Konjunktion (von ), auch: Bindewort, Fügewort, Junktion,Duden. Die Grammatik. 7. Auflage. 2005, ISBN 3-411-04047-5, Rn. 930 (wegen der Mehrdeutigkeit von Konjunktion). ist in der Grammatik die Bezeichnung für eine Wortart, die syntaktische Verbindungen zwischen Wörtern, Satzteilen oder Sätzen herstellt und zugleich logische oder grammatische Beziehungen zwischen den verbundenen Elementen ausdrückt.Vgl. die Definitionen bei Hadumod Bußmann (Hrsg.): Lexikon der Sprachwissenschaft. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2002, ISBN 3-520-45203-0 (Konjunktion) und Kürschner: Grammatisches Kompendium, 4. Auflage, 2003, ISBN 3-8252-1526-1, S. 152. Im Unterschied zu Präpositionen (deren Funktion in manchen Fällen ähnlich beschrieben werden könnte) regieren Konjunktionen normalerweise keinen Kasus an ihren Ergänzungen.

Die Wörter, die traditionell als Konjunktionen bezeichnet werden, bilden eine sehr uneinheitliche Gruppe, und in vielen Systemen werden sie in zwei getrennte Wortarten zerlegt (unter anderem in der Dudengrammatik 2022Duden. Die Grammatik (= Der Duden, Band 4). 10. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2022, e-ISBN 978-3-411-91447-0.). Man unterscheidet: Konjunktionen im engeren Sinn oder nebenordnende Konjunktionen, z. B. „und“, „aber“, „denn“ Subjunktionen, bzw. unterordnende oder nebensatzeinleitende Konjunktionen, z. B. „dass“, „weil“, „ob“. In der Generativen Grammatik werden diese in die Kategorie der Komplementierer eingeordnet.

Abgrenzungen und Unterscheidungen Konjunktion und Junktor im Sinne der Logik Die Konjunktion als Wortart in der Grammatik ist zu unterscheiden von dem Begriff der „Konjunktion“ im Sinne der Logik, womit eine gesamte Konstruktion bezeichnet wird, in der zwei Sätze mit „und“ verbunden werden und ihre Wahrheitswerte verrechnet werden. Ein Verbindungselement wie „und“ wird im grammatischen Sinn als „Konjunktion“ bezeichnet, heißt aber in der Logik „Junktor“.

Dieselbe Bezeichnung „Junktor“ wird jedoch wiederum vereinzelt von Grammatikern benutzt,z. B. Grammatisches Informationssystem des IDS Mannheim, online: Wissenschaftliche Terminologie/Junktor (abgerufen am 26. April 2025) um eine allgemeinere Klasse von verbindenden sprachlichen Elementen zu bezeichnen, von der nebenordnende und unterordnende Konjunktionen einen Bestandteil bilden.

Unterordnende und nebenordnende Konjunktionen Terminologie Die traditionell als Konjunktion bezeichnete Klasse umfasst vor allem zwei Haupttypen:Vgl. Clément: Linguistisches Grundwissen. 2. Auflage. 2000, S. 38; Hadumod Bußmann (Hrsg.): Lexikon der Sprachwissenschaft. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 2002, ISBN 3-520-45203-0 (Konjunktion); Ulrich: Linguistische Grundbegriffe. 5. Auflage. 2002 (Konjunktion). nebenordnende (auch: beiordnende, koordinierende, koordinative, parataktische) Konjunktionen (Beispiel: und) unterordnende (subordinierende, hypotaktische) Konjunktionen, in neuerer Literatur oft SubjunktionenDuden. Die Grammatik. 8. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-411-04048-3, Rand-Nr. 941 ff. oder SubjunktorenCathrine Fabricius-Hansen: Subjunktor. In: Ludger Hoffmann (Hrsg.): Handbuch der deutschen Wortarten. Walter de Gruyter, Berlin 2009, ISBN 978-3-11-021507-6, S. 759–790. genannt (Beispiele: weil, dass, ob).

In Systemen, die die Bezeichnung Subjunktion verwenden, erhält Konjunktion dann eine engere Bedeutung, die im Gegensatz zur Subjunktion steht (bezeichnet also nur Nebenordnung). Hierdurch wird der Begriff „Konjunktion“ letztlich mehrdeutig. Die Duden-Grammatik verwendet, um Missverständnisse zu vermeiden, als Oberbegriff statt „Konjunktion im weiten Sinn“ den neutraleren Ausdruck Junktion.Duden. Die Grammatik. 8. Auflage. Dudenverlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-411-04048-3, Rand-Nr. 930 ff. Der vorliegende Artikel geht von der traditionellen, weiteren Bedeutung aus, die beide Untertypen zusammenfasst, verwendet aber zwecks Eindeutigkeit den Ausdruck Subjunktion, wenn nur nebensatzeinleitende Konjunktionen gemeint sein sollen.

