Kraft Waentig (* 5. Juni 1927 in Großhennersdorf bei Zittau; † 23. Dezember 2017 in Mainz)Traueranzeige in Rhein-Main-Presse vom 30. Dezember 2017 war ein deutscher Unternehmer und Präsident/Ehrenpräsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Rheinhessen.

Leben Waentig wurde in Sachsen als Sohn des Textilindustriellen Rudolf Waentig (verheiratet mit Eleonore, geb. Metzler, Tochter des Arzt Ewald Meltzer) geboren. Als 16-Jähriger Notabiturient wurde er als Flakhelfer verpflichtet, war dann beim Reichsarbeitsdienst und zuletzt bei der Wehrmacht an der Ostfront eingesetzt. Nach Kriegsende zunächst als praktischer Landwirt tätig, wiederholte Waentig 1947 das Abitur und studierte in der Folge an der Universität Leipzig Landwirtschaft. Da ihm nach Abschluss des Studiums als Dipl.-Landwirt eine von ihm angestrebte Hochschullaufbahn aus politischen Gründen verwehrt wurde, floh er 1951 in die Bundesrepublik.

1952 wurde Waentig im Corps Rheno-Nicaria Mannheim aktiv.Verzeichnis Weinheimer Corpsstudenten, 1990, S. 493 Nach frühen Leitungsfunktionen in der Wirtschaft, unter anderem als Bezirksleiter für Großtankstellen bei der Zweigniederlassung Ludwigshafen der Deutschen Shell, wurde er 1954 geschäftsführender Gesellschafter der Waentig & Co. KG einer Eisenwarengroßhandlung in Frankfurt-Höchst. 1955 gründete er eine Zweigniederlassung in Mainz, in die er 1956 den Firmensitz verlegte. Nach der Fusion zur Bolte & Waentig GmbH & Co. KG im Jahre 1970 blieb Waentig weiterhin geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens.

Waentig gehörte über viele Jahre dem Vorstand des Fachverbandes des deutschen Eisenwarenhandels (FDE) und war Vorsitzender des Arbeitskreises Werkzeuge im FDE. Als Jungunternehmer gehörte er über mehrere Jahre dem Vorstand der Wirtschaftsjunioren an. Seit 1978 in der Vollversammlung der IHK für Rheinhessen wurde er 1986 in das Präsidium gewählt und war von 1988 bis 1998 deren Präsident. Hier setzte Waentig sich insbesondere für die Förderung junger Menschen durch berufliche Qualifikation ein. Zudem vertrat er den Ausbau des Autobahnabschnitts Mainzer Ring und die Ausweisung von Gewerbegebieten in Rheinhessen. 1997 beteiligte er sich maßgeblich an der Gründung des Mainz City Managements, für das er noch bis 2006 ehrenamtlich tätig war, davon neun Jahre als Vorsitzender. Waentig war zudem Handelsrichter. Er gehörte dem Rundfunkrat des Südwestrundfunks, dem Kulturfonds Mainzer Wirtschaft, dem Kuratorium der Fachhochschule Mainz, dem Vorstand der Freunde der Universität Mainz e.V. und dem Großen Rat des Gonsenheimer Carneval-Vereins an.

Auszeichnungen Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (überreicht 1990 durch Rainer Brüderle) Wirtschaftsmedaille des Landes Rheinland-Pfalz Ehrenring der Stadt Mainz IHK für Rheinhessen: Verdienstmedaille in Gold, Ehrenpräsident (seit 1998) Ehrenmitglied des Corps Rheno-Nicaria Mannheim (seit 2002)

Literatur Dipl.-Landwirt Kraft Waentig Rheno-Nicariae 65 Jahre. In: Die Wachenburg, 1992, Nr. 3, S. 54 Michael Schick: In memoriam Ehrencorpsbruder Kraft Waentig. In Der Rhein-Neckarländer, 2018, Nr. 1, S. 71-73. Hubert Hofmann: Matrikel des Corps Rheno-Nicaria zu Mannheim, Eigenverlag, 3. Aufl. 2023, Matr.-Nr. 588.

Weblinks Trauer um Kraft Waentig (Nachruf in der Allgemeinen Zeitung vom 29. Dezember 2017)

Einzelnachweise

Kategorie:Unternehmer (20. Jahrhundert) Kategorie:Agronom Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Ehrenringträger der Stadt Mainz Kategorie:Person (Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen) Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1927 Kategorie:Gestorben 2017 Kategorie:Mann