mini|Irving Berlin (1948)rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|Signatur Irving Berlin, eigentlich Israel Isidore Beilin oder Baline, weiteres Pseudonym Ren(.) G. May, (* im Russischen Kaiserreich; † 22. September 1989 in New York City) war ein US-amerikanischer Komponist und Texter. Im Jahr 1911 hatte er seinen Durchbruch mit dem Lied Alexander’s Ragtime Band und prägte in den folgenden Jahrzehnten als Songwriter die amerikanische Unterhaltungsmusik entscheidend. Viele seiner Lieder wie White Christmas, God Bless America, Puttin’ on the Ritz oder Cheek to Cheek wurden Teil des Great American Songbook. Berlin, der auch für Broadway-Shows und den Film schrieb, wurde u. a. mit dem Grammy, dem Oscar, dem Tony Award und der Presidential Medal of Freedom geehrt.

Leben Der Geburtsort Berlins ist unbekannt, obschon seine jüdische Familie bis zur Auswanderung in Talatschyn (Gouvernement Mogiljow), einer Stadt im heutigen Belarus, lebte.Irving Berlin Music Company: Berlin selbst gab als Geburtsort die kleine sibirische Stadt Temun an, die manchmal als Tjumen identifiziert wurde.Philip Furia (Hrsg.): American song lyricists, 1920 – 1960. Gale, Detroit 2002, ISBN 0-7876-6009-4, S. 23. Infolge der antisemitischen Pogrome in den 1880er Jahren im Russischen Reich wanderten Berlins Eltern mit ihren sieben Kindern 1891 in die Vereinigten Staaten aus. (Siehe auch: Die polnischen Juden im russischen Reich (1795–1918) sowie Ansiedlungsrayon.)

Nach dem frühen Tod des Vaters, eines Kantors, mussten die Kinder für das Familieneinkommen sorgen: Irving wurde aus der Schule genommen und verdiente als Zeitungs- und Botenjunge sein erstes Geld. Mit 14 riss er von zu Hause aus und arbeitete als „Singender Kellner“ in einem New Yorker Café. Dabei brachte er sich ein wenig Klavierspielen bei. Da Berlin nach Gehör spielte, nahm er der Einfachheit halber nur die schwarzen Tasten; er spielte fast ausschließlich in der Tonart Fis.

Mit dem Verkaufsschlager Alexander’s Ragtime Band gelangte er zu Weltruhm. Der ehemalige Straßenjunge war auf dem besten Wege, ein bekannter Komponist zu werden, und dies, obwohl er weder Noten lesen noch richtig Klavier spielen konnte. Er komponierte seine Melodien, andere schrieben die Noten auf. Die Orchestrierung erledigten dann ausgebildete Arrangeure.

Weil er nun auch in allen anderen Tonarten komponieren wollte, kaufte er sich 1910 ein Klavier, das er mittels eines Kurbelrads transponieren konnte, indem die Mechanik relativ zu den Saiten verschoben wurde. mini|Berlins Grab in New York City Am 12. Mai 1910 wurde er in der Munn Lodge No. 190 in New York City als Freimaurer initiiert,Jürgen Holtorf: Die Logen der Freimaurer. Nikol Verlags GmbH, Hamburg, S. 140, ISBN 3-930656-58-2. am 26. Mai zum Gesellen befördert und am 3. Juni zum Meister erhoben. Den 32. Grad des A.A.S.R. (New Jersey) erhielt er am 23. Dezember. Im Mecca Shrine Temple wurde er am 30. Januar 1911 initiiert und dort im Dezember 1936 lebenslanges Mitglied. Schon zuvor, im Dezember 1935 war er lebenslanges Mitglied in Munn Lodge geworden. Etwa um 1912 schrieb er mit E. Ray Goetz einen Song mit freimaurerischem Bezug: Hiram’s Band.

1920 eröffnete Berlin mit der Music Box ein eigenes Theater und widmete sich schließlich auch der Arbeit für den Tonfilm. Mit dem in vielen Millionen Schallplatten verbreiteten Schlager White Christmas aus dem Bing-Crosby-Film Holiday Inn gelang ihm dabei ein besonderer Wurf. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg wurde sein God Bless America, dargeboten von Kate Smith, zu einer inoffiziellen Hymne der USA.

