Der Schwarzwald-Marathon ist ein Marathon in Bräunlingen, der seit 1968 immer am zweiten Wochenende im Oktober stattfindet. Er ist nach dem Essener Marathon Rund um den Baldeneysee und dem Göltzschtal-Marathon die drittälteste noch durchgeführte Marathonveranstaltung in Deutschland, nach der Anzahl der Veranstaltungen die zweitälteste.
Zum Programm gehören auch ein Halbmarathon (seit 2001), ein 10-km-Lauf (seit 2005), ein Staffelmarathon (seit 2014), ein 5-km-Lauf (seit 2021), ein 1,75-km- und 1,05-km-Schülerlauf. Organisiert wird er seit 2007 vom LSG Schwarzwald Marathon e. V. Der Vorstand des Vereins ist seit 2014 Frank Kliche.
Geschichte Der Schwarzwald-Marathon wurde 1968 vom SV Donaueschingen und dem TuS Bräunlingen ins Leben gerufen. Er war der erste auf Volksläufer ausgerichtete Marathon in Westdeutschland. Der noch ältere, seit 1963 bestehende Tusem-Marathon (später Rund um den Baldeney-See) war in seinen Anfangsjahren ein Vereinsvergleichskampf. Eine Woche vor dem Schwarzwald-Marathon wurde in der damaligen DDR der Göltzschtal-Marathon erstmals ausgetragen – wie der Schwarzwald-Marathon eine Veranstaltung für Volksläufer.
Von Beginn an war eine Frauenwertung in der Ausschreibung enthalten – damit war der Schwarzwald-Marathon der erste Marathonlauf weltweit, der auch Frauen offenstand. Zu jener Zeit waren die Widerstände gegen Frauen, die Langstreckenlauf betrieben, noch enorm, und es gab keinerlei nationale oder internationale Regeln, die einem Frauenmarathon einen legalen Status hätten verleihen können. Erst im Jahr zuvor war es beim Boston-Marathon zum Eklat gekommen, als der Renndirektor versuchte, mit Gewalt die als „K. V. Switzer“ gestartete Kathrine Switzer aus dem Rennen zu nehmen. Roland Mall, Organisator des Laufes, sicherte sich ab, indem er die Zielschlusszeit mit zehn Stunden extrem hoch ansetzte und beim Genehmigungsantrag an den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) den Teil der Ausschreibung, der die Läuferinnen betraf, kurzerhand „vergaß“.
Von den ca. 600 Startern waren in Bräunlingen schließlich 51 Frauen am Start, von denen 48 das Ziel erreichten.Harald Krämer, Klaus Zobel, Werner Irro (Hrsg.): Marathon. Ein Laufbuch in 42,195 Kapiteln. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2004, ISBN 3-89533-464-2. Erste Siegerin des weltweit ersten offiziellen Frauen-Marathons wurde Marthel von dem Berge aus Münster.
Nachdem auch in den nächsten beiden Jahren die Befürchtungen, Frauen seien einer so langen Strecke nicht gewachsen, sich als gegenstandslos erwiesen und der DLV auch keine Anstalten machte, von sich aus gegen den Start der Frauen vorzugehen, stellten die Organisatoren für die Austragung 1971 offiziell den Antrag, den Frauenlauf zu genehmigen. Dem wurde stattgegeben, und somit war der DLV unter den internationalen Verbänden der erste, der Frauenmarathons erlaubte. An den Start gingen 71 Teilnehmerinnen und es gewann Elfriede Rapp wenige Sekunden vor Eva-Maria Westphal.
1972 gab es beim Schwarzwald-Marathon ein weiteres Novum, als man dazu überging, die Daten der Teilnehmer elektronisch zu erfassen. Zu diesem Zeitpunkt gingen schon mehr als 1500 Läufer an den Start, was den Schwarzwald-Marathon in jenen Jahren, als es noch keine City-Marathons gab, zum teilnehmerstärksten Marathonlauf weltweit machte.
Als 1975 der DLV als zweiter Verband weltweit (nach den USA) eine Nationale Meisterschaft im Marathon für Frauen ausschrieb, vergab man diese nach Bräunlingen und würdigte so die Vorreiterrolle dieser Veranstaltung. Erste deutsche Marathonmeisterin wurde Christa Vahlensieck mit neuem Streckenrekord, der erst 2022 um wenige Sekunden verbessert wurde.
