Stanley Michael Bailey „Mike“ Hailwood, MBE (* 2. April 1940 in Oxford; † 23. März 1981 in Birmingham) war ein britischer Motorrad- und Automobilrennfahrer.

Karriere Hailwood gewann zwischen 1961 und 1967 neun Motorrad-Weltmeistertitel in den Klassen bis 250, 350 und 500 cm³. Insgesamt errang er 76 Siege bei Grand-Prix-Rennen und liegt damit in der ewigen Bestenliste hinter Giacomo Agostini, Valentino Rossi, Ángel Nieto, Marc Márquez und Rolf Biland an sechster Stelle. Auch bei der Tourist Trophy auf der Isle of Man ging er 14-mal als Sieger hervor.

mini|links|Hailwoods Honda RC162 von 1961 In seine Zeit als aktiver Rennfahrer fiel der Niedergang der jahrzehntelang den Rennsport dominierenden englischen Motorradindustrie. Mike Hailwood begann seine Karriere auf klassischen englischen Rennmaschinen. Sein Vater ermöglichte ihm als Motorradhändler auch die Teilnahme mit käuflichen Rennmaschinen von Ducati, NSU oder Honda für die kleineren Hubraumklassen. Oft startete er mit wechselnden Motorradmarken in verschiedenen Hubraumklassen. Er kam bei MV Agusta „Reparto corse“ unter Vertrag und wechselte nach Streitigkeiten zu Honda. Er beendete seine offizielle GP-Motorradrennfahrer-Karriere 1967 bei Honda. Das erste Rennen für Honda gewann er 1961 bei der TT in der Ultra Leichtgewichtsklasse (bis 125 cm³) mit einer RC143, die er von Luigi Taveri bekommen hatte. Nebenbei fuhr er jedoch immer wieder nationale und internationale Motorradrennen auf Rennmaschinen der Marken BSA, MZ, Benelli, Norton und anderen.

Wegen seines unnachahmlichen Stiles in der Kurventechnik, seines mit der Maschine verwachsenen Fahrens und vor allen Dingen, weil er auf jedem Motorrad siegen konnte, erhielt er den Ehrennamen „Mike the Bike“. Eine der Ikonen des Motorradrennsports und eine der bekanntesten Darstellungen von Hailwood ist ein Schwarzweiß-Poster aus dem Jahr 1967, das ihn in der Rückansicht in starker Schräglage auf der Sechszylinder-Honda 250 cm³ zeigt, die drei rechten Auspuffrohre nahezu waagerecht flach über der Straße, die drei linken Rohre ragen auf, Hailwoods rechtes Knie rutscht beinahe auf dem Asphalt – ein Sinnbild des mit vollem Einsatz fahrenden Rennfahrers.

Bei seinen 152 Starts in der Motorrad-WM gelangen Mike Hailwood 76 Siege, 112 Podiumsplätze, sowie 79 Schnellste Rennrunden.

Von 1963 bis 1965 und zwischen 1971 und 1974 errang er zudem 29 WM-Punkte als Formel-1-Fahrer und schaffte es dabei zweimal aufs Podest der ersten drei. Während des Grand Prix von Südafrika 1973 rettete er Clay Regazzoni das Leben, indem er ihn aus dem brennenden Auto zog. Nach einem schweren Unfall im Großen Preis von Deutschland 1974 auf dem Nürburgring beendete er seine Karriere in der Formel 1.

Mit 38 Jahren kehrte er 1978 auf die Isle of Man zurück und gewann auf einer Ducati 900 NCR die Tourist Trophy.

Unfalltod Am 23. März 1981 kam Mike Hailwood zusammen mit seiner neunjährigen Tochter Michelle bei einem Autounfall bei Portway, Warwickshire, ohne eigenes Verschulden ums Leben. Er liegt gemeinsam mit seiner Tochter auf dem St Mary Magdalene Churchyard in Tanworth-in-Arden, 18 km südlich von Birmingham, begraben.

Statistik mini|Mike Hailwood auf Norton (TT Assen, 1961) mini|1962: Weltmeistertitel in der 500-cm³-Klasse auf MV Agusta mini|1967: Mike Hailwood, Weltmeister mit der 350er Honda mini|Formel 1: Hailwood (33) hinter Fittipaldi (5) (Zandvoort, 1974)

Erfolge 1958 – Südafrikanischer 250-cm³-Meister 1961 – 250-cm³-Weltmeister auf Honda 1962 – 500-cm³-Weltmeister auf MV Agusta 1963 – 500-cm³-Weltmeister auf MV Agusta 1964 – 500-cm³-Weltmeister auf MV Agusta 1965 – 500-cm³-Weltmeister auf MV Agusta 1966 – 250-cm³- und 350-cm³-Weltmeister auf Honda 1967 – 250-cm³- und 350-cm³-Weltmeister auf Honda 1972 – Formel-2-Europameister auf Surtees 1978 – TT-F1-Weltmeister auf Ducati 76 Grand-Prix-Siege 7 Siege beim Ulster Grand Prix

