Munisípiu Manufahi (tetum)Município de Manufahi (port.)150px|zentriert|Flagge der Gemeinde Manufahi320px|Manufahi im Juli 2022 DatenHauptstadtSameFläche1.332,50 km²Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.Einwohnerzahl (2022)60.665Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2023.Zahl der Haushalte (2022)11.053ISO 3166-2:TL-MFVerwaltungsämterEinwohner (2022) FlächeAlas9.532406,44 km²Fatuberlio8.490374,98 km²Same34.843353,14 km²Turiscai7.800197,94 km² Karten320px|Übersichtskarte Manufahi320px|Verwaltungsgliederung von Manufahi
Manufahi ist eine Gemeinde von Osttimor. Hauptstadt ist Same.
Name In der portugiesischen Kolonialzeit war der damalige Kreis nach der Hauptstadt Same benannt.
Der heutige Gemeindename leitet sich von Maun Fahe ab, tetum für „geteilte Brüder“. Der Name stammt von einer Legende, die vom Kampf zweier verwandter Stämme, beziehungsweise vier Geschwistern berichtet. Nach der Teilung einigte man sich schließlich doch auf einen einzigen Herrscher. Trug der damalige Distrikt in der portugiesischen Kolonialzeit noch den Namen des Hauptortes Same, nahm man auf Grundlage dieser Legende den heutigen Namen an. Allerdings wurde er falsch geschrieben, so dass die Bedeutung des Namens in Tetum nun „Schwein Huhn“ lautet. Es gibt Bestrebungen, den Gemeindenamen entsprechend zu korrigieren, obwohl es auch eine Legende gibt, dass in Dai-Sua einst ein Hahn von einem Berg herabflog, auf dem Rücken eines Schweines landete und beide zusammen an viele Orte reisten, bevor sie nach Manufahi zurückkehrten.Timor-Leste Portal Municipal: MUNICIPALITIES PROFILE MANUFAHI, abgerufen am 6. September 2020.
Geographie Übersicht mini|links|Ruinen des portugiesischen Zollhauses in Betano mini|links|Fatucahi
Manufahi liegt an der Südküste von Osttimor an der Timorsee und hat seine Fläche von 1332,50 km² Es grenzt im Osten an die Gemeinde Manatuto, im Westen an Ainaro und im Norden an Aileu.
Manufahi teilt sich in die vier Verwaltungsämter Alas, Fatuberlio, Same und Turiscai.
Der Norden ist Bergland, in dem sich auch Höhlen finden. Im Osten reichen die Cablac-Berge (Cabalaki) bis nach Same hinein. Die Meereshöhen steigen hier auf fast , wobei der Cablac, der höchste Gipfel in Manufahi nur auf kommt. Im Süden breitet sich eine Küstenebene aus, in der mehrere Flüsse ganzjährig Wasser führen. An der Westgrenze der Gemeinde entlang fließt der Caraulun (Caraulun) in die Region von Betano. In ihn mündet auch der Sui, der den Großteil des Westens von Manufahi durchzieht. Der Südliche Lacló fließt durch das Verwaltungsamt Alas. Das Verwaltungsamt Fatuberlio mit der Ebene von Kicras (Quirás) wird durch den Clerec (Clére, Cler) und den Sáhen (auch Sahe oder Sahen) bewässert.Universität Coimbra: The geomorfology Auf den letzten Kilometern seines Laufs teilt sich der Clerec. Ein Arm fließt in den Lacló, während ein weiterer auf seinem Weg ins Meer eine große Lagune durchfließt, die Lagoa Mapliu. Im Mündungsgebiet von Lacló und Clerec liegt eine Vielzahl von weiteren Lagunen. Der Sáhen bildet auch die Ostgrenze zu Manatuto. 1994 waren noch 61.797 Hektar der Gemeinde mit Wald bedeckt. Westlich der Hauptstadt Same befindet sich der Nationalpark Kay Rala Xanana Gusmão, der bis in die Nachbargemeinde Ainaro reicht.
Entfernungen Entfernungen [km]Manufahi em Numeros 2019, abgerufen am 12. Februar 2022. Ort Alas Fatuberlio Same Turiscai Alas 26 54 72 Fatuberlio 26 80 98 Same 54 80 34 Turiscai 72 98 34
Die Stadt Same liegt von der Landeshauptstadt Dili 119 Kilometer entfernt.
Klima Zwischen Juni und Oktober ist das Klima heiß und trocken. Dürren können dann zu Nahrungsmangel unter der Bevölkerung führen. Von November bis März bringt der Nordostmonsun Regenfälle. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt zwischen 2500 und 3000 mm. Die südlichen Ebenen werden regelmäßig durch die Flüsse überflutet.
