350px|Les Noces. Die Abbildung zeigt eine nicht realisierte Vorhangskizze für das Ballett von Natalja Sergejewna Gontscharowa. Am 13. Juni erfolgt in Paris die Uraufführung des Balletts Les Noces von Igor Strawinsky. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1923.
Ereignisse 19. Februar: Jean Sibelius dirigiert die Weltpremiere seiner 6. Sinfonie in Helsinki. 5. April: King Oliver’s Creole Jazz Band (mit Louis Armstrong, Honoré Dutrey, Johnny Dodds, Lil Armstrong, Bud Scott und Baby Dodds) nimmt für Gennett Records den bahnbrechenden Titel Chimes Blues auf, der bis heute zu den Jazzstandards gehört und mit Louis Armstrongs erstem Kornett-Solo assoziiert wird. 5. Mai: Die Petersglocke (auch Dicker Pitter genannt), Glocke 1 des Kölner Domgeläuts, wird in Apolda gegossen. Mit rund 24.000 kg Gewicht und 322 cm Durchmesser ist sie bis 2016 die größte am geraden Joch schwingend läutende Glocke der Welt. Erschaffen hat die Bronze-Kirchenglocke der Glockengießermeister Heinrich Ulrich. 30. Mai: Der Sender Cardiff (5WA) der British Broadcasting Company überträgt die erste vollständige Aufführung einer neuen Orchesteroper im britischen Radio. 15. Juni: Für Okeh Records nimmt Ralph Peer mit einem transportablen Aufnahmegerät erstmals in der amerikanischen Provinz, in Atlanta, auf – Künstler wie Lucille Bogan, Fannie May Goosby, Fiddlin’ John Carson oder Warner’s Seven Aces werden so entdeckt.The Nassau Street Sessions 22. September: Ben Selvin befindet sich auf Platz 1 der Hits in den USA mit Yes! We Have No Bananas; ihm folgt im Oktober mit demselben Titel Billy Jones, während in Europa die deutsche Version Ausgerechnet Bananen! populär wird. 23. Oktober: Sylvester Weaver spielt mit der Sängerin Sara Martin die ersten bekannten Country-Blues-Aufnahmen ein. 24. Oktober: Die Sarajevska filharmonija (Philharmonie Sarajevo) gibt ihr erstes Konzert. mini|hochkant|Historisches Mikrofon der Funk-Stunde Berlin 29. Oktober: Von einer Dachkammer des Vox-Hauses in Berlin aus nimmt die Funk-Stunde Berlin als erster Hörfunksender in Deutschland den regelmäßigen Betrieb auf. 31. Oktober: Wilhelm Kollhof meldet als erster Rundfunkteilnehmer in Deutschland sein Radio an; aufgrund der Inflation zahlt er 350 Milliarden Mark für die Genehmigung. George Enescu gibt sein Debüt als Dirigent beim Philadelphia Orchestra in New York City.
Instrumentalmusik Béla Bartók: Tanz-Suite Frederick Delius: Violinsonate Nr. 2; 3 Preludes für Klavier und The splendour falls on castle walls für Chor. Gabriel Fauré: Trio für Klavier, Violine und Violoncello d-Moll op. 120 Gustav Holst: Fugal Concerto für Flöte, Oboe und Streichorchester op. 40/2 Carl Nielsen: Präludium und Thema mit Variationen für Violine solo op. 48; Balladen om Bjørnen (Almquist/Berntsen) op. 47 Ludolf Nielsen: Hjortholm, Tonbild op. 53 Sergei Sergejewitsch Prokofjew: Sonate Nr. 5 C-Dur, op. 38, revidiert als op. 135 Ottorino Respighi: Concerto all’antica für Violine und Orchester Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch: Klaviertrio Nr. 1 c-moll op. 8 Richard Strauss: Tanzsuite aus Klavierstücken von François Couperin Ralph Vaughan Williams: Romance and Pastorale für Violine und Klavier Eugène Ysaÿe: Sechs Sonaten für Violine solo op. 27
Vokalmusik Ildebrando Pizzetti: Messa di Requiem
Musiktheater 9. Februar: Die Uraufführung der Operette Die gelbe Jacke von Franz Lehár findet am Theater an der Wien in Wien statt. Der Text stammt von Ludwig Herzer und Fritz Löhner-Beda nach einer Vorlage von Victor Léon. Unter dem Namen Das Land des Lächelns wird das Werk Jahre später ein Welterfolg. 30. März: Die Operette Libellentanz von Franz Lehár wird am Stadt Theater Wien uraufgeführt. Das Werk ist eine Neubearbeitung der Operette Der Sterngucker aus dem Jahr 1916. 1. April: Die Uraufführung der Operette Mädi von Robert Stolz findet in Berlin statt. Das Textbuch stammt von Alfred Grünwald und Leo Stein. 