Bis Mitte der 1980er Jahre stieg die Starterzahl weiter auf weit über 2000 (1986 wurde der Finisherrekord mit 2321 erreichtDie „Ewige“ Deutsche Marathon-Hitparade auf planet-marathon.de), ging danach aber aufgrund der immer größeren Konkurrenz durch die neuentstandenen Stadtläufe zurück, zeitweise sogar auf unter 400 Finisher. Einige Jahre lang ersetzte man die große Runde durch den Schwarzwald durch eine zweimal zu durchlaufende Halbmarathon-Strecke. Seitdem man zu einem großen Rundkurs zurückgekehrt ist, ist jedoch wieder ein Aufwärtstrend bei den Anmeldungen zu verzeichnen.
Von 2007 bis 2014 wurde im Rahmen des Schwarzwald-Marathon neben dem Halbmarathon auch ein Halbmarathon Nordic Walker/Walker angeboten. Aufgrund rückläufiger Teilnehmerzahlen wurde dieser Wettbewerb 2014 letztmals ausgetragen und anschließend aus dem Veranstaltungsprogramm genommen. Der 10-km-Wettbewerb für Nordic Walker/Walker blieb hingegen Bestandteil des Schwarzwald-Marathons und wird bis heute angeboten.
2020 wurde der Schwarzwald-Marathon wegen der COVID-19-Pandemie abgesagt.
Präsidenten seit Bestehen des Schwarzwald-Marathon 1968 – 1972 Roland Mall † (Gründer des Schwarzwald-Marathon) 1972 – 1985 Hansjürgen Bühler 1985 – 1998 Artur Zwetschke † 1998 – 2001 Walter Eberhard 2001 – 2012 Klaus Banka † (1. Vorstand & Gründungsmitglied der LSG Schwarzwald-Marathon e. V.) 2012 – 2014 Thomas Schneider 2014 – heute Frank Kliche
Strecken Vom Start in Bräunlingen auf läuft man zunächst in Richtung Nordwesten. Beim Weiler Hubertshofen geht es hinein in den Wald und immer weiter nach Westen. Kurz vor dem Eisenbacher Ortsteil Oberbränd hat man bei km 17 eine Höhe von ca. erreicht. Die Strecke verläuft nun auf diesem Höhenniveau zunächst bis 25 km nach Süden, bis sie nach Osten abbiegt und überwiegend bergab zunächst zur Brändbachtalsperre (Kirnbergsee) und dann zum Ziel in Bräunlingen führt.
Die Halbmarathonstrecke ist mit der Marathonstrecke im ersten Teil identisch und biegt bei km 12 südlich zur Brändbachtalsperre ab, wo sie wieder auf die Marathonstrecke trifft. Der ebenfalls am Sonntag startende 5-km-Lauf läuft zunächst in Richtung Westen, auf der Straße Am Bruggacker bis zur Kreuzung Galgenbergstraße, dort rechts ab, parallel auf dem Sandweg zum Röthenbach. Weiter Richtung Waldhausen. Nach Einmündung auf den Riedweg nach 480 m kommt eine Gabelung, dort den Feldweg nehmen. Wiederum im freien Gelände, nach 850 m rechts abbiegen und wieder auf den Riedweg, zurück zur Stadthalle. Das ist auch der original Rückweg beim Marathon. Der 5-km-Lauf ist sehr gut für Einsteiger gedacht, die insgesamt etwa fünf Höhenmeter sind kaum bemerkbar. Der am Vortag gestartete 10-km-Lauf besteht aus einer Runde südlich von Bräunlingen und Hüfingen mit insgesamt ca. 100 zu bewältigenden Höhenmetern.