Grammatische Einordnung Die nebenordnenden Konjunktionen stehen zwischen Hauptsätzen, Nebensätzen oder Satzteilen und verbinden diese so miteinander.

[Du gehst weg] und [ich bleibe hier]. Ich denke, [dass sie ihre Arbeit beendet hat] und [dass er auch bald so weit ist]. Wir wollen [Äpfel] und [Birnen] kaufen.

Die unterordnenden Konjunktionen bzw. Subjunktionen stehen einleitend in einem Nebensatz und binden ihn so in den übergeordneten Satz ein. Sie sind somit selbst Teil des Nebensatzes:

Du gehst weg, [während ich hier bleibe]. Ich denke, [dass sie ihre Arbeit beendet hat]. Wir sind hier, [weil wir Äpfel und Birnen kaufen wollen].

Die Vergleichspartikeln „wie“ und „als“ bilden einen Sonderfall. Vergleichspartikeln werden manchmal als untypische Fälle von Konjunktionen einbezogenSo Peter Eisenberg: Grundriss der deutschen Grammatik. Band 2: Der Satz. 5. Auflage. J.B. Metzler / Springer, Berlin 2020, e-ISBN 978-3-476-05094-6. Siehe S. 211–213 und 224. oder als untypische Präpositionen ohne Kasusrektion, teilweise werden sie auch als nochmals eigene Wortart geführt, siehe hierzu den Artikel Adjunktor (Grammatik). Ihnen folgt immer nur eine einzige Ergänzung. Vergleiche: Er betrachtete vor allem [die Zeichnungen] [als sehr gelungen]. [Als sehr gelungen] betrachtete er vor allem [die Zeichnungen]. (→ Verschiebeprobe: „als“ + „sehr gelungen“ werden zusammen verschoben) Im Unterschied dazu bilden nebenordnende Konjunktionen eine syntaktische Einheit aus dem vorangehenden und dem folgenden Ausdruck (abgesehen von und als Anfang eines Hauptsatzes, vgl. im Abschnitt #Nebenordnende Konjunktionen im Deutschen am Ende des Einleitungsabschnittes): Er betrachtete ([die Gemälde] und [die Zeichnungen]). ([Die Gemälde] und [die Zeichnungen]) betrachtete er. (→ Verschiebeprobe: „A und B“ wird zusammen verschoben) NICHT: *[ Und [die Zeichnungen] ] betrachtete er die Gemälde. Zur Frage der Abgrenzung von Vergleichspartikeln und Subjunktionen siehe unter Adjunktor (Grammatik) #Adjunktorphrase und Komparativsatz.

Abgrenzung von Präpositionen Obgleich manchmal Konjunktionen und Präpositionen schwer zu unterscheiden sind und manche Wörter möglicherweise eine Doppelfunktion haben, sind im Prinzip die beiden Wortarten grammatisch doch deutlich voneinander abzugrenzen. Vor allem regieren Präpositionen einen Kasus, Konjunktionen tun dies nicht.

Nebenordnende Konjunktionen Im folgenden Beispiel löst die Präposition mit Dativrektion aus, wogegen die Konjunktion sowie keinen eigenen Kasus zuweist, sondern die Akkusativrektion des Verbs bestellen unverändert lässt:

Er bestellte Akk[ein Schnitzel] mit Dat[einem gemischten Salat]. Er bestellte Akk[ein Schnitzel] sowie Akk[einen gemischten Salat].

In den obigen Beispielen zeigt sich die Abgrenzung zwischen Präpositionen und nebenordnenden Konjunktionen (sowie) auch darin, dass die Präposition eine einzige Ergänzung hat, die nebenordnende Konjunktion sich aber mit zwei Ausdrücken verbindet.

Unterordnende Konjunktionen bzw. Subjunktionen Abgrenzungsprobleme zwischen Präpositionen und unterordnenden Konjunktionen bzw. Subjunktionen sind verbreitet. Sie ergeben sich durch die Möglichkeit, dass Präpositionen auch Nebensätze als ihre Ergänzung nehmen könnten: Grammatisch bliebe dann der Unterschied, dass Präpositionen in diesen Fällen vor einem Nebensatz, aber Subjunktionen innerhalb des Nebensatzes stehen würden; dies ist aber äußerlich oft nicht sichtbar. In den folgenden Beispielen ist ohne als Präposition dargestellt, wie es in der linguistischen Literatur häufig vertreten wird:Zum Beispiel: Wolfgang Sternefeld: Syntax. Eine morphologisch motivierte generative Beschreibung des Deutschen. Stauffenburg, Tübingen 2006, S. 201–202.

| Er arbeitet, ohne || [dass er dafür Geld bekommt]. |- | Er arbeitet, ohne || [Geld dafür zu bekommen]. |- | Er arbeitet ohne || [Bezahlung]. |} Häufig werden jedoch auch Verbindungen des Typs ohne dass als Fälle einer einzigen, zusammengesetzten Subjunktion angesehen (zum Beispiel in der Duden-GrammatikDuden. Die Grammatik. 8. Auflage. Dudenverlag, Mannheim 2009, Rn. 1693.).