21. April: Die Uraufführung der Operette Lagunenzauber von Nico Dostal erfolgt am Opernhaus Graz. 26. April: Die Oper Belfagor von Ottorino Respighi wird am Teatro alla Scala in Mailand uraufgeführt. 12. Mai: Die Operette Benamor mit einem Libretto von Antonio Paso Cano und Ricardo González del Toro und Musik des aragonesischen Komponisten Pablo Luna wird im Teatro de la Zarzuela in Madrid uraufgeführt. 14. Mai: Die Oper The Perfect Fool von Gustav Holst wird von der British National Opera Company in London erstmals zur Gänze uraufgeführt. Einzelne Teile des Werkes sind schon früher erstmals aufgeführt worden. mini|hochkant|Albert Roussel – Padmâvatî – Poster der Uraufführung von 1923 1. Juni: Die Uraufführung der Ballettoper Padmâvatî von Albert Roussel mit einem Libretto von Louis Laloy findet am Palais Garnier der Pariser Oper satt. 13. Juni: In Paris erfolgt die Uraufführung des Balletts Les Noces von Igor Strawinsky. 14. September: Uraufführung der Operette Ein Märchen aus Florenz von Ralph Benatzky am Johann Strauß-Theater in Wien. 31. Oktober: Eugen d’Albert führt in Hamburg erstmals das Legendenspiel Mareike von Nymwegen auf. 15. November: Uraufführung der Oper Srdce (Das Herz) von Josef Bohuslav Foerster am Nationaltheater Prag. 17. November: Am Theater an der Wien in Wien wird die Operette Die Perlen der Cleopatra von Oscar Straus nach einem Libretto von Julius Brammer und Alfred Grünwald uraufgeführt. Fritzi Massary, Richard Tauber und Max Pallenberg spielen die Hauptrollen. 20. November: Uraufführung der Oper Die Höhle von Salamanca von Bernhard Paumgartner an der Staatsoper in Dresden. 22. Dezember: Uraufführung der Operette Marietta von Walter Kollo in Berlin.
Weitere Bühnenwerksuraufführungen Leo Fall: Der süße Kavalier (Operette) Leo Ascher: Ein Jahr ohne Liebe (Operette) Leon Jessel: Des Königs Nachbarin (Singspiel) Eduard Künneke: Casinogirls und Lovers Lane (zwei Operetten) Julius Bittner: Das Rosengärtlein (Oper) Uraufführung in Mannheim. Gustav Holst: The Perfect Fool (Oper) Jean Gilbert: Katja, die Tänzerin (Operette); Der Gauklerkönig (Operette)
Popmusik mini|zentriert|Carl Schraubstader (Musik) und Lew Brown (Text) – Last Night on the Back Porch (1923)
Neuveröffentlichungen (Auswahl) Lieder und Kompositionen Lied Text Musik Erstinterpret Label Veröffentlichung Genre Weitere Informationen Chimes Blues King Oliver King Oliver King Oliver’s Creole Jazz Band Gennett Records 5. April 1923 Jazz, Blues Jazzstandard Last Night on the Back Porch Lew Brown Carl Schraubstader 1923 Pop, Jazz Nobody Knows You When You’re Down and Out Jimmy Cox Jimmy Cox 1923 Pop That Old Gang of Mine Mort Dixon, Billy Rose Ray Henderson Van and Schenck 1923 Jazz, Pop
Geboren Januar 11. Januar: Osie Johnson, US-amerikanischer Jazzschlagzeuger († 1966) 17. Januar: Hans Moeckel, Schweizer Komponist und Dirigent († 1983) 20. Januar: Nora Brockstedt, norwegische Sängerin und Entertainerin († 2015) 20. Januar: Slim Whitman, US-amerikanischer Countrysänger († 2013) 21. Januar: Karl Messner, österreichischer Komponist, Kapellmeister und Pädagoge († 2016) 22. Januar: Justinas Bašinskas, litauischer Komponist († 2003) 23. Januar: Alfonsín Quintana, kubanischer Sänger († 2018) 24. Januar: Guitar Shorty (John Henry Fortescue), US-amerikanischer Bluesmusiker († 1976) 27. Januar: Waldir Azevedo, brasilianischer Komponist und Cavaquinhospieler († 1980) 27. Januar: Roger Bourdin, französischer Flötist († 1976) 28. Januar: Ivo Robić, kroatischer Schlagersänger († 2000) 28. Januar: Roberto Roversi, italienischer Schriftsteller, Dichter, Liedtexte, Journalist und Antiquariatsbuchhändler († 2012) 29. Januar: Eddie Taylor, US-amerikanischer Blues-Gitarrist († 1985)
