350px|Der blaue Engel Logo 001 Der blaue Engel, eine deutsche Tragikomödie und einer der frühesten deutschen Tonfilme, wird am 1. April 1930 im Berliner Gloria-Palast uraufgeführt. Regie führte Josef von Sternberg. Das Drehbuch schrieben Carl Zuckmayer und Karl Gustav Vollmoeller sowie Robert Liebmann unter Mitwirkung des Autors nach dem Roman Professor Unrat von Heinrich Mann. Hauptdarsteller waren Emil Jannings als Professor Immanuel Rath und Marlene Dietrich als Varietésängerin Lola Lola. Bekanntestes Lied der Tragikomödie ist Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt. 350px|Marlene Dietrich in The Blue Angel Filmszene mit Marlene Dietrich beim Singen von Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt. 350px|Die drei von der Tankstelle 1930 Logo 001 Am 15. September wird die deutsche Filmoperette der Universum Film Die Drei von der Tankstelle im Gloria-Palast in Berlin uraufgeführt. Die Musik ist von Werner Richard Heymann, die Liedtexte schrieb Robert Gilbert. Neben Willy Fritsch, Oskar Karlweis und Heinz Rühmann spielte Lilian Harvey die weibliche Hauptrolle. Das bekannteste Lied der Filmoperette ist Ein Freund, ein guter Freund. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1930. links|mini|Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt auf Electrola, aufgenommen in der Singakademie (1930) links|mini|Jack Hylton Orchestra – Body and Soul (1930) links|mini|Hoagy Carmichael & Orchestra – Georgia on My Mind (1930)
Ereignisse 16. Februar: Nicolas Slonimsky dirigiert die Uraufführung von Charles Ives’ Three Places in New England. 17. Februar: Der Technicolor-Musikfilm The Vagabond King erscheint. Dennis King spielt in diesem Film seine ursprüngliche Londoner und Broadway-Bühnenrolle als Villon nach und nimmt zwei Songs aus dem Film für Victor Records auf. 1. April: Brunswick-Balke-Collender verkauft Brunswick Records an Warner Brothers, die hoffen, dass sie durch diesen Schritt größere Gewinne mit ihren Musicals erzielen können, indem sie vom Verkauf von Schallplatten profitieren. Sie erwerben außerdem vier Musikverlage, die Notenblätter verkaufen. 10. Mai: Der erste Film des Metropolitan-Opera-Baritons Lawrence Tibbett, The Rogue Song, ein aufwendiges Technicolor-Musical, erscheint und erhält begeisterte Kritiken. Lawrence Tibbett nimmt die Lieder, die er im Film gesungen hat, für Victor Records auf. 10. Mai: Die Filmversion des Bühnenhits Hold Everything erscheint. Winnie Lightner und Joe E. Brown spielen die Hauptrollen in diesem Technicolor-Musical, das begeisterte Kritiken erhält. Der Filmsong When the Little Red Roses Get the Blues for You wird zum Hit. Al Jolson nimmt dieses Lied aus dem Film für Brunswick Records auf. 25. Mai: Der Technicolor-Musicalfilm The Song of the Flame, der auf dem gleichnamigen Broadway-Musical von 1925 basiert, erscheint und erhält begeisterte Kritiken. Der Film mit Noah Beery und Bernice Claire ist für einen Oscar in der Kategorie Beste Tonaufnahme nominiert. Noah Beery nimmt sein Lied aus dem Film für Brunswick Records auf. 24. August: Das Festival Puccini wird in Torre del Lago erstmals veranstaltet. 9. Oktober: Bing Crosby macht seine erste Aufnahme mit dem Gus Arnheim Orchester als Solosänger. Seine Singstimme, ein tiefer Bariton, wird zu einer Sensation und wird nach und nach die Standard-Tenorstimme verdrängen, die in den 1920er Jahren den Gesang der Popmusik geprägt hatte. 31. Oktober: In Bielefeld wird die Rudolf-Oetker-Halle eingeweiht, für die der Wiener Große Musikvereinssaal Pate gestanden hat. 13. Dezember: Ernest Ansermet dirigiert die Weltpremiere von Strawinskys Psalmensinfonie in Brüssel. 13./14. Dezember: Uraufführung von Bertolt Brechts Lehrstück Die Maßnahme mit Musik von Hanns Eisler. 