Linyuan () ist ein Stadtbezirk von Kaohsiung in der Republik China (Taiwan).

Beschreibung Linyuan ist der am südlichsten gelegene Bezirk Kaohsiungs und liegt an der Grenze zum benachbarten Landkreis Pingtung an der Küste zur Taiwanstraße. Die Grenze bildet der Fluss Gaoping, der hier in die Taiwanstraße mündet. Geologisch besteht das Gelände von Linyuan überwiegend aus Schwemmland, dass durch den Gaoping heranstransportiert worden ist. Im Westen grenzt Linyuan an den Stadtbezirk Xiaogang, im Norden an den Stadtbezirk Daliao und im Osten an die Landgemeinde Xinyuan im Landkreis Pingtung.

Geschichte Die Gegend von Linyuan ist schon seit einigen Tausend Jahren menschlich besiedelt. Die archäologischen Stätten von Fengbitou () oder Zhongkengmen () im Ortsteil Zhongmen zählen zu den bedeutendsten Fundstätten in Südwest-Taiwan. Hier wurden menschliche Artefakte wie verschiedene Steinwerkzeuge gefunden, die auf ein Alter von 4400~6500 Jahren datiert wurden. In den Anfängen der Zugehörigkeit Taiwans zum Kaiserreich China der Qing-Dynastie (ab Ende des 17. Jahrhunderts) war die Gegend von Linbian unter dem Namen Linzibian () bekannt. Nach und nach wurde die Region von Siedlern aus Südchina besiedelt. Die Siedler kamen vor allem aus der Gegend des heutigen Zhangzhou (Provinz Fujian) und brachten von dort auch ihre Bräuche und religiösen Vorstellungen mit, die sich noch heute in den Tempeln Linyuans widerspiegeln. Während der Zeit der japanischen Herrschaft in Taiwan (1895–1945) kam es zu einer Reihe von Verwaltungsreformen, die 1920 zur Bildung des heutigen Linbian führten. Die japanische Verwaltung verkürzte alle Ortsnamen auf zwei Schriftzeichen und aus Linzibian wurde zunächst Linbian. Damit war aber eine Namensgleichheit mit einer Gemeinde im heutigen Landkreis Pingtung gegeben, so dass Linbian in Linyuan („Waldgarten“) umbenannt wurde, was im Japanischen ähnlich ausgesprochen wird. Zur japanischen Zeit war Linyuan ein ‚Dorf‘ (). 1946, nach Übernahme Taiwans durch die Republik China, wurde aus dem Dorf die ‚Landgemeinde Linyuan‘ (). Diese war zunächst in 19 Dörfer () aufgeteilt und gehörte zum neu gebildeten Landkreis Kaohsiung. 1997 wurden die Dörfer Renai, Wenxian, Guangying und Wufu durch Abtrennung von Linyuan, Donglin, Wanggong und Zizhou neu gebildet. Am 25. Dezember 2010 wurde der gesamte Landkreis in die Stadt Kaohsiung eingegliedert und alle Landkreisgemeinden erhielten den Status von Stadtbezirken ().

Bevölkerung Mit etwa 69.600 Einwohnern (2020) gehört Linyuan zu den Stadtbezirken Kaohsiungs mit mittlerer bis höherer Einwohnerzahl. Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Hoklo. Ende 2019 lebten 927 Angehörige indigener Völker hier (1,3 %). Gliederung Linyuans220px|rahmenlos

Verwaltungsgliederung Linyuan ist in 24 Stadtteile (里, Li) untergliedert:

Wirtschaft mini|Blick vom Qingshuiyanshan () im Ortsteil Guangying auf den Petrochemie-Industriepark mini|Zhongyun-Fischereihafen Früher war die Landwirtschaft von großer Bedeutung. Angebaut wurden hauptsächlich Reis und Zuckerrohr. Heute werden vorwiegend Winterzwiebeln, Gurken, „Meinong-Melonen“ () und verschiedene Gemüse angebaut. Es gibt zwei Fischereihäfen: Zhongyun und Shanwei (, in Zhongshan). In der Küstenfischerei werden vor allem Acetes intermedius (eine kleine Garnelenart), Spratelloides gracilis, Glasaale und Großkopfmeeräschen gefangen. Kultiviert werden Haliotis japonica (ein Seeohr), verschiedene Zackenbarscharten, Milchfisch, Barramundi und Leiognathus equulus (eine Ponyfischart).

Linyuan ist ein Zentrum der petrochemischen Industrie in Taiwan. Dieser Industriezweig wurde in den Jahren 1973 bis 1975 im Rahmen einer staatlich gesteuerten Industrieentwicklung in Linyuan angesiedelt und aufgebaut. In dem 404 ha großen Industriepark sind mehr als zwei Dutzend Anlagen von Chemieunternehmen lokalisiert. Die größten Anlagen gehören der CPC Corporation, Taiwan.

Verkehr In Linyuan gibt es drei größere Straßen: die Provinzstraße 17, die von Westen ungefähr parallel zur Küste nach Osten zieht und den Gaoping überquert und die beiden Provinzstraßen 25 und 29, die beide in Nord-Süd-Richtung verlaufen, bevor sie in die Provinzstraße 17 einmünden.

Sehenswürdigkeiten Nahe der Küste befindet sich ein kleiner Naturpark, das Meeresfeuchtgebiet Linyuan (, ), das für das häufige Vorkommen von Borstenwürmern und Quallen bekannt ist.

Im Qingshui-Tempel (, ) im Ortsteil Tantou, der auf das Jahr 1666 zurückgeht, aber mehrfach umgebaut wurde, wird Guanyin verehrt. Der Guangying-Tempel ( ) im gleichnamigen Ortsteil, in dem Xie An verehrt wird, stammt aus dem Jahr 1787, hat aber ebenfalls mehrere Umbauten im Laufe der Zeit erfahren. Der Sanyuan-Tempel ( ) in Zhongcuo ist ein Tempel der drei daoistischen Gottheiten (die drei großen Kaiser) Yao (), Shun () und Yu () aus dem Jahr 1946.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort auf Taiwan Kategorie:Stadtbezirk von Kaohsiung