Februar 3. Februar: Alys Robi, kanadische Sängerin († 2011) 4. Februar: Eduardo Adrián, argentinischer Tangosänger († 1990) 5. Februar: Claude King, US-amerikanischer Country-Sänger († 2013) 7. Februar: Dora Bryan, britische Schauspielerin († 2014) 11. Februar: Inge Raba, deutsche Cellistin († 2022) 12. Februar: Ernst Bruun Olsen, dänischer Schauspieler, Dramatiker, Hörspielautor und Regisseur († 2011) 16. Februar: Vladimir Havsky, russisch-chinesisch-amerikanischer Pianist († 2009) 17. Februar: Buddy DeFranco, US-amerikanischer Jazzklarinettist († 2014) 22. Februar: Billy Mo, deutscher Jazz-Trompeter und Schlagersänger († 2004) 23. Februar: Dhora Leka, albanische Komponistin, Partisanin und politische Gefangene († 2006) 24. Februar: David Soyer, US-amerikanischer Cellist und Musikpädagoge († 2010) 25. Februar: André Asselin, kanadischer Pianist und Komponist († 2012) 27. Februar: Bienvenido Bustamante López, dominikanischer Komponist und Klarinettist († 2001) mini|hochkant=0.6|Dexter Gordon; * 27. Februar 27. Februar: Dexter Gordon, US-amerikanischer Tenorsaxophonist († 1990)
März 1. März: Charles Cyroulnik, französischer Geiger († 2003) 3. März: Doc Watson, US-amerikanischer Gitarrist und Sänger († 2012) 4. März: Willie Johnson, US-amerikanischer Blues-Musiker († 1995) 6. März: Erhard Karkoschka, deutscher Komponist († 2009) mini|hochkant=0.6|Wes Montgomery; * 6. März 6. März: Wes Montgomery, US-amerikanischer Jazz-Gitarrist († 1968) 7. März: Jørgen Kleemann, grönländischer Musiker († 2023) 10. März: Don Abney, US-amerikanischer Jazzpianist († 2000) 10. März: Vladimír Šrámek, slowakischer Komponist († 2004) 11. März: Ad den Besten, niederländischer Germanist, Essayist, Kirchenlieddichter und Übersetzer († 2015) 12. März: Norbert Brainin, österreichisch-britischer Violinist († 2005) 15. März: Rudolf Graetz, deutscher Jazz- und Unterhaltungsmusiker (Trompete, Komposition) († 1996) 16. März: Heinz Wallberg, deutscher Dirigent († 2004) 18. März: Berta Klement, österreichische Bildhauerin und Kunsttherapeutin († 2020) 21. März: Tsuna Iwami, japanischer Komponist und Shakuhachispieler († 2012) 23. März: Nina Novak, polnisch-venezolanische Primaballerina, Choreografin, Ballettdirektorin und Tanzlehrerin († 2022) 26. März: Clifton Williams, US-amerikanischer Komponist, Hornist und Musikpädagoge († 1976) 28. März: Thad Jones, US-amerikanischer Jazz-Trompeter († 1986) 28. März: Bill Richards, kanadischer Geiger und Komponist († 1995) 29. März: Bob Haymes, US-amerikanischer Sänger, Songwriter und Schauspieler († 1989) 30. März: Viorel Cosma, rumänischer Musikwissenschaftler und -pädagoge († 2017) 30. März: Diego Ochsenbein, Schweizer Sänger († 1997) mini|hochkant=0.6|Shoshana Damari; * 31. März 31. März: Shoshana Damari, israelische Sängerin († 2006)
April 1. April: Don Butterfield, US-amerikanischer Jazzmusiker (Tuba, Komposition) und Musikverleger († 2006) 6. April: Skeeter Bonn, US-amerikanischer Country-Musiker († 1994) 12. April: Ann Miller, US-amerikanische Schauspielerin und Tänzerin († 2004) 16. April: Warren Barker, US-amerikanischer Komponist († 2006) 16. April: Harry Cox, belgischer Pianist und Komponist († 2009) 17. April: Gianni Raimondi, italienischer Tenor († 2008) 20. April: Tito Puente, US-amerikanischer Jazz-, Salsa- und Mambo-Musiker († 2000) 25. April: Albert King, US-amerikanischer Bluesmusiker († 1992) 26. April: Alberto Marino, argentinischer Tangosänger und -komponist († 1989) 29. April: Radim Drejsl, tschechischer Komponist, Pianist und Dirigent († 1953) 29. April: Walter Deutsch, österreichischer Musikwissenschaftler († 2025) 30. April: Percy Heath, US-amerikanischer Jazz-Musiker (Kontrabassist) († 2005)
Mai 3. Mai: Charles Dobler, Schweizer klassischer Pianist und Musikpädagoge († 2014) 3. Mai: George Hadjinikos, griechisch-britischer Pianist, Dirigent und Musikpädagoge († 2015) 4. Mai: Guy Warren, ghanaischer Jazzmusiker († 2008) 7. Mai: Gabriel Jacobsohn, israelischer Komponist († 1948) 8. Mai: Cheikha Rimitti, algerische Raï-Sängerin († 2006) 10. Mai: Víctor Piñero, venezolanischer Sänger († 1975) 12. Mai: Colombe Pelletier, kanadische Pianistin und Klavierbegleiterin († 2021) 14. Mai: Julio Martel, argentinischer Tangosänger († 2009)