mini|Das Reich Ormus im Jahre 1453 mini|Kostüme aus Ormus aus einem Werk von 1670.

Das Königreich Ormus oder auch Königreich Hormuz (Persisch هرمز, ) existierte zwischen dem 10. und 17. Jahrhundert im Persischen Golf. Es wurde im 10. Jahrhundert von arabischen Prinzen gegründet und kam später unter persische und portugiesische Oberherrschaft.Charles Belgrave, The Pirate Coast, G. Bell & Sons, 1966 p122 Der Stadtstaat Ormus geht bis in das 13. Jahrhundert zurück, als es den Sklavenmarkt zwischen Afrika und Arabien und Chorasan und Persien kontrollierte. Auf seinem Höhepunkt im 13. bis 14. Jahrhundert war Ormus ein mächtiger Seefahrerstaat mit einer großen und aktiven Handelsflotte und einer starken Marine. Petrashevsky gibt die Größe der Flotte mit bis zu 500 Kampfschiffe an, jedoch hatten diese Schiffe keine Kanonen.

Der Name Ormus Der Name des Reiches stammt von der befestigten Hafenstadt und gleichzeitigen Hauptstadt Ormus an der Südküste Persiens. Später wurde die Stadt verlassen und neu auf einer Insel gegründet, die nach der Stadt bald auch Ormus genannt wurde. Die Insel liegt an der strategisch wichtigen Straße von Hormus, von wo aus das Königreich die ausgehenden Handelsrouten des Persischen Golfes nach Indien und Ostafrika kontrollierte.

Die Volksetymologie sieht im Namen „Hormuz“ die mittelpersische Version der persischen Gottheit Ahura Mazda. Alternativ wurde vorgeschlagen, dass der Name von Hur-Muz 'Ort der Datteln' abgeleitet ist. Eine weitere Möglichkeit ist, dass es vom griechischen Wort für Όρμος (Órmos) für Bucht abstammt. Der Name der tatsächlichen städtischen Siedlung, die als Hauptstadt des alten Hormoz-Königreichs fungierte, wurde auch mit Naband oder Dewankhana angegeben. Das Gebiet um Alt-Hormoz war bei Ibn Battūta auch als Mogostan (Mughistan) bekannt.

Alt-Hormoz und Neu-Hormoz Die ursprüngliche Stadt Hormoz befand sich auf dem iranischen Festland in der Provinz Kerman. Zur Zeit des Konfliktes zwischen den Ilchanen und den Tschagatai wurde das alte Hormoz verlassen. Stattdessen zogen die Einwohner 1301, angeführt von ihrem König Baha ud-Din Ayaz und seiner Frau Bibi Maryam, auf die Nachbarinsel Dscharun.The Travels of Marco Polo the Venetian, J.M. Dent & Sons Ltd; E.P. Dutton & Co, London and Toronto; New York, 1926 ~ p. 63. Although Marco Polo refers to the island on which was the city of Hormoz, Collis states that at that time Hormoz was on the mainland. #85 Collis, Maurice. Marco Polo. London, Faber and Faber Limited, 1959~ p. 24.

Patricia Risso schreibt: Risso, Patricia, Oman And Muscat: an Early Modern History, Croom Helm, London, 1986 ~ p. 10.

Guillaume Thomas François Raynal berichtet über Ormus:

Geschichte Es gibt drei Perioden in der Geschichte des Königreichs Ormus: Zuerst wanderte Mohammed Diramku im elften Jahrhundert von Oman an die iranische Küste aus. Die Hauptstadt wurde im 14. Jahrhundert auf die Insel Ormus verlegt. In der zweiten Periode überholte Ormus die Handelsmacht Kisch und wurde zum größten Handelszentrum im Persischen Golf. Die letzte Periode beginnt mit dem Angriff der Portugiesen unter Afonso de Albuquerque.The Persian Gulf in History L. Potter:https://books.google.com.pe/books?id=ncfIAAAAQBAJ&pg=PA92&lpg=PA92&dq=Mahmud+Qalhati&source=bl&ots=Q6LSY6OG4G&sig=NXISgVl_rR9C07vxPXpfvwG2x-0&hl=es-419&sa=X&ved=0ahUKEwjgt7LphMrTAhWCYiYKHVDaACgQ6AEIJTAA#v=onepage&q&f=false

Die alten Könige – Muluk al-Qadim Der älteste Hinweis auf ein Königreich Hormoz ist die „Geschichte der Könige der Region“ von Schabankareyi, die eine Dynastie der „alten Könige von Hormoz“ erwähnt, bekannt als Deramkū-Dynastie (Al Deramkū). Der Gründer war Mohammed Deramkū, der Ende des 11. oder frühen 12. Jahrhunderts aus dem Oman in die Region Hormoz, genannt Mughistan, kam. Schabankareyi sagt seinerseits, dass die Deramku-Dynastie tatsächlich lokale Ursprünge hatte. Mohammeds Umzug aus dem Oman nach Hormoz könnte durch den Zusammenbruch der Buyiden-Macht in der Region nach dem Tod des Buyiden al-Malik al-Rahim im Jahr 1059 verursacht worden sein. Der omanische Ursprung könnte einfach auf dem späteren Ursprung von Mahmud Qalahati beruhen, der ebenfalls aus der Region Oman stammte und die Deramkū-Dynastie ablöste.