31. Dezember: Die Plattenverkäufe gingen im Vergleich zu 1929 um 50 Prozent zurück. Das BBC Symphony Orchestra wird in London gegründet. Das Lied Body and Soul wird von Johnny Green in New York City für die britische Schauspielerin Gertrude Lawrence geschrieben, mit Liedtexten von Edward Heyman, Robert Sour und Frank Eyton. Lawrence tritt erstmals damit in London auf (wo er auch veröffentlicht wird). Libby Holman singt es in der Broadway-Revue Three’s a Crowd in den Vereinigten Staaten ein und Louis Armstrong ist der erste Jazzmusiker, der es aufnimmt. Bis Ende des Jahres gibt es mindestens elf Aufnahmen und es wird zu einem häufig aufgenommenen Jazzstandard. Für die Verfilmung des Musicals Whoopee! von 1930 komponiert Walter Donaldson mit einem Text von Gus Kahn den Ragtime-Foxtrott My Baby Just Cares for Me, der sich zum Jazzstandard entwickelt. links|mini|George Enescu und Alfred Cortot (1930)
Instrumental- und Vokalmusik (Auswahl) Béla Bartók: Cantata profana – Die Zauberhirsche für Tenor, Bariton, Doppelchor und Orchester. August Enna: Sinfonische Fantasie Maria Herz: Streichquartett op. 6 Uraufführung am 24. März in Berlin Gustav Holst: Hammersmith Prelude and Scherzo, op. 52 Erich Wolfgang Korngold: Suite für 2 Violinen, Cello und Klavier für die linke Hand allein op. 23. Carl Nielsen: Amor og Digteren (Amor und der Dichter) op. 54; Klavermusik for Smaa og Store (Klaviermusik für jung und alt) op. 53; Zwei Präludien (Orgel) Wilhelm Petersen: Große Messe op. 27; Uraufführung am 16. Juni 1930 in Darmstadt Sergei Sergejewitsch Prokofjew: Streichquartett Nr. 1; 4. Sinfonie Maurice Ravel: Klavierkonzert D-Dur für die linke Hand Ottorino Respighi: Metamorphoseon, Modi XII; Lauda per la natività del signore für gemischten Chor, Soli und Orchester. Igor Strawinsky: die Psalmensinfonie (1949 überarbeitet) Ralph Vaughan Williams: Job: A Masque for Dancing (Ballettmusik); Hymn Tune Prelude on Gibbons’ Song 13 (Klaviermusik) links|mini|Das Weiße Rößl am Wolfgangsee zur Zeit der Entstehung des Singspiels Im weißen Rößl
Musiktheater 6. Januar: Uraufführung der komischen Oper Le Roi d’Yvetot von Jacques Ibert an der Opéra-Comique in Paris 14. Januar: Uraufführung des Musicals Strike Up the Band von George Gershwin am Times Square Theatre in New York 8. Februar: Uraufführung der Operette Der Tenor der Herzogin von Eduard Künneke am Neuen Deutschen Theater in Prag 21. Februar: Uraufführung der Operette Viktoria und ihr Husar von Paul Abraham in Budapest 7. März: Uraufführung der Operette Der doppelte Bräutigam von Walter Kollo im Theater am Schiffbauerdamm, Berlin 9. März: In Leipzig findet die Uraufführung der Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny von Kurt Weill und Bertolt Brecht statt. Im Zuschauerraum kommt es zu von Mitgliedern der NSDAP geförderten tumultartigen Szenen und das Stück kann nur unter Schwierigkeiten zu Ende gespielt werden. 26. März: Uraufführung des Musikalischen Lustspiels Meine Schwester und ich am Berliner Komödienhaus von Ralph Benatzky. 5. April: Uraufführung der Operette Majestät läßt bitten von Walter Kollo an der Komischen Oper in Berlin. 12. April: Die Oper Z Mrtvého Domu (Aus einem Totenhaus) von Leoš Janáček wird in Brünn uraufgeführt. Es handelt sich dabei um eine Bearbeitung der Erzählung Aufzeichnungen aus einem Totenhaus von Fjodor Dostojewski. 3. Oktober: Uraufführung der dramatischen Kantate Vom Fischer und syner Frau von Othmar Schoeck an der Staatsoper in Dresden 14. Oktober: Uraufführung des Musicals Girl Crazy von George Gershwin am Alvin Theatre in New York 8. November: Uraufführung des Singspiels Im weißen Rößl von Ralph Benatzky im Großen Schauspielhaus in Berlin 9. November: Uraufführung der Oper Soldaten von Manfred Gurlitt in Düsseldorf 29. November: Uraufführung der romantischen Oper Morana von Jakov Gotovac in Brünn 3. Dezember: Uraufführung der Operette Schön ist die Welt von Franz Lehár am Metropol-Theater in Berlin 10. Dezember: Uraufführung der Oper Fremde Erde von Karol Rathaus (Musik) mit einem Libretto von Kamilla Pálffy-Waniek in der Staatsoper Unter den Linden in Berlin 12. Dezember: Uraufführung der Operette Les Aventures du Roi Pausole von Arthur Honegger am Théâtre des Bouffes-Parisiens in Paris 26. Dezember: Uraufführung der Operette Der verlorene Walzer von Robert Stolz in Dresden.