Statistik Streckenrekorde Marathon Männer: 2:22:58 h, Moses Cheserek , 2003 Frauen: 2:45:26 h, Stefanie Doll , 2022
Halbmarathon Männer: 1:04:21 h, Elijah Keitany , 2006 Frauen: 1:18:02 h, Hanle Leah , 2025
10-km-Lauf Männer: 33:06 min, Damian Kallabis , 2006 Frauen: 37:38 min, Julia Ehrle , 2022
Siegerlisten Marathon Quellen: Website des Veranstalters (PDF; 2,6 MB) Datum Männer Nation Zeit Frauen Nation Zeit 2:36:52 2:53:48 2:54:15 2:49:58 2:34:07 2:57:10 2:48:16 2:45:26 2:32:04 2:49:50 ausgesetzt wegen Corona 2:35:02 3:13:06 2:33:36 3:09:06 2:31:28 2:54:59 2:34:46 2:58:27 2:36:09 3:15:08 2:37:05 3:16:27 2:33:18 3:17:59 2:41:25 2:56:07 2:45:03 3:00:38 2:37:27 3:19:17 2:37:33 3:16:38 2:32:23 2:59:17 2:40:45 3:05:27 2:34:41 3:01:03 2:25:09 3:06:56 2:27:42 3:02:35 2:22:58 2:54:16 2:31:32 2:54:10 2:33:32 3:10:01 2:33:34 2:53:29 2:31:03 3:05:20 2:33:41 3:01:37 2:35:59 2:54:03 2:31:31 2:55:14 2:25:15 3:00:03 2:28:47 2:57:56 2:29:46 2:59:13 2:33:14 2:50:24 2:27:46 3:06:38 2:32:26 3:05:14 2:30:16 3:06:53 2:28:17 3:01:36 2:25:17 2:55:42 2:27:39 2:57:12 2:26:54 2:55:03 2:24:41 2:55:49 2:24:24 2:53:27 2:24:53 3:02:44 2:26:41 2:53:47 2:25:48 2:59:23 2:29:00 3:03:05 2:31:30 2:57:45 2:25:29 3:03:08 2:24:58 3:10:33 2:24:59 2:45:43 2:26:58 3:09:03 2:27:16 3:09:02 2:33:57 3:37:17 2:29:37 3:35:18 2:36:22 3:51:32 2:31:29 4:05:00 2:36:05 4:19:57
Halbmarathon Jahr Männer Nation Zeit Frauen Nation Zeit 1:09:36 1:18:02 1:14:38 1:24:11 1:16:31 1:19:46 1:11:17 1:26:58 1:14:41 1:22:55 ausgesetzt wegen Corona 1:14:10 1:28:38 1:11:58 1:28:55 1:14:26 1:23:44 1:20:05 1:23:55 1:15:55 1:23:08 1:14:29 1:23:05 1:14:33 1:31:24 1:15:27 1:26:42 1:09:09 1:30:32 1:14:47 1:31:02 1:18:14 1:27:12 1:16:49 1:26:50 1:11:33 1:25:03 1:04:21 1:18:03 1:07:17 1:30:39 1:07:26 1:20:52 1:10:34 1:23:17 1:10:30 1:22:08 1:15:27 1:29:44
10-km-Lauf Jahr Männer Nation Zeit Frauen Nation Zeit 36:55 41:23 35:00 41:23 37:51 41:33 35:16 37:38 36:17 39:24 ausgesetzt wegen Corona 36:06 42:26 37:02 42:37 36:36 45:21 35:11 43:30 33:50 41:59 34:29 42:22 35:46 40:32 35:23 40:05 35:16 40:30 35:43 43:14 35:31 43:42 35:41 41:34 35:44 39:25 33:06 39:54 35:38 40:17
Entwicklung der Finisherzahlen Jahr Marathon Halbmarathon 10 km Staffel 5 km2025496161450545155202432710604443977202334888442030762022232664285285120213367432332162 2020 Corona Corona Corona Corona Corona20194081065423352018358910422352017517106535433201629784930420201532086931029201432587227429 2013 345 909 250 2012 387 1015 234 2011 441 1133 286 2010 473 1266 270 2009 555 1257 291 2008 551 1229 280 2007 633 1340 375 2006 564 1148 223 2005 524 997 240 2004 374 1020 2003 433 826 2002 514 745 2001 556 537 2000 691 1999 794 1998 741 1997 910 1996 935 1995 931 1994 1074 1993 1152 1992 1453 1991 1372 1990 1194 1989 1425 1988 1583 1987 2043 1986 2321 1985 2043 1984 1821 1983 1838 1982 1600 1981 1791 1980 1982 1979 1982 1978 1872 1977 1820 1976 1997 1975 2143 1974 2113 1973 1726 1972 1434 1971 1420 1970 1040 1969 863 1968 792
Siehe auch Liste von Marathonläufen German Road Races
Weblinks Offizielle Website
von Werner Sonntag, laufreport.de, Oktober 2007
Einzelnachweise
Kategorie:Marathon mit Halbmarathon Kategorie:Sportveranstaltung in Bräunlingen Kategorie:Laufveranstaltung in Deutschland Kategorie:Erstveranstaltung 1968 Kategorie:Schwarzwald