Die COVID-19-Pandemie tritt in Berlin seit 2020 als Teil der weltweiten COVID-19-Pandemie und im Besonderen der COVID-19-Pandemie in Deutschland auf.
Ende Februar 2020 wurde die ITB abgesagt, am 1. März 2020 die erste Infektion bestätigt. Ab dem 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchsgeschehen als weltweite Pandemie ein. Am 17. März 2020 wurden die Schulen und Clubs geschlossen. Am 20. März 2020 gab es den ersten Todesfall. Am 23. März 2020 wurden, bis auf Lebensmittel- und einige andere Geschäfte, alle Geschäfte geschlossen. Einzelne Bezirke Berlins erließen zu Beginn teilweise Beschränkungen, bevor diese auf Landesebene beschlossen wurden.
In Folge starker Infektionsschutzmaßnahmen sanken im April und Mai 2020 die Infektionszahlen und blieben, auch nach Lockerung der Maßnahmen, bis in den August auf niedrigem Niveau. Ab Mitte September 2020 stiegen die Zahlen der Infizierten deutlich und überstiegen die Zahlen aus dem Frühjahr. Auch die Belegung der Krankenhäuser übertraf Ende Oktober 2020 die Zahlen aus dem April des gleichen Jahres. Am 2. November 2020 wurden infolgedessen Kontakte erneut stark beschränkt und Kultureinrichtungen, Gastronomie und andere Dienstleistungen geschlossen. Anders als im Frühjahr blieben Schulen geöffnet und auch alle Geschäfte konnten, außer von 23 bis 6 Uhr, geöffnet bleiben.
Nachdem die Zahlen der Infizierten weiter hoch blieben und die Zahl der im Krankenhaus Behandelten weiter stieg, wurden am 14. Dezember 2020 weitere Beschränkungen beschlossen, die zwei Tage später in Kraft traten. Damit wurden die meisten Geschäfte und Bildungseinrichtungen geschlossen. Zudem wurde das Betreten der Öffentlichkeit auf eine Liste von Gründen beschränkt. Vom 22. Oktober 2020 bis 15. Dezember 2020 hatte Berlin unter allen deutschen Bundesländern die höchste kumulierte Anzahl von Infizierten je 100.000 Einwohner; vorher war dies Bayern, danach Sachsen.
Verlauf mini|Tägliche Verbreitung zwischen 27. Februar und 22. März 2020 in Deutschland nach Landkreis und Stadtstaat. In Ostdeutschland ist Berlin als erstes betroffen. |328x328px 2020 Am 1. März 2020 gab es die erste bestätigte Infektion.
Der dritte nachgewiesene Fall betraf eine Lehrkraft an der Emanuel-Lasker-Oberschule, die mit zwei Gruppen aus 74 Schülerinnen und Schülern sowie sechs Lehrkräften auf Klassenfahrt in Südtirol war und nach der Rückkehr Krankheitssymptome entwickelte.
Am 5. März stieg die Fallzahl auf 13.
Am 9. März infizierten sich 60 von 80 Personen eines Chors bei einer Chorprobe:
Am 21. März stieg die Fallzahl um 157 auf 1.025 und lag damit erstmals über tausend.
Am 24. März wurden zwei Infektionen unter Mitgliedern des Berliner Abgeordnetenhauses bekannt.
Am 27. März stieg die Fallzahl um 215 auf 2152.
Ende März hält der Reinickendorfer Amtsarzt Patrick Larscheid die offiziellen Zahlen für unterschätzt, da die Testkapazität in Berlin auf 2000 pro Tag beschränkt sei.
Insgesamt entwickelten sich die Zahlen in Berlin im März und im April entlang dem bundesweiten Trend. Auch im Mai 2020 folgten die Zahlen anfänglich noch der Gesamtentwicklung in Deutschland. In der dritten Maiwoche erreichte die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der wöchentlichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner einen Tiefststand von 4.0, um danach bis Mitte Juni auf mehr, als das Doppelte anzuwachsen.
Am 27. August gab es in Berlin ca. 11.000 erkannte Infektionen. 10.000 Personen galten als genesen.
Am 20. September gab es bereits 13.000 Infektionen und Inzidenzen, wie sie zuletzt im April beobachtbar waren.
Am 2. Oktober meldete das RKI für ganz Berlin insgesamt 15.000 bekannte Infektionen bei einer Inzidenz von 15,9.
Am 4. Oktober 2020 hatte Berlin mit 36,7 eine Inzidenz, die der Hochphase der ersten Welle entsprach. Es war zu dem Zeitpunkt die höchste aller Länder.
Am 8. Oktober überschritt Berlin die Schwelle von 50 Infektionen je 100.000 EW.
Am 12. Oktober lag die Inzidenz laut RKI bereits bei über 60. Es waren über 18.000 Infektionen bekannt.
