Berge ist eine Gemeinde im Landkreis Prignitz in Brandenburg (Deutschland). Sie gehört dem Amt Putlitz-Berge mit Sitz in der Stadt Putlitz an.
Geografie Die Gemeinde befindet sich an den südlichen Ausläufern der Ruhner Berge an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern. An der östlichen Gemeindegrenze entspringt der Schlatbach, der in südliche Richtung fließt und bei Perleberg in die Stepenitz mündet.
Gemeindegliederung Zur Gemeinde gehören fünf bewohnte Gemeindeteile: Berge Grenzheim Kleeste Muggerkuhl Neuhausen
Außerdem gehört zur Gemeinde der Wohnplatz Simonshof.
Geschichte Die heutigen Ortsteile gehörten seit 1817 zum Kreis Westprignitz in der Provinz Brandenburg.
Groß Berge und Klein Berge wurden 1938 zur Gemeinde Berge zusammengeschlossen. Berge lag dann ab 1952 im Kreis Perleberg im DDR-Bezirk Schwerin. Grenzheim erstritt diese Namensführung seit 1919, wurde in der Frühgeschichte lange unter „Swynekave“ geführt.Schweinekofen. West-Prignitz, In: H. Klinckmüller: Deutsche Gemeinde-Zeitung. Vierunddreißigster Jahrgang 1895, Begründet von Hermann Stolp, P. Stankiewicź, Berlin 1895, S. 62.Grenzheim, Hrsg. Amt Putlitz-Berge. 2025. Kleeste gilt als Runddorf nach den führenden Konservatoren des frühen 20. Jahrhunderts um Theodor Goecke als im Ursprung slavische Siedlung. Um 1800 saßen im Dort acht Ganzbauern, zwei Büdner und acht Einlieger. Auch soll ein Rittergut bestanden haben.Theodor Goecke, Paul Eichholz, Friedrich Solger, u. a.: Die Kunstdenkmäler des Kreises Westprignitz. In: Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. Band 1 / 1, Voss, Berlin 1909, S. 139., In: Internet Archive. Muggerkuhl: Hier entwickelte sich Anfang des 20. Jahrhunderts aus einem kleineren gutsherrlichen Besitz ein konventionelles Rittergut.Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. . Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts, Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. in: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher, Band VII, 4. Auflage, (Letzte Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe), Selbstverlag von Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 160. Eigentümer wurde der Offizier, zuletzt Oberstleutnant a. D., Werner von Eberhardt, Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1941. Dreinddreißigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 139 f. Siehe: FamilySearch (Kostenfrei). dessen Vater Gaspard von EberhardtTodes-Annonce Gaspard von Eberhardt, In: Constantin v. Altrock: Militär-Wochenblatt. Unabhängige Zeitschrift für die deutsche Wehrmacht. 1928, Nr. 1, 113. Jahrgang, E. S. Mittler und Sohn, Berlin, den 4. Juli 1928, S. 25. und Großvater Heinrich von Eberhardt Generäle waren.Walter von Hueck, Erik Amburger, Hans Friedrich von Ehrenkrook et al.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser B (Briefadel). 1968. Band VIII, Band 41 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1968, S. 48 ff. Neuhausen war lange ein Gutsdorf, zunächst in der Hand des Adelsgeschlechts von Rohr, nachfolgend der Familie von Winterfeld und bis zur Bodenreform als Erbe kurz an die briefadelige Familie von Busse. Simonshof, als Ackergehöft, ist spätestens 1855 ersterwähnt.Sophie Wauer (Red.), Christa Plate (Mitarb.): Die Ortsnamen der Prignitz. 1. Auflage, In: Brandenburgisches Namenbuch, 6; In: Berliner Beiträge zur Namenforschung, 7; Böhlau, Weimar, 1989, ISBN 3-7400-0119-4, S. 298. Reprint (Online-Ressource): De Gruyter, Berlin 2024. ISBN 978-3-11-270885-9. 1861 wurden (statistisch) drei Einwohner genannt.Richard Boeckh: Ortschafts-Statistik des Regierungs-Bezirks Potsdam mit der Stadt Berlin. Dietrich Reimer, Berlin 1861, S. 248.
1971 wurde Neuhausen, 1972 Kleeste und 1973 Grenzheim nach Berge eingemeindet.Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Prignitz. S. 34.
Zum 1. August 1992 wechselten die Ortsteile Pampin und Platschow zur Gemeinde Ziegendorf in Mecklenburg-Vorpommern. Seit 1993 gehört die heutige Gemeinde Berge zum brandenburgischen Landkreis Prignitz.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1939 433 1946 707 1950 634 1964 595 1971 697 1981 1 203 1985 1 154 Jahr Einwohner 1990 1 081 1995 1 002 2000 1 004 2005 899 2010 793 2015 770 2020 743 Jahr Einwohner 2021 711 2022 715 2023 723 2024 715 2025 707
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Prignitz (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, seit 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Berge besteht aus zehn Gemeindevertretern und der ehrenamtlichen Bürgermeisterin. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 72,5 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Aktive Bürger für die Gemeinde Berge 73,3 % 7 100 % 10 Wählergemeinschaft 93 20,0 % 2 – – Kreisbauernverband Prignitz 6,7 % 1 – – Insgesamt 100 % 10 100 % 10
Bürgermeister 1998–2003: Bernd-Uwe Arndt 2003–2019: Werner EckelKommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 31 seit 2019: Susanne Scherfke-Weber
Scherfke-Weber wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 65,8 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 Am 9. Juni 2024 wurde sie ohne Gegenkandidat mit 87,4 % der gültigen Stimmen in ihrem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Ihre Amtszeit beträgt fünf Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)
mini|Ehemalige Ziegelei im Gemeindeteil Muggerkuhl
Sehenswürdigkeiten In der Liste der Baudenkmale in Berge (Prignitz) stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Denkmäler (Auswahl): Dorfkirche Berge Dorfkirche Neuhausen Schloss Neuhausen ist ein sehenswertes Herrenhaus in der Gemeinde.
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Berge liegt an der Landesstraße L 10 nach Perleberg und der L 104 nach Putlitz.
Der Bahnhof Berge (Prign) und der Haltepunkt Neuhausen lagen an der Westprignitzer Kreisringbahn, die 1975 stillgelegt wurde. Auf der Bahnstrecke Berge–Putlitz mit dem Bahnhof Berge (Prign) und den Haltepunkten Grenzheim und Muggerkuhl wurde der Verkehr 1968 eingestellt.
Bildung Im Ort sind eine Kindertagesstätte sowie eine Grundschule vorhanden.
Söhne und Töchter der Gemeinde Robert Günther (1874–nach 1932), Politiker (DNVP)
Literatur
Weblinks
Gemeinde Berge beim Amt Putlitz-Berge Neuhausen in der RBB-Sendung Landschleicher vom 23. September 2007
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Prignitz