Richard Birthler (* 7. Februar 1914 in Neuhäusel; † 15. Juni 1991 in Schwedt) war ein deutscher Ingenieur und Forscher.Arbeitgeberverband Nordchemie e.V., Verband der Chemischen Industrie e.V., Landesverband Nordost (Hrsg.): Chemiker von A–Z Eine biografisch-lexikalische Übersicht über die Chemie und ihre bedeutendsten Vertreter in Ostdeutschland. Berlin, 2006, 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, S. 32.
Leben Birthler ist 1914 in Neuhäusel geboren. Von 1932 bis 1936 absolvierte er ein Studium an der Deutschen Technischen Hochschule Brünn. Auf seine Assistenzzeit folgte in Brünn schließlich 1939 die Promotion. Er beantragte am 29. Juni 1939 die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. April desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 7.070.703).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/3051328Olaf Kappelt: Braunbuch DDR. Berlin, 2. Auflage, 2009. S. 275 Nach dem Zweiten Weltkrieg war er als Betriebsleiter im Braunkohlenbenzinwerk in Magdeburg tätig. 1947 begann er als Technischer Direktor im VEB „Otto Grothewohl“ Böhlen zu arbeiten. Bereits in dieser Zeit entwickelt Birthler ein Verfahren zur Herstellung von hochwertigem Treibstoff, was bereits 1952 durch den Titel Verdienter ErfinderNeues Deutschland vom 14. Oktober 1952 S. 3 und 1955 durch den Titel Verdienter Techniker des VolkesNeues Deutschland vom 4. Dezember 1955 S. 3 gewürdigt wurde. 1963 wurde Birthler zum Leiter des Anfahrstabes der ersten Aufbaustufe im Erdölverarbeitungswerk in Schwedt berufen. Das Unternehmen ist heute unter dem Namen PCK-Raffinerie GmbH bekannt. Durch diesen Einzelvertrag mit der Regierung wurden ihm eine Menge Privilegien zugesprochen. Dazu gehörten beispielsweise ungewöhnlich hohe Ruhestandsbezüge, das Anrecht günstig und ohne Wartezeit ein Auto zu kaufen und die freie Studienplatzwahl für alle Kinder.Marianne Birthler: Halbes Land. Ganzes Land. Ganzes Leben: Erinnerungen. Carl Hanser Verlag GmbH Co KG, Berlin, 2014, ISBN 978-3-446-24413-9. In seiner Forschungsarbeit konzentrierte sich Birthler gemeinsam mit József Varga (1891–1956) auf die Hydriertechnologie für schwere Erdölfraktionen. So gelang es den beiden ein Verfahren zur hydrierenden Verarbeitung von abgetoppten Rückständen schwerer schwefelhaltiger Erdöle zu entwickeln. Dieses Verfahren wurde unter dem Namen Varga-Verfahren patentiert. Dafür wurde Birthler 1963 mit dem Nationalpreis der DDR II. Klasse für Wissenschaft und Technik ausgezeichnet.Neues Deutschland vom 7. Oktober 1963 S. 4 Außerdem untersuchte er den Einfluss von Platin-Katalysatoren beim Reforming-Prozess, was den Einsatz dieser Katalysatoren in ostdeutschen Erdölanlagen förderte. Während seiner Beschäftigung im Unternehmen bis ins Jahr 1979 war er als Produktionsbegleiter und wissenschaftlicher Berater der Werksleitung Begleiter des Aufbaus des Raffineriestandortes in Schwedt.ChemieFreunde Erkner e. V.: Birthler, Richard. abgerufen am 7. April 2020. Richard Birthler hatte drei Kinder, sein ältester Sohn ist der ehemalige Politiker Wolfgang Birthler.
Ehrungen 1952 Verdienter Erfinder 1955 Verdienter Techniker des Volkes 1956 Vaterländischer Verdienstorden in BronzeNeues Deutschland vom 8. Mai 1956 S. 2 1963 Nationalpreis der DDR II. Klasse für Wissenschaft und Technik 1964 Held der ArbeitBerliner Zeitung vom 6. Oktober 1964 S. 5
Einzelnachweise
Kategorie:Chemiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1914 Kategorie:Gestorben 1991 Kategorie:Mann Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Träger des Nationalpreises der DDR II. Klasse für Wissenschaft und Technik Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Bronze Kategorie:Held der Arbeit