Seinen größten Erfolg errang Irving Berlin 1946 mit dem Musical Annie Get Your Gun über die US-amerikanische Kunstschützin Annie Oakley. Er ist Autor zahlreicher Melodien, die bis heute als Jazzstandards gelten.

Tod Irving Berlin starb am 22. September 1989 im Alter von 101 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.

Werke (Auswahl) Songs Irving Berlin war in erster Linie Songwriter; er schrieb mehr als 1000 Songs. Alexander’s Ragtime Band Always Blue Skies Change Partners Cheek to Cheek The Devil Has Bought Up All The Coal (1918) God Bless America I’ve Got My Love to Keep Me Warm Let’s Face the Music and Dance Let Yourself Go Look Out For The Bolsheviki Man (Ziegfeld Follies) (1919) Puttin’ on the Ritz Russian Lullaby That Revolutionary Rag (1919) There’s No Business Like Show Business They Say It’s Wonderful When That Man Is Dead and Gone White Christmas

Broadway Shows – Musicals und Musical Revues Es folgen Shows, deren Musik ausschließlich von Berlin geschrieben wurde. 1910: Ziegfeld Follies 1914: Watch Your Step 1915: Stop! Look! Listen! 1918: Yip Yap Yaphank 1921, 1922, 1923 und 1924: Music Box Revue 1925: The Cocoanuts, Verfilmung 1929 1927: Ziegfeld Follies 1932: Face The Music 1933: As Thousands Cheer 1940: Louisiana Purchase, Verfilmung 1941 1942: This Is the Army, Verfilmung 1943 1946: Annie Get Your Gun, Verfilmung 1950 1949: Miss Liberty 1950: Call Me Madam, Verfilmung 1953 1962: Mr. President.

Filmarbeiten In den meisten Fällen bildet ein Portfolio von Berlin-Songs die Grundlage für folgende Filmmusicals, Musik- oder Tanzfilme, die nur in der Ausnahme als Ganzes als Filmmusik geschrieben wurden. 1929: Die Lady von der Straße (Lady of the Pavements) 1930: Puttin’ On The Ritz 1934: Ich tanz’ mich in dein Herz hinein (Top Hat) 1934: Das Geisterschiff (The Live Ghost) 1936: Marine gegen Liebeskummer (Follow the Fleet) 1937: Geh’n wir bummeln (On the Avenue) 1938: Alexander’s Ragtime Band 1938: Sorgenfrei durch Dr. Flagg – Carefree (Carefree) 1939: Premiere in Hollywood (Second Fiddle) 1942: Musik, Musik (Holiday Inn) 1946: Blau ist der Himmel (Blue Skies) 1947: Osterspaziergang (Easter Parade) 1953: Madame macht Geschichte(n) (Call Me Madam) 1953: Weiße Weihnachten (White Christmas) 1954: Rhythmus im Blut (There’s No Business Like Show Business) 1957: Sayonara

Auszeichnungen 1943: Oscar in der Kategorie Bester Song für White Christmas aus dem Film Musik, Musik 1945: Medal for Merit, damals die höchste zivile Auszeichnung der USA 1951: Tony Award für die beste Musik (Score/Partitur) für das Musical Call Me Madam 1954: Congressional Gold Medal 1968: Grammy Award für sein Lebenswerk

Literatur Jeffrey Magee: Irving Berlin’s American Musical Theater. Oxford Univ. Press, New York, NY [u. a.] 2012, ISBN 978-0-19-539826-7. James Kaplan: Irving Berlin: New York genius. Yale University Press, New Haven 2019, ISBN 978-0-300-18048-0.

Weblinks

Biography – Songwriters Hall of Fame (englisch) Nachruf vom 2. Oktober 1989 im TIME Magazine zum Tode von Irving Berlin (englisch) Berlins Transponierklavier Christiane Kopka: 11.05.1888 – Der Geburtstag von Irving Berlin WDR ZeitZeichen vom 11. Mai 2013. (Podcast)

Einzelnachweise

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