Munisípiu Lautein (tetum)Município de Lautém (port.)320px|Eine Fatu, eine für Timor typische steile Klippe nahe Tutuala Daten Hauptstadt Lospalos Fläche1.816,68 km²Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016. Einwohnerzahl (2022)70.022Institutu Nasionál Estatístika Timor-Leste: Final Main Report Census 2022, abgerufen am 18. Mai 2022. Zahl der Haushalte (2022)13.345 ISO 3166-2:TL-LAVerwaltungsämter Einwohner FlächeIliomar 6.569 302,10 km²Lautém 17.677 454,90 km²Loré 3.692 179,79 km²Lospalos 30.044 554,57 km²Luro 8.381 125,41 km²Tutuala 3.659 199,92 km² Karten320px|Übersichtskarte der Gemeinde Lautém, noch mit Loré bei Lospalos320px|Verwaltungsgliederung von Baucau
Lautém (portugiesisch; : Lautein) ist die zweitgrößte und östlichste Gemeinde von Osttimor, benannt nach dem Ort Lautém im Norden. Hauptstadt und wirtschaftliches Zentrum der Gemeinde ist Lospalos. Die Gemeinde verfügt über viele Sandstrände und eine wilde und raue Landschaft mit Bergen im Westen und Süden und Hochplateaus im Zentrum. Zu Lautém gehören die Insel Jaco und Osttimors größter See, der Ira Lalaro. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung betreibt Ackerbau, noch weiter ist die Haltung von Schweinen und Hühnern verbreitet. Die Plantagen aus vergangener Zeit sind aber weitgehend aufgegeben. Man produziert in erster Linie für den Eigenbedarf.
Name Der Name der Gemeinde leitet sich von den Fataluku-Wörtern lau („Tuch“) und tein („heilig“) ab, womit der Name in etwa heiliges Tuch bedeutet.Geoffrey Hull: abgerufen am 28. September 2014. Die mythischen Ahnen der heutigen Bevölkerung nannte man Lauteinu oder Lauteira.Timor-Leste Portal Municipal: , abgerufen am 6. September 2020.
Geographie mini|links|Administrative Grenzen 2003–2015 mini|links|Ortschaften und Gewässer in Lautém (Verwaltungsgrenzen von vor 2015) mini|links|Straßennetz und Topographie Lautéms
Übersicht Lautém ist die östlichste Gemeinde von Osttimor. Im Westen grenzen die Gemeinden Baucau und Viqueque an, im Norden liegt die ruhige Bandasee (tahi tupuric, das „Frauenmeer“) und im Süden die stürmischere Timorsee (tahi calu, das „Männermeer“). Lautém hat seit der Gebietsreform 2015 eine Fläche von 1816,68 km² (davor 1813,11 km²). (PDF; 2,7 MB) Ein kleines Gebiet des Sucos Atelari (Baucau) wurde Lautéms Suco Wairoque zugeschlagen.Ministério da Administração Estatal: , abgerufen am 1. März 2017. Zur Gemeinde Lautém gehören auch der östlichste Punkt Timors beim Kap Cutcha nahe dem Dorf Tutuala und die vorgelagerte Insel Jaco. Nach dem timoresischen Schöpfungsmythos um das gute Krokodil, aus dem die Insel entstanden sein soll, nennen die Fataluku das Ostende Timors mua cao, den „Kopf des Landes“. (PDF; 171 kB)
Lautém ist in die Verwaltungsämter Iliomar, Lautém (Lautém Moro), Lospalos, Luro, Tutuala und seit 2022 Loré geteilt. Loré wurde von Lospalos abgetrennt.Tatoli: 31. Mai 2021, abgerufen am 2. Juni 2021.
Die Gemeinde verfügt über viele Sandstrände und eine wilde und raue Landschaft. 30 bis 35 % sind Hochland, 35 % Bergwelt. Im Zentrum ziehen sich die Berge und Hügel von Südwest nach Nordost quer durch die gesamte Gemeinde. Höchster Punkt ist mit der Legumau im Verwaltungsamt Luro. An der Küste befinden sich Terrassen und hügelige Ebenen, im Süden auch Sümpfe. Im Osten sinkt das 440 km² große Fuiloro-Plateau langsam in Richtung Süden von auf ab, bis es auf die Bergkette des Paitchaus trifft. Das Plateau besteht aus Grasland mit einigen Büschen und Bäumen, das bis an den Ira Lalaro (auch Suro-bec) reicht. Er ist mit 6,5 km Länge, 3 km Breite und einer Fläche von bis zu 2200 Hektar der größte See Osttimors ist. Die Größe seiner Oberfläche schwankt stark im Wechsel von Regen- und Trockenzeit.Colin Trainor: The ant fauna of Timor and neighbouring islands: potential bridges between the disjunct faunas of South East Asia and Australia, Australian Journal of Zoology, 2010, 58, 133–144 Saisonal kommt es auch zu Überflutungen in der Umgebung des Sees.Hinrich Kaiser et al., PhD, Department of Biology, Victor Valley College: The herpetofauna of Timor-Leste: a first report Neben dem See sind die Flüsse Raumoco, Veromoco und Malailada (Ralailaba) die wichtigsten Wasserquellen der Bevölkerung in der Trockenzeit. Nördlich des Fuiloro-Plateaus liegt das kleinere Plateau von Nári, westlich das Plateau von Lospalos und südlich das Plateau von Rere. Eine Besonderheit bildet der Fluss Irasiquero, der in Richtung Süden den Ira Lalaro verlässt. Er erreicht die Timorsee nicht, sondern verschwindet vorher im Mainina-Loch, einem Ponor.
