Schafflund (, ) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein.

Geographie Lage Das Gemeindegebiet erstreckt sich nahe der Deutsch-dänischen Grenze im Naturraum der Haupteinheit Schleswiger Vorgeest, einem nördlich gelegenen Teil der Schleswig-Holsteinischen Geest. Das Tal des Schafflunder Mühlenstroms ist eiszeitlichen Ursprungs und wird ab dem Zusammenfluss von Meyner Mühlenstrom und Walsbek gebildet.Kreiskarte Nordfriesland, Ausgabe 2008, Maßstab 1:100.000, Landesvermessungsamt Schleswig-Holstein

Nachbargemeinden Schafflunds Gemeindegebiet liegt umringt von:

Geschichte Schafflund wurde als Schaftling 1477 erstmals erwähnt. Die Bedeutung des Namens ist nicht eindeutig geklärt. Der Ortsname Schafflund könnte aus dem Altnordischen kommen, nämlich vom Wort „skafl“, welches mit dem Possessivsuffix „-ungi“ erweitert somit wohl „Siedlung bei der steilen Dühne“ bedeuten würde. Hier wäre dann eine Binnendüne gemeint.Vgl. Hanswilhelm Haefs: Ortsnamen und Ortsgeschichten in Schleswig-Holstein, 2004, S. 202 Im Dänischen wurde der Ort zu Skovlund. Das dänische Wort Skov bedeutet „Wald“ oder „Forst“. Das Wort Lund bedeutet ebenfalls „Wald“Vgl. Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Thiesholz (vermutlich nicht ganz richtig geschrieben; der Artikel müsste gemäß dem Straßennamen eigentlich Tiesholz heißen) sowie Lundweg und Henningholz, womit der Ortsname wohl „Forstwald“ bedeuten könnte. Es wird jedoch auch vermutet, dass der Name des Ortes „Landstück am Wald“Amt Schafflund, Schafflund; abgerufen am 6. Juni 2014 oder „Waldlichtung“Vgl. [ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein] bedeuten könnte.

Schon in der Mittelsteinzeit suchten Menschen das heutige Gemeindegebiet auf. Das belegen archäologische Funde wie Flintschaber oder querschneidige Pfeilspitzen. Auch in der Jungsteinzeit, der jüngeren Bronzezeit und der Eisenzeit siedelten Menschen in der Umgebung von Schafflund.Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Karl Wachholtz Verlag, Neumünster 1963, S. 530 f. Neben der Trichterbecherkultur der zahlreiche Großsteingräber zugeordnet werden, trat am Ende der Jungsteinzeit die Einzelgrabkultur auf. Zahlreiche Beile, die aufgrund ihrer Form dieser Kultur zugesprochen werden können, sind in der Archäologischen Landesaufnahme für Schafflund verzeichnet. Einige Urnen stammen aus der jüngeren Bronzezeit und der Eisenzeit. Gefundene Eisenschlacken deuten auf die eisenzeitliche Verhüttung hin.

Möglicherweise schon im 14. Jahrhundert wurde in Schafflund eine Wassermühle errichtet. Einen Hinweis auf einen Müller gibt es jedoch erst für das Jahr 1603: J. Reinhusen erwähnte in den „Annales Flensburgensis“ den in Schafflund am 12. Dezember 1603 gestorbenen Godtborch Moller.Gottfried Pöge: Die Wind- und Wassermühlen des Kreises und der Stadt Flensburg. Schleswiger Druck- und Verlagshaus, 1980, S. 104 ff. Ende des 15. Jahrhunderts wurde die Mühle vom Schleswiger Domkapitel übernommen und von diesem am 26. November 1629 „an Gottberg Clausen für 25 Rthlr. jährliches Festegeld verpachtet“.Gottfried Pöge: Die Wind- und Wassermühlen des Kreises und der Stadt Flensburg. Schleswiger Druck- und Verlagshaus, 1980, S. 104 Rund um die Mühle bildete sich der Ort, in dem im 17. Jahrhundert neben Bauern viele Handwerker lebten. Im Jahre 1795 erfolgte die Verkoppelung, bei der die bis dahin gemeinschaftlich genutzte Dorfflur aufgeteilt und als Koppeln an die einzelnen Bauern verteilt wurde.

Ursprünglich gehörte Schafflund zur Karrharde und damit ab 1867 zum Kreis Tondern. Schafflund wurde 1878 durch die preußische Provinzregierung dem Kreis Flensburg zugeordnet.

Im Jahre 1884 wurde die Gemeinde von einem Großfeuer heimgesucht, das 13 Gebäude vernichtete. 1934 richtete der Reichsarbeitsdienst ein Barackenlager in Schafflund ein, das nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst als Kaserne für britische Soldaten und später als Unterkunft für Flüchtlinge diente.

Politik Gemeindevertretung

Bei der Kommunalwahl am 14. Mai 2023 wurden insgesamt siebzehn Sitze vergeben. Die Schafflunder Wählergemeinschaft e. V. erhielt acht Sitze, der SSW fünf Sitze und die SPD und die Grünen je zwei Sitze.

Wappen Blasonierung: „In Gold eine bewurzelte grüne Buche mit vier Fruchtständen, begleitet links von einem roten Mühlrad, rechts von einem nach rechts oben schwimmenden blauen Fisch.“[ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein]

Die Buche im Wappen erinnert daran, dass die Schleswigsche Geest ursprünglich bewaldet gewesen ist. Die Gründung des Ortes im Wald veranlasste möglicherweise auch die Ortsbenennung. Das Mühlrad vertritt die örtliche Wassermühle, die früher eine weit über den Ort hinaus reichende Bedeutung hatte und im Wappen die Verbindung zu der ausschließlich agrarwirtschaftlich bestimmten Vergangenheit des Ortes herstellt. Der Fisch schließlich bezieht sich auf den Ertrag der Fischerei in den Fließgewässern der Gemeinde, insbesondere im Schafflunder Mühlenstrom.

Verwaltung Die Gemeinde ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Amtes.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftsstruktur Als ländlicher Zentralort verfügt die Gemeinde neben der Landwirtschaft über ein umfangreiches Dienstleistungsangebot und verschiedene Gewerbebetriebe.

Seit 1998 ist die Gemeinde Modellprojekt für eine kinderfreundliche Gemeinde, so dass die Kinder bei der Gestaltung und Ausführung kommunaler Maßnahmen mitbestimmen.

Verkehr Durch die Gemeinde Schafflund führt die aktuell nicht betrieblich genutzte Bahnstrecke Flensburg-Weiche–Lindholm. Schafflund hatte zu früherer Zeit einen Haltepunkt.

Sehenswürdigkeiten Ein Schornstein in Schafflund galt bis Ende der 2010er Jahre als nördlichstes Storchennest Europas. Nach einem bis zu 2000 Kilometer langen Flug bezogen Storchenpaare aus Afrika allein von 1962 bis 2017 insgesamt 55 mal den 1,2 m breiten Nistplatz.

In der Liste der Kulturdenkmale in Schafflund stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale, darunter die ehemalige Wassermühle, die vermutlich aus dem 14. Jahrhundert stammt.

Weblinks

Gemeinde Schafflund beim Amt Schafflund

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kreis Schleswig-Flensburg Kategorie:Ort in Südschleswig

Kategorie:Ersterwähnung 1477