Am 13. Oktober meldete die Morgenpost für den aktuellen Tag bereits eine Inzidenz von über 70. In Neukölln gab es über 170 neue Fälle.
Am 17. Oktober hatten Berlin und Bremen eine Inzidenz von 78, was der Höchstwert in Deutschland war.
Am 18. Oktober lag Berlin als einziges Bundesland über 80.
Am 22. Oktober zeigte Berlin eine Inzidenz von über 100, am Folgetag 105.
Am 25. Oktober erreichte Berlin eine Inzidenz von 120. Der Anteil der Toten an den Infizierten lag in Berlin bei nur 1,1 % – dem niedrigsten Wert aller Länder, was darauf schließen lässt, dass in Berlin die relativ meisten Infektionen erkannt werden.
Am 16. November erreichte die Zahl der im Krankenhaus Behandelten mit COVID-19 erstmals den Wert von 1.000.Corona-Lagebericht vom 16. November 2020
Am 15. Dezember wurden 53 Tote durch das Virus gemeldet.RBB24: 53 Corona-Tote in Berlin innerhalb eines Tages Am 20. Dezember wurde der 1.000ste Tote in Berlin gemeldet.
2021 Am 23. Januar gab es den 2.000sten Toten in Berlin.
Am 16. Februar gab es 125.000 Infektionen.
Am 24. März wurde die Marke von 3.000 Toten überschritten.
Am 8. April gab es 150.000 Infektionen.
Statistik Bestätigte Infektionen
Bestätigte Infektionen (kumuliert) in BerlinVor dem 2. März gab es in Berlin keine bestätigten COVID-19-InfiziertenHier sind Fälle aufgelistet, die dem RKI über den Meldeweg oder offizielle Quellen mitgeteilt wurden. Da es sich um eine sehr dynamische Situation handelt, kann es zu Abweichungen bzw. zeitlichen Verzögerungen zwischen den RKI-Fällen und Angaben anderer Stellen, etwa der betroffenen Bundesländer oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO), kommen.(nach Daten des RKI aus COVID-19-Pandemie in Deutschland)
Bestätigte Infektionen (neue Fälle) in Berlin(nach Daten des RKI aus COVID-19-Pandemie in Deutschland)
Bestätigte Infektionen (7-Tage-Inzidenz) in Berlin(nach Daten des RKI aus COVID-19-Pandemie in Deutschland)
Anmerkungen
Todesfälle Am 20. März gab es den ersten Todesfall, es handelte sich um einen 95-Jährigen mit schweren Grunderkrankungen. Am 23. März gab es den zweiten Todesfall, am 24. März den dritten.
Am 28. März starb in der Charité Jörn Kubicki, geboren 1965, vorerkrankt mit COPD, Ehemann des ehemaligen Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit.
Am 2. Mai 2020 war die Altersverteilung der insgesamt 154 Verstorbenen folgendermaßen: Zwei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, neun 50 bis 59 Jahre alt, 17 waren 60 bis 69 Jahre alt, 36 waren 70 bis 79 Jahre alt und 90 waren 80 Jahre und älter. Der Altersmedian der Verstorbenen lag bei 81,5 Jahren.
Am 6. November meldete RBB24 mit 15 „Corona-Tote[n]“ an einem Tag einen neuen Höchststand für Berlin.So viele Corona-Tote wie noch nie in Berlin, auf rbb24.de
Bestätigte Todesfälle (kumuliert) in Berlin(nach Daten des RKI aus COVID-19-Pandemie in Deutschland)
Bestätigte Todesfälle (täglich) in Berlin(nach Daten des RKI aus COVID-19-Pandemie in Deutschland)
Medizinische Versorgung Schnellteststellen Seit dem 8. März 2021 können sich alle Menschen kostenlos an Schnellteststellen des Senats testen lassen.Pressemitteilung SenGPG: Berlinerinnen und Berliner können sich ab 8. März kostenlos auf Sars-CoV-2 testen lassen Hierfür gibt es 16 Teststellen des Senats, die täglich von 9-17 Uhr geöffnet haben, bei den meisten ist eine Anmeldung nötig, an vier der Standorte nicht.Pressemitteilung SenGPG: Wie kann ich kostenlos auf SARS-CoV-2 schnellgetestet werden? Am 15. März waren über 100 Stellen auf der offiziellen Plattform registriert,test-to-go.berlin Herzlich Willkommen bei der zentralen Anlaufstelle für Corona-Tests der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung, auf test-to-go.berlin neben den direkt im Auftrag des Senats betriebenen Stellen sind dies auch etwa Apotheken, Arztpraxen oder private Teststellen.
Anlaufstellen für SARS-CoV-2-Verdachtsfälle im Frühjahr 2020 Die erste Anlaufstelle für COVID-19-Fälle befand sich am Charité-Standort Virchow in Wedding. Am 3. März 2020 hatten sich dort rund 100 Personen testen lassen.
