Wollin ist eine Gemeinde im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Sie gehört zum Amt Ziesar mit Sitz in der Stadt Ziesar an.

Geografie rahmenlos|200px|links Die Gemeinde Wollin liegt im Westen des Landes Brandenburg. Sie grenzt unmittelbar südlich an die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel, das Oberzentrum der Region. Durch die Gemeinde fließt das Verlorenwasser mit seinem Nebenfluss Briesener Bach westlich des Dorfes und die Temnitz im Osten. Das Verlorenwasser ist Nebenfluss der Buckau, die Temnitz Nebenfluss der Plane, die zur Havel entwässern. Teile der östlichen Gemarkung Wollin sind Teil des Freien Havelbruchs.

Wollins Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn Wenzlow und Brandenburg an der Havel im Norden, Kloster Lehnin und Golzow im Osten, Bad Belzig im Süden und Gräben im Südwesten. Die Gemeinde liegt im Baruther Urstromtal und auf dem Nordhang des Flämings. Südlich des Dorfes liegt der Eichelberg.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde Wollin gehören die Wohnplätze Brückermark, Friesdorf, Grüne Aue, Puffs Mühle und Ziegelei Friesdorf.Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg. Gemeinde Wollin

Geschichte mini|hochkant=0.8|links|Bronzezeitliche Schmuckscheibe, Fundplatz Wollin, Archäologisches Landesmuseum Brandenburg mini|hochkant=1.2|Wollin im Hochstift Brandenburg Als erster Beleg für die Nennung in historischen Quellen ist eine Urkunde des brandenburgischen Markgrafen Otto V. vom 5. Januar 1372 anzusehen, in welcher das Dorf Wollin an den Bischof des Bistums Brandenburg übertragen wurde. Eine weitere Erwähnung fand Wollin in der Urkunde des Bischofs Dietrich III. am 3. Mai 1374. Wollin lag bis 1571 im Hochstift Brandenburg, dem Reichsfürstentum der BischöfeGustav Abb und Gottfried Wentz: Das Bistum Brandenburg. Erster Teil, In: Germania sacra, Berlin und Leipzig 1929, Walter de Gruyter, S. 67., welches anschließend im Kurfürstentum Brandenburg aufging.

Wollin gehörte ab 1773 zum Ziesarschen Kreis im Herzogtum Magdeburg und ab 1806 in der Provinz Sachsen. 1826 wurde der Ziesarsche Kreis aufgelöst und Wollin gehörte in der Folge zum Landkreis Jerichow I mit Burg als Kreisstadt. Im Juli 1950 erfolgte die Umbenennung in Kreis Burg. Durch die DDR-Verwaltungsreform vom 23. Juli 1952 wurde Wollin eine Gemeinde im Kreis Brandenburg-Land des Bezirks Potsdam. Nach der Wende 1990 entschieden sich in einer Bürgerumfrage die meisten Wolliner Bürger für eine Zugehörigkeit zum Land Brandenburg und nicht zu Sachsen-Anhalt. Die letzte Veränderung gab es 1993 – Wollin liegt seitdem im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 857 1890 857 1910 857 1925 857 1933 829 1939 842 Jahr Einwohner 1946 1 008 1950 1 003 1964 892 1971 838 1981 930 1985 906 Jahr Einwohner 1990 886 1995 873 2000 956 2005 950 2010 909 2015 860 Jahr Einwohner 2020 850 2021 846 2022 827 2023 828 2024 805 2025 803

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oberhavel (PDF) S. 14–17Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember). Ab 2011 auf Basis des Zensus 2011. Ab 2022 auf Basis Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Wollin besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Einzelbewerber Siegfried Sehl 21,5 % 1 17,5 % 1 Freie Bürger und Bauern 8,4 % 1 14,0 % 1 Einzelbewerber Benjamin Tornow – – 13,2 % 1 Einzelbewerberin Simone Brieseck 6,9 % 1 10,6 % 1 Einzelbewerberin Inis Hartmann 12,1 % 1 9,7 % 1 Einzelbewerber Jens Haase 8,0 % – 9,0 % – Einzelbewerber Falko Genth 8,0 % 1 8,9 % 1 Einzelbewerber Alexander Baier 6,4 % 1 7,1 % 1 Einzelbewerber Karsten Hübscher 7,1 % 1 5,3 % 1 Einzelbewerberin Karina Schulz – – 4,6 % – Einzelbewerberin Gabi Tischer 6,9 % 1 – – Einzelbewerber Dennis Kutz 5,9 % – – – Einzelbewerber André Wündrich 5,7 % – – – Einzelbewerberin Marita Thierling 3,1 % – – – Insgesamt 100 % 8 100 % 8

Jens Haase kandidierte bei den Wahlen 2019 und 2024 sowohl als Gemeindevertreter als auch als Bürgermeister. Da er die Wahl zum Bürgermeister annahm, blieb nach § 60 (3) des Brandenburgischen KommunalwahlgesetzesBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz § 60 sein Sitz in der Gemeindevertretung unbesetzt.

Der Stimmenanteil von Siegfried Sehl entsprach sowohl 2019 als auch 2024 zwei Sitzen, daher blieb jeweils einer der Sitze in der Gemeindevertretung unbesetzt.

Bürgermeister 1998–2003: Peter Seeger 2003–2008: Theodor TschurschKommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 31 2008–2019: Gunar WildemannKommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen, S. 11 seit 2019: Jens Haase

Haase wurde bei der Wahl zum ehrenamtlichen Bürgermeister am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 56,0 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.§ 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=0.8|Dorfkirche Wollin Die Dorfkirche und das Pfarrhaus sind denkmalgeschützt. Die Bodendenkmale sind in der Liste der Bodendenkmale in Wollin (Fläming) aufgeführt.

Verkehr Wollin liegt an der Landesstraße L 94 zwischen Görzke und Wenzlow. Durch das Gemeindegebiet führt die Autobahn A 2 (Ruhrgebiet–Berlin) mit der Anschlussstelle Wollin.

Söhne und Töchter der Gemeinde Rudolf Zabel (1876–1939), Reiseschriftsteller Karl Gropler (1923–2013), SS-Unterscharführer, Kriegsverbrecher Horst Dieter (1930–2001), Althistoriker

Weblinks

Gemeinde Wollin beim Amt Ziesar

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1372