mini|Ortsansicht von Burglauer im Mai 2010 mini|Burglauer von Norden mini|Gedenkstein „1000 Jahre Burglauer“
Burglauer ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld sowie Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Bad Neustadt an der Saale.
Geografie Lage Die Gemeinde liegt in der Region Main-Rhön am Fluss Lauer.
Gemeindegliederung Die Gemeinde hat zwei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Burglauer (Pfarrdorf) Höhbergsmühle (Einöde)
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Burglauer, Burglauer Wald und Steinacher Forst l.d.Saale. Die Gemarkung Burglauer hat eine Fläche von 9,622 km². Sie ist in 2431 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3958,10 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Höhbergsmühle.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Burglauer könnte erstmals in einer Urkunde Kaisers Arnulf von Kärnten am 11. März 899 erwähnt sein, die mitgenannten Orte liegen alle nicht weit entfernt, doch ist die Zuordnung von Iura zu Burglauer unter Historikern umstritten(Quelle: MGH DD Arn 174). Ab dem ausgehenden 11. Jahrhundert wurde die Burg Lure (Burg Lauer) im Dorf erwähnt, die 1225 erneuert und 1525 im Bauernaufstand gebrandschatzt wurde. In den darauffolgenden Jahrhunderten verfiel die Burg, lediglich Wallanlagen und der Burgkeller sind noch erhalten. Zur Burganlage gehörte auch die abgegangene Seemühle. Im Laufe der Zeit hatten dort verschiedene Geschlechter ihre Ansitze wie die von Lure, von Steinau genannt Steinrück, von Ostheim, von der Milz und von der Kehre. Eine weitere Burganlage befand sich wohl in der Zeit der Völkerwanderungen auf dem kleinen Höhberg im heutigen Gemeindegebiet. Schloss Steineck wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört.
Das Amt des Hochstifts Würzburg wurde 1803 zugunsten Bayerns säkularisiert und fiel im Frieden von Preßburg (1805) an Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg. Die 1806 mediatisierten Rechte der Freiherren von Gebsattel (Rittergut Lebenhan) fielen 1814 mit an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. 1830 hatte die Gemeinde schon eine eigene Schule und mit der Höhbergsmühle, auch Kübelsmühle genannt, und der Seemühle zwei Mühlen.Anton Rottmayer: Statistisch-topographisches Handbuch für den Unter-Mainkreis des Königreichs Bayern, 1830, Seite 288
Kreiszugehörigkeit Die Gemeinde gehörte bis zum 30. April 1978 zum Landkreis Bad Kissingen.
Einwohnerentwicklung 1961: 1096 Einwohner 1970: 1163 Einwohner 1987: 1372 Einwohner 1991: 1466 Einwohner 1995: 1609 Einwohner 2000: 1685 Einwohner 2003: 1676 Einwohner 2005: 1682 Einwohner 2007: 1677 Einwohner 2008: 1685 Einwohner 2009: 1659 Einwohner 2010: 1631 Einwohner 2011: 1640 Einwohner 2012: 1633 Einwohner 2013: 1656 Einwohner 2014: 1667 Einwohner 2015: 1649 Einwohner 2020: 1748 Einwohner
Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1380 auf 1687 um 307 Einwohner bzw. um 22,3 %. 2001 hatte die Gemeinde 1709 Einwohner.BayLfStat
Politik Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Marco Heinickel (CSU).
Wappen
Baudenkmäler mini|St. Peter und Paul
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gab im Jahr 2020 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 44 und im Bereich Handel und Verkehr 24 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Arbeitsbereichen waren 22. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 770. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keinen Betrieb, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 neun landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 571 Hektar, davon waren 540 Hektar Ackerfläche.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2021): eine Kindertageseinrichtung mit 99 Plätzen und 99 Kindern, eine Volksschule mit vier Klassen und 78 Schülern
Söhne und Töchter der Stadt David Mottl (* 1977), Koch, mit einem Stern im Guide Michelin ausgezeichnet
Literatur Nikolaus Reininger: Münnerstadt und seine nächste Umgebung, Würzburg 1852. Louis Ferdinand Eberstein: Beigabe zu den geschichtlichen Nachrichten von dem reichsritterlichen Geschlechte Eberstein vom Eberstein auf der Rhön, Wernigerode 1875. Klaus Dieter Guhling: 1100 Jahre Burglauer, Münnerstadt 1999. Ottokar Pfeuffer: Die Pfarrer von Burglauer, Burglauer 1999. Reinhold Albert: Burglauer, in: Burgen & Schlösser, Mellrichstadt 2014, S. 86ff.
Weblinks
Gemeinde Burglauer
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Rhön-Grabfeld Kategorie:Ersterwähnung 899 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bad Kissingen)
Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Rhön-Grabfeld