mini|hochkant|Stolpersteine in der Wilhelmstraße Die Liste der Stolpersteine in Crailsheim enthält die Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig in Crailsheim verlegt wurden. Mit ihnen soll an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert werden, die in Crailsheim lebten und wirkten.
Die ersten Verlegungen in Crailsheim erfolgten am 13. November 2012.
Liste der Stolpersteine In Crailsheim wurden bisher 42 Stolpersteine an 17 Adressen verlegt.
Stolperstein Inschrift Standort Name, Leben 120pxHIER WOHNTEMORITZ EPPSTEINJG. 1861DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET 1.1.1943 Schweinemarktplatz 9(vormals Nr. 8) , genannt Moses, wurde am 8. Dezember 1861 in Mönchsroth geboren. Seine Eltern waren Simon Eppstein und dessen Ehefrau Sophie. Er hatte zumindest einen Bruder, Nathan (1865–1942). Er erhielt 1884 die württembergische Staatsbürgerschaft und eröffnete 1888 in Unterdeufstetten eine Manufakturwarenhandlung. Er heiratete Zerline geb. Weinberg, es war seine zweite Ehe. Er hatte zumindest einen Sohn, Siegfried. 1908 übersiedelte er sein Geschäft und seine Familie nach Crailsheim, 1911 erhielt er dort das Bürgerrecht. Die Machtergreifung Hitlers und der NSDAP zerstörte die Lebensgrundlage der Familie und bedrohte das Leben all ihrer Mitglieder. Der Sohn konnte mit seiner Familie konnte Anfang 1938 mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten flüchten. Das betagte Ehepaar begab sich im Mai 1938 in ein jüdisches Altersheim in Würzburg. Am 23. September 1942 wurden Moritz Eppstein und seine Frau nach Theresienstadt deportiert. Er selbst starb dort am 1. Januar 1943, seine Frau am 26. desselben Monats.
Der im Familienverband lebende Jakob Oppenheim, Stiefsohn aus erster Ehe, blieb 1938 in Crailsheim. Er kümmerte sich um den Verkauf des Hauseigentums und wurde bereits im August 1942 nach Theresienstadt deportiert. Er kam dort am 8. März 1943 ums Leben. 120pxHIER WOHNTEZERLINE EPPSTEINGEB. WEINBERGJG. 1868DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET 26.1.1943 Schweinemarktplatz 9(vormals Nr. 8) geb. Weinberg wurde 1868 in Schenklengsfeld geboren. Ihre Eltern waren Hirsch Weinberg (1832–1905) und Rachel Rosalie geb. Kuh (1829–1869). Sie hatte drei Brüder und zwölf Halbgeschwister. Sie heiratete den Manufakturwarenhändler Moritz Eppstein, geboren 1861. Die Machtergreifung Hitlers und der NSDAP zerstörte die Lebensgrundlage ihrer Familie und bedrohte das Leben all ihrer Mitglieder. Das betagte Ehepaar flüchtete im Mai 1938 aus der Stadt und übersiedelte in ein jüdisches Altersheim in Würzburg. Am 23. September 1942 wurden Moritz Eppstein und seine Frau nach Theresienstadt deportiert. Ihr Ehemann starb dort am 1. Januar 1943, sie selbst am 26. desselben Monats.
Ihr Bruder Magnus Weinberg, geboren 1867, ein Rabbiner, und dessen Frau Judith wurden ebenfalls in Theresienstadt ermordet. Für beide wurden in der Wirsbergstraße 16 in Würzburg Stolpersteine verlegt. 120pxHIER WOHNTEALICE BERTHAESSINGERJG. 1908DEPORTIERT 1941RIGAERMORDET 1942 Karlstraße 4 wurde am 7. Oktober 1908 in Crailsheim geboren. Ihre Eltern waren Max Essinger (1880–1942) und Selma geb. Löwenberger (1883–1942). Gemeinsam mit ihren Eltern wurde sie in das KZ Jungfernhof nahe Riga verschleppt. Dort wurde ihre Mutter am 21. Januar 1942 ermordet, sie selbst und ihr Vater zehn Wochen später, am 31. März 1942.
Auch ihr Großvater, Jakob Essinger, wurde im Zuge der Shoah vom NS-Regime ermordet. 120pxHIER WOHNTEJAKOB ESSINGERJG. 1850DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET 25.11.1942 Marktplatz 2 wurde am 13. Dezember 1850 in Oberdorf geboren. 1874 heiratete er in Crailsheim Sophie geb. Stern (1851–1916), die aus Michelbach an der Lücke stammte. Das Ehepaar hatte acht Kinder, von denen vier jedoch bereits im Kindesalter starben. Es überlebten Sara Selma (geb. 1879), Max (geb. 1880), Fritz und Salli. 1910 übergab er das Essinger’sche Haus in der Karlstraße 4 an den Sohn Max und wohnte fortan mit seiner Frau zur Miete im ersten Stock eines städtischen Hauses am Marktplatz 2. Am 5. November 1916 verstarb die Ehefrau, 1924 beendete er seine Geschäftstätigkeit als Viehhändler und Metzger. Damals war er 73 Jahre alt. Das NS-Regime, welches sich ab Januar 1933 etablierte, hatte keinerlei Respekt vor dem Alter oder vor Gebrechlichkeit. Am 26. Juni 1933 wurde dem alten Mann per Gemeinderatsbeschluss die Wohnung gekündigt. Wahrscheinlich übersiedelte er in das Haus des Sohnes und wurde von seiner Tochter, Sara Selma Batzner, gepflegt. Sie jedoch flüchtete 1939 in die Vereinigten Staaten, wo bereits ihre Kinder lebten. Am 28. Juli 1939 wurde Jakob Essinger in das jüdische Altersheim von Herrlingen gebracht, wo er knapp drei Jahre lang lebte. Am 17. Juni 1942 folgte die Verlegung nach Oberstotzingen, im August 1942 die Deportation nach Theresienstadt, wo er am 25. November 1942 sein Leben verlor.
