Der Bergbau auf Kohle spielt in Sachsen seit dem 18. Jahrhundert eine große Rolle. Während der Umfang der Steinkohlenlagerstätten begrenzt war und der Abbau 1978 eingestellt wurde, spielt der Braunkohlenbergbau noch immer eine große Rolle und trägt mit zur Versorgungssicherheit bei Elektroenergie in Deutschland bei. Abseits der Kohle gibt es den Bergbau in Sachsen auch auf Erze und Baustoffe.
Steinkohle In Sachsen gab es drei größere Steinkohlenlagerstätten: Zwickau, Lugau-Oelsnitz und das Döhlener Becken. Daneben hatten einige kleine Vorkommen zumindest örtliche Bedeutung. Dazu gehören das Flöhaer Becken, das Borna-Ebersdorfer Becken, das Hainichener Becken und die Kleinstlagerstätten Olbernhau/Brandov, Schönfeld und Rehefeld-Zaunhaus. Der Beginn des Steinkohlenbergbaus ist für das Jahr 1348 nachgewiesen. Eingestellt wurde der Steinkohlenbergbau endgültig 1978.
Zwickau Oberhohndorf-Subformation Elliges Flöz Oberbank 1,50–2,50 m mächtig Elliges Flöz Unterbank 0,60–3,00 m mächtig Zweielliges Flöz 1,10–1,40 m mächtig Scherbenkohlenflöz 0,40–1,90 m mächtig Lehenkohlenflöz 0,50–2,60 m mächtig Marienthal-Pöhlau-Subformation Zachkohlenflöz I0,70–1,00 m mächtig Zachkohlenflöz II1,00–3,00 m mächtig Schichtkohlenflöz I0,90–3,00 m mächtig Schichtkohlenflöz II1,30–2,40 m mächtig Schichtkohlenflöz III0,90–2,00 m mächtig Rußkohlenflöz I1,00–3,00 m mächtig Rußkohlenflöz II0,60–1,10 m mächtig Rußkohlenflöz III1,50–2,40 m mächtig Tiefes Planitzer Flöz obere Abteilung0,50–4,00 m mächtig Tiefes Planitzer Flöz untere Abteilung0,60–3,00 m mächtig Amandusflöz1,50–5,00 m mächtig Schedewitz-Subformation Ludwigflöz obere Abteilung0,50–1,00 m mächtig Ludwigflöz mittlere Abteilung1,50–3,00 m mächtig Ludwigflöz untere Abteilung0,50–2,00 m mächtig Segen Gottes Flöz obere Abteilung0,60–3,00 m mächtig Segen Gottes Flöz mittlere Abteilung0,60–2,30 m mächtig Segen Gottes Flöz untere Abteilung0,70–2,50 m mächtig
Von diesen Lagerstätten war das Zwickauer Steinkohlenrevier das umfangreichste und bedeutendste. Die Zwickauer Kohle wurde als erste entdeckt und das Revier stand als letztes noch in Förderung.
Die Entstehungszeit der Kohlen des Beckens fällt in das Westfal C/D des Oberkarbon mit einem Alter von 305 bis 308 Millionen Jahren. Ausgebildet sind 22 Flöze und Flözbänke. Sie werden 3 Formationen zugeordnet. Fast über die gesamte Lagerstätte verbreitet waren das Schichtkohlenflöz und das Rußkohlenflöz. Die Verbreitung der beiden tiefsten Flöze, des Ludwigflözes und des Segen-Gottes-Flözes, beschränkte sich auf das Stadtgebiet von Zwickau. Die elligen Flöze waren nur als Relikte im Stadtgebiet von Zwickau und im Mülsener Revier vorhanden. Bebaut wurden alle Flöze bis zur Bauwürdigkeitsgrenze.
Der Beginn des Bergbaus ist für das Jahr 1348 nachgewiesen, vermutlich geht er bis in das 11. Jahrhundert zurück. Die erste Urkunde über den Bergbau stammt aus dem Jahr 1493. Abgebaut wurden die Flöze im Bereich des Ausstrichs durch die Grundeigentümer. Begonnen wurde im südlichsten Revierteil in der Planitzer Flur. Das Ausbringen war aber aufgrund fehlenden Absatzes gering. So wurden von 1601 bis 1700 jährlich ca. 1.170 t Kohle gefördert. Erst nach 1817 mit dem wirtschaftlichen Aufschwung begann eine spürbar erhöhte Förderung. Sie lag 1821 bei ca. 13.200 t Kohle. Weiterhin dominierten aber die Klein- und Kleinstbetriebe. Weder eine Aufforderung durch das Freiberger Oberbergamt noch durch den Landesherren, die kleinen Gruben zu vereinigen, um in größeren Grubenfeldern wirtschaftlicher Arbeiten zu können, zeigte Wirkung. Nur in der Fünf Nachbar Grube 1838 und in Vereinigt Feld 1850 schlossen sich mehrere kleine Gruben zusammen. Die im Besitz der Grundeigentümer befindlichen Grubenfelder wurden bis zur Erschöpfung der Vorräte abgebaut. Im Revier gab es 1846 99 Gruben. Ihre Zahl sank zwar bis 1851 auf 49 Betriebe, war aber 1860 wieder auf 60 Gruben gestiegen. Darunter waren nur wenige Betriebe die über große Felder verfügten und wirtschaftlich in der Lage waren auch die tiefen Flöze abzubauen. Obwohl bei der Zusammenlegung von Baufeldern keine Einigung erzielt werden konnte, schloss man sich bei der Wasserhaltung zusammen und gründete 1851 die Bockwaer Wasserhaltungsgesellschaft, die für die Wasserhaltung im Revier bis zum Jahr 1898 zuständig war. Von den 63 im Jahr 1868 fördernden Gruben waren 36 Gruben in Privatbesitz. 1887 waren es nur noch 5 von 21 fördernden Gruben. Infolge des Ersten Weltkrieges kam es zwar zur Fusion größerer Gruben, aber gleichzeitig auf Grund des Kohlenmangels zur Gründung neuer kleiner Gruben. Durch Zusammenlegung von Grubenbetrieben waren zu Beginn des Zweiten Weltkrieges 2 Großkonzerne entstanden. 1946 entstanden daraus 3 Werke mit neuen Namen. 1951 wurde nach Erschöpfung der Vorräte die Schächte des VEB Steinkohlenwerk August Bebel stillgelegt. 1973 wurden die Schächte des VEB Steinkohlenwerk Karl Marx stillgelegt und die Grube als Betriebsabteilung des VEB Steinkohlenwerk Martin Hoop geführt. Der letzte Hunt Kohle für die industrielle Verwertung wurde 1978 auf Martin Hoop gefördert.
Gesellschaft Jahr der Gründung Jahr der Einstellung Ortschaft Bemerkungen Arnimsches Steinkohlenwerk 1698 1923 Planitz ab 1923 zum Erzgebirgischen Steinkohlen Aktienverein Altgemeinde Bockwa 1569 1912 Bockwa ab 1912 zum Erzgebirgischen Steinkohlen Aktienverein Beschert Glück 18551891 18851902 Oberhohndorf eingestellt Bockwaer Pfarrlehn 1597 1874 Bockwa eingestellt Drescher, Steinkohlenwerk 1842 1869 Bockwa eingestellt Ebert, Christian Gotthilf Steinkohlenwerk 1855 1871 Oberhohndorf ab 1871 zu Beschert Glück Ebert, Friedrich Steinkohlenwerk 1865 1893 Oberhohndorf eingestellt Ebert, Johann Gottfried Steinkohlenwerk 1843 1886 Bockwa eingestellt Ehrler Gebrüder, Steinkohlenwerk 1847 1869 Oberhohndorf eingestellt Ehrler und Kompanie, Ferdinand, Steinkohlenwerk 1847 1885 Oberhohndorf abgebaut Einigkeit 1861 1883 Oberhohndorf ab 1883 zu Beschert Glück Erzgebirgischer Steinkohlen AktienvereinSteinkohlenwerk August Bebel 1840194619451951 BockwaSchedewitz abgebaut Falk, August Steinkohlenwerk 1854 1875 Bockwa eingestellt Falk, August und Genossen Steinkohlenwerk 1854 1875 Bockwa eingestellt Falk, Carl Gottlieb Steinkohlenwerk 1831 1916 Bockwa ab 1916 zum Erzgebirgischen Steinkohlen Aktienverein Falk, Johann Gotthilf SteinkohlenwerkFalk, Johann Gotthilf Erben Steinkohlenwerk 18351855 18551885 Bockwa eingestellt Friedrich, Erben, Steinkohlenwerk 1825 1877 Bockwa eingestellt Friedrich und Thost, Steinkohlenwerk 1861 1876 Bockwa eingestellt Frisch Glück Steinkohlenwerk 1854 1893 Oberhohndorf ab 1893 zum Steinkohlenwerk Oberhohndorf Fritzsche, Steinkohlenwerk 1854 1882 Bockwa abgebaut Fünf Nachbar Grube 1839 1878 Oberhohndorf ab 1878 zu Vereinigt Feld Hering & Co. Steinkohlenwerk 1815 1883 Bockwa abgebaut Herrschel, Steinkohlenwerk 1847 1899 BockwaOberhohndorf abgebaut Kästner, Brüder Steinkohlenwerk 1850 1873 Bockwa eingestellt Kästner, Carl Gotthilf Steinkohlenwerk 1857 1925 Oberhohndorf eingestellt Kästner und Emmerlich, Steinkohlenwerk 1923 1946 Bockwa eingestellt Kästner, Erben Steinkohlenwerk 1849 1886 Bockwa eingestellt Kästner, Florentin und Compagnie Steinkohlenwerk 1868 1910Reinsdorf ab 1910 zu MorgensternKästner, Gotthilf SteinkohlenwerkKästner, Gotthilf Erben Steinkohlenwerk 18201832 18321869 Oberhohndorf eingestellt Klötzer und Kompanie Steinkohlenwerk 1861 1877 Bockwa eingestellt Klötzer, Johann David Erben Steinkohlenwerk 1830 1876 Bockwa eingestellt Klötzer, jun. Steinkohlenwerk 1845 1879 Oberhohndorf 1879 zu Vereinigt Feld Kohlen-Aktien Gesellschaft Fortuna 1858 1875Neudörfel ab 1875 zu Schmidts Erben, Steinkohlenwerk Kraft & Lücke, Steinkohlenwerk 1847 1878CainsdorfBockwa eingestellt Lehefeldgrube 1840 1879Oberhohndorf abgebaut List, Heinrich Gotthilf Steinkohlenwerk 1843 1883 Bockwa eingestellt Möckel & Co. Steinkohlenwerk 1839 1875 Bockwa eingestellt MorgensternSteinkohlenwerk Martin Hoop 18671946 19461978ReinsdorfPöhlauMülsen St. JacobMülsen St. Niclas abgebaut Oberhohndorf Altgemeinde SteinkohlenwerkSteinkohlenwerk Oberhohndorf 17401871 18701901 Oberhohndorf ab 1901 zum Oberhohndorfer-Schader SteinkohlenbauvereinOberhohndorfer-Forst Steinkohlenbauverein 1859 1904 Oberhohndorf abgebautOberhohndorfer-Schader Steinkohlenbauverein 1855 1906 Oberhohndorf ab 1906 zum Zwickau-Oberhohndorfer Steinkohlenbauverein Rau & Co., Steinkohlenwerk 1855 1873 Oberhohndorf ab 1873 zu Johann Gottlieb Winters SteinkohlenwerkReinhold, Carl Gottlieb Steinkohlenwerk 1874 1885 Bockwaab 1885 zu Altgemeinde BockwaReinhold, Johann Gotthilf, Steinkohlenwerk 1832 1870 Bockwa abgebautReinhold, Robert Steinkohlenwerk 1854 1888 Bockwa abgebautSarfert, Carl Gottlieb, Erben Steinkohlenwerk 1853 1878 Schedewitz abgebautSarfert, Heinrich Ferdinand, Erben Steinkohlenwerk 1840 1886 Bockwa abgebautSarfert, Johann Gottlieb, Erben Steinkohlenwerk 1843 1885 Bockwa ab 1885 zu Altgemeinde BockwaSchmidt, Erben Steinkohlenwerk 1851 1885 Bockwa ab 1885 zum Zwickauer Steinkohlenbau-VereinSteinkohlenbauverein Hermannsgrube 1850 1865 Oberhohndorf Abbau nicht aufgenommenSteinkohlenwerkErnst August HaugkSteinkohlenwerk Arthur1910192319231932 Oberhohndorf eingestelltSteinkohlwerkGrube Hammerwald 1920 1946 Oberhohndorf eingestelltVereinigt Feld 1850 1890 Oberhohndorf abgebaut Vorderneudörfel-Niederplanitzer SteinkohlenbauvereinSteinkohlenbauverein Himmelsfürst 18471963 18631878Planitz ab 1873 zum Erzgebirgischen Steinkohlen Aktienverein Winter, Johann Gottlieb Steinkohlenwerk 1856 1882 Bockwa abgebaut Würker, Gottlieb Felix Steinkohlenwerk 1839 1878 Bockwa eingestellt Würker, Heinrich (Junior) SteinkohlenwerkWürker und Compagnie Steinkohlenwerk 18551870 18701874 Bockwa eingestelltZwickauer Steinkohlenbau-Verein 1837 1920 Zwickau ab 1920 zum Erzgebirgischen Steinkohlen Aktienverein Zwickauer Brückenberg SteinkohlenbauvereinSteinkohlenwerk Karl Marx 18551946 19201973Zwickau ab 1920 zu MorgensternZwickauer Bürgerschaft Aktienverein 1841 1920 Zwickau ab 1920 zum Erzgebirgischen Steinkohlen AktienvereinZwickau Oberhohndorfer Steinkohlenbauverein 1854 1936 OberhohndorfReinsdorf abgebaut
Gesellschaften mit Schachtteufen und Bohrversuchen im flözleeren Raum Gesellschaft Jahr der Gründung Jahr der Einstellung Ortschaft Bemerkungen Crimmitzschau-Rudelswalder Steinkohlenbauverein 1855 1857Rudelswalde flözleer Gablenzer Steinkohlengesellschaft 1840 Gablenz flözleer Glauchauer Steinkohlenbauverein 1872 1878Rothenbach Bohrung nach 706 Metern aufgegeben Glauchau RothenbacherSteinkohlen Aktienverein 1847 1848Rothenbach Bohrung nach 122 Metern aufgegeben Glück Auf Steinkohlenwerk 1872 Thurm Bohrung nach 790 Metern aufgegeben Härtensdorfer Aktienverein 1847 1848 Härtensdorf flözleer Lichtenstein-St. Egidien Bergbau Gesellschaft 1857 1860 St. Egidien flözleer Oberhohndorf-Vielauer Verein 1857 1870 Vielau unbauwürdig Planitzer Steinkohlen Aktienverein 1840 1857 Planitz flözleer Pöhlauer Steinkohlenbau Verein 1857 Pöhlau flözleer Pölbitzer Steinkohlenbau Verein 1857 Pölbitzflözleer Reinsdorfer Steinkohlenbau Verein 1871 1875 Reinsdorfunbauwürdig Sächsisch-AltenburgerSteinkohlen Bergbauverein 1858 1862 Grünbergflözleer Sächsische Bergbau- und Eisenhüttengesellschaft 1850 1860 ReinsdorfTeufe nach 20 Metern eingestellt WeißenbornerSteinkohlen Aktienverein 1856 1857 Weißenbornflözleer WerdauerSteinkohlenbauverein 1856 1857 Fraureuthflözleer Wildenfels-HärtensdorferSteinkohlenaktienverein 1854 1857 Härtensdorfflözleer Zwickau-AuerbacherSteinkohlenbauverein Auerbachflözleer Zwickau-BerlinerSteinkohlenbau Verein 1858 Mülsen Zwickau-LeipzigerSteinkohlenbau Verein 1857 1861 Reinsdorfunbauwürdig Zwickau-Oberreinsdorf Steinkohlenbau Verein 1857 1860 Reinsdorfflözleer Zwickau-Planitzer Steinkohlenbau Verein 1856 Planitzflözleer Zwickau-Reinsdorfer Steinkohlenbau Verein 1857 Reinsdorfflözleer Zwickau-SchönauerSteinkohlenbau Verein 1857 Schönauflözleer Zwickau-VielauerSteinkohlenbau Verein 1857 Vielauflözleer
Lugau-Oelsnitz