mini|290px|Die irische Fußballnationalmannschaft aus dem Jahre 1960; oben: Seamus Dunne, Noel Dwyer, Charlie Hurley, Michael McGrath, Pat Saward; unten: Joe Haverty, George Cummins, Dermot Curtis, Ronnie Nolan, Ambrose „Amby“ Fogarty und Fionan „Paddy“ Fagan. mini|290px|Das Irische Fußballnationalteam (September 2013)
Die irische Fußballnationalmannschaft, offiziell Fußballnationalmannschaft der Republik Irland ( Republic of Ireland national football team, Foireann sacair náisiúnta Phoblacht na hÉireann) genannt, repräsentiert im Fußball die Republik Irland, einen Staat auf der gleichnamigen Insel. In den 1980er und 1990er und dann wieder den 2010er Jahren feierte sie ihre größten Erfolge.
Geschichte Die Republik Irland wurde 1923 noch als Irischer Freistaat offizielles Mitglied der FIFA.
Von den 1920er Jahren bis in die 1950er Jahre nominierten sowohl der Nordirische Verband, die Irish Football Association (IFA) als auch der Verband des Freistaates, die Football Association of the Irish Free State (FAIFS) bzw. später der Verband der Republik Irland, die Football Association of Ireland (FAIreland), Spieler von der gesamten Insel für die jeweiligen Auswahlmannschaften. So bestritt Jimmy Dunne, der bis 1967 irischer Rekordtorschütze war zwischen 1928 und 1932 sieben Spiele für Nordirland sowie ein Spiel 1930 für den irischen Freistaat, von 1936 bis 1939 dann noch 14 Spiele für den irischen Freistaat und erzielte in dieser Zeit 13 Tore für den irischen Freistaat und vier für Nordirland.All internationals of Jimmy Dunne Erst Mitte der 1950er Jahre unterband die FIFA diese Praxis.
Unter Kulttrainer Jack Charlton gelang der erste zählbare Erfolg mit der Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 1988 in Deutschland. Charlton bediente sich dabei einer List. Er hielt nach guten Spielern anderer Nationen Ausschau, die kaum Aussicht auf eine Berufung ins eigene Nationalteam hatten und aufgrund ihrer Abstammung leicht die irische Staatsbürgerschaft erwerben konnten. Viele davon fand er in den Profiligen Englands und Schottlands. Unter anderem kamen mit John Aldridge, Ray Houghton und Ronnie Whelan drei Spieler aus dem legendären Team des FC Liverpool der 80er Jahre. Aus diesem bunten Haufen gelang es ihm, ein funktionierendes Team zu erstellen, das mit dem 1:0-Sieg (Tor durch Houghton) bei der EM in Deutschland gegen den Erzrivalen England einen großen Achtungserfolg erzielte. Nur knapp wurde der Einzug ins Halbfinale verpasst.
Zwei Jahre später erreichte Irland nicht nur die Endrunde der WM 1990 in Italien, sondern schaffte es sogar bis ins Viertelfinale, wo erst der Gastgeber zu stark war. Das ist der bis heute größte Erfolg des Teams überhaupt.
Irland war das einzige Team von den britischen Inseln, das sich für die Fußball-Weltmeisterschaft 1994 in den USA qualifizieren konnte. Unter anderem durch einen Sieg gegen Italien konnte es das Achtelfinale erreichen.
In der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Südkorea und Japan konnte sich Irland sogar auf Kosten der Niederländer durchsetzen und spielte in einer Gruppe zusammen mit Deutschland. Dabei konnte es dem späteren Finalisten ein 1:1-Unentschieden abtrotzen und erzielte durch Robbie Keane auch den einzigen Treffer gegen Oliver Kahn vor dem Endspiel. Im Achtelfinale scheiterten die Iren dann im Elfmeterschießen gegen Spanien.
Bei der Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 2004 verpasste Irland erst im letzten Gruppenspiel (0:2-Niederlage auswärts gegen die Schweiz) den für die Play-off-Spiele notwendigen zweiten Gruppenrang und rangierte sich hinter der Schweiz und Russland nur als Gruppendritter.
