Die Liste umfasst Orte und Teile von Ortschaften, die im Besitz der Zisterzienserinnenabtei Kloster St. Marienthal waren. Das Kloster wurde 1234 in der damals zu Böhmen gehörenden Oberlausitz gegründet. Im Gegensatz zu den Gemeinden der Umgebung blieben einige Ortschaften auch nach der Reformation katholisch (insbesondere Blumberg, Grunau, Königshain, Rusdorf, Schönfeld und der Klosteranteil von Seitendorf),Lars-Arne Dannenberg, Matthias Donath: „Do hoan uns die Polen nausgetriebm“ - Vertreibung, Ankunft und Neuanfang im Kreis Zittau 1945–1950. Via Regia, Königsbrück 2020. ISBN 978-3-944104-34-8. Seite 22 während andere evangelisch wurden. Ab etwa 1560 waren die Orte einem Administrator des Bistums Meißen mit Sitz in Bautzen am Dom St. Petri unterstellt. Der erste Administrator der Ober- und Niederlausitz war Johann Leisentrit. Die Stiftsorte kamen im Prager Frieden 1635 zusammen mit der Oberlausitz zum Kurfürstentum Sachsen.

Ab 1815 wurden durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses über 40 % der Orte infolge der Teilung des Königreiches Sachsen preußisch und gehörten ab 1821 durch die päpstliche Bulle De salute animarum zum Erzbistum Breslau. Das Restgebiet des Bistums Meißen in der sächsischen Oberlausitz wurde häufig als Apostolische Präfektur (Ober-)Lausitz bezeichnet und ging in das 1921 wiedererrichtete Bistum mit Sitz in Bautzen über. Die Orte östlich der Lausitzer Neiße liegen heute in der Republik Polen.

Ort Klosterbesitzab Jahr Bemerkung Karte Territoriumab 1815 HeutigerOrtsname Heutige Landgemeinde(S – Stadt oder Stadtteil) Bundesland/Woiwodschaft Altstadt 1234? auch Ostritz-Altstadt Sachsen Altstadt Ostritz (S) Sachsen Attendorf 1238 Preußen Attendorf Waldhufen Sachsen Blumberg 1407Tilo Böhmer: Klosterdörfer: Rusdorf und Blumberg. Aus den nächsten Dörfern wurde Posada und Bratkow. In: Ora et labora, 2011, 43: 16–19. PDF ab 1649 komplettim Klosterbesitz Sachsen Bratków Bogatynia Niederschlesien Borda 1238 Preußen Borda Reichenbach/O.L. (S) Sachsen Dittelsdorf 1369 Teil KlosterTeil Zittau Sachsen Dittelsdorf Zittau (S) Sachsen Grunau 1396Tilo Böhmer: Klosterdörfer: Grunau und Schönfeld. Das Patronat des Klosters ist bis 1939 bestehen geblieben. In: Ora et labora, 2014, 49: 11–14. PDF Sachsen Krzewina Bogatynia Niederschlesien Gurigk 1238 Preußen Gurigk Reichenbach/O.L. (S) Sachsen Jauernick 1242 Preußen Jauernick-Buschbach Markersdorf Sachsen Königshain 1280 ab 1346 komplettim Klosterbesitz Sachsen Działoszyn Bogatynia Niederschlesien Markersdorf 1394 Klosteranteil nördlich desWeißen Schöps bis 1856 Preußen Markersdorf Markersdorf Sachsen Melaune 1238 Preußen Melaune Vierkirchen Sachsen Meuselwitz 1238 Preußen Meuselwitz Reichenbach/O.L. (S) Sachsen Nieder Seifersdorf 1238 Preußen Nieder Seifersdorf Waldhufen Sachsen Oberseifersdorf 1267 Sachsen Oberseifersdorf Mittelherwigsdorf Sachsen Ödernitz 1238 Preußen Ödernitz Niesky (S) Sachsen Ostritz 1234? Sachsen Ostritz Ostritz (S) Sachsen Prachenau 1238 Preußen Prachenau Vierkirchen Sachsen Reichenau 1262Hans Lindemann: Klosterdörfer: Reichenau/Bogatynia. Ein Blick vom Kloster nach Böhmen. In: Ora et labora, 2010, 42: 11–14. PDF bis 1547 komplettim Klosterbesitzdanach Teil Zittau Sachsen Bogatynia Bogatynia (S) Niederschlesien Rusdorf 1273 ab 1346 komplettim Klosterbesitz Sachsen Posada Bogatynia Niederschlesien Schlegel 1287 Sachsen Schlegel Zittau (S) Sachsen Schönfeld 1396 erst Teile; seit 1578komplett unddauernd Klosterbesitz Sachsen Lutogniewice Bogatynia Niederschlesien Seitendorf 1303Gerold Schmacht: Klosterdörfer: Seitendorf. Erste Schenkung an das Kloster im Jahre 1303. In: Ora et labora, 2009, 39: 10–14. PDF ab 1507 komplettim Klosterbesitz; nach1570 kleiner Teil Zittau Sachsen Zatonie Bogatynia Niederschlesien St. Marienthal 1234 Sachsen St. Marienthal Ostritz (S) Sachsen

Literatur Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas 1790. Verlag Klaus Gumnior, Chemnitz 2009, ISBN 978-3-937386-14-0.

Einzelnachweise

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