mini|Allee im Ort Lautém
Das Gebiet um Lore an der Südküste ist geprägt durch Küstentrockenwälder, Mangrovenwälder und Küstengrasland. In der Region um den Paitchau gibt es größere Wälder. Die Berghänge aus Kalkstein sind bedeckt von tropischen Trockenwäldern und kleinen Flächen mit immergrünem Wald. Lautém ist eine der am dichtesten mit Wald bedeckten Gemeinden Osttimors. Der Wald steht größtenteils unter Schutz und da die Region weit entfernt von den Bevölkerungszentren Osttimors und relativ schlecht zugänglich ist, ist die Natur hier noch weitgehend unberührt. Kommerzielle Holzgewinnung ist ohnehin landesweit verboten, doch die lokale Bevölkerung versorgt sich aus dem Wald mit Bau- und Feuerholz, Rattan, Honig und Wildfleisch.Lisa Palmer, Demétrio do Amaral de Carvalho: (PDF; 343 kB), abgerufen am 28. Dezember 2012Eisemberg, C. C. Costa, B. G. Guterres, E. C. Reynolds, S. J. & Christian, K.: , Report to the Mohamed bin Zayed Species Conservation Fund, Turtle Conservation Fund, and Andrew Sabin Family Foundation, by the Research Institute for the Environment and Livelihoods, Charles Darwin University, 2014 (englisch).
Entfernungen Entfernungen [km]Lautém em Numeros 2019, abgerufen am 12. Februar 2022. Ort Iliomar Lautém Lospalos Luro Tutuala Iliomar 74,5 46,5 103,5 91,5 Lautém 74,5 28 29 73 Lospalos 46,5 28 57 45 Luro 103,5 29 57 102 Tutuala 91,5 73 45 102
mini|Der Irasiquero in Malahara
Lautém liegt von der Landeshauptstadt Dili 199 Kilometer entfernt.
Klima Von Mai bis Juli fällt durchschnittlich zweimal in der Woche Regen, von November bis Januar gibt es täglich zwei Stunden Starkregen, mit den größten Niederschlägen im Dezember. Dies kann zu Überflutungen führen, wie zum Beispiel der im Juni 2001, die schwere Zerstörungen in Lospalos und Daudere verursachten. Auch die wichtige Straße, die Lospalos mit Baucau, Iliomar und Luro verbindet, wurde schwer beschädigt. Die Monate von August bis Oktober sind heiß und trocken. Es gibt aber regionale Unterschiede. Der Norden mit dem Verwaltungsamt Lautém und dem Suco Tutuala haben eine jährliche Regenmenge von 500 bis 1000 mm und eine achtmonatige Trockenzeit. Im Süden, mit Lospalos, Iliomar und dem Suco Mehara (Verwaltungsamt Tutuala), erreicht die Niederschlagsmenge 1000 bis 1500 mm jährlich bei fünf bis sechs Monaten Trockenzeit. Das im Landesinneren liegende Verwaltungsamt Luro erreicht sogar eine jährliche Niederschlagsmenge von 1500 bis 2000 mm. Auch dort dauert die Trockenzeit nur fünf bis sechs Monate. Die Durchschnittstemperatur beträgt 23,6 bis 31,8 °C. Die Temperatur kann aber bis 38 °C ansteigen.
Fauna und Flora mini|Tropischer Wald im Tiefland bei Lore
In den Wäldern leben Mähnenhirsche, Wildschweine, Wasserbüffel, verwilderte Balirinder, Affen und viele seltene Vogelarten. Am Irebere und im Ira Lalaro und seinen umliegenden Gewässern und Feuchtgebieten lebt die Timorschildkröte, die als Unterart der McCords Schlangenhalsschildkröte angesehen wird. Im Ira Lalaro, den Flüssen und Küsten der Gemeinde gibt es Leistenkrokodile, die eine potentielle Gefahr für die Bevölkerung darstellen. 2007 und 2008 gab es Krokodilangriffe in Com mit insgesamt zwei Todesopfern.