Durch die Kontrolle von Teilen des Omans, Minab und Mūghistān gelang es Deramkū, eine Machtbasis auf der Ostseite der Straße von Hormoz zu schaffen und in direkten Wettbewerb mit den Herrschern von Kisch zu treten, die zuvor Vasallen der Buyiden von Fārs waren. Hormoz rivalisierte zusammen mit Kerman gegen Kisch und Schiras, was Hormoz zu einem wichtigen Bindeglied in Kermans Vorherrschaftsansprüchen im Handel am Persischen Golf macht das Arabische Meer.

Wir wissen nicht viel über Mohammeds Nachfolger außer deren Namen. Er scheint von seinem Sohn Sulaimān abgelöst worden zu sein, der wiederum von seinem Sohn Isā Jāshū abgelöst wurde. Die Betitelung des letzteren als Jāshū (Marinesoldat) könnte etwas über die herrschende Gesellschaft des alten Hormoz aussagen. Muhammad Deramkū selbst hatte es geschafft, Mūghestān und Mināb mit Hilfe von omanischen Jashu-Soldaten zu erobern und so die Vorherrschaft der Marineoffiziere und Seeleute in einem Königreich zu etablieren, das im Wesentlichen eine Thalassokratie war, deren Territorium größtenteils aus Wasser bestand.

‘Isās Nachfolger hieß Laschkari. Er scheint kein aktiver Herrscher gewesen zu sein und trat zugunsten seines Sohnes Kay Qubad beiseite. Die Nachfolger des letzteren waren seine beiden Söhne, ‘Isa und Mahmud. Die Zweige der Familie kämpften offenbar gegeneinander, als Tāj ud-Dīn Schahanschah, Sohn des Mahmud, im Konflikt mit einem Onkel Malik Saif ud-Dīn Abu Nasr, dem Sohn von Kay Qobad, stand. Schahanschah suchte eine engere Beziehung zum Choresm-Schah Malik Dinār, Herrscher von Kerman. Dieser nutze die Rivalität zwischen Ormus und Kisch zu seinem Vorteil und presste Schahanschah einen hohen Tribut ab. Aber die dadurch verursachten Unruhen führten zur Machtübernahme des Malik Saif ud-Dīn Abu Nasr.

Abu Nasr, ein Expansionist, nutzte die Schirmherrschaft der Salghuriden von Fars, um seine alten Feinde zu besiegen. So fiel er am 8. Mai 1229 auf Kisch ein, töteten den Herrscher Malik Sultān und beendeten mit der Dynastie der Banu Qaissar auch die Vormachtstellung Kischs in der Region am Persischen Golf. Doch mit der Zeit verschlechterte sich die Beziehung zu den Salghuriden, so dass deren Herrscher Abu Bakr Abu Nasr tötete und Ormus annektierte. Abu Bakr setzte als neuen Vasall Schihāb ud-Dīn Muhammad, Sohn des ‘Isa und Enkel des Kay Qobad, ein. Der neue Herrscher heiratete seine Cousine Bībī Nāssir ud-Dīn, die Tochter des getöteten Abu Nasr. Die Königin war als Herrscherin und politische Spielerin viel besser begabter als ihr Ehemann. Vielleicht erkannte Bībī Nāssir ud-Dīn die prekäre Lage, in die ihr Vater und Onkel Ormus zwischen all den größeren Mächten der Region gebracht hatten, und suchte deshalb einen Mann, der ihr helfen konnte, die relative Unabhängigkeit von Ormus wiederzugewinnen. Der Mann sollte Abulmakārim Rukn ud-Dīn Mahmud Qalhati sein.

Die neuen Könige – Muluk Jadid Bībī Nāssir ud-Dīn und Mahmud Qalhati entledigten sich Schihab ud-Dīn Muhammads mit Gift und nutzten 1248 die Unordnung am Hofe der salghuridischen Atabegs von Fars, um ihre Herrschaft zu festigen. Quellen zeigen eine Expansion der Herrschaft von Ormus auf Teile des Oman und die Hafenstädte weiter östlich bis nach Nordindien sowie über Qalhat und Dhofar. Mahmud und Bībī Naser ud-Din nutzten die Unruhe, die durch das Verschwinden ihrer Oberherren von Kerman und Fars verursacht wurde, um ihre Macht auf beide Seiten des Persischen Golfs und des Meeres von Oman zu sichern. Zur Kontrolle des Seehandels siedelten sie an den Küsten von Makran und Sindh Händler an. Die Herrscher von Ormus hatten so ihren Schwerpunkt vom iranischen Hinterland zum Persischen Golf und dem Indienseehandel verschoben. Doch der Untergang der Salghuriden brachten den Aufstieg der Mongolen mit sich, die im Dezember 1264 den salghuridischen Herrscher exekutiert hatten. Die Salghuriden wurde mongolische Vasallen und deren Steuerpolitik und Missachtung des Handelsgleichgewichts in der Region führten schließlich zu einem Aufstand in Ormus, der von Mahmud Qalhati selbst angeführt wurde. Der folgende Krieg führte dazu, dass Mahmud Qalhati schließlich nach Kisch floh, wo der mongolische Herrscher ihn wegen einer mangelnden Marine nicht erreichen konnte. Von Kisch floh Mahmud Qalhati weiter nach Qalhat, wo er 1286 starb.

