Baten Kaitos: Die Schwingen der Ewigkeit und der verlorene Ozean (jap. ; Baten Kaitos von arabisch batn qaytus – „Bauch des Meeresungeheuers“Viele Begriffe aus Baten Kaitos sind anderen Sprachen entnommen, bevorzugt dem Arabischen. Außerdem bezeichnen einige Begriffe gleichzeitig einen Stern.) ist ein japanisches Computer-Rollenspiel (JRPG). Gemeinschaftlich von Monolith Soft und tri-Crescendo entwickelt, wurde es erstmals 2003 in Japan von Namco für den Nintendo GameCube herausgebracht sowie 2004 in Nordamerika und 2005 in Europa. Für die Veröffentlichung in Australien 2005 war Nintendo verantwortlich.
Die Handlung des Spiels folgt Kalas, einem jungen Mann, der in einer Fantasy-Welt – bestehend aus in der Luft schwebenden Inseln – gegen ein böses Imperium kämpft. Der Spieler nimmt in der Handlung die Rolle eines Schutzgeistes ein. Die Spielmechanik von Baten Kaitos unterscheidet sich von der vieler anderer Rollenspiele, da sie sich auf Spielkarten fokussiert, die im Spiel als „Magnus“ bezeichnet werden. Das auf Basis dieser Magnus ablaufende Kampfsystem ist rundenbasiert. Die Hintergrund-Grafiken des Spiels sind vorberechnet, die Zwischensequenzen werden hingegen in Echtzeit berechnet. Der Soundtrack des Spiels stammt aus der Feder von Motoi Sakuraba.
Baten Kaitos wurde überwiegend positiv bewertet. Kritiker lobten das innovative Spielkonzept, die Grafik sowie die Musik, während einige Rezensenten Handlung und Charaktere als klischeebelastet und wenig herausragend sowie die englische Sprachausgabe als minderqualitativ kritisierten. Obwohl die Verkaufszahlen weit unterhalb den Erwartungen des Herstellers lagen, folgte 2006 ein ausschließlich in Japan und Nordamerika veröffentlichter Nachfolger namens Baten Kaitos Origins.
Handlung Szenario Baten Kaitos handelt in einer Fantasiewelt „voller Farbe, Bewegung und außergewöhnlichem Design“, die aus am Himmel schwebenden Inseln besteht. Den Bewohnern dieser Welt sind im Laufe der Evolution Schwingen gewachsen. Eine weitere Eigenart der Spielwelt sind sogenannte Magnus. Dabei handelt es sich um Karten, die die Essenz eines physischen Gegenstandes enthalten und aus denen diese Objekte beliebig rekonstruiert werden können.
Der primäre Protagonist des Spiels ist für weite Teile der als selbstsüchtig und lümmelhaft beschriebene 18-jährige Kalas, der mit nur einer Schwinge geboren wurde und daher eine zweite, künstliche besitzt. Der Spieler selbst übernimmt in der Handlung eine die Vierte Wand brechende Rolle. Er ist ein Schutzgeist,Im Spiel trägt der Schutzgeist den Namen, den der Spieler zu Beginn des Spieles festgelegt hat. der aus einer anderen Dimension stammt und mit Kalas kommunizieren kann. An einigen Stellen der Handlung unterhalten sich die Charaktere mit dem Schutzgeist, wobei der Spieler eine Antwort auswählen muss. Je nachdem, für welche Antworten sich der Spieler entscheidet, wird das Verhältnis zwischen ihm und der Spielfigur geändert. Dies wirkt sich durch leichte Vorteile während eines Kampfes aus.
Tausend Jahre vor den eigentlichen Ereignissen im Spiel wütete Legenden zufolge eine böse Gottheit namens Malpercio, welche den Ozean, in dem der mächtige Wal lebte, aufgesogen habe. Mächtigen Magiern sei es gelungen, den bösen Gott zu bezwingen und in fünf sogenannten End-Magnus-Karten zu versiegeln. Weil die alte Erde vom Kampf verdorben war, erhoben sich mehrere Stücke aus dem Boden und begannen, angetrieben von je einem der End-Magnus, im Himmel zu schweben. Damit kehrte der Friede zurück.
