Hans-Georg Paffrath (* 12. April 1922 in Düsseldorf; † 18. September 2013 ebenda)Todesanzeige in der Rheinischen Post (PDF) war ein deutscher Kunsthändler und Galerist.
Leben Hans-Georg Paffrath war Sohn des Düsseldorfer Galeristen und Kaufmanns Hans Paffrath (1877–1958) und dessen Ehefrau Eleonore Paffrath, geborene Theegarten (1896–1926). Er wuchs in Düsseldorf auf, wo der Großvater Georg Paffrath (1847–1925) 1914 die 1878 übernommene Kunsthandlung als Galerie Paffrath an der Königsallee 46 eröffnet hatte. Die Familie wohnte in den Obergeschossen des vom Architekten Hermann vom Endt entworfenen Gebäudes. Hans-Georg besuchte ein Realgymnasium und eine Kavallerie-Schule (Er betrieb später Reitsport). 1948 trat er in den väterlichen Kunsthandel ein. Er baute ihn wieder auf und überführte das Geschäft in eine offene Handelsgesellschaft. 1952 gehörte er zu den Gründern des Rheinischen Kunsthändler-Verbands, der ihm später die Ehrenmitgliedschaft verlieh. 1970 zählte er zu den Initiatoren der Westdeutschen Kunstmesse, die erstmals am Düsseldorfer Ehrenhof veranstaltet wurde und danach jährlich abwechselnd in Köln und Düsseldorf stattfand.Gudrun Schmidt-Esters: Bildende Kunst. In: Barbara Budrich, Andreas Kost, Ulrike Sommer, Johannes Varwick: NRW-Lexikon: Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Recht, Kultur. Leske + Budrich, Opladen 2000, ISBN 978-3-322-97444-0, S. 37.
Während der Reiterspiele der Olympischen Sommerspiele 1956 hielt Paffrath um die Hand von Helena Baronesse Åkerhielm (1938–2017)Todesanzeige in der Rheinischen Post (PDF) an, der schwedischen Juniorenmeisterin im Dressurreiten, die er 1955 in einem Düsseldorfer Reitstall kennengelernt hatte. Die beiden wurden ein Paar und bekamen zwei Söhne und drei Töchter.
Im Jahr 1958 übernahm er die Galerie von seinem verstorbenen Vater.Anna Klapheck: Vom Notbehelf zur Wohlstandskunst. Kunst im Rheinland der Nachkriegszeit. DuMont, Köln 1979, ISBN 978-3-7701-1165-7, S. 144 ff. In dieser Stellung setzte er sich dafür ein, die Werke der Düsseldorfer Malerschule, die damals von der modernen Malerei überschattet waren, zu vertreten. 1971 erwarb er ein Porträt Oswald Achenbachs, das dieser 1843 von dessen Bruder Andreas gemalt hatte. 1976 gelang es ihm, bedeutende Gemälde dieser Malerschule, die Arbeiter vor dem Magistrat von Johann Peter Hasenclever und Die schlesischen Weber von Carl Wilhelm Hübner, in den Vereinigten Staaten zu erwerben.Andreas Rossmann: Mäzen der Malerschule. Nachruf vom 27. September 2013 im Portal faz.net, abgerufen am 25. April 2020 Ende der 1970er Jahre unterstützte er den Kunsthistoriker Wend von Kalnein als Leihgeber und Berater bei den Vorbereitungen zur Ausstellung Die Düsseldorfer Malerschule, die 1979 in Düsseldorf und Darmstadt stattfand.Wend von Kalnein: Die Düsseldorfer Malerschule. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1979, ISBN 3-8053-0409-9, S. 10 Er war zuletzt Komplimentär der Galerie G. Paffrath KG. Zudem war er Mitglied im Vorstand des Rheinischen Kunsthändler-Verbands. 1987 übergab er die Leitung der Galerie an seinen ältesten Sohn, den 1959 in Düsseldorf geborenen Hans Paffrath.
Hans-Georg Paffrath war katholisch, ab 1958 verheiratet mit Anna Paffrath, geborener Akerhielm, hatte fünf Kinder, starb 2013 im Alter von 91 Jahren und wurde im Familiengrab auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof bestattet.
Ehrungen Im Jahr 1977 wurde Paffrath zum königlich-schwedischen Honorarkonsul ernannt, 1983 zum HonorargeneralkonsulKunsthandel: Hans-Georg Paffrath 80. In: Beaux-arts du monde, Band 72, Ausgaben 4–6, 2002, S. 257 für Nordrhein-Westfalen. Für seine Leistungen verlieh ihm das schwedische Außenministerium die Verdienstmedaille. Außerdem erhielt er von König Carl XVI. Gustaf das Komturkreuz des Nordstern-Ordens. Am 19. Mai 1994 verlieh ihm Ministerpräsident Johannes Rau den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen., Webseite im Portal land.nrw, abgerufen am 25. April 2020
Literatur Paffrath, Hans-Georg. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 926. Paffrath, Hans-Georg. In: Herrmann A. L. Degener, Walter Habel: Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. Schmidt-Römhild, Lübeck 1995, ISBN 978-3-7950-2017-0, S. 1001. Hans Paffrath (Hrsg.): Die Galerie. 150 Jahre Galerie Paffrath. Galerie Paffrath, Düsseldorf 2017, ISBN 978-3-7700-6022-1.
Einzelnachweise
Kategorie:Galerist Kategorie:Unternehmer (Düsseldorf) Kategorie:Unternehmer (20. Jahrhundert) Kategorie:Honorarkonsul Kategorie:Träger des Nordstern-Ordens (Kommandeur) Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1922 Kategorie:Gestorben 2013 Kategorie:Mann