Maren Kames (* 1984 in Überlingen) ist eine deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin.

Leben und Wirken Kames wurde 1984 in Überlingen am Bodensee geboren und studierte Kulturwissenschaften, Philosophie und Theaterwissenschaften in Tübingen und Leipzig sowie Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus am Institut für Literarisches Schreiben in Hildesheim. Von 2011 bis 2013 war sie für die Ausgaben 31 bis 35 Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift Bella triste.

Kames’ von Christian Metz bei der FAZ als „poetisches Konzeptalbum“ und „kompositorische Meisterleistung“ bezeichnetes Debüt Halb Taube, halb Pfau, das 2016 erschien, wurde hochgelobt und mehrfach ausgezeichnet. Der Literaturkritiker Denis Scheck bezeichnete es als „wirklich spektakuläres Debüt“. Der Text inszeniert sein poetisches und poetologisches Zentrum, eine weitläufige, weiße Landschaft, auch im Satzbild und in einer über QR-Codes abrufbaren Audio-Ebene.

In den Jahren vor und nach Erscheinen des Buches entwickelte Kames, vorwiegend in Zusammenarbeit mit der bildenden Künstlerin Denise Winter und dem Klangkunst-Duo sounding situations, auf dem Text basierende audio-visuelle Bühnenformate und Installationen, die unter anderem in den Literaturhäusern Stuttgart und Freiburg und in der König Galerie Berlin gezeigt wurden. Für das Hildesheimer Literaturfestival Prosanova 2014, die E-Book-Anthologie des Berliner Literaturlabels Kabeljau & Dorsch und das Haus der Kulturen der Welt entstanden bereits lange vor Erscheinen von Halb Taube Halb Pfau intermediale Arbeiten zum Text. Mit sounding situations produzierte Kames auf Basis der Audioebene des Buches ein Hörspiel, das 2019 vom SWR urgesendet und im Juni desselben Jahres von der Akademie der Darstellenden Künste als Hörspiel des Monats ausgezeichnet wurde.

Kames’ zweites Buch Luna Luna erschien 2019 ebenfalls im Secession Verlag für Literatur. Zeitgleich zum Erscheinen wurde von Deutschlandfunk Kultur ein gleichnamiges Hörspiel in der Regie von Leopold von Verschuer urgesendet. Luna Luna war für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020 nominiert und wurde zwei Mal in Folge auf die SWR-Bestenliste gewählt. Im selben Jahr wurde die Autorin für ihr bisheriges Gesamtwerk mit dem Literaturpreis Text & Sprache des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft sowie mit dem erstmals verliehenen Literaturpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden ausgezeichnet.

Kames’ im Suhrkamp Verlag erschienener Roman Hasenprosa (2024) ist ein experimentelles Buch, das eine Verflechtung von Autofiktion und biografischen Elementen der Verfasserin bietet. Die Geschichte beginnt jenseits einer traditionellen Handlung und führt die Leser durch eine fantasievolle Reise, angeleitet von einem hasenartigen Cicerone, der die Ich-Erzählerin durch verschiedene Welten – von Hollywood bis zur afrikanischen Savanne und durch Erinnerungen an ihre Großeltern – führt. Der Roman ist auch ein visuelles Werk, das Fotografien und Referenzen auf Musik enthält. Er stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2024.

Neben ihren eigenen Arbeiten übersetzt Maren Kames die Theaterstücke und Essays der israelischen Autorin Sivan Ben Yishai aus dem Englischen. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Publikationen

Kürzere Texte (Auswahl)

Hörspiele

Übersetzungen

Sivan Ben Yishai: PAPA LIEBT DICH (UA: Maxim Gorki Theater, 16. Februar 2018, Regie: Suna Gürler) Sivan Ben Yishai: DIE TONIGHT, LIVE FOREVER oder DAS PRINZIP NOSFERATU (UA: Theater Lübeck, 30. November 2018, Regie: Marie Bues) Sivan Ben Yishai: LIEBE / Eine argumentative Übung (UA: Nationaltheater Mannheim, 26. September 2019, Regie: Jakob Weiss) Sivan Ben Yishai: ODER: DU VERDIENST DEINEN KRIEG (EIGHT SOLDIERS MOONSICK) (UA: Maxim Gorki Theater, Berlin, 8. November 2019, Regie: Sasha Marianna Salzmann) Sivan Ben Yishai: Unsere Stadt aus Vogelaugen / Eine Blutung im Dunkeln (UA: Theater Dortmund, 25. September 2020, Regie: Julia Wissert) Sivan Ben Yishai: 40 GRAD IM SCHATTEN [ABER KEIN SCHATTEN HIER] (UA: Badisches Staatstheater Karlsruhe, 3. Oktober 2020, Regie: Anna Bergmann) Sivan Ben Yishai: Wounds Are Forever (Selbstportrait als Nationaldichterin)(UA: Nationaltheater Mannheim, 23. Juni 2021, Regie: Marie Bues) Sivan Ben Yishai: Like Lovers Do (Memoiren der Medusa) (UA: Münchner Kammerspiele, 9. Oktober 2021, Regie: Pınar Karabulut) Sivan Ben Yishai: Bühnenbeschimpfung (UA: Maxim Gorki Theater Berlin, 17. Dezember 2022, Regie: Sebastian Nübling) Angela Carter: Die blutige Kammer. Suhrkamp Verlag, Berlin 2025, ISBN 978-3-518-43241-9

Auszeichnungen 2013: Jurypreis für Lyrik und taz-Publikumspreis des Open Mike, Berlin 2014: Gargonza Arts Stipendium 2016: Jahresstipendium für Schriftsteller des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst des Landes Baden-Württemberg 2017: Kranichsteiner Literaturförderpreis 2017: PoesieDebütPreis Düsseldorf für ihren Lyrikband Halb Taube Halb Pfau 2017: Anna Seghers Preis 2019: Stipendiatin der Villa Aurora in Los Angeles 2020: Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse mit Luna Luna 2020: Literaturpreis „Text & Sprache“ des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft 2020: Literaturpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden für ihr bisheriges literarisches Werk, hessenschau.de, erschienen und abgerufen am 16. September 2020. 2020: Horst Bingel-Preis für Literatur „für ihre in der Form überraschende und im Inhalt facettenreiche Lyrik“ 2024: Shortlist des Deutschen Buchpreises mit HasenprosaRezension: 2024: Shortlist des Wilhelm-Raabe-Literaturpreises mit Hasenprosa 2024: Shortlist des Fontane-Literaturpreises mit Hasenprosa

Weblinks

Literatur von und über Maren Kames im Katalog des Deutschen Literaturarchivs Marbach

Halb Taube halb Pfau

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Lyrik Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Hörspielautor Kategorie:Stipendiat der Villa Aurora Kategorie:Übersetzer ins Deutsche Kategorie:Schriftsteller (Berlin) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1984 Kategorie:Frau