Abgrenzung von Fragepronomen Von Subjunktionen zu unterscheiden sind satzeinleitende Frage- und Relativpronomen bzw. Frage- und Relativadverbien, weil sie größere syntaktische Einheiten bilden können (also Phrasen sind). Im Feldermodell des deutschen Satzes besetzen sie sowohl im Hauptsatz als auch im Nebensatz das „Vorfeld“, wogegen die Position der Subjunktion die „linke Klammer“ (bzw. die Position des Komplementierers) ist, wie im letzten Beispiel unten gezeigt:

Vorfeld linke Klammer Mittelfeld rechte Klammer Nachfeld Wen hast du angerufen? Mit wessen Eltern hast du telefoniert? ...wen – du angerufen hast ...mit dessen Eltern – du telefoniert hast – ob jemand angerufen hat.

(Zu größeren syntaktischen Einheiten in satzeinleitender Funktion, wie im zweiten und vierten Beispiel, siehe unter Rattenfängerkonstruktion.)

Abgrenzung von Adverbien Die Bestimmung von inhaltlichen Verbindungen zwischen Sätzen muss nicht immer durch Konjunktionen geschehen. Stattdessen können solche Verbindungen auch von gewissen Adverbien bezeichnet werden, die keine Subjunktionen sind, sondern normale Satzglieder. Dieser Typ von Adverb wird als Konjunktionaladverb (oder Konnektoradverb) bezeichnet. Konjunktionaladverbien können daran erkannt werden, dass sie sich wie jedes andere Satzglied ins Feldermodell einordnen, also z. B. Vorfeld eines Verb-Zweit-Satzes sein können oder im Mittelfeld stehen:

„Weil das Wetter wunderschön ist … (gehe ich zu Fuß).“ (Subjunktion; das Verb „ist“ erscheint am Satzende) „Das Wetter ist wunderschön, daher gehe ich zu Fuß.“ (Konjunktionaladverb im Vorfeld; das Verb „gehe“ erscheint an zweiter Stelle) „Das Wetter ist wunderschön, (und) ich gehe daher zu Fuß.“ (Konjunktionaladverb im Mittelfeld)

Wörter unterschiedlicher Wortarten wie Adverbien, Partikeln und die diversen Konjunktionen, die inhaltlich verwandte Funktionen haben, können unter dem Begriff „Konnektoren“ zusammengefasst werden.http://hypermedia.ids-mannheim.de/call/public/sysgram.ansicht?v_typ=d&v_id=1182

Nebenordnende Konjunktionen im Deutschen Häufige und unkontroverse Beispiele für nebenordnende Konjunktionen im Deutschen sind: und, oder, aber, denn, doch, sondern, sowie, das heißt. Eine Sondergruppe bilden mehrteilige Konjunktionen, die korrelative Paare bilden wie entweder … oder, sowohl … als auch, weder … noch. Einige Bestandteile solcher Paare können auch das Verhalten von Adverbien zeigen (zum Beispiel indem sie die erste Position im Hauptsatz besetzen).Nebenordnende Konjunktionen (Canoonet)

Nebenordnende Konjunktionen können Einheiten verschiedener Größe verbinden: Sätze: [Er ist berühmt], und [die Frauen bewundern ihn]. Satzglieder: [Sein Geld] und [seine glänzende Position] erwecken Bewunderung. Satzgliedteile: für die [großen Konzerne] und [Banken] Wörter: für die großen [Konzerne] und [Banken] – (Betonung auf dem Adjektiv: hier wäre dann „große Banken“ gemeint) Wortteile (Morpheme): [An-] und [Verkauf] (hierbei mit Ergänzungsstrich, nicht mit Auslassungsstrich)

Zur Nebenordnung in der Verbindung von Sätzen siehe auch unter Parataxe sowie Hauptsatzreihe.

Nebenordnende Konjunktionen bewirken keine völlig symmetrische Verbindung der beiden Teile. Während sich und auf der Bedeutungsebene in gewisser Hinsicht symmetrisch verhält (beide verbundenen Teile haben logisch dieselbe Funktion), gilt dies nicht für Fälle wie denn oder sondern. Auf der grammatischen Ebene verhalten sich alle nebenordnenden Konjunktionen asymmetrisch, insofern als sie enger mit dem zweiten Teil zusammengehören als mit dem ersten. Man kann dies daran sehen, dass ein Satz mit einer solchen Konjunktion beginnen kann; der erste Teil dazu findet sich dann nur im (Kon-)Text: Und es kommen Tiere aus der Tiefe … (Anfang eines Gedichts von Robert Gernhardt)