Die durch die mongolische Herrschaft in der Region verursachte Unordnung setzte sich unter der Herrschaft von Mahmuds Söhnen fort. Sein Sohn Qutb ud-D Tahn Tahmtan wurde bald getötet und von seinem Bruder Sayf ud-Dīn Nusrat abgelöst, der mit Hilfe des Qutlughchaniden-Herrschers von Kerman, Soyurghatmisch, den Thron bestieg. Zu dieser Zeit lag die Herrschaft über Fars in den Händen von Malik ul-Islam Dschamal ud-Dīn Ibrahim Tibi, der als Vasall des Ilchans Ghazan Khan herrschte. Der Verwalter der Inseln und der Küstenregionen war Ibrahim Tibis Sohn Malik al-Mu'azzam Fachruddin Ahmad, unter dessen Herrschaft wiederum Sayf ud-Dīn Nusrat in Ormus regierte. Nusrat scheint ein blutrünstiger Herrscher gewesen zu sein, der, um seine Herrschaft zu festigen, acht seiner Brüder ermordete. Zwei seiner verbliebenen Brüder, Taj ud-Dīn Mas'ūd und Schams ud-Dīn Tūrkānschah, die zunächst in Sirdschan und später am mongolischen Hof Zuflucht gesucht hatten, gelang es jedoch 1291 Nusrat zu stürzen und zu töten.

Ayaz und Neu-Ormus mini|Bibi Maryams Mausoleum

Dieser Mord an Nusrat verursachte einen Aufstand in Ormus, angeführt von einer der wichtigsten und einflussreichsten Figuren in der Geschichte des Reiches, Baha ud-Dīn Ayaz, unterstützt von seiner fähigen Frau Bibi Maryam. Ayaz, ein ehemaliger Ghulam (Sklave) von Nusrat, schaffte es, Mas'ud und Turkanschah aus Ormus zu vertreiben und sie nach Kerman zu verbannen. Ayaz übernahm die Herrschaft in Ormus und erkannte schnell die Oberhoheit von Malik al-Mu'azzam, dem Sohn des Ibrahim Tibis an. Ende des 13. Jahrhunderts drohte der Konflikt zwischen den Ilchanen und ihren Verwandten vom Tschagatai-Khanat auf die Region in Fars und Ormus überzuspringen. Indem Ayaz beiden Seiten Tribut zollte, hielt er Ormus aus dem Konflikt heraus, nutze die Situation, um das Festland zu verlassen und seine Hauptstadt zu verlegen. Anscheinend hatte Ayaz bereits in einen Angriff der Tschagatai auf Fars vorausgesehen und damit den Bau einer neuen Siedlung auf der Insel Dscharun begonnen. Als die tschagataische Armee 1301 tatsächlich Fars angriff und bis an die Küste vordrang, evakuierte Ayaz sein Volk, und rettete so viele Leben und seine Reichtümer. Ab diesem Zeitpunkt an war die Insel Hauptstadt des Königreichs, und die alte Stadt Ormus blieb verlassen und zerfiel. Bibi Maryam, Ayazs Frau, wurde die Herrscherin von Qalhat und ihr wurde eine große Bautätigkeit und Wohlstand in der Region zugeschrieben.

Die Gründung Neu-Ormus' war der Beginn des Aufstiegs von Ormus als kommerzielle und politische Macht. Die Insel war ein schwieriger Standort, da alle Vorräte einschließlich des Trinkwassers vom Festland herbeigebracht werden mussten, aber sie war strategisch gut gelegen und gut zu verteidigen. Dscharun befand sich an wichtigen Schifffahrtslinien, was es insgesamt zu einem perfekten Handelszentrum für Waren aus Indien und aus dem Iran machte. Spätere Berichte sprechen über den Wohlstand der Insel (die langsam den Namen Ormus annahm), ihre erstaunlichen Basare und die Effizienz ihrer Versorgung, einschließlich staatlich finanzierter Wasserzisternen, die den Lebensunterhalt der Menschen garantierten. Ein Großteil davon wird Ayaz und seiner liberalen Politik zugeschrieben, Kaufleute aus allen Regionen zu begrüßen und ihnen Schutz zu gewähren.

Die Restaurierung der Deramkū-Dynastie