Die UniCredit Bank Austria AG (Eigenschreibweise UniCredit) ist ein österreichisches Kreditinstitut mit Sitz in Wien. Sie tritt am Markt unter der Marke Bank Austria auf und ist seit 2005 eine Tochtergesellschaft der italienischen Großbank Unicredit.

Die UniCredit Bank Austria ist als Universalbank in Österreich aktiv und bietet Finanzdienstleistungen für Privat- und Firmenkunden sowie die öffentliche Hand an. Die Zentrale der Bank befindet sich auf dem Austria Campus in der Leopoldstadt.

Unternehmensgeschichte mini|Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Bank Austria in der Lassallestraße im Nordbahnviertel, Wien 2

Gründung der Bank Austria 1991 Aus dem Zusammenschluss der Zentralsparkasse, der größten Sparkasse Österreichs im Eigentum der Gemeinde Wien, und der zu diesem Zeitpunkt wirtschaftlich angeschlagenen Länderbank, deren Alleinaktionärin die Republik Österreich war, entstand 1991 die Bank Austria Aktiengesellschaft. Das aus dieser Fusion hervorgegangene Institut war die größte Bank Österreichs, noch vor der Creditanstalt-Bankverein.

Neugründung 1996 und Übernahme der Creditanstalt 1996 beteiligte sich die deutsche WestLB mit 9,1 % an der damaligen Bank Austria Aktiengesellschaft. Nachdem (nach jahrelanger Diskussion) der 51-%-Staatsanteil an der Creditanstalt zur Privatisierung ausgeschrieben worden war, bekam die Bank Austria trotz heftiger politischer Querelen und Interventionsversuche im Jänner 1997 den Zuschlag für umgerechnet 1,25 Mrd. Euro. In der Folge führte dieser Verkauf beinahe zu einer Aufkündigung der damaligen rot-schwarzen Koalition (Bundesregierung Klima) seitens der ÖVP. Im Gegenzug verkaufte die Bank Austria/Anteilsverwaltung Zentralsparkasse (AVZ) für 8,24 Mrd. ATS (ca. 600 Mio. Euro) die Mehrheit an der GiroCredit an die Erste österreichische Spar-Casse (heute Erste Bank AG). Im Februar 1998 verkaufte der Bund sein letztes Aktienpaket an der Creditanstalt, bis September wurden die verbliebenen Aktien in solche der Bank Austria getauscht, die ab diesem Zeitpunkt alleine an der Wiener Börse notierten.

Mit Verschmelzungsvertrag vom 4. Juni 1998 wurde die Creditanstalt AG (FN 53960d) am 24. September in die ursprüngliche Bank Austria Aktiengesellschaft (FN 046868z) verschmolzen.Verschmelzung der Creditanstalt AG (FN 53960d) in die Bank Austria Aktiengesellschaft alt (FN 046868z). Verschmelzungsvertrag und HV-Beschluss vom 4. Juni 1998, eingetragen am 24. September 1998 im Firmenbuch am Handelsgericht Wien (Firmenbuchmeldung online auf wirtschaft.at, abgerufen am 2. November 2023).

Zuvor wurden der BA-Geschäftsanteil an der LB Fonds Beratungsgesellschaft m.b.H. in Wien, die beiden Auslandsfilialen der Bank Austria (Teilbetrieb Filiale New York Non Treasury Business-Commercial Trade and Assets) und der Creditanstalt (Teilbetrieb Filiale Greenwich Non Treasury Business-Commercial Trade and Assets Cayman Islands), sowie der Bank-Austria-Vermögensteil Teilbetrieb Auslandsgeschäft in die Bank Austria Creditanstalt International AG (FN 162356i) eingebracht.Einbringungsverträge vom 27. Mai und Hauptversammlungsbeschlüsse vom 1. Juli 1998 zur Einbringung der BA- und CA-Auslandsfilialen in die Bank Austria Creditanstalt International AG (FN 162356i). Eingetragen im FB des HG Wien am 1. September 1998 (Firmenbuchmeldung online auf wirtschaft.at, abgerufen am 2. November 2023).

