Jidai-geki (jap. , Jidai: „Zeitalter“, geki: „Drama“, „Bühnenspiel“), auch Jidai-geki eiga (, eiga: „Film“) ist ein japanisches Filmgenre, das grob als Historienfilm übersetzt werden kann und dessen Wurzeln im Nō-Theater und Kabuki liegen. Der Begriff wird erstmals 1923 erwähnt.

Bezeichnet werden damit Filme, die vor der Modernisierung Japans mit der Meiji-Zeit spielen. Jidai-geki haben als Schauplatz oft die Edo-Zeit (1603–1868). Filme aus der vorangegangenen Sengoku-Zeit (1477–1573) werden auch als Sengoku-jidai () bezeichnet, und Filme, bei denen Schwertkämpfe im Vordergrund stehen, als Ken-geki (auch Chambara) ().

Geschichte Obwohl es Filme, die in dieses Genre passen, schon seit den Anfängen des japanischen Films gibt, gelangte der Begriff Jidai-geki erst 1923 in den japanischen Sprachgebrauch. Makino Shōzō benutzte den Begriff in jenem Jahr, um seinen Film Woodcut Artist (siehe Holzschnitt) zu bewerben.

Von den vielen tausend Filmen dieses Genres sind außerhalb Japans nur vergleichsweise wenige erhältlich. Vor allem Akira Kurosawa verhalf diesem Genre in der westlichen Welt in den 1950er Jahren zu Bekanntheit.

Ende der achtziger Jahre war die Nachfrage für Jidai-geki-Filme beinahe erloschen, bis Ende der neunziger Jahre Regisseure wie Ryūhei Kitamura (Aragami, Azumi) und Hiroyuki Nakano (Samurai Fiction, Red Shadow) das Genre neu aufleben ließen.

Angeblich hat das Wort Jidai den amerikanischen Regisseur George Lucas so fasziniert, dass er in Anlehnung daran dem Ritterorden in seinen populären Star-Wars-Filmen den Namen Jedi gab.

Bekannte Jidai-geki-Filme 1925: Orochi von Buntarō Futagawa 1928–1929: Roningai von Masahiro Makino 1935: Tange Sazen Yowa: Hyakuman Ryo no Tsubo von Sadao Yamanaka 1937: Humanity and Paper Balloons von Sadao Yamanaka 1952–1954: Jirochō Sangokushi von Masahiro Makino 1954: Die sieben Samurai von Akira Kurosawa 1955–1956: Samurai-Trilogie von Hiroshi Inagaki mit Toshirō Mifune 1962–2003: Die Zatoichi-Reihe mit Shintarō Katsu respektive Takeshi Kitano 1961: Yojimbo von Akira Kurosawa 1962: Harakiri von Masaki Kobayashi 1962: Sanjuro von Akira Kurosawa 1963: Thirteen Assassins von Eiichi Kudo 1964: Three Outlaw Samurai von Hideo Gosha 1966: The Sword of Doom von Kihachi Okamoto 1966: The Secret of the Urn von Hideo Gosha 1966–1967: Samurai Wolf von Hideo Gosha 1969: Goyokin von Hideo Gosha 1969: Hitokiri von Hideo Gosha 1973: Die Okami-Reihe von Kenji Misumi, Buichi Saito, Yoshiyuki Kuroda 1973: Lady Snowblood von Toshiya Fujita 1978: Shogun's Samurai von Kinji Fukasaku 1979: Hunter in the Dark von Hideo Gosha 1980: Kagemusha – Der Schatten des Kriegers von Akira Kurosawa 1981: Samurai Reincarnation von Kinji Fukasaku 1985: Ran von Akira Kurosawa 1985: The Dagger of Kamui von Rintarō 1993: Ninja Scroll von Yoshiaki Kawajiri 1997: Prinzessin Mononoke von Hayao Miyazaki 1998: Samurai Fiction von Hiroyuki Nakano 2002: Samurai in der Dämmerung von Yōji Yamada 2007: Sword of the Stranger von Masahiro Andō 2010: 13 Assassins von Takashi Miike

Siehe auch Japanischer Film, Samuraifilm, Gendai-geki, Shomin-geki

Literatur Joseph L. Anderson, Donald Richie: The Japanese Film. Art and Industry. Princeton University Press, Princeton NJ 1982, ISBN 0-691-00792-6. Stuart Galbraith: The Emperor and the Wolf. The Lives and Films of Akira Kurosawa and Toshiro Mifune. Faber and Faber, New York NY u. a. 2002, ISBN 0-571-19982-8.

Weblinks Begriffserklärung auf kungfucinema.com Jidaigeki Renaissance Projekt: Jidaigeki

Einzelnachweise

Kategorie:Film in Japan Kategorie:Filmgenre