Ehrungen Aufnahme in die MotoGP Hall of Fame Aufnahme in die Motorcycle Hall of Fame

Isle-of-Man-TT-Siege Jahr Klasse Maschine Durchschnittsgeschwindigkeit 1961 Lightweight 125 (125 cm³) Honda Lightweight 250 (250 cm³) Honda Senior (500 cm³) Norton 1962 Junior (350 cm³) MV Agusta 1963 Senior (500 cm³) MV Agusta 1964 Senior (500 cm³) MV Agusta 1965 Senior (500 cm³) MV Agusta 1966 Lightweight 250 (250 cm³) Honda Senior (500 cm³) Honda 1967 Lightweight 250 (250 cm³) Honda Junior (350 cm³) Honda Senior (500 cm³) Honda 1978 Formula One (TT-F1) Ducati 1979 Senior (500 cm³) Suzuki

Statistik in der Automobil-Weltmeisterschaft Diese Statistik umfasst alle Teilnahmen des Fahrers an der Automobil-Weltmeisterschaft, die heutzutage als Formel-1-Weltmeisterschaft bezeichnet wird.

Gesamtübersicht Saison Team Chassis Motor Rennen Siege Zweiter Dritter Poles schn.Rennrunden Punkte WM-Pos.1963Reg Parnell Racing Lotus 24Climax 1.5 V8 1 – – – – ––– Lola Mk4A 1 – – – – – 1964 Reg Parnell Racing Lotus 25 BRM 1.5 V8 9 – – – – – 1 21. 1965 Reg Parnell Racing Lotus 25 BRM 1.5 V8 1 – – – – – – – 1971 Team Surtees Surtees TS9 Ford-Cosworth 3.0 V8 2 – – – – – 3 18. 1972 Brooke Bond Oxo Team Surtees Surtees TS9B Ford-Cosworth 3.0 V8 10 – 1 – – 1 13 8. 1973 Brooke Bond Oxo Team Surtees Surtees TS14A Ford-Cosworth 3.0 V8 15 – – – – – – – 1974 Yardley Team McLaren McLaren M23 Ford-Cosworth 3.0 V8 11 – – 1 – – 12 11. Gesamt 50 – 1 1 – 1 29

Einzelergebnisse Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 1963 8 10 1964 6 12* 8 DNF DNF 8 DNF 8* 16 1965 DNF 1971 4 15* 1972 DNF DNF DNF 4 6 DNF DNF 4 2 17* 1973 DNF DNF DNF DNF DNF 8 DNF DNF DNF DNF 14 10 7 9 DNF 1974 4 5 3 9 7 DNF DNF 4 7 DNF 15*

Le-Mans-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1969 John Wyer Automotive Ford GT40 Rang 3 1970 John Wyer Automotive Porsche 917K David Hobbs Ausfall Unfall 1973 Gulf Research Racing Mirage M6 Ausfall Unfall 1974 Gulf Research Racing Gulf GR7 Rang 4

Sebring-Ergebnisse Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Platzierung Ausfallgrund 1969 J. W. Engineering Ford GT40 David Hobbs Ausfall Aufhängung 1970 Grand Bahama Racing Car Co. Ltd. Lola T70 Mk.IIIB GT Mike De Udy Ausfall Bremsdefekt

Einzelergebnisse in der Sportwagen-Weltmeisterschaft Saison Team Rennwagen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 1966 Drummond Racing Ferrari 250LM DNF 1968 Nelson Racing Ford GT40 DNF 1969 J. W. Automotive Ford GT40Mirage M2 DNF DNF 5 7 DNF 3 1970 Grand Bahama RacingJ. W. Automotive Lola T70Porsche 917 DNF DNF 1973 Gulf RacingHIRE Racing Mirage M6Chevron B23 DNF DNF 5 DNF 1 DNF DNF 4 5 1974 Gulf Racing Gulf GR7 4 2 DNF 4 4

Literatur Mike Hailwood: Seine legendären Rennsportjahre. Mit einem Vorwort von Pauline Barbara Hailwood. Mit Texten von Jim Redman. Frank-Albert Illg. Text-&-Technik-Verlag, Weissach 2007, ISBN 978-3-932563-27-0. Mike Hailwood, Ted Macauley, Hildegard Seyler-Rauch (Übersetzung): Mike Hailwood. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1970.

Weblinks

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Einzelnachweise

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