche Studententum von seinen Anfängen bis zur Gegenwart. Berlin-Leipzig 1922. Heinrich von Plauen † 1429. Ein Vorkämpfer des deutschen Ostens vor einem halben Jahrtausend. 1929.
Literatur Bruchmüller, Ernst Wilhelm J., in: Friedhelm Golücke: Verfasserlexikon zur Studenten- und Hochschulgeschichte. SH-Verlag, Köln 2004, ISBN 3-89498-130-X. S. 67–68. Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band II: Künstler. Winter Verlag, Heidelberg 2018, ISBN 978-3-8253-6813-5, S. 98–99.
Weblinks Wilhelm Bruchmüller beim Heimatkreis Crossen / Oder
Einzelnachweise
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