Taiping () ist ein Bezirk () der Stadt Taichung auf Taiwan, Republik China.

Lage Der Stadtbezirk Taiping liegt östlich angrenzend der historischen Kernstadt von Taichung (in den Grenzen vor 2010). Taiping ist der nach Heping flächenmäßig zweitgrößte Bezirk Taichungs und steht in Bezug auf Einwohnerzahl nach Dali ebenfalls an zweiter Stelle. Die benachbarten Stadtbezirke sind Xinshe im Nordosten, Beitun im Norden, der Nord- und Ostbezirk im Westen, Dali im Südwesten sowie Wufeng im Süden. Im Osten grenzt Taiping an die Gemeinde Guoxing des Landkreises Nantou.

Der östliche Teil Taipings wird überwiegend von den Dahengping-Bergen (Dahengpingshan, ), einem südlichen Zweig des Xueshan-Gebirges westlich des Flusses Dajiaxi (). Die Berge sind durch relativ steile Berghänge gekennzeichnet, die eine Höhe von 900 bis 1200 Metern erreichen. Die mit 1205 Metern höchste Erhebung () liegt an der Grenze zu Guoxing. Westlich der Dahengping-Berge – von diesen getrennt durch die Tamaopu-Shuangtung-Verwerfung () – beginnt das Berg- oder Hügelland von Wufeng (Wufengshan ), dessen durchschnittliche Höhe bei weniger als 400 Metern liegt. Der Westen Taipings (das urbane Zentrum) liegt im eigentlichen Taichung-Becken (). Dieser Teil macht etwa ein Fünftel der Gesamtfläche aus, besteht überwiegend aus Schwemmland und hat eine mittlere Höhe über dem Meeresspiegel von 100 Metern. Es gibt mehrere Richtung Westen und Süden fließende Bäche, die Zuflüsse des Dalixi () sind.

Taiping gehört zur subtropischen Klimazone. Die niedrigsten Temperaturen werden mit im Mittel etwa 16 °C im Januar (minimal im Mittel 10 °C) und die höchsten im August mit im Mittel etwa 28 °C (maximal im Mittel 32 °C) gemessen. Der Regen konzentriert sich auf die Monate Mai bis August und in den drei Monaten Juni bis August fallen mehr als die Hälfte des Jahresniederschlags. In diesen Monaten führen die Bäche große Wassermengen. Die Monate Oktober bis Dezember sind am trockensten.

Geschichte Zum Ursprung des Ortsnamens Taiping (), was als „größter Frieden“ übersetzt werden kann (es gibt je nach Kontext noch andere Übersetzungsmöglichkeiten), existieren zwei Theorien: zum einen soll der Name den Wunsch nach Frieden angesichts der ständigen Auseinandersetzungen zwischen han-chinesischen Einwanderern und autochthoner indigener Bevölkerung in der Region ausgedrückt haben, und zum anderen soll die Gegend während des japanisch-chinesischen Krieges von 1895/96 kampflos durch die japanischen Invasoren in Besitz genommen worden sein, was zur Benennung geführt haben soll. Zu japanischen Zeit erfolgte 1920 eine grundlegende Verwaltungsreorganisation in Taiwan, die zur Basis der heute existierenden Verwaltungseinheiten wurde. Taiping wurde in seinem heutigen Grenzen als ‚Dorf‘ () in der Präfektur Taichū gebildet. Nachdem Taiwan nach Ende des Zweiten Weltkrieges zur Republik China gekommen war, wurde aus dem ‚Dorf‘ eine ‚Landgemeinde‘ () und aus der Präfektur der Landkreis Taichung (die Kernstadt Taichung blieb dagegen kreisfrei). Im Jahr 1996 überschritt die Einwohnerzahl Taipings die Marke von 150.000 und Taiping erhielt am 1. August 1996 den Status einer Stadt (). Damals war es die größte Stadt auf Kreisebene in Taiwan. Der Landkreis Taichung wurde am 25. Dezember 2010 aufgelöst und vollständig in die Stadt Taichung eingegliedert, deren Einwohnerzahl dadurch auf über 1,5 Millionen anstieg, wodurch Taichung den Status einer ‚regierungsunmittelbaren Stadt‘ () erlangte. Alle ehemaligen Landkreisgemeinden (Städte, Stadtgemeinden, Landgemeinden) wurden zu Stadtbezirken ().

