mini|Schloss Hohlstein (2004). Das Schloss Hohlstein () ist die Ruine eines Schlosses in Skała (deutsch Hohlstein) in der Landgemeinde Lwówek Śląski (Löwenberg) im Powiat Lwówecki in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.
Geschichte Das Dorf wurde 1347 erstmals urkundlich erwähnt, als es der Schweidnitzer Herzog Bolko II. an Seyfried von Reussendorf verschenkte. Der zugehörige Herrschaftssitz war eine Burg auf dem „hohlen Stein“, die vermutlich auf eine Befestigungsanlage zurückgeht, die 1385 der Löwenberger Familie Weidemann und 1401 bis 1406 dem Bernhard von Rechenberg gehörte. 1427 wurde die Burg während der Hussitenkriege zerstört. 1504 war die Burg im Besitz der Kopatsch, 1513 gelangte sie an Adam von Lest, der anstelle der Burg ein Schloss errichtete,Max Klose: Führer durch die Sagen- und Märchenwelt des Riesengebirges. Verlag Brieger & Gilbers, Schweidnitz 1887, S. 35. das zum Stammsitz der Familie wurde. Um 1627 waren Burg und Herrschaft Hohlstein im Besitz der Grafen von Promnitz, denen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Grafen von Roedern folgten, die einen Umbau des Schlosses veranlassten. 1798 gelangte der Besitz an den Reichsgrafen Peter von Biron, Herzog von Kurland und Semgallen sowie von Sagan. Er hinterließ im Jahre 1800 Schloss Hohlstein mit dem zugehörigen Gut seiner Tochter Pauline von Sagan, die 1809 Theodor Körner auf ihrem Schloss beherbergte.Vgl. 8. Charade-Anmerkung *, In: Theodor Körner's Werke. Vollständigste Ausgabe mit mehreren bisher ungedruckten Gedichten und Briefen. Band: Zweiter Theil-Gedichte-Zweite Abtheilung. H. A. Pierer-Altenburg-Gustav Hempel, Berlin 1879, S. 100.Vgl. Theodors Reise ins Riesengebirge: Landskrone; Schloß Hohlstein, In: Emil Peschel, Eugen Wildenow Theodor Körner und die Seinen. Band 1, 1898, S. 197 f. Während der Befreiungskriege wurde das Schloss 1813 sowohl von den Preußen als auch den Franzosen als Hauptquartier benutzt.
1845 gelangten Schloss und Herrschaft Hohlstein an Paulines Sohn Konstantin von Hohenzollern-Hechingen, der nach seinem Rückzug als regierender Fürst von Hohenzollern-Hechingen ab 1850 bis zu seinem Tod 1869 hier lebte. Seinem Einfluss war 1857 die Nobilitierung des fürstlich hohenz.-hechingschen Kabinettsrat in Schloss Hohlstein Hermann Stettmund zu Hermann Stettmund von Brodorotti zuzuschreiben,Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1915. Jahrgang 9, Justus Perthes, Gotha Herbst 1914, S. 918.Vgl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D. A. G. Teil B (Briefadel). 1942. Jahrgang 34, Justus Perthes, Gotha Herbst 1941, S. 522 f. gegeben zu Sanssouci. Andere aus Schlesien stammige Adelsfamilien wohnten kurzzeitig auf HohlsteinFranz von Wotoch-Rekowski: Versuch einer Geschichte der aus den Landen Bütow und Lauenburg in Pommern stammenden Adelsgeschlechter von Wotoch, von Styp, von Wrncz und von Gynz Rekowski. J. A. Stargardt, Berlin 1887, S. 138. oder fielen gar bei ihm in Ungnade und wurden nicht (mehr) dorthin eingeladen.Franziska Zach: Zwischen Hofdienst, adeliger Tradition und akademischer Wissenschaft. Geschichtspflege und Geschichtsschreibung bei Rudolf Graf von Stillfried-Rattonitz (1804-1882). In: Neue Forschungen zur Schlesischen Geschichte. Auflage-Online-Ressource, Böhlau, Köln/Wien/Weimar 2025, S. 253. Nachgewiesen ist 1858 eine Hochzeit, von der Tochter Sofie Schenk von Geyern,Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1892. Jahrgang 42, Justus Perthes, Gotha Herbst 1891, S. 780. aus der zweiten (morgantischen) Ehe des Fürsten, mit dem Oberst Friedrich Freiherr von Krane-Matena.Unterhaltungsblatt des Rieser Volksblattes. 