Weitere Bühnenwerksuraufführungen Emmerich Kálmán: Das Veilchen vom Montmartre (Operette) Robert Stolz: Peppina (Operette) Leo Ascher: Frühling im Wienerwald (Operette) Ralph Benatzky: Cocktail (Musikalisches Lustspiel) Eugen d’Albert: Die Witwe von Ephesos, (Oper, komponiert 1930 aber nicht aufgeführt)
Film Filmmusik (Auswahl) William Axt: Venus auf Reisen Ralph Benatzky und Franz Grothe: Die letzte Kompagnie Franz Grothe: Tingeltangel Werner Richard Heymann: Du bist das süßeste Mädel der Welt; Die Drei von der Tankstelle Walter Kollo: Chacun sa chance Paul Abraham: Die singende Stadt
Musikfilme (Auswahl) Madam Satan – US-amerikanische Musical-Screwball-Komödie von Cecil B. DeMille mit Kay Johnson und Reginald Denny in den Hauptrollen
Neuveröffentlichungen (Auswahl) Lieder und Kompositionen Lied Text Musik Erstinterpret Label Veröffentlichung Genre Weitere Informationen A Quiet Little CornerWilliam Millen, Jack Hylton, Reginald Connelly Jack Hylton & His Orchestra His Master’s Voice Sommer 1930 Foxtrott-Schlager Body and Soul John W. Green Edward Heyman, Frank Eyton, Robert Sour Pat O’Malley RCA Victor 14. Februar 1930 Jazz Jazzstandard Ein Freund, ein guter Freund Werner Richard Heymann Robert Gilbert 1930 Schlager, Filmsong für die Tonfilm-Operette Die Drei von der Tankstelle geschrieben Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt Friedrich Hollaender Friedrich Hollaender Marlene Dietrich 1930 Filmsong für den Film Der blaue Engel komponiert Sitting on Top of the World Walter Vinson, Lonnie Chatmon Mississippi Sheiks Okeh Records 1930 Blues
Geboren Januar 1. Januar: Werner Heider, deutscher Komponist, Pianist und Dirigent 1. Januar: Rudolf Kassühlke, deutscher Geistlicher, Missionar, Kirchenlieddichter und Bibelübersetzer († 2001) 1. Januar: Schanna Kolodub, sowjetische bzw. ukrainische Komponistin († 2025) mini|hochkant=0.6|Ack van Rooyen; * 1. Januar 1. Januar: Ack van Rooyen, niederländischer Jazz-Trompeter († 2021) 2. Januar: Manuel Marino Miniño, dominikanischer Komponist, Dirigent und Musikpädagoge († 1996) 3. Januar: Ray Barra, US-amerikanischer Balletttänzer, -meister und -direktor († 2025) 4. Januar: Christoph Albrecht, deutscher Organist, Dirigent und Komponist († 2016) mini|hochkant=0.6|Constantin Floros; * 4. Januar 4. Januar: Constantin Floros, griechisch-deutscher Musikwissenschaftler († 2026) 5. Januar: Barbara Koerppen, deutsche Geigerin und Hochschullehrerin († 2023) 5. Januar: Hugh McLean, kanadischer Organist, Pianist, Cembalist, Musikpädagoge und -wissenschaftler († 2017) 5. Januar: Jesús Rosas Marcano, venezolanischer Journalist, Lyriker, Musiker und Hochschullehrer († 2001) 6. Januar: Rafael Velásquez, venezolanischer Trompeter und Flügelhornist († 2009) 8. Januar: Dim Kesber, niederländischer Musiker des traditionellen Jazz und Chemiker († 2013) 12. Januar: Glenn Yarbrough, US-amerikanischer Sänger († 2016) 13. Januar: Bobby Lester, US-amerikanischer Sänger († 1980) 14. Januar: Jürgen Feindt, deutscher Tänzer und Schauspieler († 1978) mini|hochkant=0.6|Kenny Wheeler; * 14. Januar 14. Januar: Kenny Wheeler, kanadischer Jazzmusiker († 2014) 15. Januar: Michel Chapuis, französischer Organist († 2017) 15. Januar: Earl Hooker, US-amerikanischer Bluesmusiker († 1970) 15. Januar: Onzy Matthews, US-amerikanischer Arrangeur, Komponist und Bandleader († 1997) 22. Januar: Éamon de Buitléar, irischer Dokumentarfilmer, Musiker und Politiker († 2013) 22. Januar: Günter Maurischat, deutscher Organist, Kantor, Pädagoge und Komponist († 2011) 22. Januar: Ben Steinberg, kanadischer Komponist, Dirigent, Organist und Musikpädagoge († 2023) 23. Januar: Manfred Schenk, deutscher Opern- und Konzertsänger († 1999) 27. Januar: Bobby Bland, US-amerikanischer Blues- und Soulsänger († 2013) 28. Januar: Jasraj, indischer klassischer Sänger († 2020)