Sohn Max, Schwiegertochter und Enkeltochter wurden in Lettland ermordet. Tochter Sara Selma und ihre Familie überlebten in den Vereinigten Staaten. 120pxHIER WOHNTEMAX ESSINGERJG. 1880DEPORTIERT 1941RIGAERMORDET 1942 Karlstraße 4 wurde am 31. Oktober 1880 in Crailsheim geboren. Seine Eltern waren Jacob Essinger (1850–1942) und Sophie geb. Stern (1851–1916). Er hatte drei Geschwister, Sara Selma (geb. 1879), Fritz und Salli. Er heiratete Selma geb. Löwenberger. Das Paar bekam eine Tochter, Alice Bertha (geb. 1908). Gemeinsam mit Frau und Tochter wurde er in das KZ Jungfernhof nahe Riga verschleppt. Dort wurde seine Frau am 21. Januar 1942 ermordet, er selbst und seine Tochter zehn Wochen später, am 31. März 1942.
Der Vater wurde in Theresienstadt ermordet. Seine Schwester Sara Selma konnte in die Vereinigten Staaten flüchten. 120pxHIER WOHNTESELMA ESSINGERGEB. LÖWENBERGERJG. 1883DEPORTIERT 1941RIGAERMORDET 1942 Karlstraße 4 geb. Löwenberger wurde am 18. Februar 1883 in Michelbach an der Lücke geboren. Ihre Eltern waren Simon und Friedericke Löwenberger. Sie hatte drei Geschwister, Wolf (geb. 1881), Martha (geb. 1888) und Bernhard (geb. 1992). Sie heiratete Max Essinger. Das Paar hatte eine Tochter, Alice Bertha (geb. 1908). Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Tochter wurde sie in das KZ Jungfernhof nahe Riga verschleppt und dort am 21. Januar 1942 ermordet.
Auch Ehemann, Tochter und ihr jüngster Bruder, Bernhard, wurden vom NS-Regime im Zuge der Shoah ermordet, Mann und Tochter in Riga, der Bruder in Treblinka. Wilhelmstrasse 27 geb. Pappenheimer Wilhelmstrasse 27 Webergasse 12 Webergasse 12 geb. Biering, Lange Strasse 27 Lange Strasse 27 geb. Mayer, Lange Strasse 27 Lange Strasse 27 120pxHIER WOHNTEHEDWIG HALLHEIMERGEB. OTTENHEIMERJG. 1896DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET INAUSCHWITZ Untere Ludwigstraße 4 geb. Ottenheimer wurde am 2. März 1896 in Heinsheim geboren. Ihre Mutter war Emma Ottenheimer geb. Strauss. 1925 heiratete sie den Viehhändler Karl Hallheimer aus Crailsheim und zog zu ihm, in sein Elternhaus. Die Ehe blieb kinderlos. Ihr Ehemann war in den 1930er Jahren Privatier. Im 1937 zog Hedwig Hallheimers Mutter zu Tochter und Schwiegersohn. Das Haus ihres Ehemannes wurde zu einem Judenhaus umstrukturiert. Am 28. Juli 1942 mussten sie, ihr Ehemann und ihre Mutter das eigene Haus verlassen und nach Laupheim übersiedeln, wo sie Quartier in der Wendelinsgrube nehmen mussten. Am 23. August 1942 wurde die Familie mit dem Transport XIII/1 von Stuttgart nach Theresienstadt deportiert. Die Transportnummern waren 586, 587 und 600. In Theresienstadt verlor Hedwig Hallheimer zuerst die Mutter, dann den Ehemann. An den unmenschlichen und unhygienischen Haftbedingungen und den Folgen der Unter- und Mangelernährung verloren Emma Ottenheimer am 23. Mai 1943 und Karl Hallheimer am 21. April 1944 ihr Leben. Die Witwe wurde am 9. Oktober 1944 mit Transport Ep nach Auschwitz deportiert. Sie bekam die Transportnummer 485 und wurde in Auschwitz ermordet.Die jüdische Gemeinde Laupheim und ihre Zerstörung, Zwangseingewiesene Personen, abgerufen am 1. Juni 2021holocaust.cz: HEDWIG HALLHEIMER, abgerufen am 1. Juni 2021 120pxHIER WOHNTEKARL HALLHEIMERJG. 1891DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTERMORDET 21.4.1944 Untere Ludwigstraße 4 wurde am 13. Juni 1891 in Crailsheim geboren. Sein Vater war der Viehhändler, Metzger und Gastwirt Abraham Hallheimer, genannt Albert, und auch er wurde Viehhändler. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er für das Deutsche Reich, wurde zweimal verwundet und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Er kam als Kriegsverwundeter in seine Heimatstadt zurück. 1925 heiratete er Hedwig geb. Ottenheimer, geboren 1896 in Heinsheim, und zog mit ihr ins elterliche Haus. Die Ehe blieb kinderlos. In den 1930er Jahren war er Privatier. 1937 zog die Schwiegermutter, Emma Ottenheimer, im Haushalt ein. Am 28. Juli 1942 musste das Ehepaar nach Laupheim übersiedeln, wo sie in ein Altersheim in der Wendelinsgrube einziehen mussten. Am 23. August 1942 wurden beide mit dem Transport XIII/1 von Stuttgart nach Theresienstadt deportiert. Ihre Transportnummern waren 586 und 587. Karl Hallheimer verlor am 21. April 1944 dort sein Leben.