mini|hochkant|Lope de Rueda Lope de Rueda (* um 1505<1510 in Sevilla; † nach dem 21. März 1565 in Córdoba) war einer der ersten dramatischen Dichter Spaniens.

Leben Lope de Rueda wurde im ersten oder zweiten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts geboren und starb vermutlich kurz nach dem Verfassen seines Testamentes, das auf den 21. März 1565 datiert ist. Rueda war anfangs Goldschläger, folgte dann jedoch seiner Neigung zur Schauspielerei und schloss sich einer italienischen Truppe an, bei der er als Künstler und Autor wirkte. In den Jahren 1542 und 1543 gab er mit seiner eigenen Truppe Theatervorstellungen. De Rueda lebte mindestens von 1551 bis 1559 dauerhaft in Valladolid, wo er ab 1552 mit einer jährlichen Entlohnung für die Durchführung öffentlicher Theatervorstellungen bedacht wurde. 1558 stellte er ein Gesuch auf Errichtung mehrerer Häuser, die später für Vorstellungen genutzt wurden. Er spielte erfolgreich in Sevilla, Córdoba, Valencia, Segovia und auch am Hof Philipps II. Sein Erfolg führte dazu, dass er bald genannt wurde. Der spanische Dichter Juan de la Cueva schrieb, dass . Wie sein Verleger Juan de Timoneda in der in Valencia 1567 herausgegebenen Ausgabe seiner Werke berichtete, hatte de Rueda nie geplant diese zu veröffentlichen, so dass Timoneda die Stücke überarbeitet hat, bevor sie gedruckt werden konnten.

Miguel de Cervantes schrieb über Rueda folgendes:

Familie Rueda war zweimal verheiratet: 1551/1552 heiratete er in Valladolid die Sängerin, Schauspielerin und Tänzerin Mariana, die eine Mätresse des Herzogs von Medinaceli gewesen sein soll, die jedoch kurz darauf starb. 1560 heiratete er in Valencia eine Rafaela Ángela (geborene Trilles) Am 18. Juli 1564 wurde seine Tochter Juana Luisa de Rueda Trilles in Sevilla getauft.

Werk Ruedas postum veröffentlichten dramatischen Arbeiten bestehen aus vier Komödien, zwei Pastoralgesprächen und zwölf sogenannten Pasos, kleinen burlesken Spielen, die als Vorläufer der späteren Zwischenspiele (Entreméses) anzusehen sind. Eine Auswahl ist in Johann Nikolaus Böhl von Fabers Teatro antiguo español (Hamburg 1832), Eugenio de Ochoas Tesoro del teatro español (Paris 1838) sowie in der Biblioteca de autores españoles, Band 2, enthalten. Sie zeichnen sich durch naturalistische Schilderung des Alltags, durch Witz und Laune, besonders aber durch die vortreffliche Sprache aus. Rueda führte gewisse Figuren als stehende Rollen in das Schauspiel ein; auch schreibt man ihm die Einteilung der Schauspiele in Akte zu. Eine Auswahl seiner Stücke in deutscher Übersetzung enthält Moritz Rapps Spanisches Theater, Band 1 (Hildburghausen, 1868).

Seine Comedias weisen Gemeinsamkeiten mit der zeitgenössischen italienischen Dramatik auf, so dass angenommen wurde, dass er diese italienischen Werke gekannt haben muss und der Literaturwissenschaftler Marcelino Menéndez y Pelayo schrieb de Rueda sei

Schriften (Auswahl) Komödien in Prosa Eufemia (neun Szenen) Armelina Los enganados (Die Komödie der Verwechslungen, acht Szenen) Medora Schäferspiele in Prosa (cologuios pastoriles) Camila Timbria Sammelausgaben

Literatur Juan de Tirmoneda: Las cuatro comedias y dos coloquios pastoriles del excelente poeta y gracioso representante Lope de Rueda. Valencia 1567.

A. L. Stiefel: Lope de Rueda und das italianische Lustspiel. Ein Beitrag zur Kenntnis des Renaissancedramas. In: Zeitschrift für romanische Philologie. 15, 1891, S. 183–216, 318–343 (, ).

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