Bevölkerung Im März 2020 hatte Taiping 194.202 Einwohner. Darunter befanden sich 3219 Angehörige indigener Völker, entsprechend einem Bevölkerungsanteil von 1,7 %. Die größten Gruppen bildeten dabei die Amis (1226), Atayal (439), Paiwan (587), und Bunun (568).

Gliederung von Taiping300px mini|Anyingshan (, 997 m, ) mini|Zentrum von Taiping, ( – Shuixiao-Straße Richtung Norden) mini|Bezirksamt von Taiping mini|Guangxing-Tempel Verwaltungsgliederung Taiping ist in 39 Ortsteile (里, Li) unterteilt:

Wirtschaft Basis der Wirtschaft ist die Industrie, in der 43 Prozent aller Beschäftigten tätig sind. Die Industrieproduktion umfasst vor allem Maschinenbau, Investitionsgüter, Aluminium- und Kunststoffprodukte. Die Einrichtung des Gewerbegebiets Taiping () hat viele Gewerbebetriebe angezogen, so dass Taiping heute eines der Zentren der industriellen Produktion in Taichung ist.

In östlichen Berggebiet wird vorwiegend Landwirtschaft betrieben. Die wichtigsten Spezialitäten sind Japanische Wollmispel (Ernte von Februar bis April), Longan (von August bis September), Litschi (Zeitraum von Mai bis Juli) und Bambussprossen (April bis Oktober), sowie Bananen (ganzjährig). Zur besseren Vermarktung findet seit 2003 alljährlich im März/April das Wollmispel-Festival () statt.

Verkehr Hauptverkehrsader ist die Provinzstraße 74 im Westen von Taiping, die auch einen größeren Abschnitt der westlichen Bezirksgrenze bildet. Von Westen nach Osten führt die Stadtstraße 136 durch das Bergland in Richtung Guoxing. Parallel zur Provinzstraße 74, aber weiter ostwärts verläuft in Nord-Süd-Richtung die Stadtstraße 129. In den westlich angrenzenden Bezirken bestehen Haltebahnhöfe der Längslinie der Taiwanischen Eisenbahn.

Höhere Bildungseinrichtungen Taiping ist Standort der Technischen Chinyi-Nationaluniversität (NCUT, , ). Die Universität ging aus einer 1971 gegründeten höheren technischen Schule hervor, die später in staatliche Regie übernommen wurde und 2007 den Status einer Nationaluniversität erhielt.

Besonderheiten In den ländlicheren Regionen Taipings bestehen Möglichkeiten des Naturtourismus. Das Tun-Bezirk-Kunstzentrum (, engl. Tun District Art Center, ) im Ortsteil Guanghua ist das zentrale Kulturzentrum für darstellende Kunst in Taichung. Das Hauptgebäude ist ein Mehrzweck-Aufführungssaal mit 1150 Sitzplätzen, außerdem gibt es ein experimentelles Theater mit 200 Sitzplätzen, sowie Ausstellungs- und Konferenzräume. Es gibt drei ältere Tempel in Taiping: den Taihe-Tempel (, ) im Ortsteil Taiping, einen Mazu-Tempel, der auf das Jahr 1866 zurückgeht, den Shenghe-Tempel (, ) im Ortsteil Toubian, ein weiterer Mazu-Tempel, und den Guangxing-Tempel (, ) im Ortsteil Xinglong, einen Tempel des chinesischen Volksglaubens, in dem Wang Ye () verehrt wird.

Weblinks

Einzelnachweise

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