Das sogenannte Kampfhäusl war eine kleine Blockhütte auf dem Waldgrundstück des Gebirgskurhauses Obersalzberg (vormals: Pension Moritz; ab 1928: Platterhof)Albert A. Feiber: siehe 5. Absatz, online unter obersalzberg.de. in Obersalzberg, damals noch eine Gnotschaft der Gemeinde Salzberg, die 1972 nach Berchtesgaden im Landkreis Berchtesgadener Land eingemeindet wurde.

Geschichte Nach Obersalzberg führte Hitler erstmals ein Besuch von Dietrich Eckart im Mai 1923.Eike Frenzel: Der Höhenwahn. In: Der Spiegel, 11. November 2011, online unter spiegel.de. Der nach ihm benannte Hitler-Prozess führte trotz der Verurteilung zu einer Mindeststrafe von fünf Jahren Festungshaft in Landsberg, wo er bereits seinem späteren Stellvertreter Rudolf Heß den ersten Band von Mein Kampf diktiert haben soll,Ulrich Chaussy: Nachbar Hitler. Führerkult und Heimatzerstörung am Obersalzberg. Mit aktuellen Fotos von Christoph Püschner. Links Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-86153-100-3, S. 36. bereits am 20. Dezember 1924 zu seiner vorzeitigen Entlassung auf Bewährung. (Laut Joachim Fest soll der erste Band erst nach der Haft wie der zweite von Hitler in Obersalzberg diktiert worden sein.Joachim Fest: „Hitler – Eine Biographie“, S. 306 mit Bezug auf Werner Maser und Hans Frank, 10. Auflage, 2008.) Erschienen ist dieser Band dann in der ersten Auflage am 18. Juli 1925.

mini|Überreste der Fundamente des so genannten „Kampfhäusls“ Im Sommer des gleichen Jahres, nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis, war er unter dem Namen Hugo Wolf Gast in der seinerzeit von Bruno Büchner und seiner Frau gepachteten Pension Gebirgskurhaus Obersalzberg. In einer kleinen Blockhütte, die etwas oberhalb davon auf dem zur Pension gehörenden Waldgrundstück stand, sowie in dem Berchtesgadener Hotel Deutsches HausRainer Blasius: Neuausgabe „Mein Kampf“ – Editoren gegen Hitler. FAZ, 19. Januar 2016 mit einem Bild vom „Kampfhäusl“, S. 3 von 4 Seiten, online unter faz.net. diktierte er den zweiten Teil seines Manuskripts von Mein Kampf dem ihm im Ersten Weltkrieg noch als Vizefeldwebel vorgesetzten Max Amann. Wegen dieser Niederschriften wurde die Holzhütte von seinen Anhängern später als „Kampfhäusl“ verklärt.

Der Alpengasthof Steiner unterhalb der von Hitler bewohnten Pension diente Obersalzberg als Poststelle. Thekla Rasp, die Frau des Gasthofinhabers, erinnert sich an den „Herrn Dr. Wolf“ wie folgt:

Die Einrichtung der Hütte umfasste demnach während der Entstehungszeit von Mein Kampf lediglich einen Kachelofen sowie einen Tisch, einen Stuhl und ein Bett.

Im Sommer 1928, nachdem die Büchners die Pension erworben und in Pension Platterhof umbenannt hatten, brachte Hitler in der Blockhütte auch „seine Gedanken zur deutschen Außenpolitik“ zu Papier.

Die Blockhütte wurde laut Ulrich Chaussy „nach 1945 abgetragen“, laut Rainer Blasius „1951 abgerissen“.Rainer Blasius: Neuausgabe „Mein Kampf“ – Editoren gegen Hitler. Bildunterschrift nach Anklicken des Fotos über 4-seitigen Artikels vom 19. Januar 2016 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung; Zitat: „Das „Kampf-Häusl“ auf dem Obersalzberg bei Berchtesgaden wurde 1951 abgerissen.“, online unter faz.net. Heute existieren nur noch Überreste ihres Fundaments. (→ siehe auch: Dokumentation Obersalzberg)

Literatur Ulrich Chaussy: Nachbar Hitler. Führerkult und Heimatzerstörung am Obersalzberg. Mit aktuellen Fotos von Christoph Püschner. Links, Berlin 1995, ISBN 3-86153-100-3.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Bauwerk in Berchtesgaden Kategorie:Adolf Hitler Kategorie:Führersperrgebiet Obersalzberg Kategorie:Abgegangenes Bauwerk im Landkreis Berchtesgadener Land Kategorie:Zerstört in den 1950er Jahren