Corona-Behandlungszentrum Jafféstraße Auf dem Messegelände in Halle 26 wurde ein „Notfallkrankenhaus“ mit 500 Betten für COVID-19-Patienten eingerichtet, das auf bis zu 1000 Betten ausgebaut werden konnte. Es wurde am 30. April 2020 fertiggestellt. Der Bau wurde von Ex-THW-Chef und Ex-Landesbranddirektor Albrecht Broemme geleitet.
Für den Betrieb wurde mit einem Bedarf von 600 bis 800 Mitarbeitern gerechnet.
Das Behandlungszentrum wurde während der Pandemie nicht benötigt.
Drive-in-Tests Der Verein Pro Polizei e. V. forderte bereits im März 2020 Drive-in-Tests für u. a. Polizei, Ärzte, medizinisches Personal und Feuerwehr.
Schutzausrüstung Mitte März gab es Engpässe bei der Schutzausrüstung.
Personalausfälle Stand 26. März 2020 sind dutzende Mediziner in Quarantäne.
Patientenverlegungen nach Berlin Am 28. März 2020 wurde bekannt, dass sechs Patienten per Flugzeug von der Uniklinik Straßburg zur Charité gebracht wurden, um sie intensivmedizinisch zu behandeln – Kapazitäten an der Charité seien vorhanden. Auch im Mai waren wegen der Verlegung von Operationen viele Kapazitäten in Berliner Krankenhäusern noch frei.
Quote freier Intensivbetten Mitte Oktober hatte Berlin die niedrigste Quote freier Intensivbetten als Anteil an allen Intensivbetten, kurzzeitig fiel der Wert unter 10 %.
Impfzentren In Berlin sollen sechs Impfzentren eingerichtet werden.Berlin bereitet sich auf die Corona-Impfungen vor, auf berliner-zeitung.deMichael Müller: Impfstoff zuerst für Risikogruppen, Ärzte, Polizei und Feuerwehr, auf berliner-zeitung.de
Änderungen im Bereich der Justiz In Berlin wurde im Verlauf des März der Vollzug von Ersatzfreiheitsstrafen ausgesetzt und diese Häftlinge nach und nach entlassen, um die Ansteckungsgefahr zu reduzieren und die medizinischen Ressourcen im Justizvollzug zu konzentrieren.
Am 17. März ordnete die Präsidentin des Verwaltungsgerichts Berlin, Erna Viktoria Xalter, für das Verwaltungsgericht die Pandemiestufe 1 an. Im Gericht anwesend sei nur noch ein Richter für jede Kammer, die übrigen arbeiteten im Homeoffice.
Am 17. März wird per Pressemitteilung mitgeteilt, dass die Vollstreckung von rechtskräftig verhängten Freiheitsstrafen von weniger als drei Jahren bis zum 15. Juli 2020 aufgeschoben wird. Dies gilt für verurteilte Personen, die sich zu diesem Zeitpunkt auf freiem Fuß befanden. Laut T-Online gilt dies ab dem 20. März.'Ab Freitag, 20. März 2020, wird die Vollstreckung von „rechtsmäßig verhängten Freiheitsstrafen von weniger als drei Jahren“ bis zum 15. Juli 2020 aufgeschoben, wie es in einer E-Mail der Senatsjustizverwaltung an T-Online.de heißt' t-online.de
Am 24. März wurde mitgeteilt, dass auf Vollstreckungen von Wohnungsräumungen und Zählersperren „weitgehend“ verzichtet wird.
Am 26. März entschied das Landgericht Berlin in einer Wohnraummietsache, dass die gerichtliche Räumungsfrist wegen der Corona-Pandemie bis Ende Juni verlängert werden muss.
Das Amtsgericht Tiergarten kehrte am 20. April zum Regelbetrieb zurück. Das Landgericht Berlin verlängerte seinen Notbetrieb dagegen bis zum 30. April.
Ende Juni verkündete Justizsenator Dirk Behrendt einen coronabedingten Gnadenerweis: Betroffene mit Geldstrafen bis zu 40 Tagessätzen und Verurteilte, die älter als 60 Jahre alt sind, sowie Menschen, die von maximal 90 Tagessätzen bereits die Hälfte abgegolten haben, müssen nicht mehr in Haft. Zu Freiheitsstrafen verurteilte Personen, bei denen im März die Vollstreckung ausgesetzt worden war, müssen dagegen demnächst ihre Strafen antreten.
Für den Zeitraum vom 3. November 2020 bis zum 4. Januar 2021 werden keine zu Ersatzfreiheitsstrafen verurteilten Personen in Berliner Justizvollzugsanstalten aufgenommen, um eine Einschleppung des Virus zu vermeiden.Berlin setzt erneut Haft für nicht gezahlte Geldstrafen aus, auf berlin.de
Schließung und Wiedereröffnung von Einrichtungen Clubs