Mit gleichzeitiger Umfirmierung der Bank Austria Aktiengesellschaft in BA Holding AG wurden durch Übertragung des „Betriebes ‚Unternehmen BA‘“ gemäß Spaltungs- und Übernahmsvertrag vom 4. September 2000 die bisherige Bank Austria (alt),Verschmelzung der Bank Austria Aktiengesellschaft alt (FN 046868z) in die Sparkasse Stockerau Aktiengesellschaft (FN 150714p; die heutige Unicredit Bank Austria AG). Verschmelzungsvertrag vom 4. September und HV-Beschluss vom 27. September 2000, eingetragen am 7. November 2000 im Firmenbuch am Handelsgericht Wien (Firmenbuchmeldung online, abgerufen auf wirtschaft.at am 2. November 2023). sowie – nach mehreren weiteren Übertragungen von Auslandsunternehmen des alten BA-CA-Konzerns in diese – auch die Bank Austria Creditanstalt International AG (FN 162356i)Verschmelzung der Bank Austria Creditanstalt International AG (FN 162356i) in die Sparkasse Stockerau Aktiengesellschaft (FN 150714p). Verschmelzungsvertrag vom 4. September und HV-Beschluss vom 27. September 2000, eingetragen am 7. November 2000 im Firmenbuch am Handelsgericht Wien (Firmenbuchmeldung online, abgerufen am 2. November 2023). in die am 18. September 1996 gegründete Sparkasse Stockerau Aktiengesellschaft (FN 150714p) verschmolzen. Letztere, deren Sitz zuvor von Stockerau in die BA-Zentrale in Wien verlegt wurde,Sitzverlegung der Sparkasse Stockerau Aktiengesellschaft vom Sparkassaplatz in Stockerau (Firmenbuch am Landesgericht Korneuburg) an den BA-Hauptsitz in der Vorderen Zollamtsstraße in Wien mit HV-Beschluss vom 8. August 2000, eingetragen am 15. September 2000 im Firmenbuch am Handelsgericht Wien (Firmenbuchmeldung online, abgerufen am 2. November 2023). wurde gleichzeitig mit den Verschmelzungen in Bank Austria Aktiengesellschaft umfirmiertVerschmelzungen der Unternehmensteile der alten Bank Austria in die Sparkasse Stockerau Aktiengesellschaft (FN 150714p), sowie deren gleichzeitige Umfirmierung in Bank Austria Aktiengesellschaft, die heutige Unicredit Bank Austria AG. Verschmelzungsverträge vom 4. September und HV-Beschluss vom 26. September 2000, eingetragen am 7. November 2000 im Firmenbuch am Handelsgericht Wien (Firmenbuchmeldung online, abgerufen am 2. November 2023). und ist damit als Bank Austria neu die heutige Unicredit Bank Austria AG. Der nunmehr verbliebene Firmenmantel der BA Holding AG (FN 046868z) wurde mit Wirkung vom 2. Februar 2001,Löschung der BA Holding AG, FN 046868z (Firmenbuchmeldung online im wirtschaft.at, abgerufen am 2. November 2023). sowie der der Bank Austria Creditanstalt International AG mit Wirkung vom 7. November 2000 im Firmenbuch gelöscht.

Nach weiteren Übernahmen und Verschmelzungen aus dem BA-Konzern erfolgte bei gleichzeitiger Umfirmierung der Bank Austria Aktiengesellschaft in Bank Austria Creditanstalt AG mit 13. August 2002 eine neuerliche Verschmelzung durch Übernahme einer Creditanstalt AG (FN 147551m).Verschmelzung mit der Creditanstalt AG (FN 147551m) mit der Bank Austria Aktiengesellschaft (FN 150714p) bei gleichzeitiger Umfirmierung zu Bank Austria Creditanstalt AG mit Hauptversammlungsbeschluss vom 21. Mai 2002, eingetragen im Firmenbuch am 13. August 2002 (Firmenbuchmeldung online im wirtschaft.at, abgerufen am 2. November 2023). Mit Wirkung vom 27. September 2008 wurde die Bank Austria neu in die heutige Unicredit Bank Austria AG umfirmiert.Umfirmierung der Bank Austria Creditanstalt AG (FN 150714p) in Unicredit Bank Austria AG mit Hauptversammlungsbeschluss vom 31. August 2008, eingetragen im Firmenbuch am 27. September 2008 (Firmenbuchmeldung online im wirtschaft.at, abgerufen am 2. November 2023).

Übernahme durch Bayerische Hypo- und Vereinsbank 2000 Die Bayerische Hypo- und Vereinsbank übernahm im Jahr 2000 die Bank Austria durch Aktientausch. Die Bank Austria notierte letztmals im Februar 2001 an der Wiener Börse (letzte Notiz: 62 Euro). Infolgedessen wurden Beteiligungen ausgetauscht, wobei die Osteuropa-Beteiligungen überwiegend zur Bank Austria kamen, die west- und außereuropäischen Beteiligungen zur Bayerischen Hypo- und Vereinsbank. Nach der gesellschaftsrechtlichen Verschmelzung der Bank Austria mit der Creditanstalt im Jahre 2000 firmierte der neue Bankkonzern bis 1. April 2008 unter Bank Austria Creditanstalt AG (BA-CA). Im März 2003 wurde ein Teilbörsengang der BA-CA beschlossen, die Erstnotiz der Aktie erfolgte im Juli 2003 in Wien. Die Bank notierte als erstes ausländisches Unternehmen mit Zweitnotiz an der Warschauer Wertpapierbörse., S. 8

