Reckenhofen ist ein ehemaliger Gemeindeteil der Gemeinde Oberweiling (heute Stadt Velburg) im bayerischen Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz. Es ist mittlerweile im Nachbarort Finsterweiling aufgegangen.

Lage Reckenhofen ist der nordöstliche Teil von Finsterweiling und dort an der Reckenhofener Straße zu lokalisieren. Es ist noch immer (Stand 2020) baulich von Finsterweiling etwas abgesetzt.

Geschichte „Rechenhouen“ ist erstmals um 1231 urkundlich fassbar, in einem Urbar des seit 1217 wittelsbachischen Amtes Velburg, das dort eine Lehengut hatte.Jehle, S. 237 Für 1288 ist urkundlich erwähnt, dass die Ehrenfelser, die die Herrschaft Helfenberg innehatten, verpfändete Güter u. a. in Reckenhofen (den Maierhof) an den Bayernherzog Ludwig zurückgaben.Jehle, S. 157, 311 Im Jahr 1432 sicherte Herzog Johann dem Nürnberger Karthäuserkloster Steuerfreiheit für ihr Gut in Reckenhofen zu.Jehle, S. 240 Der Weiler bestand um 1600 aus fünf Gütern, wobei auf einem ein Nürnberger Untertan saß.Jehle, S. 265

Am Ende des Alten Reiches, um 1800, unterstand Reckenhofen, aus nunmehr 3 großen und 5 kleineren Anwesen bestehend, nach wie vor hochgerichtlich dem Pflegamt Velburg, das ab 1505 pfalz-neuburgisch war.Jehle, S. 485 Im Königreich Bayern wurde der Weiler um 1810 Teil des neu gegründeten Steuerdistrikts und der späteren Ruralgemeinde Oberweiling.Jehle, S. 534,556 Zwischen 1950 und 1964 verlor Reckenhofen seine Eigenständigkeit als Ortsteil und wurde mit dem benachbarten Finsterweiling zusammengefasst. Im amtlichen Ortsverzeichnis von 1987 ist er nicht mehr erwähnt.Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Stand 1987

Im Zuge der bayerischen Gebietsreform wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Oberweiling und damit auch Finsterweiling/Reckenhofen in die Stadt Velburg eingegliedert.

Einwohnerentwicklung In Reckenhofen wohnten 1836 59 Einwohner (9 Häuser)Th. D. Popp (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 126 1861 57 EinwohnerJoseph Heyberger: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon, München 1867, Sp. 797 1871 44 Einwohner (19 Gebäude; an Großviehbestand 35 Stück Rindvieh)Vollständiges Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern ... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dez. 1875, München 1877, Sp. 980 1900 31 Einwohner (7 Wohngebäude)Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern... [nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1900], München 1904, Sp. 903 1925 35 Einwohner (5 Wohngebäude)Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928, München 1928, Sp. 911 1938 492 Einwohner (nur Katholiken)Buchner II, S. 298 1950 38 Einwohner (6 Wohngebäude)

Ortsname Der Ortsname kann als „Hof eines Recko“ oder als Hof an der „recke“ (= Waldstreifen) gedeutet werden.Sammelblatt des Historischen Vereins Eichstätt 38 (1923), S. 73

Kirchliche Verhältnisse Reckenhofen gehörte zum Sprengel der katholischen Pfarrei Oberweiling im Bistum Eichstätt, die heute dem Pfarrverband Velburg zugehörig ist. Von 1548 bis 1620 war mit Pfalz-Neuburg die Pfarrei und damit auch die Bewohner von Reckenhofen evangelisch.Popp, S. 126; Buchner II, S. 294–299

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Velburg) Kategorie:Ersterwähnung 1231 Kategorie:Ort im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz