Die Liste ausgewählter Straßenbrunnen im alten Berlin belegt Standorte, die öffentliche Zapfstellen von Trink- und Löschwasser boten. Die Straßenbrunnen Berlins dienten der Wasserversorgung der Bevölkerung, bis durch den vollen Ausbau des Wassernetzes in den 1910er Jahren eine Versorgung mit fließendem Wasser für BerlinEntsprechendes gilt vor der Bildung von Groß-Berlin für damalige Vororte und Vorstädte, die oft mit eigenem Wasserwerk ausgestattet waren. möglich wurde. Seither dienen die Straßenbrunnen der Notfallversorgung im Verteidigungs- und Katastrophenfall. In sonstigen Zeiten dienen sie Hunden, Wildtieren und Vögeln als Tränke und Kindern sind sie Spielplatz, von Anwohnern für die Bewässerung der Straßenbäume genutzt.
Falls notwendig sind in den Listenelementen Fakten zum Standort oder dessen Veränderung angegeben. Es existieren weitere Bilder, auf denen Berliner Straßenbrunnen der verschiedenen Ständertypen zu erkennen sind, jedoch ist bei jenen Fotos kein Hinweis zum Ort des Bildes vorhanden und aus der Bildsituation auch nicht nachvollziehbar. Weiterführende Aussagen zum Typ der Ständerkörper und zum Bau der Straßenbrunnen finden sich im Artikel Formen Berliner Straßenbrunnen.
Der letzte Rohrbrunnen mini|hochkant|links|Lohde-Brunnen Wöhlertstraße hochkant=0.5|mini
Im Ortsteil Mitte steht () ein aufgelassener Rohrbrunnen vom Typ Lohde I.Vergleiche: 1) Bild LDA 2001 auf der Denkmaldatenbank obj_dok_nr=09011329 2) Klinner: Straßenmöbel in Berlin. Berlin 1983, S. 10, Bild 10. Die Greinerschen Pumpen hatten eine Verzierung am Schaft, während die Lohdeschen Pumpen die Verzierungen nur am dicken unteren Bereich besaßen. Er wurde in der Zeit zwischen 1875 und 1892 aufgestellt und diente der Bevölkerung zur Versorgung mit Frischwasser und der Feuerwehr als Entnahmestelle.Unter Lokales wird auf die öffentlichen Rohrbrunnen Bezug genommen (rechte Spalte, in: Vossische Zeitung, 10. August 1902. Dieser Rohrbrunnen ((OSM-ID: 5537784506)) in der Wöhlertstraße vor dem Haus Nr. 18 ist wenigstens seit Mitte der 1970er Jahre ohne Funktion: Wasseraustritt, Rohr und Ziehhebel fehlen und der leere (Innen-)Raum wird „jedoch als Müllkorb missbraucht“.
Die Wasserförderung erfolgte an solchen Brunnen durch Ziehen des seitlichen Handgriffs. Der Brunnenkörper(-rest) am Standort Wöhlertstraße ist ein gelistetes Baudenkmal. Ihm fehlt als Kennzeichen des Lohdebrunnens auf der Brunnenkappe der Schmuckzapfen, der original statt des (schon 2003 vorhandenen) gebogenen Stabs darauf gehörte. Diese Verzierung war 1999 nach dem Bild des Landesdenkmalamtes „LDA 2001“ im Gegensatz zum Zustand 2010 und vom Mai 2018 noch vorhanden.Dass dieses Brunnenexemplar trotz seiner Zerstörungen erhalten blieb, ist ungewöhnlichen Umständen zu danken. Die Wöhlertstraße befand sich zwischen 1961 dem Bau der Berliner Mauer und deren Fall 1989 im Sperrgebiet der Ostseite. Die Mietshäuser der Wöhlertstraße waren bei den Luftangriffen ab 1943 und in den Kriegstagen 1945 (abgesehen von Treffern der Hinterhäuser 19 und 20) weitestgehend unbeschadet geblieben und so blieb der Lohdebrunnen bestehen und in der Nachkriegszeit und im späteren Mauerbereich (wohl) unbeachtet und erhalten.Gebäudeschäden 1945: Wöhlerstraße Die Wöhlertstraße lag im sowjetischen Sektor unmittelbar zwischen den Sektoren und es gab in den 1950er Jahren keine Bauplanungen.
Der Brunnenbaumeister Louis Lohde schuf Mitte der 1870er Jahre Brunnengehäuse nach (dem Greinerschen) Pumpenprinzip mit tiefliegendem Saugort. Die Lohdeschen Rohrbrunnen existierten in drei Ausführungen. Das Pumpen erfolgte durch Aufziehen des Kolbengestänges mit einem seitlich angebrachten Handgriff. Zusammen mit den Greinerschen Brunnen ersetzten diese Rohrbrunnen in den 1880er Jahren vorher bestehende Kesselbrunnen. Ab 1877 begann die Aufstellung. 1880 übernahm die Stadt vom Polizeipräsidium die 46 Rohrbrunnen und dazu 836 Brunnenkessel mit 1286 Wasserstöcken. Bis 1892 wurden insgesamt 450 solche Brunnen (von Greiner und Lohde) aufgestellt, dann wurde der Aufbau eingestellt. 1937 existierten noch 118 davon.
Die von Ing. Otto Greiner konstruierten Wasserentnahmestellen wurden mit fünf Meter Quelltiefe als Flachbrunnen und sonst als Tiefbrunnen ausgeführt. Für Greiner wurden die drei Gehäusevarianten von Architekt Eduard Jacobsthal entworfen, der dekorative Schmuck der drei Lohdeschen Gehäusetypen stammte ebenfalls von ihm. Die ausgemauerten Brunnenschächte waren hinderlich für das Legen von Leitungen, zudem besaßen die sechs Typen der Rohrbrunnen einige Schwächen, die sich bei der Nutzung herausstellten. Die Stadtverwaltung forderte eine einfachere Konstruktion des Pumpwerks. Der Regierungsbaumeister Kuntze führte als Prinzip ein, dass Ventil und Hebel im Brunnengehäuse untergebracht wurden. So entfielen die Ausmauerung eines Schachtes. Für die Neukonstruktion fand 1890 ein Preisausschreiben im Architektenverein statt. Von den beiden preisgekrönten Entwürfen wählte die städtische Baudeputation den Entwurf des zweiten Preises von Otto Stahn aus. Die Ausführung in Gusseisen wurde in der Aktiengesellschaft Lauchhammer hergestellt. mini|„Greiner I“-Rohrbrunnen 1925, Petristraße 22 Ecke Rittergasse.
Für Standorte von Rohrbrunnen nach Lohde und Greiner finden sich in den 2010er Jahren nur noch wenige Belege. Im Ausstellungskatalog zu Straßenmöbel in Berlin von 1983Klinner: Straßenmöbel in Berlin. Berlin 1983. sind Rohrbrunnen in ihren sechs Typen aus den Jahren um 1930 abgebildet. Greiner Typ I in der KoppenstraßeHans-Werner Klünner: Straßenmöbel in Berlin. ENKA-Druck, Berlin 1983, S. 10 – Bild 9. Greiner Typ II in der GrimmstraßeHans-Werner Klünner: Straßenmöbel in Berlin. ENKA-Druck, Berlin 1983, S. 10 – Bild 11. Greiner Typ III in der Paul-Singer-StraßeHans-Werner Klünner: Straßenmöbel in Berlin. ENKA-Druck, Berlin 1983, S. 10 – Bild 10. Lohde Typ I in der LindenstraßeHans-Werner Klünner: Straßenmöbel in Berlin. ENKA-Druck, Berlin 1983, S. 10 – Bild 12. Lohde Typ II in der SebastianstraßeHans-Werner Klünner: Straßenmöbel in Berlin. ENKA-Druck, Berlin 1983, S. 11 – Bild 14. Lohde Typ III in der Liegnitzer StraßeHans-Werner Klünner: Straßenmöbel in Berlin. ENKA-Druck, Berlin 1983, S. 11 – Bild 15.
In Abbildungen vom Anfang des 20. Jahrhunderts waren solche Brunnen meistens nicht das Fotoobjekt, dennoch lassen sich auf manchen Bildern Standorte identifizieren. Insel-/Wallstraße (): zwei benachbarte Rohrbrunnen standen wenige Meter in die Inselstraße schräg gegenüber vom Bürohaus des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. an der südwestlichen Straßene Ecke von Wall- und Inselstraße.E. M. Hajos, L. Zahn: Berliner Architektur der Nachkriegszeit. Albertus-Verlag, Berlin W15 1925, S. 76: M. Taut, Bürohaus des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes Lohdebrunnen Typ II mit der höheren Brunnenkuppel stand näher zur Kreuzung Greinerbrunnen vom Typ I ist dickerer Form und stand daneben in die Inselstraße hinein Lohdebrunnen Typ III stand an der Nordostecke des Großen JüdenhofsRichard Schneider (Hrsg.): Berlin um 1900. Nicolai, Berlon 2004, Seite 64 vor dem Haus Nummer 8 (). Er stand direkt am Bordstein der eine Erweiterung