Auch bei der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 scheiterte Irland letztendlich an der Schweiz. Im letzten entscheidenden Gruppenspiel spielten die beiden Mannschaften in Dublin 0:0-Unentschieden, Irland verpasste somit die erforderlichen Punkte für den zum Play-off-Spiel berechtigten zweiten Gruppenrang. Irland fiel sogar noch hinter Frankreich, der Schweiz und Israel auf den vierten Gruppenrang.
In der Qualifikation zur Fußball-Europameisterschaft 2008 blieb Irland als Gruppendritter letztendlich mit zehn bzw. zwölf Punkten Rückstand auf Deutschland bzw. Tschechien chancenlos.
In der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika erreichte Irland ungeschlagen, bei vier Siegen und sechs Unentschieden, hinter dem ebenfalls ungeschlagenen Italien den zweiten Gruppenrang und qualifizierte sich somit für die Play-off-Spiele, bei deren Auslosung Frankreich als Gegner zugeteilt wurde. Nachdem Frankreich das Hinspiel in Irland mit 1:0 gewinnen konnte, lagen die Iren im Stade de France nach der regulären Spielzeit mit dem gleichen Resultat in Führung, so dass es zur Verlängerung kam. In der 103. Minute nahm Thierry Henry im Strafraum die Hand zur Hilfe, um zu verhindern, dass der Ball ins Toraus ging, was er unmittelbar nach dem Schlusspfiff selbst zugab. Den anschließenden Pass von Henry konnte William Gallas zum entscheidenden Tor zur WM-Qualifikation Frankreichs verwerten, da es den Iren in der restlichen Spielzeit nicht gelang, noch den Siegtreffer zu erzielenMedienbericht auf NZZ Online vom 19. November 2009. Irland beantragte bei der FIFA eine Spielwiederholung. Da diese Fehlentscheidung als Tatsachenentscheid gilt, beschloss die FIFA jedoch, auf diesen Antrag nicht einzugehen vom 20. November 2009.
In der Gruppe B zur EM-Qualifikation 2012 belegte die irische Mannschaft mit sechs Siegen bei drei Unentschieden und einer 2:3-Heimniederlage gegen Russland den zweiten Platz hinter den Russen und qualifizierte sich damit für die Play-off-Spiele. Hier war im November 2011 Estland der Gegner. Bereits das Hinspiel im Baltikum konnten die Iren mit 4:0 für sich entscheiden. Im Juni 2012 bekamen sie den Sonderpreis der UEFA für Fairplay, für die frenetische Unterstützung ihrer Fans, trotz der drei Niederlagen bei der Fußball-Europameisterschaft 2012.
In der Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien hatte Irland nach acht von zehn Spieltagen nur noch theoretische Chancen sich zu qualifizieren, was den irischen Verband im September 2013 zur Entlassung von Cheftrainer Giovanni Trapattoni veranlasste.WM-Qualifikation: Trapattoni darf Irland nicht mehr trainieren. In: Spiegel Online, 11. September 2013. Abgerufen am 11. September 2013. Am Ende lag Irland in Gruppe C auf Platz 4, hinter Österreich, Schweden und Deutschland.
Mit dem neuen, nordirischen Trainer Martin O’Neill, gelang die Qualifikation für die Fußball-EM 2016. In Gruppe D landete man auf Platz 3, was zur Teilnahme an den Play-offs berechtigte. Gegen Deutschland, auf das man wieder in der Qualifikation traf, konnte die Mannschaft im Hinspiel ein 1:1 in Gelsenkirchen erreichen, das Rückspiel konnte man sogar mit 1:0 gegen den amtierenden Weltmeister gewinnen. In den Play-offs traf Irland auf Bosnien-Herzegowina, was mit 1:1 und 2:0 geschlagen wurde, womit sich Irland zum zweiten Mal in Folge für die EM qualifizierte. In der Endrunde landete Irland in der Gruppe E nach einem 1:1 gegen Schweden, einem 0:3 gegen Belgien und einem 1:0 gegen Italien mit vier Punkten auf Platz 3, was dank des neuen Turnierformats für die Teilnahme am Achtelfinale berechtigte. Dort schied man aber mit 1:2 gegen Gastgeber Frankreich aus.