Einwohner mini|links|Entwicklung der Einwohnerzahl in Manufahi mini|Schüler in Same mini|Instituto Politécnico de Betano – Kay Rala Xanana Gusmão
In Manufahi leben 60.665 Menschen (2022, 2011: 51.090, abgerufen am 5. Mai 2013), davon sind 31.599 Männer und 29.066 Frauen. Mit einem Geschlechterverhältnis von 109 Männern auf 100 Frauen ist der Anteil der männlichen Bevölkerung von allen Gemeinden Osttimors in Manufahi am größten. Zwischen 2015 und 2022 lag das jährliche Bevölkerungswachstum bei 1,7 %. Der Landesdurchschnitt liegt bei 1,8 %. Zwischen 1990 und 2004 wuchs die Zahl der Einwohner Manufahis jährlich um 1,96 %. (PDF; 14 MB)
Der Altersdurchschnitt liegt bei 18,2 Jahren (2010). (PDF; 2,7 MB) Hatte 2004 in Same jede Frau durchschnittlich 7,27 Kinder, stieg die Anzahl über 7,84 Kinder in Alas und 8,43 in Fatuberlio, bis auf 9,50 Kinder pro Frau in Turiscai an (Landesdurchschnitt 6,99). Die Kindersterblichkeit lag 2002 in Turiscai bei 70 Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten (1996: 105), in Alas bei 88 (107), in Same bei 92 (141) und in Fatuberlio bei 115 (104). Der Landesdurchschnitt betrug 98. Fatuberlio ist einer von 14 Verwaltungsämtern, in denen die Kindersterblichkeit entgegen dem Landestrend anstieg.
Die Einwohner sprechen mehrere verschiedene Nationalsprachen als Muttersprache. 34,3 % sprechen Mambai (größte Sprachgruppe in den Verwaltungsämtern Same und Turiscai); 51,3 % sprechen Tetum, je etwa die Hälfte davon Tetum Prasa und Tetum Terik (Verwaltungsämtern Alas und Fatuberlio). 6,6 % sprechen Lakalei, 0,6 % Idaté und 1,2 % Isní, die ihr Zentrum östlich von Turiscai hat. Diese drei Dialekte werden zur Idalaka-Sprache gezählt. 1,5 % sprechen Bunak im Verwaltungsamt Same. Berücksichtigt man auch die Zweitsprachen, so sprachen 2015 94,9 % Tetum, 34,6 % Bahasa Indonesia, 30,8 % Portugiesisch und 13,2 % Englisch.
2004 waren 96,3 % der Einwohner Katholiken, 3,3 % Protestanten und 0,3 % Muslime. Nur 14 Personen waren noch Anhänger der traditionellen, animistischen Religion Timors. (PDF; 13 MB) Bei der Volkszählung 2015 registrierte man 96,32 % Katholiken, 3,35 % Protestanten und 0,21 % Muslime. Sieben Personen bezeichneten sich als Anhänger der traditionellen Religion, zwölf als Buddhisten, vier als Hindus und 41 nannten anderes.
Von den Einwohnern, die drei Jahre oder älter sind, besuchten 2015 40,4 % eine Schule. 31,3 % hatten die Schule verlassen. Nie eine Schule besucht haben 26,5 %, was in etwa dem Landesdurchschnitt entspricht. 4,7 % der Einwohner Manufahis haben nur die Vorschule besucht, knapp ein Drittel nur die Grundschule. Weiterführende Schulen haben knapp ein Drittel der Einwohner abgeschlossen. Ein Diplom oder abgeschlossenes Studium können 3,5 % vorweisen, was der Hälfte des Landesdurchschnitts entspricht. Die Analphabetenquote betrug 2015 12,9 % (Frauen: 11,8 %; Männer: 13,9 %). 2004 lag sie noch bei 51,9 %.
Am 23. Februar 2017 wurde in Betano das Instituto Politécnico de Betano – Kay Rala Xanana Gusmão eröffnet, die erste Hochschule im Süden Osttimors.Facebook-Auftritt der First Lady Osttimors: Abertura Oficial do Instituto Politécnico de Betano, abgerufen am 25. Februar 2017.