1898. XVIII. Jahrgang, Nr. 11, Verlag Th. Reischle, Nördlingen, Samstag, den 11. März 1898, S. 41. Zeitweilig lebten weitere Hohenzollern-(Hechingen) im Schloss.H. Schulze: Chronik sämmtlicher bekannten Ritter-Orden und Ehrenzeichen, welche von Souverainen und Regierungen verliehen werden, nebst Abbildungen der Decorationen. Comm. W. Moeser und Kühn, Berlin 1853, S. 566. Anschließend fielen Schloss und Herrschaft an die Schwäbischen Hohenzollern. Zum Erbfall 1870 benennt eine historische Schrift die beiden Fürsten von HohenzollernRudolph Stillfried von Rattonitz: Geschichtliche Nachrichten vom Geschlechte Stillfried von Rattonitz. Band 1: Geschichte. Selbstverlag-Hrsg., Berlin 1870, S. 414. zu Schloss Hohlstein, ohne nähere Angaben dazu. Formell waren u. a. Anton Fürst von Hohenzollern, bis etwa 1893,Leuchs Adressbuch aller Länder der Erde der Kaufleute, Fabrikanten, Gewerbetreibenden, Gutsbesitzer, etc. etc. Band 9: Schlesien und Posen. 7. Ausgabe für 1890 bis 1893, Selbstverlag C. Leuchs & Co., Nürnberg 1890/1893, S. 987. dannLeuchs Adressbuch aller Länder der Erde der Kaufleute, Fabrikanten, Gewerbetreibenden, Gutsbesitzer, etc. etc. Band 9: Schlesien und Posen. 8. Ausgabe für 1895, Selbstverlag C. Leuchs & Co., Nürnberg 1895, S. 274a. nach 1894 Leopold Fürst von Hohenzollern Schlosseigentümer. Parallel bestand um 1894 das direkt zum Schloss zugehörige Gut Hohlstein aus 438 ha Fläche, davon 157 ha Forsten, 3 ha Garten; geleitet vom Fürstlichen RentamtSchlesisches Güter-Adreßbuch 1894. Verzeichniß. Fünfte Ausgabe, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1894, S. . Nr. 2659. mit Sitz in Beutnitz. Insgesamt waren mehrere relativ kleine Güter, wie Karlshof, Neuen und Seitendorf in Schlesien im Eigentum der schwäbischen Hohenzollern. Die Begüterungen waren teils verpachtet.
Nach dem Übergang an Polen 1945 wurde das Schloss Teil einer Staatlichen landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft und verfiel zur Ruine.
Bauwerk mini|Zustand 2024. Im 17. Jahrhundert wurde das Schloss zur zweiflügeligen Anlage erweitert. An der Südostseite entstand ein risalitartiger Turmanbau mit Loggia. Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Schloss um einen dritten Flügel erweitert. Die heutige Fassadengestaltung mit Ohrenrahmung der Fenster und einem Triglyphen-first unter dem Kreuzgesims stammt aus dem 19. Jahrhundert. Um das Jahr 1900 wurde das Schloss modernisiert.
Die Parkanlage erlangte überregionale Bedeutung und wurde im späten 18. Jahrhundert zunächst auf in den Fels geschlagenen Steinterrassen angelegt und zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach Westen und Süden erweitert. Im Park wurden seltene Pflanzen- und Baumarten angepflanzt, eine Grotte, eine Mooshütte, ein Teehaus und das Mausoleum „Luisentempel“ angelegt (derzeit Ruine). Durch das künstlerische Engagement von Fürst Konstantin von Hohenzollern-Hechingen erhielt das Schloss eine reiche Kunstsammlung.
Reste klassizistischer Stuckdecken und Fragmente von Sgraffitos zeugen vom Bauwerk im Stil der Renaissance. Der Garten wurde umfassend wiederhergestellt, das Schloss soll als Ruine erhalten bleiben.
Literatur Arne Franke: Kleine Kulturgeschichte der schlesischen Schlösser. Band 1: Niederschlesien. Bergstadtverlag Wilhelm Gottlieb Korn, Görlitz 2015, S. 188–189. Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen: Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 844 f. Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Band: Schlesien. In: Kröners Taschenausgabe. Band 316, Kröner, Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, S. 196.
Weblinks
Historische und aktuelle Aufnahmen sowie geographische Lage
Einzelnachweise
Hohlstein, Schloss Hohlstein, Schloss Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Niederschlesien Kategorie:Bauwerk in der Gmina Lwówek Śląski Kategorie:Renaissancebauwerk in der Woiwodschaft Niederschlesien Hohlstein, Schloss Hohlstein, Schloss Kategorie:Hohenzollern-Hechingen Kategorie:Erbaut im 16. Jahrhundert