Übernahme durch Unicredit 2005, Akquisitionen mini|Die ehemalige Zentrale der Bank Austria am Schottenring. Im Juni 2005 wurde bekannt, dass die italienische Großbank Unicredit die HVB, und damit auch die BA-CA übernehmen werden würde. Im Juli 2006 erwarb die Unicredit die bisher von der HVB gehaltene 77,5 % Beteiligung an der BA-CA. Ende 2006 übernahm die Bank Austria Creditanstalt AG im Wege einer Kapitalerhöhung in Form von Aktien der Gesellschafterin Unicredit Italiano aus den Teilbetrieben des Mittel- und OsteuropageschäftsKapitalerhöhung der Bank Austria Creditanstalt AG durch Einbringung von Aktien als Sacheinlage der Gesellschafterin Unicredit Italiano mit Vorstandsbeschluss vom 4. Dezember 2006 und Eintragung im Firmenbuch am 17. März 2007 (Firmenbuchmeldung online, abgerufen am 2. November 2023). die Rolle als Osteuropa-Subholding der Unicredit Group. 2007 wurde die Neuordnung des Osteuropageschäftes abgeschlossen, die BA-CA war nun das Kompetenzzentrum für Osteuropa mit Ausnahme Polens. 2006 wurde auch die eigene Fondsgesellschaft der Bank Austria, die Capital Invest, in die Unicredit-Fondsgruppe Pioneer integriert.

Die kroatische Splitska banka, die 2002 von der Bank Austria um 132 Mio. Euro erworben worden war, wurde im Zuge der Eingliederung in die Unicredit an die französische Société Générale um rund 1 Mrd. Euro veräußert, um den EU-Kartellrichtlinien gerecht zu werden, da die Unicredit bereits Mehrheitseigentümerin des kroatischen Marktführers Zagrebačka banka war, die wie die anderen Beteiligungen in Zentral- und Osteuropa an die Bank Austria übertragen wurde.

Im Dezember 2006 wurde der Kaufvertrag zur Übernahme der russischen Aton-Bank für 424 Mio. Dollar (per Wechselkurs Mitte Dezember d. J. 322 Mio. Euro) unterschrieben. Im Jahr 2007 übernahm die Bank Austria von der nunmehrigen Schwestergesellschaft HVB sowie einigen Minderheitsaktionären 100 % der Anteile an der International Moscow Bank (später in ZAO Unicredit Bank umbenannt), eine der größten Auslandsbanken in Russland. Außerdem wurden 2007 und 2008 große Banken in Kasachstan (ATFBank) und der Ukraine (Ukrsotsbank) erworben, wobei die kasachische Beteiligung 2014 wieder verkauft wurde.

Während der Finanzkrise im Jahr 2007 konnte die Bank Austria ihren Fortbestand ohne direkte staatliche Unterstützung sicherstellen.

Neuer Markenauftritt, Immobilienverkauf 2008 mini|Logo von 2002 bis 2007 Seit 1. April 2008 besitzen die Bank und ihre Tochtergesellschaften einen neuen Markenauftritt. Gesellschaftsrechtlich firmierte die Bank mit Wirkung vom 27. September 2008 in Unicredit Bank Austria AG um.Änderung der Firma von Bank Austria Creditanstalt AG auf Unicredit Bank Austria AG. HV-Beschluss vom 31. Juli 2008, eingetragen am 27. September 2008 im Firmenbuch am Handelsgericht Wien (Firmenbuchmeldung online im wirtschaft.at, abgerufen am 2. November 2023). Die Logos wurden auf Unicredit-Gruppenstandard gebracht, auch die identitätsstiftende „rote Welle“ – das bisherige Firmenlogo – wurde durch den zum Pfeil stilisierten Unicredit „Einser auf roter Kugel“ ersetzt. Die Dachmarke Unicredit Group sollte ebenso etabliert werden. Der außenwirksame Markenname wurde auf Bank Austria vereinfacht, wodurch die Creditanstalt aus dem Bild des Unternehmens nach außen verschwindet. Die Schriftart wurde der der Mutter angepasst. Eine derartige Änderung wurde in allen Unicredit-Unternehmen zeitgleich umgesetzt, daher hat auch die HypoVereinsbank ein neues Logo bekommen. In den Zentral- und Osteuropa-Töchtern der Bank Austria wurde diese Markenanpassung bereits vollzogen.. Presseinformationen, Bank Austria, 20. September 2007