für die Tränkmulde hatte, die ersten zwei Reihen der Pflastersteine umschlingen diesen Tränkstein. Lohdebrunnen Typ III: der RohrbrunnenRichard Schneider (Hrsg.): Berlin um 1900. Nicolai, Berlin 2004, ISBN 3-89479-164-0, Seite 117 stand vor dem Kronprinzenpalais (Oberwallstraße 22) 90 Meter von unter den Linden (Platz am Zeughause) nach Süden, in Höhe Schinkel-Pavillon (). Der Rohrbrunnen stand noch im Jahr 1947 – jedoch ohne feststellbare Adressangabe. Die Abbildung findet sich im Buch Berlin unterm Notdach.Fritz Eschen: Berlin unterm Notdach – Fotografien 1945–1950. Mathias Bertram (Hrsg.): Bilder und Zeiten, Band 8. Verlag Lehmstedt, Leipzig 2010, ISBN 978-3-937146-78-2, Seite 64: Abb. An der Plumpe Rohrbrunnen Greiner II an der Kaiser-Wilhelm-/Ecke Rosenstraße . Er stand gegenüber der westlichen Turmecke der MarienkircheRichard Schneider (Hrsg.): Berlin um 1900. Nicolai, Berlin 2004, ISBN 3-89479-164-0, Seite 56, Die Marienkirche auf dem Neuen Markt, 1911 am westlichen Bürgersteig Kaiser-Wilhelm-Straße vor dem Geschäftshaus Kaiser-Wilhelm-Straße 32–36 / Rosenstraße 14 (Kaufhaus Hamburg). Die Stelle befindet sich aktuell an der Bushaltestelle „Spandauer Straße/Marienkirche“, Fahrbahnrand der Karl-Liebknecht-Straße. Zwei RohrbrunnenRichard Schneider (Hrsg.): Berlin um 1900. Nicolai, Berlin 2004, ISBN 3-89479-164-0, Seite 63, Die Parochialkirche in der Klosterstraße, 1910, Bildbeschreibung Seite 158 stehen vor der Parochialkirche in der Klosterstraße . Ein Greinerbrunnen (nah der eingeschnürten Form) und nicht weiter als zwei Meter entfernt der Lohde-Brunnen mit seiner verjüngenden Form standen an der Straßenecke Parochial-/Klosterstraße nahe zum südlichen Ausgang am U-Bahnhof Klosterstraße.Nach Westen liegt die Nordostecke des Stadthauses (Parochialstraße 18, Klosterstraße 47), nach Norden das Palais Podewil (Klosterstraße 68) und schräg über die Kreuzung standen Wohnhäuser das Neue Stadthaus war 1910 noch nicht erbaut. weitere Brunnen Feuerlöschbrunnen vor dem Ermelerhaus Breite Straße 11,Richard Schneider (Hrsg.): Berlin um 1900. Nicolai, Berlin 2004, ISBN 3-89479-164-0, Seite 78, Das Ermelerhaus, Breite Straße 11, 1910, Bildbeschreibung Seite 175 der von der Gießerei Lauchhammer hergestellt wurde. Sie wurden Hofbrunnen am Nicolaihaus der Brüderstraße 13 Zwei eingehauste Kesselbrunnen standen 1882 vor dem Französischen Dom am Straßenrand vom Gendarmensmarkt,Richard Schneider (Hrsg.): Berlin um 1900. Nicolai, Berlin 2004, ISBN 3-89479-164-0, Seite 89, Der Französische Dom am Gendarmenmarkt, 1882 wobei an jenem zur Ecke der Französischen Straße auf der Abbildung drei einspännige Kutschen verschiedener Art warten. Eine Abbildung von 1932 eines Brunnens gleicher Bauart ist im Ausstellungskatalog Bild 2 für die Bergstraße aufgenommen.
Tränksteine (Granitplatte mit Mulde im Bordstein) wurden als Auffang unter den Auslaufrohren eingesetzt. Geeignet waren sie als Pferdetränke, aber häufiger erfolgte die Nutzung für die Ziehhunde der kleinen Hundegespanne.Hund und Herrchen am Brunnen (1932). Originaltext: Scherl – Im Kampf gegen die Hitze. Der vierbeinige Hausgenosse erhält am Brunnen eine Erfrischung. 1932 Vor jedem neu aufgestellten Rohrbrunnen wurden sie eingesetzt. Aber es gab sie auch bereits an den älteren Kesselbrunnen. Die Tränksteine haben auf den Bildern unterschiedliche Formen: in vier Bildern ist die ovale Mulde mit Abflussrinne im Bordstein eingesetzt, der zur Fahrbahn ausgeschwungen ist. In der Lindenstraße besitzt die Steinplatte eine Rechteck-Mulde mit runden Ecken, die zwischen den Bordsteinen eingesetzt ist. In der Inselstraße liegt wohl ein Tränkstein in der Bordsteinkante, der neben der Abflussrinne zur Fahrbahn unter dem Austritt eine verbreiterte Auffangrinne besitzt, die direkt an den Brunnenfuß anschließt.
Alte Standorte