Schulbildung Schulabschluss in der Schule Schule beendet nie in einer Schule Vorschule Grundschule Prä-Sekundär Sekundär Diplom/Fach-hochschule Universität Kein Abschluss Frauen 40,1 % 29,0 % 29,1 % 4,5 % 29,3 % 16,1 % 14,9 % 0,5 % 2,3 % 0,6 % Männer 40,6 % 33,5 % 24,1 % 4,8 % 33,3 % 14,8 % 15,3 % 0,7 % 3,5 % 0,8 % gesamt 40,4 % 31,3 % 26,5 % 4,7 % 31,4 % 15,4 % 15,1 % 0,6 % 2,9 % 0,7 %
Geschichte mini|Boaventura, der rebellische Liurai von Manufahi
Portugiesische Kolonialzeit Ende des 19. Jahrhunderts hatte das Reich von Manufahi etwa 42.000 Einwohner, nur etwas weniger als die heutige Gemeinde Manufahi. Hauptort war bereits damals Same. Die Bevölkerung ernährte sich vom Getreide- und Obstanbau, daneben wurden Pferde und Schafe gezüchtet und Kaffee und Tabak angebaut. Die Region war bekannt für herausragende Leder-, Gold- und Silberarbeiten.Geoffrey C. Gunn: , verfügbar vom Centro de Estudos sobre África, Ásia e América Latina, CEsA der TU-Lissabon (PDF-Datei; 805 kB). Auch Bubussuso war eines der traditionellen Reiche Timors, die von einem Liurai regiert wurden. Es erscheint als Bibissuço auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche aufführte.
Am 2. August 1860 wurde von der Kolonialmacht Portugiesisch-Timor in Militärkommandanturen unterteilt. Zur Militärkommandantur Alas gehörten die Reiche von Dotik, Alas, Manufahi, Raemean, Suai, Camenaça.Monika Schlicher: Portugal in Osttimor. Eine kritische Untersuchung zur portugiesischen Kolonialgeschichte in Osttimor 1850 bis 1912. S. 134–136, Abera, Hamburg 1996, ISBN 3-931567-08-7, (Abera Network Asia-Pacific 4), (Zugleich: Heidelberg, Univ., Diss., 1994). Der Sitz der Militärkommandantur befand sich in Fatukuak (Betano). Der 2. August wird seit 2023 als Geburtstag von Manufahi gefeiert.News "Roman Ba Sosiedade" ARS: MANUFAHI :" PROSÉSU ESTABELEZEMENTU ADMINISTRASAUN MUNISÍPIU MANUFAHI" (Díariu ARS,03-08-2023), 3. August 2023, abgerufen am 3. August 2023.
Boaventura, der Liurai von Manufahi, und sein Vater Dom Duarte führten mehrere große Revolten gegen die damalige portugiesische Kolonialmacht an, nachdem Portugal im August 1895 eine Offensive gegen das Reich begonnen hatte. Mit einem Blutpackt verbündete Manufahi sich mit mehreren Reichen gegen die Kolonialmacht. Bis 1896 konnte es sich im Krieg von Manufahi gegen die Portugiesen behaupten.
1900 einigte man sich auf einen Friedensschluss, aufgrund dessen Dom Duarte zu Gunsten seines Sohnes Boaventura als Liurai abtreten musste. Zuvor hatten die Portugiesen zwei Wochen im November erfolglos versucht, die auf dem Berg Leolaco (Suco Dai-Sua) verschanzten Krieger von Manufahi zu besiegen.Frédéric B. Durand: History of Timor-Leste, S. 70, ISBN 978-616-215-124-8.CAVR-Report von 2005: Part 3: The History of the Conflict (PDF; 1,4 MB) 1907 erhob sich Manufahi erneut und schließlich ein letztes Mal 1911. Boaventura vereinigte dabei mehrere timoresische Reiche zur größten Widerstandsbewegung, auf die die Portugiesen während der Kolonialzeit auf Timor trafen. Die Rebellion von Manufahi wurde erst mit loyalen Timoresen und portugiesisch-afrikanischen Truppen aus Mosambik und teils sogar aus Angola 1912 niedergeschlagen. Zuvor waren am Berg Leolaco etwa 3.000 Männer, Frauen und Kinder der Rebellen durch die Portugiesen niedergemetzelt worden. Osttimoresische Quellen schätzen, dass bei der letzten Revolte allein zwischen 15.000 und 25.000 Menschen getötet und viele Tausend mehr gefangen genommen und eingekerkert wurden. Boaventura starb kurz darauf in Gefangenschaft auf der Insel Atauro. Er wird heute in Osttimor und vor allem in Manufahi als Nationalheld verehrt.
mini|links|„Ein Paar von Lakalei-Sprechern aus Fatuberlio“, Álbum Fontoura, vor 1940
1939 wurde die erste Kirche in Manufahi eingeweiht. Damals waren dort nur 470 Christen registriert.
mini|Ruine nach Bombenangriffe durch Japaner und Alliierte (1946) mini|Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Ave-Maria-Kirche von Same (2014)