Handlungsverlauf Die eigentliche Spielhandlung beginnt damit, wie der 18-jährige Protagonist KalasKalas’ Name leitet sich von ab, der japanischen Bezeichnung für Raben und Krähen. im Fahlmondwald auf der Insel Sadal SuudDie Insel ist nach dem Stern Sadalsuud benannt, dessen Bezeichnung sich mit Glück des Glücks übertragen lässt. bewusstlos aufgefunden und vom Arzt Larikush versorgt wird. Angetrieben vom Drang, sich am Imperium AlfardAlfard ist nach dem Stern Alphard benannt. Der Sternname stammt vom Arabischen , das übersetzt „der Alleinstehende“ bedeutet. für den Tod seines Großvaters und seines Bruders zu rächen, kehrt er in den Wald zurück und trifft auf die 17-jährige, naiv wirkende Xelha.Xel Há ist der Name einer Maya-Ruine und bedeutet in der Sprache Mayathan in etwa Wasserquelle. Versehentlich entfesseln die beiden einen End-Magnus, der daraufhin vom Imperium gestohlen wird. Kalas und Xelha fliehen gemeinsam zu der Insel Diadem, wo sie von den bösen Machenschaften des Imperiums erfahren. Der Imperator Geldoblame plant demnach, alle fünf End-Magnus aufzuspüren und so Malpercio wiederzuerwecken. Da der End-Magnus von Sadal Suud bereits in Geldoblames Besitz ist, versuchen sie, die übrigen End-Magnus in Sicherheit zu bringen.Diadem ist der historische Name des Sternes Alpha Comae Berenices.
Im Laufe der Handlung schließen sich vier Personen Kalas und Xelha an: der Fischer Gibari, der verstoßene imperiale Botschafter Lyude, die ehemalige imperiale Soldatin Savyna und der Große Mizuti, ein maskiertes magisches Wesen. Die Gruppe bereist nach und nach auf der Suche nach den End-Magnus die fünf großen Inselnationen Sadal Suud, Diadem, Anueue,Als einzige der fünf großen Nationen stammt der Name Anuenue nicht von einem Stern, sondern aus der Hawaiischen Sprache, wo das Wort übersetzt Regenbogen bedeutet. MiraMira ist nach dem gleichnamigen Stern benannt. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und heißt wundersam. und letztlich das Imperium Alfard. Als sie hier ankommen, befinden sich trotz ihrer Bemühungen alle End-Magnus in der Hand des Imperiums und Geldoblame befreit Malpercio. Bei dem Versuch, sich die Macht des bösen Gottes einzuverleiben, stirbt der Imperator. Es erscheint die Enkelin des Herzogs von Mira, Melodia, die sich als wahre Drahtzieherin entpuppt. Bereits vor den Spielereignissen hat sie Kalas auf ihre Seite gezogen, der somit die ganze Zeit seine Freunde hinterging, um die Macht eines Gottes zu erlangen.
Der Schutzgeist verlässt Kalas und schließt sich Xelha an, woraufhin die fünf Gefährten entkommen und Kalas zurücklassen. Die Gruppe reist ohne ihn zur sagenumwobenen Insel Wazn.Wazn, im Arabischen Gewicht, ist der Eigenname des Sterns Beta Columbae. Hier offenbart sich Xelha als letzte Eiskönigin von Wazn. In einem späteren Aufeinandertreffen mit Kalas versucht Xelha, ihn mit einem alten Relikt aus Malpercios Kontrolle zu retten. Dies scheitert zunächst, Kalas jedoch gelingt es anschließend, der Kontrolle durch Melodia und Malpercio zu entgehen und wieder auf die gute Seite zu schreiten. Der Große Mizuti hält währenddessen Malpercio auf und offenbart sich danach als weibliche Angehörige der Kinder der Erde, den Nachkommen der alten Magier, die einst den bösen Gott bezwangen. Noch heute leben die Kinder der Erde auf den Überbleibseln der alten Erde, wohin die Gruppe nun reist. Hier erhalten sie ein Relikt zur Zerstörung Malpercios und kämpfen erneut erfolgreich gegen Malpercio.
Hiernach zieht sich Melodia mit ihren Schergen in die Festung Cor Hydrae zurück. Kurz danach reist Kalas zu Larikush, dem Arzt, der ihn zu Handlungsbeginn versorgt hatte. Larikush erzählt ihm, dass er vor vielen Jahren zusammen mit Kalas' Großvater Georg für das Imperium an einem perfekten Lebewesen forschte, das aus einem Magnus geboren werden solle. Das missglückte Ergebnis dieser Forschungen war Kalas. Da das Imperium forderte, Kalas zu töten, täuschten Georg und Larikush ihren Tod vor und flohen. Georg lebte fortan mit Kalas in Mira, wo sein dem Imperium angehöriger Sohn Giacomo ihn zwei Jahre später tötete.
Bald darauf greifen alle Inseln vereint Cor Hydrae an. Dies ermöglicht eine Konfrontation mit Malpercio, aus der Kalas und seine Freunde zunächst siegreich hervorgehen. Melodia verschmilzt jedoch mit dem bösen Gott, sodass ein noch stärkeres göttliches Wesen entsteht. Mit vereinten Kräften besiegen Kalas und seine Freunde Malpercio in seiner finalen Form. Kalas schafft es dabei, auch Melodia vom Einfluss des Gottes zu befreien. Es gelingt ihnen, gemeinsam Malpercios Existenz zu beenden und so das Ende der Welt abzuwenden. Die Inseln stürzen wieder auf die Erde und Friede kehrt ein.
