Martin Cremer (* 24. März 1913 in Oberhonnefeld; † 16. Mai 1988) war ein deutscher Jurist und Bibliothekar.

Leben Martin Cremer, geboren im Bezirk Koblenz, besuchte das Gymnasium in Neuruppin und studierte Rechts- und Staatswissenschaften in Kiel, Heidelberg und München. 1935 absolvierte er das Referendarexamen, 1940 das Assessorexamen. 1937 war er an der Universität Kiel Doktorand bei Ernst Rudolf Huber.Kerstin Singer, Ute Frevert: 100 Jahre Hellmut Becker (1913–2013) – Dokumentation der Ausstellung zu Leben und Werk im Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, 2014 (PDF), S. 19–20. Am 1. Juni 1939 wurde er in Kiel, wo er seit 1935 auch als Assistent tätig war, zum Dr. jur. promoviert. Ab 1938 arbeitete er als juristischer Fachredakteur für den F. A. Brockhaus-Verlag in Leipzig.

Von 1945 bis 1948 war Cremer als Regierungsrat im Hessischen Kultusministerium in Wiesbaden tätig. Von 1948 bis 1961 war er Leiter der Westdeutschen Bibliothek (ehemals Preußische Staatsbibliothek) in Marburg und von 1961 bis 1977 Direktor des von ihm gegründeten Instituts für Dokumentationswesen (IDW) in Frankfurt am Main, das von der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) betreut wurde.

Im Jahr 1980 wurde er in Marbach Präsident der Deutschen Schillergesellschaft, des Schiller-Nationalmuseums und des Deutschen Literaturarchivs Marbach.

Er war verheiratet mit Edith Cremer, geborener Neven, und hatte drei Kinder.Cremer, Martin. In: Wer ist wer? : das Deutsche Who’s Who. 12. Ausgabe von Degeners Wer ist’s?. Arani, Berlin 1955.

Schriften (Auswahl) Staatstheoretische Grundlagen der Verfassungsreformen im 14. und 15. Jahrhundert. Robert Noske, Leipzig 1939 (gedruckt in Borna), ; zugleich Rechts- und Staatswissenschaftliche Dissertation Kiel 1939. Westdeutsche Bibliothek (Sammlungen der ehemaligen Preußischen Staatsbibliothek). Aufbau und Entwicklung 1946–1949. Marburg an der Lahn 1950, . Vom amerikanischen Bibliothekswesen. Ein Reisebericht. Marburg an der Lahn 1952, . (Mitarb.): Deutsches Literaturarchiv, Schiller-Nationalmuseum. Die Institute der Deutschen Schillergesellschaft in Marbach am Neckar (= Marbacher Schriften. Band 17). Deutsches Literaturarchiv, Marbach/N. 1982. 400 Jahre Kösel-Verlag 1593 – 1994. Kösel, München 1993, ISBN 3-466-10050-X.

Literatur

Cremer, Martin. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 197. Otto Renkhoff: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. 2. Auflage. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1992. ISBN 3-922244-90-4, S. 114, Nr. 641. Eberhard Lämmert: Gedenken an Martin Cremer. In: Jahrbuch der Deutschen Schillergesellschaft. 32, 1988, S. 425–428. Günther Pflug: Martin Cremer: 1913–1988. In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie. 35, 1988, S. 535–537. Jahrbuch der Deutschen Bibliotheken. Jg. 47. Harrassowitz, Wiesbaden 1977, S. 396.

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