Underscoring, auch Deskriptive Technik,. Kolloquium „Filmanalyse“ der Universität Potsdam, 2004. ist neben der Mood- und der Leitmotiv-Technik eine der drei Kompositionstechniken der Filmmusik. Hierbei geht die Musik durchgehend auf Vorkommnisse, Bewegungen und dargestellte Gefühle im Film synchron und paraphrasierend ein. Die Technik des Underscoring war vor allem im klassischen Hollywood-Kino verbreitet. Als typischer Vertreter wird oft Max Steiner genannt. Heutzutage findet das Underscoring im Gegensatz zur Mood-Technik nur noch selten Anwendung, meist in Animationsfilmen oder Komödien.

Charakterisierung

Durch eine Nachahmung oder Stilisierung von Geräuschen sowie von Bewegungselementen soll die Bildhandlung synchron in musikalischer Form umgesetzt werden. Underscoring wird eingesetzt, um die dargestellten Charaktere, das Tempo, die Handlung oder die Stimmung zu untermalen und Gefühle im Publikum auszulösen. Um diese Wirkung zu erreichen, wird oft eine klangnachahmende oder tonmalerische Kompositionsweise angestrebt. Dabei wird teilweise auf bestimmte Klangklischees zurückgegriffen, um beispielsweise Bezüge zu Schauplätzen herzustellen:Bullerjahn, 2001.

Instrumente Klischee Klang und Verwendbarkeit Akkordeon Paris, Hafen als „Schifferklavier“ klischeegebunden Balalaika Russland, Folklore mittelhohe Melodien, Klang zwischen Banjo und Mandoline Dudelsack Schottland laut, durchdringend, einfache Melodien Horn (Waldhorn) Jagd, Wald, Postkutsche mittelhoch bis tief, sehr weich, Soli klischeegebunden Kastagnetten Spanien klischeegebunden, für Rhythmus mit Akustik-Gitarre Mundharmonika Wasser, Segeln mittel bis hoch, silbrig, Solo melodiös

Eine extreme Form des Underscoring ist das Mickey-Mousing. Die Musik ist hier keine Ergänzung mehr, sondern eine Charakterisierung der Bewegungen: Aufwärtsbewegungen (Treppensteigen) werden entsprechend mit hohen, ansteigenden Tonhöhen umgesetzt, horizontale Vorgänge (Laufen) erfahren rhythmische Untermalungen.

Underscoring im Schlager

Bis in die 1980er hinein wurde Underscoring durchgängig auch in Kompositionen des deutschen Schlagers eingesetzt.

Beispiele Interpret Titel Kompositorisches Element Katja Ebstein Es war einmal ein Jäger Waldhörner zu Beginn Frank Farian Rocky Fallende Kadenz während des Sterbevorgangs Dschinghis Khan Moskau Männerschreie Truck Stop Ich möcht’ so gern Dave Dudley hör’n CB-Funksignal Bibi Johns Bum-Budi-Bum, das kann gefährlich sein (Goodness Gracious Me) Herzschlag Bill Ramsey Pigalle (Die große Mausefalle) Pianobar-Klavier und -Stimmung Dalida Am Tag als der Regen kam Regenfall zu Beginn Fred Weyrich Nur einmal nach Hawaii Hawaiigitarre Hazy Osterwald Sextett Kriminal-Tango Schuss Heino La Montanara Echo des Chorgesangs zu Beginn

Literatur Claudia Bullerjahn: Grundlagen der Wirkung von Filmmusik. Wissner, Augsburg 2001. ISBN 3-89639-230-1.

Weblinks „Underscoring in Abgrenzung zu Mood- und Leitmotivtechnik am Beispiel des Filmes ‚Indiana Jones – Der letzte Kreuzzug‘“ – Jessen Mordhorst, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Medien, Kommunikation & Sport, Dezember 2004.

Einzelnachweise

Kategorie:Filmmusiktechnik