In der WM-Qualifikation 2018 landete Irland in Gruppe D auf Platz 2, noch vor Wales, Österreich, Georgien und Moldawien, was abermals zur Teilnahme an den Play-offs berechtigte. Dort verlor Irland aber mit 0:0 und 1:5 deutlich gegen Dänemark.
In der Qualifikation zur Fußball-EM 2021 landete Irland nur auf Platz 3 in Gruppe D, hinter Dänemark und der Schweiz. Durch die Platzierung in der neu geschaffenen Nations League qualifizierte Irland sich aber wieder für die Play-offs. Dort schied das Team aber bereits knapp im Elfmeterschießen im Halbfinale gegen die Slowakei aus.
Irland bei Weltmeisterschaften
Bei Fußball-Weltmeisterschaften war Irland dreimal dabei. Dabei überstand die Mannschaft immer die Gruppenphase. Das beste Abschneiden gab es gleich bei der ersten Teilnahme 1990, als man bis ins Viertelfinale vordrang. In der ewigen WM-Tabelle jedoch wird Irland nur im Mittelfeld geführt. Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB) Trainer Bemerkungen und Besonderheiten1930Uruguay nicht teilgenommen 1934 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Niederlanden und Belgien gescheitert 1938Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation an Norwegen gescheitert 1950Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Schweden gescheitert 1954Schweiz nicht qualifiziert In der Qualifikation an Frankreich gescheitert 1958Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an England gescheitert 1962 Chile nicht qualifiziert In der Qualifikation an der ČSSR gescheitert 1966 England nicht qualifiziert In der Qualifikation nach Entscheidungsspiel in Paris an Spanien gescheitert 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an der ČSSR gescheitert 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an der UdSSR gescheitert 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Frankreich gescheitert 1982 Spanien nicht qualifiziert In der Qualifikation an Belgien und Frankreich gescheitert 1986 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation an Dänemark und der UdSSR gescheitert 1990 Italien Viertelfinale Italien 8. Bestes Verbandsergebnis. Nach Unentschieden gegen Niederlande, England und Ägypten per Losentscheid Zweiter in der Vorrunde. Erstes Elfmeterschießen in der Verbandsgeschichte (Sieg gegen Rumänen). 1994 USA Achtelfinale Niederlande 16. In der Vorrunde lagen alle Gruppenteilnehmer (Mexico, Italien, Norwegen) Punkt- und Tordifferenzgleich. 1998 Frankreichnicht qualifiziert In der Qualifikation an Rumänien gescheitert 2002 Südkorea/JapanAchtelfinale Spanien 12.Niederlage im Elfmeterschießen, nach regulärer Spielzeit und Verlängerung hatte es 1:1 gestanden. 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Frankreich und der Schweiz gescheitert. 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Play-offs an Frankreich gescheitert. 2014 Brasilien nicht qualifiziert In der Qualifikation traf Irland auf Deutschland, die Färöer, Kasachstan, Österreich und Schweden und konnte sich nicht qualifizieren. 2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation in den Playoffspielen der Gruppenzweiten an Dänemark gescheitert. 2022 Katar nicht qualifiziert In der Qualifikation an Serbien, Portugal und Luxemburg gescheitert. 2026 Kanada/Mexiko/USA nicht qualifiziert Gruppengegner in der Qualifikation waren Portugal, Armenien und Ungarn. Im Play-off-Halbfinale scheiterte Irland im Elfmeterschießen an Tschechien.
Irland bei Europameisterschaften
Irland nahm erst zweimal an der Endrunde zur Europameisterschaft teil und scheiterte dort jeweils in der Gruppenphase. In der ewigen EM-Tabelle reicht das unter 28 geführten Mannschaften nur für Platz 21.