In der Kalksteinhöhle Puropoko fand man die endemische Geißelspinnenart Sarax timorensis, die 2019 erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde. Hier gibt es auch eine große Fledermauskolonie.Gustavo Silva de Miranda & Ana Sofia Reboleira: Amblypygids of Timor-Leste: first records of the order from the country with the description of a remarkable new species of Sarax (Arachnida, Amblypygi, Charinidae). ZooKeys, N°820, S. 1–12, 2019. Der Craterocephalus laisapi ist eine endemische Süßwasserfischart im Irasiquero.Helen K. Larson, Walter Ivantsoff, and L. E. L. M. Crowley: Description of a new species of freshwater hardyhead, Craterocephalus laisapi (Pisces, Atherinidae) from East Timor, Band 10, Issue 2 - July 2005, Seite 81–88, aqua, International Journal of Ichthyology,
In einer Studie von 2007 wurden in Lautém 40 verschiedene Heilpflanzen wissenschaftlich gesammelt, die von den einheimischen Fataluku verwendet werden. Die Zahl ist im Vergleich zu anderen solchen Feldforschungen relativ hoch. Unter den identifizierten Pflanzen waren unter anderem Vertreter der Familien der Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae).Sean W.M. Collins, Xisto Martins, Andrew Mitchell, Awegechew Teshome and John T. Arnason: Fataluku medicinal ethnobotany and the East Timorese military resistance, Journal of Ethnobiology and Ethnomedicine, 2007.
Einwohner mini|links|Entwicklung der Einwohnerzahl in Lautém mini|Frauen in traditioneller Tracht in Tutuala mini|Don Bosco College in Fuiloro
In Lautém leben 70.022 Menschen (2022, 2011: 62.813, abgerufen am 5. Mai 2013). Nur die Gemeinde Manatuto ist dünner besiedelt. Von den Einwohnern sind 34.858 Männer und 35.164 Frauen. Lautém ist die einzige Gemeinde Osttimors, in der es mehr Frauen als Männer gibt. Auf 99 Männer kommen 100 Frauen. Im gesamten Land kommen durchschnittlich 103 Männer auf 100 Frauen. 12.782 der Einwohner wohnen in einer urbanen Umgebung in der Stadt Lospalos. Zwischen 2015 und 2022 lag das jährliche Bevölkerungswachstum bei 1,0 %, was nur noch von Viqueque mit 0,8 % unterboten wird. Der Landesdurchschnitt liegt bei 1,8 %. Zwischen 1990 und 2004 wuchs die Zahl der Einwohner Lautéms jährlich noch um 1,72 %. Inzwischen wandern viele Einwohner in andere Landesteile aus, vor allem in die Landeshauptstadt Dili. (PDF; 14 MB)
Der Altersdurchschnitt liegt bei 17,0 Jahren (2010). Hatte 2004 in Tutuala jede Frau durchschnittlich 6,58 Kinder, stieg die Anzahl auf 7,77 Kinder in Lospalos, 7,80 in Iliomar und 7,91 in Lautém und 8,32 in Luro an (Landesdurchschnitt 6,99). Die Kindersterblichkeit lag 2002 in Lospalos bei 68 (1996: 102), in Lautém bei 89 (126), in Luro bei 101 (152), in Iliomar bei 129 (119) und in Tutuala bei 140 (81) Todesfällen pro 1000 Lebendgeburten. Der Landesdurchschnitt betrug 98. Iliomar und Tutuala sind zwei von 14 Verwaltungsämtern, in denen die Kindersterblichkeit entgegen dem Landestrend anstieg. Tutuala hat sogar den landesweit höchsten Anstieg zu verzeichnen.
mini|In Cotamutu
In der Gemeinde werden mehrere Nationalsprachen Osttimors als Muttersprache gesprochen. 60,9 % sprechen Fataluku (größte Volksgruppe in den Verwaltungsämtern Lautém, Lospalos und Tutuala) und 12,1 % Makalero (Verwaltungsamt Iliomar). Sa’ane ist ein Dialekt des Makasae, der im Südosten von Luro gesprochen wird (8,4 %). Im Nordwesten von Luro und im Westen des Verwaltungsamts Lautém wird das eigentliche Makasae gebraucht (14,3 %). Fataluku, Makasae/Sa’ane und Makalero gehören zu den Papuasprachen. In Mehara, nahe Tutuala, sprechen nur noch wenige Personen als Muttersprache die Nationalsprache Makuva, eine malayo-polynesische Sprache, die vom Aussterben bedroht ist. Berücksichtigt man auch die Zweitsprachen, so sprachen 2015 75,3 % Tetum, 45,3 % Bahasa Indonesia, 38,6 % Portugiesisch und 16,2 % Englisch. Eine ausgestorbene Sprache ist Rusenu. Erst 2007 konnte ein Linguist letzte Reste dokumentieren.Steven Hagers: A forgotten language on East Timor, Kennislink 2007.