mini|Geflochtene Bänder Duodji ist das traditionelle Handwerk und Kunsthandwerk der Samen. Es umfasst die Herstellung von Kleidung, Küchenutensilien, Werkzeugen und Dekorationsgegenständen. Charakteristisch für das Handwerk ist, dass Naturmaterialien wie Holz, Horn und Leder verwendet werden.

Handwerk Typisch für das Handwerk ist die Nutzung von natürlichen Materialien. Verwendet werden unter anderem Holz, Wurzeln, Birkenrinde, Geweihe, Tiersehnen, Knochen, Pelz und Leder. Insbesondere den Rentieren kommt dabei eine hohe Bedeutung bei der Wahl der Materialien zu. Traditionell wird das gesamte Tier verarbeitet.

Es wird zwischen weichem und hartem Duodji unterschieden. Das „weiche“ Handwerk umfasst Textil- und Lederarbeiten und wird traditionell von Frauen ausgeübt. Dazu gehören Techniken wie Nähen, Weben und Stricken. Zu den eingesetzten Materialien zählen vor allem Leder, Pelz und Wolle. Die Kleidungsstücke werden oft reich mit Perlen- und Zinnfadenstickereien, Fransen und Bändern verziert. Geflochtene Bänder werden unter anderem an Kleidung angebracht oder als Schnürsenkel verwendet. Im Gegensatz dazu wird „hartes“ Duodji, etwa die Verarbeitung von Holz und Knochen, von Männern ausgeführt. Hergestellt werden kleinere Gegenstände wie Becher, Messer und Schmuck sowie größere Gebrauchsgegenstände wie Schlitten. Die Geschlechtertrennung zwischen harten und weichem Duodji geht mittlerweile zurück. In: uit.no. (norwegisch)

Die Traditionen des Handwerks unterscheiden sich regional. Dies ist beispielsweise an den unterschiedlichen samischen Trachten zu erkennen. Als die Samen noch nomadisch lebten, wurde die Herstellung auf das Nötigste beschränkt, um leichter mit den Rentierherden umherziehen zu können.

Während traditionell in vielen Bereichen des Handwerks die Funktionalität im Vordergrund stand, wuchs mit der Zeit die Bedeutung des Kunsthandwerks an.

Begriff Der Begriff Duodji ist nordsamisch, Duodje ist lulesamisch und im Südsamischen heißt das Wort Duedtie. Im Schwedischen und Norwegischen wird statt Duodji auch „samisk slöjd“ bzw. „samesløyd“ (deutsch samisches Handwerk) verwendet. Die Samen verwenden den Begriff Duodji allerdings auch, wenn sie nicht samisch sprechen, da das Wort für sie als schwer in seiner Gesamtheit zu übersetzen gilt. Die Berufsbezeichnung lautet Duojár, Duodjár oder auch Vytnesjæjja.

In den 1950er-Jahren begann man, die Produkte verstärkt an Touristen zu verkaufen. Durch die hohe Nachfrage begannen auch Personen ohne samischen Hintergrund, duodji-ähnliche Gegenstände herzustellen. Seit den 1980er-Jahren gibt es in Norwegen deshalb ein Garantiesiegel, das sogenannte Sámi Duodji-merket, welches garantiert, dass ein Produkt nach traditionellen samischen Handwerksregeln produziert wurde.

Im Jahr 2000 protestierten Samen gegen die Entscheidung des Varanger Samiske Museum, auch Nicht-Samen bei einem Duodji-Wettbewerb die Teilnahme zu erlauben. Es wurde kritisiert, dass man somit Zustände wie in Finnland fördere, wo zu dieser Zeit kein Schutz bestand und von Duodji inspirierte Produkte in Massenproduktion für Touristen hergestellt wurden.

Ausbildung Früher war das Erlernen des Handwerks fester Bestandteil in der Erziehung der samischen Kinder. Heute ist das Berufsbild des Duojár ein Ausbildungsberuf, der in Norwegen etwa an der Samischen Hochschule in Kautokeino erlernt werden kann, wo auch ein Masterprogramm angeboten wurde. In: samas.no. (norwegisch) In Schweden startete das Samernas Utbildningscentrum eine Ausbildungsmöglichkeit in Duodji.

Organisationen Im Jahr 1979 wurde in Norwegen die Duodji-Organisation Sámiid Duodji errichtet. Die Organisation tritt sowohl für die Vermittlung des Handwerks als auch für die Interessen der Duojár ein. In Schweden wurde 1993 die Organisation Sámi Duodji gegründet, die unter anderem für die Bewahrung des samischen Handwerks eintritt.

Weblinks

Duodji im Store norske leksikon (norwegisch) Duodji auf samer.se (schwedisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Kunsthandwerk Kategorie:Samische Kultur