Nach einer großen Feier begibt sich Xelha mit Kalas zurück zum Fahlmondwald und erklärt ihm, dass der lange verlorene Ozean der alten Erde die ganze Zeit an seiner Seite war; als Eiskönigin von Wazn trage sie den vergessenen Ozean in sich. Um der wiederhergestellten Welt den Ozean zurückzugeben, müsse Xelha durch Kalas' Hand sterben. Dabei taucht der für tot geglaubte Geldoblame auf, der kraft seines Willens eins mit der Welt geworden ist. Zwar können Kalas und Xelha Geldoblame in seiner finalen Form besiegen, geschwächt durch den Kampf stirbt Xelha jedoch. Da die alte Welt somit wiederhergestellt ist, verschwinden die Schwingen der Menschen. Zum Schluss verabschieden sich einige Handlungsträger vom Schutzgeist, der diese Dimension verlässt.
Spielbeschreibung Spielmechanik mini|Eine GameCube-Konsole mit Controller Der Spieler steuert die Spielfigur mit dem Analog-Stick des Nintendo-GameCube-Controllers im dreidimensionalen Raum. Für weite Teile des Spiels handelt es sich dabei um Kalas; in einem Abschnitt hingegen steuert der Spieler Xelha. Mithilfe der Aktionstaste kann die Spielfigur mit ausgewählten Objekten und NPCs interagieren. Die Umgebungen werden in einer fixierten, nicht durch den Spieler veränderbaren Perspektive dargestellt. Die Kamera folgt den Bewegungen der Spielfigur, indem sie mitscrollt oder in die Umgebung hineinzoomt.
Die meisten Orte bestehen aus mehreren Bildschirmen mit unterschiedlichen Kameraeinstellungen. Andere Orte werden mit vorangehendem Spielfortschritt freigeschaltet und können danach über eine Oberweltkarte ausgewählt werden. Zwischen den verschiedenen Inseln kann der Spieler nicht selbständig reisen, sondern nur durch spezielle Spielereignisse; das heißt, die Reihenfolge, in der die Inseln erkundet werden, ist linear. Im späteren Verlauf des Spiels gibt es Möglichkeiten, die Inseln nach eigenem Belieben zu erkunden. Nach Entwicklerangaben soll das Abschließen der Handlung des Spiels zwischen 50 und 70 Stunden beanspruchen.
Die Anzahl der Spielstände ist vom verfügbaren Speicherplatz auf der Speicherkarte abhängig. Um seinen Spielfortschritt zu speichern, hat der Spieler eine blaue beziehungsweise rote Blume aufzusuchen. Blaue Blumen bieten dem Spieler ferner die Gelegenheit, die Kirche zu besuchen. Hier kann er den Level der Spielcharaktere erhöhen, sofern diese genügend Erfahrungspunkte aufweisen, und unter bestimmten Voraussetzungen auch deren Rang erhöhen, damit diese mehr Karten im Deck haben können.
In jedem besiedelten Gebiet im Spiel gibt es einen Laden, in welchem der Spieler Magnus an- oder verkaufen und seine Kraftpunkte regenerieren kann. Die Hauptgeldeinnahmequelle ist der Verkauf von Bildern, die der Spieler während eines Kampfes schießen muss.
Magnus Magnus sind ein Kernelement des Spielsystems von Baten Kaitos, da sämtliche Items, Angriffe und Zaubersprüche im Spiel in Form eines Magnus auftauchen. Magnus erhält der Spieler nach erfolgreichen Kämpfen, kann sie in Läden erwerben, von NPCs bekommen, oder als Schätze versteckt in der Oberwelt aufspüren. Der Spieler kann zwar unbegrenzt viele Magnus mitnehmen, jeder Charakter kann jedoch nur eine bestimmte Anzahl an Magnus in sein Deck aufnehmen. Es gibt insgesamt über 1000 verschiedene Exemplare, die in die vier Kategorien unterteilt werden:
Kampfmagnus sind die wichtigsten Magnus, da sie im Kampf zum Einsatz kommen. Einige Magnus verändern sich im Laufe der Zeit, so kann der Heilmagnus „Banane“ verderben und fortan Schaden anrichten. Kampfmagnus können beliebig oft verwendet werden. Quest-Magnus werden in sogenannten Quests, verwendet. Es handelt sich dabei um eine Möglichkeit, ausgewählte Objekte in einen der vorhandenen leeren Magnus-Karten übertragen und so zu transportieren.